Duffey / Myers | Fürchtet euch nicht | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Duffey / Myers Fürchtet euch nicht

Ein Weihnachtsfest verändert das Leben von 14 Menschen.
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96122-444-9
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Weihnachtsfest verändert das Leben von 14 Menschen.

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-96122-444-9
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In der Kirche von Pastor Jeremy Higgins stehen Renovierungsarbeiten an. Beim Ausräumen der Abstellkammer begegnen ihm alte Bekannte: die lebensgroßen Krippenfiguren, die alle Jahre wieder den Rasen vor dem Gotteshaus zieren. Doch wohin mit den Figuren während der Renovierung? Als sich schließlich einige Gemeindemitglieder bereit erklären, die Figuren in ihrem Zuhause zu beherbergen, ahnen sie nicht, dass ihre besonderen Gäste sie auf völlig neue Weise mit der Weihnachtsbotschaft in Berührung bringen werden ... Eine ganz besondere Weihnachtserzählung, die zu Herzen geht.

Laurie Myers und Betsy Duffey sind Schwestern, die gemeinsam schon mehrere Bücher geschrieben haben. Besonders ihre Kinderbücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Ihr erster gemeinsamer Roman 'Das Lied des Hirten' wurde zum Bestseller.
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Kapitel 1

Die Geburt Jesu

Elisabeth war im sechsten Monat schwanger, als Gott den Engel Gabriel nach Nazareth schickte, einer Stadt in Galiläa. Dort sollte er eine junge Frau namens Maria aufsuchen. Sie war noch unberührt und mit Josef, einem Nachkommen von König David, verlobt.

Lukas 1,26 – 27

Pastor Jeremy Higgins stand in der Kirche vor dem Lagerraum und starrte die Tür an. Alles in ihm sträubte sich hineinzugehen. Um diesen Augenblick hinauszuzögern, hatte er schon zwei Tassen starken Kaffee getrunken und drei Himbeerscones verputzt. Danach hatte er sich in die Morgenzeitung vertieft und seine E-Mails beantwortet. Doch jetzt war der Augenblick gekommen. Er konnte sich nicht länger davor drücken.

„Früher oder später musst du einen Anfang finden“, sagte Holly, seine Sekretärin und seit Neustem auch seine Verlobte. Die Hände in die Hüfte gestemmt, blickte sie ihn streng an, was sie in seinen Augen nur noch hinreißender machte.

Krampfhaft überlegte er, welche anderen dringenden Probleme seine Aufmerksamkeit fordern könnten, aber leider fiel ihm nichts ein.

Pastor Higgins war eigentlich keiner, der vor schwierigen Aufgaben zurückscheute. Wenn er mit einem Gemeindemitglied ein ernstes Gespräch zu führen hatte, nahm er dies ohne zu zögern in Angriff. Wenn er an das Bett eines Sterbenden gerufen wurde, machte er sich sofort auf den Weg.

„Ich weiß“, sagte er, rührte sich aber nicht.

Warum nur empfand er einen so großen Widerwillen gegen diese Aufgabe? Warum schloss er nicht einfach die Tür auf, krempelte die Ärmel hoch und machte sich an die Arbeit?

Holly verschränkte die Arme vor der Brust. „Danny Cappers hat eben angerufen. Seine Leute fangen heute Nachmittag an. Bis dahin muss der Raum leer sein.“

„Leer?“, fragte er.

„Ja, leer“, erwiderte sie. „Dieser Lagerraum muss gänzlich ausgeräumt sein.“ Sie fuchtelte mit den Armen wie ein Verkehrspolizist.

„Gänzlich ausgeräumt“, wiederholte er.

Sie wollten den Gottesdienstraum erweitern und brauchten dazu einen der kleinen Gruppenräume und eben diesen Lagerraum. Der Gruppenraum war kein Problem gewesen. Die Stühle hatten sie auf die anderen Räume verteilt – und fertig. Aber der Lagerraum, das war etwas anderes.

Ohne Holly schaffte er das nicht. Holly war wundervoll. Sie wusste genau, was sie sagen musste, wann sie sanft auf ihn eingehen und wann sie den direkten und offenen Ansatz wählen musste. Jetzt brauchte er die direkte und offene Ansprache, und genau das tat sie.

Jeremy griff in seine Tasche und holte den Schlüsselbund heraus.

Während er nach dem richtigen Schlüssel suchte, sagte er: „Die Gemeinde wächst und platzt aus allen Nähten. Die Erweiterung ist dringend nötig.“

Das wussten sie beide natürlich, aber es half, es noch einmal laut auszusprechen.

„Und es ist gut, dass wir die Möglichkeit haben, mehr Raum zu schaffen. Schließlich wollen wir unser Gebäude bestmöglich nutzen“, fuhr er fort.

„Ja“, stimmte Holly ihm zu. „Unsere Kapazitäten sind ausgeschöpft. Es ist einfach kein Platz mehr für zusätzliche Gäste bei einem Hochzeitsempfang im Gottesdienstraum oder für ein gemeinsames Mittagessen mit den Gemeindemitgliedern.“ Sie stieß ihn in die Seite. „Und die Tanzfläche ist auch viel zu klein.“

Er lächelte.

Das war natürlich ein Argument. Die Tanzfläche musste groß genug sein. Er und Holly tanzten für ihr Leben gern. Und nachdem sie nun offiziell verlobt waren, hoffte er auf viele Gelegenheiten für dieses Vergnügen.

Seine romantischen Gefühle für Holly waren bei einer Hochzeit aufgeflammt. Seit fünfundzwanzig Jahren war sie seine Sekretärin. Sie hatte ihn in den schwierigen Jahren, als seine Frau so krank gewesen und schließlich gestorben war, begleitet. Sie war während der Jahre der Trauer an seiner Seite gewesen. Und dann war der Moment gekommen, als er sie auf der Tanzfläche angeschaut und plötzlich mit ganz neuen Augen gesehen hatte.

Jeremy fasste Holly um die Taille und tanzte mit ihr ein paar Schritte durch den Flur. Sein Projekt war für den Augenblick in den Hintergrund getreten. Sie strahlte ihn an, und er lächelte zurück. Nach dem Tod seiner Frau war er nicht davon ausgegangen, dass er sich noch einmal verlieben würde.

Noch ein letztes Mal wirbelte er Holly herum und ließ sie schließlich los.

„Wieder an die Arbeit!“, sagte sie lächelnd. Er konnte sich wirklich glücklich schätzen.

Entschlossen nahm er den Schlüsselbund zur Hand, suchte den passenden Schlüssel und steckte ihn ins Schloss.

Da er nun endlich in die Gänge gekommen war, kehrte Holly ins Büro zurück.

„Alles kannst du durch Christus, der dir Kraft und Stärke gibt“, rief sie über die Schulter zurück, als sie um die Ecke bog.

Und Kraft würde er definitiv brauchen. Seit Jahren räumten die Gemeindemitglieder alles, was sie nicht mehr brauchten, in diesen Lagerraum. Wann immer die Frage aufkam, wo man etwas abstellen könnte, wovon man sich nicht trennen konnte oder wenn der Mut fehlte, es wegzuwerfen, war die Antwort die gleiche: „Stell es doch in den Lagerraum.“

Und was das Schlimmste war: Jeremy hatte es genauso gemacht wie alle anderen. Als die Gemeinde neue Abendmahlskelche bekommen hatte, war er gebeten worden, die alten zu entsorgen. Er hatte gezögert, sich an die vielen besonderen Abendmahlsgottesdienste mit genau diesen Kelchen erinnert und daran, dass seine Frau aus einem dieser Kelche ihr letztes Abendmahl empfangen hatte. Schließlich hatte er gesagt, was auch alle anderen immer sagten: „Wir stellen sie erst mal in den Lagerraum.“

Als die Vorhänge im Pfarrhaus erneuert worden waren, hatte er einen liebevollen Blick auf die alten geworfen. Eigentlich hätte er sie an das Sozialkaufhaus geben sollen, aber er musste an die Frauen im Frauenkreis denken, die diese Vorhänge genäht hatten, und er konnte sich einfach nicht davon trennen. Schließlich war doch noch Platz im Lagerraum, und genau dort waren sie am Ende gelandet.

Sogar die längst nicht mehr aktuellen Gemeindeblätter lagen noch auf den kaputten Stühlen an der Wand. Er konnte sich einfach nicht davon trennen.

Noch immer stand Jeremy vor der Tür zum Lagerraum und scheute sich, den Schlüssel umzudrehen und sich dem zu stellen, was sich hinter der Tür verbarg. In der Kirche gab es keinen weiteren Lagerraum. Diese ganzen Sachen einfach woanders unterzubringen, war also nicht möglich. Im Gemeindehaus war ebenfalls kein Platz. Schwierige Entscheidungen standen ihm bevor. Bei dem Gedanken, einige Sachen wegwerfen zu müssen, lief Jeremy ein kalter Schauer über den Rücken. Er brachte es einfach nicht übers Herz, Dinge wegzuwerfen, die zur Ehre Gottes erschaffen worden waren.

Gestern hatte Holly schon mal zwei Kisten mit alten Vorhängen und einem Sammelsurium von Geschirr weggebracht.

„Ich bringe das in das Sozialkaufhaus“, hatte sie gesagt und die Kisten nach draußen getragen, während er zurückgeblieben war und ihr wehmütig hinterhergeschaut hatte.

„Aber das sind doch die Vorhänge aus dem Pfarrhaus“, hatte er kläglich eingewandt.

„Die sind zwanzig Jahre alt!“, hatte sie erwidert.

Leider waren es nicht nur Sachen, die der Gemeinde gehörten, die er nicht wegwerfen konnte. Auch von den Dingen aus seinem Haushalt konnte er sich nicht trennen, so nutzlos und alt sie auch sein mochten. Ganz besonders nach dem Tod seiner Frau. Er war nicht unbedingt ein Hamsterer, aber er neigte dazu alles aufzuheben.

Da waren zum Beispiel die alten Zeitschriften. Man konnte Klassiker doch nicht einfach wegwerfen. Geschweige denn die Erinnerungsstücke an seine Kinder! Sein Dachboden quoll über vor Plastikbehältern voller Trophäen, Puppen, Spielzeug und alten Sportshirts. All das hatte eine Bedeutung für ihn. Wenn er diese Sachen wegwerfen würde, wäre es, als würde er seine Erinnerungen wegwerfen.

Ein entsetzlicher Gedanke durchzuckte ihn. Natürlich hatte auch Holly einen Haushalt. Neigte sie vielleicht ebenfalls dazu, alles zu horten? War ihr Dachboden etwa auch so vollgestopft mit Erinnerungsstücken? Du liebe Güte! Auf diese so wichtige Frage hatte er schlicht keine Antwort.

Sie hatten einen mehrwöchigen Ehevorbereitungskurs besucht und bei diesen Gesprächen die unterschiedlichsten Themen angesprochen, gegenseitig ihre Persönlichkeiten eingeschätzt und miteinander verglichen. Sie passten gut zueinander – in einigen Bereichen besser als in anderen. Organisation war definitiv sein Schwachpunkt, aber ihre Stärke. Er war introvertiert und gern auch mal allein, sie war extrovertiert und liebte Menschen und Feste.

Sie hatten über vieles gesprochen, aber nicht über … diesen Punkt. Wenn sie genauso viel Kram besaß wie er, dann hatten sie ein Problem. Jeremy nahm sich fest vor, sie danach zu fragen.

Würde Holly seine Sachen in Kisten packen und ebenfalls ins Sozialkaufhaus bringen? Oder schlimmer noch … Er stellte sich vor, wie die Kisten mit seinen Erinnerungen in den Müll wanderten.

„Sei ein Mann“, ermahnte er sich, drehte den Schlüssel im Schloss und stieß die Tür auf.

Das Licht aus dem Flur fiel auf ein großes Durcheinander von Gegenständen, die von einer dicken Staubschicht überzogen waren. Jeremy schaltete das Licht ein, doch das Grau blieb. Langsam gewöhnten sich seine Augen an die Helligkeit und er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Es sah übel aus, aber der Staub war in gewisser Weise sogar hilfreich. Diese...


Myers, Laurie
Laurie Myers und Betsy Duffey sind Schwestern, die gemeinsam schon mehrere Bücher geschrieben haben. Besonders ihre Kinderbücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Ihr erster gemeinsamer Roman „Das Lied des Hirten“ wurde zum Bestseller.

Duffey, Betsy
Laurie Myers und Betsy Duffey sind Schwestern, die gemeinsam schon mehrere Bücher geschrieben haben. Besonders ihre Kinderbücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Ihr erster gemeinsamer Roman „Das Lied des Hirten“ wurde zum Bestseller.

Laurie Myers und Betsy Duffey sind Schwestern, die gemeinsam schon mehrere Bücher geschrieben haben. Besonders ihre Kinderbücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Ihr erster gemeinsamer Roman "Das Lied des Hirten" wurde zum Bestseller.

Laurie Myers und Betsy Duffey sind Schwestern, die gemeinsam schon mehrere Bücher geschrieben haben. Besonders ihre Kinderbücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Ihr erster gemeinsamer Roman "Das Lied des Hirten" wurde zum Bestseller.



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