Droonberg | Alaska-Gold | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 317 Seiten

Droonberg Alaska-Gold

Roman
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7309-1872-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 317 Seiten

ISBN: 978-3-7309-1872-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Dieser Roman berichtet aus der Zeit der großen Goldfunde in Kanada und Alaska. Er ist die unmittelbare und sich abgeschlossene Fortsetzung von 'Die Goldgräber am Klondike' mit vielen neuen Abenteuern der altbekannten liebgewonnen Figuren. Coverbild: © lem/Shutterstock.com

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Die Goldstadt an der Klondike-Mündung
  Die Rauchschleppe des letzten diesjährigen Dampfers von Dawson City nach dem Süden war am westlichen Horizonte verschwunden. Aufgesogen von dem grauen Dunst, der dort auf den breiten Wassern des Yukon lag und die Horizontlinie völlig verwischte. Herbert Escher, der, fast ohne es zu wissen, dem Dampfer nachblickte, auch nachdem dieser schon längst seinem Gesichtskreise entschwunden war, kehrte endlich der Landungsbrücke den Rücken und wandte sich der Stadt zu. Die Stadt, die in weniger als einem Jahre aus ein paar Dutzend armseliger Blockhäuser in das Leben einer Goldsucherstadt gesprungen war, das jetzt in ihren Straßen und noch mehr in ihren Vergnügungsstätten pulste. Jetzt war sie abgeschnitten von der Außenwelt, diese Stadt an der Mündung des Klondike in den Yukon, abgeschnitten für acht lange Monate. Nur die Flussboote, die den Verkehr zwischen den zahlreichen an den Ufern des mächtigen Stromes emporgeschossenen Ortschaften und Landungsstellen für die Wege nach den Goldfeldern im Innern vermittelten, würden ihren Dienst noch versehen, bis der Winter, der fürchterliche Winter dieses Nordlandes, seine meterdicke Eisdecke auf den Strom legte. Nach der Außenwelt zu gelangen war von jetzt ab keine Möglichkeit mehr, denn bevor ein Schiff nach der langen Stromreise den an der Mündung des Yukon gelegenen Seehafen St. Michaels erreichte, würde die Navigation im Beringmeer durch ungeheure Felder von Packeis gesperrt sein. Escher musste ein unbehagliches Gefühl niederkämpfen, als er jetzt langsam an dem Flussufer entlang schritt und die lärmenden Szenen des tollsten Lebens und Treibens vor sich sah, die die Ankunft von Tausenden goldhungriger Cheechakos tagtäglich hier immer wieder neu gestaltete. Er wollte sich nicht eingestehen, dass er sich plötzlich elend einsam fühlte, ohne seine Freunde, die das Schiff dort, dem er so lange nachgeschaut, jetzt nach dem Süden trug. Davy Evans, der König des Klondike-Distrikts, der aber schon längst, das heißt seit Monaten, kein Alleinherrscher mehr hier gewesen war. Andere Könige waren ihm entstanden, niemand wusste wie oder kümmerte sich darum. Man rannte nur immer gegen ihre Macht an bei allem, was man zu unternehmen im Begriff stand. Sie waren auch meist nicht mehr Einzelpersonen, denn das Vermögen des Einzelnen reichte dazu schon nicht mehr aus. Es waren Gesellschaften mit unbeschränktem Kapital, gestützt von Finanzleuten an den Börsen von New York, Chicago und London, die ihre Hand auf alles legten, das namhafte Gewinne versprach. Aber er hatte Evans ja auch gar nicht als König, sondern als Menschen geachtet. Als das Vorbild des energischen, zielbewussten, willensstarken Mannes. Diese Eigenschaften galten ihm als zu erstrebenswert für seinen eigenen bei seiner Jugend doch noch zu wenig ausgereiften Charakter, um sie bei dem anderen nicht zu schätzen. Freilich ohne die Rücksichtslosigkeit, die der Amerikaner damit verband. Aber warum denn nicht ehrlich sein gegen sich selbst. Davy Evans mochte ihm Vorbild sein für seine weitere Entwicklung, aber es war doch nicht das Scheiden von ihm, das jetzt dieses niederträchtig wehe Gefühl in ihm erzeugte. Das galt allein dem Mädchen, das zugleich mit Evans und seiner jungen Frau von ihm gegangen war, Eileen Malony. Er hätte es ja verhindern können. Vielen wäre es als ein beneidenswerter Glücksfall erschienen, der Mann einer reichen Frau zu werden. Aber zu diesen gehörte er eben nicht. Er wollte sich selbst zum Manne machen. Das verlangte sein Stolz. Und auch Eileen, selbst wenn ihr das niemals klar zum Bewusstsein kam, würde in ihrem tiefsten Innern, als Frau, doch nur einen Mann achten können, der sich selbst zu einem solchen gemacht. Nachdem er sich so seinen Entschluss gewissermaßen in Gedanken noch einmal bestätigt hatte, schenkte er den Dingen um sich her wieder volle Aufmerksamkeit. Die Stadt bestand in der Hauptsache nur aus einer am Stromufer entlanglaufenden Straße, und diese war dicht mit Menschen gefüllt. Sie lehnten in den Zugängen oder auch Ladentüren der seltsamsten und verschiedensten Bauwerke, die man wohl jemals in einer Straße vereinigt gesehen hat, oder drängten sich gegenseitig von den erhöhten Seitenstegen aus Holzplanken hinunter in den aufgeweichten Lehmboden. Ein großes Zelt an der Ecke einer kurzen Querstraße diente als Minenbörse, ein großer Schuppen als Tanzhalle. Kleine Blockhäuser lehnten sich dreist und unbekümmert an stattliche, dreistöckige Hotels. Hinter der Hauptstraße lag das Rote-Licht-Viertel und hinter diesem wieder ein großer moskitoverseuchter Sumpf. Die Menschenmenge in den Straßen zeigte dasselbe bunte Durcheinander, dieselbe Verschiedenheit. Die meisten von ihnen waren große bärtige Männer. Hier das volle, rote Gesicht eines Salonbesitzers unter ihnen, dort das hagere, aschgraue und verlebte eines Spielhalters. Das Spiel war verboten, ebenso wie das Waffentragen, aber niemand kümmerte sich um das Verbot. Auch Frauen waren zu sehen. Selbstbewusst, dreist, rauschend in seidenen Gewändern und eine Wolke von Patschuli- oder Moschusduft um sich verbreitend. Die flache Strecke am Ufer und die Anhöhen drüben auf der anderen Seite des Yukon an den beiden Ufern des Klondike waren wie ein Heerlager mit Zelten besetzt. Wer sich eilig zwischen ihnen hindurchwinden wollte, geriet immer in Gefahr, über ausgespannte Leinen und Pflöcke zu stürzen. Jede nachkommende Gruppe von Abenteurern musste ihre Zelte immer weiter draußen aufschlagen. Und jede Stunde brachte neue von ihnen. Am Ufer lagen die Boote fünf Reihen tief in der lebhaften Strömung. Scows, die großen Lastboote, waren auf den Ufersand gezogen und dienten den Eigentümern als Wohnung. Tausend Öfen verbreiteten den Geruch von Bohnen und Speck. Überall Leben, Bewegung, Flüche, Gelächter. Eben legte wieder ein Boot mit Neuankömmlingen ganz in Eschers Nähe an. Zwei junge Leute, die anscheinend müßig hier herumlungerten, traten an sie heran. „Well, Boys, wie sieht’s mit dem Gold hier aus?“, fragte einer der Neuangekommenen, indem er ans Ufer sprang. Mit einem Ausdruck geringschätzigen Mitleids und nachdem er einen Strahl braunen Tabaksaftes zielgerecht auf eine kleine, eilig über den Sand kriechende Krabbe gespritzt hatte, entgegnete der eine von ihnen: „Ihr Cheechakos tut am besten, gleich wieder nach Hause zu gehen. Es gibt hier keinen Fußbreit Boden mehr zu belegen. Schon seit Monaten nicht mehr. Was noch übrig ist, ist alles Sumpf. Und wenn ihr etwa denkt, Arbeit zu finden – well, hier sind zehn Mann für jeden Handgriff. Die ganze Sache ist verdammter Schwindel.“ Der Mann hatte nicht so ganz unrecht. Und doch waren der Strom und die Seen, die seinen Oberlauf bildeten, noch für Hunderte von Meilen mit den Booten weiterer Tausende von Neuankömmlingen bedeckt. Und hinter ihnen quälten sich Tausende und aber Tausende andere durch Sümpfe und Moräste, gefoltert bis zum Wahnsinn von Moskitoschwärmen, keuchend und schwankend unter der Last ihrer Ausrüstung, aber unbesiegbar in ihrer Zuversicht und ihrer Entschlossenheit, das Goldland zu erreichen, koste es, was es wolle. Erklommen Pässe und trieben auf Flößen und in roh zusammengezimmerten Booten durch Stromschnellen, versanken in ihren Strudeln und verrotteten im Schlamme der Sümpfe. Aber die Überlebenden drangen vorwärts, unaufhaltsam und mit ungebrochenem Mut, denn dort am Klondike und am Yukon lag das Gold. Mochte das Land die Schwachen morden, wer fragte danach? Es war nur das Land der Starken. Nur die Starken konnten mit ihm kämpfen und Sieger bleiben in diesem Kampfe. Escher hielt sich nicht auf, um zu sehen, ob die eben Neuangekommenen den Rat befolgten. Er wusste, dass das nicht geschehen würde. Noch nicht. Vielleicht in einigen Tagen. Viele taten es nach einigen Tagen. Taten es, nachdem sie Körper und Geist ermüdet und abgestumpft hatten in immerwährenden Auf- und Abwandern durch die meilenlange Straße mit ihrem fiebernden Leben, ihrem Gekreisch von Grammofonen, dem grellen Rhythmus bachanaler Tanzweisen, die aus den großen Hallen herausschmetterten – und nachdem sie einen tieferen Einblick in die Dinge gewonnen hatten. Und es waren keineswegs nur die Feigen und Verzagten, die es taten. Viele hatten willig die übermenschlichen Strapazen auf der langen Reise über den Chilcoot-Pass ertragen und wären bereit gewesen, weitere übermenschliche Strapazen auf sich zu nehmen, um das Gold zu finden, das hier lag. Aber sie erkannten, dass sie hier gegen eine Steinmauer gerannt waren. Aller Grund und Boden, der etwas wert war, befand sich längst in festem Besitz, und was man ihnen bot, war nur harte Arbeit, die härteste Arbeit, die sich nur erdenken ließ, für kargen Lohn. Dabei war das Land ganz in den Händen korrupter Beamten, die ihre Stellung nur durch politischen ‚Pull‘ erhalten hatten und als nichts anderes als eine günstige Gelegenheit zu schneller Bereicherung ansahen. Das Stimmrecht für alle öffentlichen Angelegenheiten wurde nur an Günstlinge und Helfershelfer gegeben, die es nach erhaltener Weisung ausführten. Schank- und Spielkonzessionen wurden verhandelt. Niemand konnte sein...



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