Dumas | Der Graf von Bragelonne. Band X | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 18

Reihe: Im Zeichen der Musketiere

Dumas Der Graf von Bragelonne. Band X

Historischer Roman in zehn Bänden
Neue und überarbeitete Ausgabe der ursprünglichen Übersetzung
ISBN: 978-3-96130-315-1
Verlag: apebook Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Roman in zehn Bänden

E-Book, Deutsch, Band 18

Reihe: Im Zeichen der Musketiere

ISBN: 978-3-96130-315-1
Verlag: apebook Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



DER GRAF VON BRAGELONNE Ludwig XIV. ist weit über das Alter hinaus, in dem er regieren sollte, aber der kränkelnde Kardinal Mazarin weigert sich, die Zügel der Macht abzugeben. In der Zwischenzeit reist Karl II., ein König ohne Land, durch Europa und bittet seine Mitmonarchen um Hilfe. 'Der Graf von Bragelonne' umfasst den Zeitraum von 1660 bis 1673. Die Reihe beginnt mit der Ankunft der Prinzessin Henrietta im Jahr 1660, schildert das Drama der eifersüchtigen, lüsternen und skandalträchtigen Mitglieder des französischen Hofes und das Liebesdreieck zwischen Louis, Louise und Raoul, dem Sohn von Athos. D'Artagnan, noch immer Leutnant bei den Musketieren, sieht für sich kein Fortkommen mehr im Dienste des Königs und bittet daher um seinen Abschied. Sein Ziel ist es, in England Karl II. zum Thron zu verhelfen. Auch Athos macht sich auf den Weg nach England, weil er Karl I. kurz vor dessen Tod seine Ergebenheit gegenüber Karl II. geschworen hatte. Währenddessen arbeiten Aramis und Porthos am Sturz Ludwigs XIV. Sie wollen an seiner Statt seinen inhaftierten Zwillingsbruder, den 'Mann in der eisernen Maske', auf den Thron setzen... Dieses ist der zehnte von zehn Bänden. Der Umfang des zehnten Bandes entspricht ca. 420 Buchseiten. Die Reihe IM ZEICHEN DER MUSKETIERE Die zehnbändige Reihe DER GRAF VON BRAGELONNE ist die dritte eigenständige Sequenz der übergeordneten und insgesamt 18 Teile umfassenden Reihe IM ZEICHEN DER MUSKETIERE, die insgesamt aus drei solchen eigenständigen Sequenzen besteht: DIE DREI MUSKETIERE (4 Teile), ZWANZIG JAHRE NACHHER (4 Teile) und DER GRAF VON BRAGELONNE (10 Teile). Die Geschichte um die drei Musketiere wurde häufig verfilmt. Bekannt ist auch die Verfilmung eines Handlungsstrangs aus dem GRAF VON BRAGELONNE unter dem Titel »Der Mann mit der eisernen Maske«. Die Geschichte rankt um einen möglichen Zwillingsbruder des Königs Ludwig XIV., der in der Bastille gefangen gehalten wurde und eine eiserne Maske tragen musste, um seine wahre Identität zu verbergen. Insgesamt umfasst die komplette Reihe etwa 5.500 Seiten voller Abenteuer, Liebe und Heldenmut. Diese Reihe präsentiert die ungekürzte Übersetzung aus dem Französischen von August Zoller in einer sprachlich überarbeiteten und modernisierten Neuausgabe.

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I.
Der letzte Abschied. Raoul stieß einen Freudenschrei aus und schloß Porthos zärtlich in seine Arme. Aramis und Athos umarmten sich als Greise. Diese Umarmung sogar war eine Frage für Aramis, und alsbald sagte dieser: »Freund, wir verweilen nicht lange bei Euch.« »Ah!« machte der Graf. »Nur so lauge, als wir brauchen, um Euch mein Glück zu erzählen,« fügte Porthos bei. »Ah!« wiederholte Raoul. Athos schaute Aramis an, dessen düstere Miene ihm schon sehr wenig im Einklang mit der guten Kunde geschienen hatte, von der Porthos sprach. »Welches Glück begegnet Euch?« fragte lächelnd Raoul. »Der König macht mich zum Herzog,« erwiderte der gute Porthos, sich an das Ohr des jungen Mannes neigend; »zum Herzog mit Diplom.« Aber die Beiseit des guten Porthos waren immer kräftig genug, um von aller Welt gehört zu werden; sein Gemurmel hatte den Klang von einem gewöhnlichen Gebrülle. Athos hörte und gab einen Ausruf von sich, der Aramis beben machte Dieser nahm Athos beim Arm, bat Porthos um Erlaubnis, einige Minuten unter vier Augen sprechen zu dürfen, und sagte dann zum Grafen: »Mein lieber Athos, Ihr seht mich vom Schmerz verzehrt.« »Vom Schmerz!» rief der Gras, »ah! lieber Freund!« »Vernehmet mit zwei Worten: Ich habe gegen den König eine Verschwörung gemacht; diese Verschwörung ist gescheitert, und zur Stunde sucht man mich ohne Zweifel.« »Man sucht Euch! … eine Verschwörung … Ei! mein Freund, was sagt Ihr mir da!« »Eine traurige Wahrheit, ich bin ganz einfach verloren.« »Aber Porthos… dieser Herzogstitel, was bedeutet dies Alles?« »Das ist der Gegenstand meines tiefsten Leidens; das ist meine schmerzlichste Wunde. Ich habe, im Glauben an einen unfehlbaren, günstigen Ausgang, Porthos in meine Verschwörung mit hineingezogen. Er ist in die Sache, wie er dies bekanntlich tut, mit allen seinen Kräften eingegangen, ohne etwas zu wissen, und heute ist er so gut mit mir gefährdet, als er wie ich verloren ist.« »Mein Gott!« rief Athos. Und er wandte sich gegen Porthos um, der ihnen freundlich zulächelte. »Ich muß Euch Alles verständlich machen. Höret mich an,« fuhr Aramis fort. Und er erzählte die uns bekannte Geschichte. Athos fühlte wiederholt, während der Erzählung, seine Stirne sich mit Schweiß befeuchten. »Das ist eine große Idee,« sagte er, »aber es war auch ein großer Fehler.« »Für den ich bestraft bin, Athos.« »Ich würde auch nicht meinen ganzen Gedanken sagen.« »Sagt ihn.« »Das ist ein Verbrechen.« »Ein Hauptverbrechen, ich weiß es, ein Verbrechen der Majestätsbeleidigung.« »Porthos! armer Porthos!« »Was soll ich machen? das Gelingen war, wie ich Euch gesagt habe, gewiß.« »Herr Fouquet ist ein redlicher Mann.« »Und ich bin ein Dummkopf, daß ich ihn so schlecht beurteilt habe,« sagte Aramis. »Oh! Weisheit der Menschen, ungeheurer Mühlstein, der eine Welt zermalmt, und eines Tags durch das Sandkorn ausgehalten wird, das, man weiß nicht wie, in sein Räderwerk fällt!« »Sagt durch einen Diamant, Aramis. Doch das Übel ist geschehen. Was gedenkt Ihr zu tun?« »Ich nehme Porthos mit mir. Nie wird der König glauben wollen, der würdige Mann habe unschuldig gehandelt; nie wird er glauben wollen, Porthos sei handelnd, wie er dies getan, der Meinung gewesen, er diene dem König. Sein Kopf würde für meinen Fehler bezahlen, und das will ich nicht.« »Wohin nehmt Ihr ihn mit?« »Vorerst nach Belle-Isle. Das ist ein uneinnehmbarer Zufluchtsort. Dann habe ich das Meer und ein Schiff zur Überfahrt, entweder nach England, wo ich viele Verbindungen habe …« »Ihr in England?« »Ja, oder nach Spanien, wo ich noch mehr habe.« »Wenn Ihr Porthos in die Verbannung führt, richtet Ihr ihn zu Grunde, denn der König wird seine Güter konfiszieren.« »Es ist für Alles vorhergesehen. Einmal in Spanien, vermag ich mich mit Ludwig XIV. auszusöhnen und Porthos wieder in Gnade zu bringen.« »Ihr habt Credit, wie ich sehe, Aramis,« sagte Athos mit einer diskreten Miene. »Viel, und er steht meinen Freunden zu Dienst, Freund Athos.« Diese Worte wurden von einem aufrichtigen Händedruck begleitet. »Ich danke Euch,« sprach der Graf. »Weil wir einmal hierbei sind… Ihr seid auch ein Unzufriedener,« sagte Aramis, »Ihr auch, Raoul auch, Ihr habt Beschwerden gegen den König. Ahmt unser Beispiel nach. Kommt nach Belle-Isle, dann werden wir sehen. Ich garantire Euch bei meiner Ehre, daß in einem Monat der Krieg zwischen Frankreich und Spanien in Beziehung auf diesen Sohn von Ludwig XIII. ausgebrochen ist, der, auch ein Infant, unmenschlich von Frankreich gefangen gehalten wird. Und da Ludwig XIV. nicht einen Krieg aus diesem Grunde wollen wird, so verbürge ich Euch einen Vergleich, dessen Resultat Porthos und mir die Grandenwürde und Euch, der Ihr schon Grand von Spanien seid, ein Herzogtum in Frankreich geben soll. Wollt Ihr?« »Nein; ich will lieber dem König etwas vorzuwerfen haben; es ist ein meinem Geschlechte natürlicher Stolz, daß es nach einem Vorzug vor den königlichen Geschlechtern trachtet. Thäte ich, was Ihr mir vorschlägt, so würde ich dem König zu Dank verpflichtet; ich würde dabei sicherlich aus dieser Welt gewinnen, aber ich verlöre in meinem Gewissen. Und so danke ich Euch.« »So gebt mir zwei Dinge Athos: Eure Absolution.« »Oh! ich gebe sie Euch, wenn Ihr wirklich den Schwachen und den Unterdrückten an dem Unterdrücker rächen wolltet.« »Das genügt mir,« erwiderte Aramis mit einer Röte, die sich in der Nacht verlor. »Und nun gebt mir Eure zwei besten Pferde, daß ich die zweite Post erreichen kann, da man mir solche unter dem Vorwand einer Reise verweigerte, welche Herr von Beaufort in dieser Gegend machen soll.« »Ihr sollt meine besten Pferde bekommen, Aramis, und ich empfehle Euch Porthos.« »Oh! seid unbesorgt. Noch ein Wort: Findet Ihr, daß ich für ihn zu Werke gehe, wie es sich geziemt?« »Da das Übel einmal geschehen ist, ja, denn der König würde ihm nicht vergeben, und dann habt Ihr immer, was er auch sagen mag, eine Stütze in Herrn Fouquet, welcher Euch nicht verlassen wird, da er trotz seines heldenmütigen Zuges sehr compromittiert ist.« »Ihr habt Recht. Darum bleibe ich, statt sogleich aus die See zu gehen, wodurch ich meine Furcht erklären und mich als schuldig bekennen würde, auf dem französischen Boden. Doch Belle-Isle wird für mich der Boden sein, wie ich ihn gerade haben will, der englische, der spanische oder der römische; das Ganze besteht für mich in der Flagge, die ich aufstecken werde.« »Wieso?« »Ich habe Belle-Isle befestigt, und Niemand wird Belle-Isle nehmen, wenn ich es verteidige. Und dann ist, wie Ihr so eben gesagt habt, Herr Fouquet da. Man wird Belle-Isle nicht ohne die Unterschrift von Herr Fouquet angreifen.« »Das ist richtig, nichtsdestoweniger seid vorsichtig. Der König ist schlau und er ist stark.« Aramis lächelte. »Ich empfehle Euch Porthos,« wiederholte der Graf mit einer Art von kalten Dringlichkeit. »Graf,« erwiderte Aramis mit demselben Tone, »was aus mir werden wird, das wird auch aus unserem Bruder Porthos werden.« Athos verbeugte sich, drückte Aramis die Hand, und umarmte dann Porthos voll Innigkeit. »Nicht wahr, ich bin glücklich geboren?« sagte dieser entzückt, während er sich in seinen Mantel hüllte. »Kommt, mein Liebster,« rief Aramis. Raoul war vorangegangen, um Befehle zu geben und die Pferde satteln zu lassen. Schon hatte sich die Gruppe geteilt. Athos sah seine zwei Freunde auf dem Punkte, wegzureiten-; etwas wie ein Nebel zog vor seinen Augen vorüber und lastete aus seinem Herzen. »Es ist seltsam,« dachte er. »Woher kommt es, daß ich so große Lust habe, Porthos noch einmal zu umarmen?« Porthos hatte sich gerade umgedreht, und er kam mit offenen Armen auf seinen alten Freund zu. Dieses letzte Umfangen war zärtlich, wie in der Jugend, wie in den Zeiten, wo das Herz warm und das Leben glücklich. Porthos stieg zu Pferde. Aramis kam auch zurück, um seine Arme noch einmal um den Hals von Athos zu schlingen. Dieser Letztere sah sie aus der Landstraße sich im Schalten mit ihren weißen Mänteln verlängern. Zwei Gespenstern ähnlich wuchsen sie sich von der Erde entfernend, und sie verloren sich nicht im Nebel, nicht aus dem Abhange des Bodens. Am Ende der Perspective schienen sie sich Beide mit dem Fuße einen Schwung gegeben zu haben, der sie verdunstet in den Wolken verschwinden machte. Da kehrte Athos mit gepreßtem Herzen nach seinem Hause zurück, und sprach zu Bragelonne: »Raoul, irgend Etwas sagt mir, ich habe diese zwei Männer zum letzten Male gesehen.« »Es wundert mich nicht, daß Ihr das denkt, mein Herr,« erwiderte der junge Mann, »denn ich habe in diesem Augenblick auch den Gedanken, daß ich die Herren du Vallon und d'Herblay nie mehr sehen werde.« »Oh! Ihr,« versetzte der Gras, »Ihr sprecht wie ein aus einer andern Ursache betrübter Mensch; Ihr seht Alles schwarz; doch Ihr seid jung, und wenn es Euch begegnet, daß Ihr diese zwei alten Freunde nicht mehr seht, so werden sie nicht mehr aus der Welt sein, aus der Ihr noch viele Jahre zuzubringen habt. Aber ich..« Raoul schüttelte sanft den Kopf und lehnte sich aus die Schulter des Grafen, ohne daß der eine oder der andere von ihnen mehr ein Wort in ihrem, zum Überströmmen vollen Herzen fand. Plötzlich erregte ein Lärm...



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