Drake | Rache ist süß, Liebe ist süßer | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Drake Rache ist süß, Liebe ist süßer


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2226-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-2226-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Rache ist süß: Als Mike wegen neunzehn unbezahlter Strafzettel in ihrem Gerichtssaal erscheint, fackelt Lilly nicht lange - Gefängnis! Sie hat ihm nie verziehen, dass er fast ihre juristische Karriere zerstört hätte. Aber sie hat auch nicht vergessen, wie heiß sie ineinander verliebt waren ...



Diane, eine relative neue Erscheinung im Liebesromanbetrieb, ist am meisten für ihre Sachliteratur unter dem Namen JJ Despain bekannt. Sie hat mehr als sieben Sachbücher geschrieben, und ihre Magazin Artikel erschienen in zahlreichen Zeitschriften. Zusätzlich zu ihrer Schreibtätigkeit, unterrichtet Dianne jedes Jahr in dutzenden von Schreibkursen. Dianne`s offizieller Bildungshintergrund besteht aus klassischer Musik und Krankenpflege. Beides mit einem Collegeabschluss. Ihre erste Karrierestation war Bassistin in einem Symphonieorchester. Ihre zweite Station war Krankenpflegerin und Anästhesistin. Eine Verletzung machte sie leider dauerhaft Arbeitsunfähig auf diesem Gebiet. Ihr Hobby und ihre Leidenschaft sind Antiquitäten. Sie sammelt antike europäische Öllampen, altmodische amerikanische Küchenutensilien und Broschen aus aller Welt aus dem Zeitraum 1600 - 1900. Neben ihrer Leidenschaft für Antquitäten hat Dianne ein großes Herz für Tiere. All ihre sechs Tiere hat sie aus einem Tierheim zu sich nach Hause geholt. Dianne ist mit Joel verheiratet, und ihre Tochter Jennifer ist College Studentin. Im Jahr 2000 war Dianne die Empfängerin des Daphne du Maurier Award für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet Mystery & Spannung.
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1. KAPITEL

„Oh nein“, stöhnte Lilly lauter, als sie beabsichtigt hatte. Er antwortete wie aus der Pistole geschossen: „Oh ja! Und ich verlange die Verlegung des Verhandlungsortes, Euer Ehren.“

„Eine Verlegung, Mr. Collier? Sie fordern allen Ernstes eine Verlegung?“ Sie kämpfte um die letzten Reste ihrer richterlichen Würde. „Dies ist ein Verkehrsgericht, Sir. Wir machen so etwas nicht.“

„Habe ich nicht das Recht, vor einem unparteiischen Gericht zu stehen?“

„Wollen Sie damit andeuten, Sir, dass mein Gericht nicht unparteiisch ist?“

Mike Collier trat von dem Holzgeländer zurück, das die Spuren von fünfzig Jahren aufwies. Aber er trat nicht über die gelbe Linie auf dem Fußboden – ein Klebeband, das die ehrenwerte Richterin Lilly Malloy von den Menschen im Gerichtssaal trennte. Über ihrem Kopf hing ein großes Schild, auf dem stand: Wenn Sie die gelbe Linie übertreten, riskieren Sie Geldstrafe oder Haft.

„Ich will damit andeuten, Euer Ehren, dass ich unter den gegebenen Umständen nicht glaube, dass Sie die richtige Richterin für mich sind.“

„Mr. Collier, in Ihrem Fall handelt es sich schlicht und ergreifend um neunzehn Verwarnungen wegen Falschparkens, die Sie nicht bezahlt haben. Meine unparteiische Entscheidung sieht vor, dass Sie fünfzig Dollar pro Strafzettel zahlen und außerdem noch zweihundert Dollar für die Verfahrenskosten. Ich kann da kein Problem erkennen, zumal Sie Ihre Schuld ja schon eingestanden haben.“ Sie schaute ihn finster an. „Sie haben doch Ihre Schuld zugegeben, oder etwa nicht, Mr. Collier?“

„Sie behaupten, dass es meine Schuld ist, dass der Parkplatz, wo ich seit Jahren legal parke, über Nacht mit einem Verbotschild versehen wurde?“, erwiderte Mike verärgert. „Außerdem glaube ich nicht, dass Sie Ihre persönlichen Gefühle weit genug außer Acht lassen können, um sich wirklich meine Sicht der Dinge anzuhören.“

„Ihre Sicht“, murmelte Lilly kopfschüttelnd. Sie kannte seine Sichtweisen – sie hatte bereits zweimal unter seinen Sichtweisen leiden müssen. „Nun, ich habe auch eine Sichtweise, Mr. Collier. Sie glauben, dass ich keine unvoreingenommene Entscheidung fällen kann. Dass ich mir erlauben würde, meine persönlichen Gefühle über das Gesetz zu stellen.“ Sie lächelte ihn sarkastisch an, über ihren alten, grauen Metallschreibtisch hinweg, der sich tief in den uralten Linoleumboden eingedrückt hatte. Im Gegensatz zu den Richtern oben, die an handgeschnitzten Schreibtischen aus Mahagoni thronten – so wie es sich für Richter gehörte –, saß Lilly auf gleicher Höhe mit den Angeklagten. Ihr Tisch war offenkundig irgendwo anders ausrangiert worden, was gut zu ihrem ausrangierten Gerichtshof in einer feuchten, dunklen Ecke des Rathauskellers passte. „Lassen Sie mich meiner Sichtweise noch etwas hinzufügen. Ihre erste Beleidigung des Gerichts wird nicht geahndet, das ist ein Geschenk an Sie.“ Sie lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. „Aber die Nächste wird Sie etwas kosten, ich denke da an einhundert Dollar pro Beleidigung. Das ist übrigens ganz legal. Klingt fair, nicht wahr?“ Sie blickte zu ihrer Protokollantin Tisha Freeman, eine junge Frau Anfang zwanzig, die ihre Zeit im Gerichtssaal mehr mit Flirten verbrachte, als ihre Aufmerksamkeit aufs Verfahren zu richten. Tisha nickte zustimmend, auch wenn sie nicht wusste, worum es ging. Dann lächelte sie den Motorradtypen mit dem ausgefransten T-Shirt im Zuschauerraum an, der seine Muskeln und Tattoos für sie spielen ließ.

Gib mir Kraft, dachte Lilly und schaute Mike wieder an. „Und wie ist nun Ihre Sichtweise, Mr. Collier? Abgesehen von der Tatsache, dass Sie zugegeben haben, neunzehn Mal in den vergangenen beiden Monaten im Parkverbot gestanden zu haben. Was gibt es anderes zu sagen, als ‚Ich bekenne mich schuldig, Euer Ehren, und zahle.‘“.

„Habe ich hier überhaupt das Recht, mich frei zu äußern?“ Mike Collier sah sich um und schüttelte empört den Kopf.

„Äußern Sie sich unter allen Umständen, Mr. Collier. Ich möchte auf keinen Fall, dass Sie meinen Gerichtssaal verlassen, ohne die Gelegenheit gehabt zu haben, ihre Sicht der Dinge darzulegen, bevor ich mein Urteil fälle und Ihnen hundert Dollar für diese kleine Beleidigung auferlege.“ Lilly senkte den Blick und tat so, als betrachte sie die Akte mit den neunzehn Strafzetteln. Sie kannte die Unterlagen, aber sie wollte ihre Wut nicht zeigen und ihn nicht anschauen. Sie wusste, wie er aussah – kannte jedes Detail seines Körpers, bis hin zu den auf seinen Hintern tätowierten Lippen. Rechte Seite, Mitte! Eine Eskapade unter Alkoholeinfluss am College. Er war auf einer Party ohnmächtig geworden, und seine Kumpel hatten ihn zum nächsten Tattoo-Geschäft getragen. Und dann: Voilà! Große rote Lippen, halb so groß wie ihre Faust. Natürlich konnte sie diesen Eyecatcher minutiös vor ihrem inneren Auge auferstehen lassen – wie jedes weitere Detail an Collier. Und wenn sie eine Vertretung hätte finden können, hätte sie heute liebend gern den Richterstab weitergereicht.

Sie stand dem Verkehrsgericht vorübergehend vor. Dieses vorübergehend war in Wirklichkeit jedoch permanent. Sie hatte nur noch nicht lange genug in Whittier gelebt, um den Job auf Dauer zugesprochen zu bekommen. Aber in einem Jahr würde sie die reguläre Königin des Verkehrsgerichts werden, was sie auch wollte. Niemand mochte diesen Job, niemand hat Lust, ihn zu machen, nur selten verirrten sich Menschen in diese Unterwelt der Jurisprudenz, auch wenn sie der Stadt viel Geld einbrachte.

Geschwindigkeitsüberschreitungen, ordnungswidriges Parken … alle hatten eine Ausrede, warum sie so gehandelt hatten.

„Ich habe das Schild nicht gesehen, Euer Ehren.“

„Ich musste auf die Toilette, Euer Ehren.“

„Dreißig? Ich dachte, es war achtzig, Euer Ehren.“

„Ich habe mein Auto nur zwei Minuten stehen gelassen, Euer Ehren.“

„Ich habe nicht so weit auf dem Bürgersteig geparkt, Euer Ehren.“

Deshalb hatte Lilly den Job bekommen. Niemand wollte sich diese immer gleichen Ausreden anhören. Niedriger Status, wenig Ansehen. Und wahrhaftig der niedrigste Raum im ganzen Gebäude. Aber es war immerhin ihr Status und ihr Ansehen.

Als sie herausgefunden hatte, dass der Mike Collier auf der Verfahrenliste wirklich ihr Mike Collier war – der einzige Mann auf der ganzen Welt, den sie niemals hatte wiedersehen wollen –, hatte sie sich dafür entschieden, es durchzustehen, anstatt sich um einen anderen Richter zu bemühen, den es sowieso nicht gab. Das bedeutete, dass es an ihr lag, Mike zu überführen, wenn er schuldig war – und sie hoffte, dass er es war, oh, wie sie das hoffte –, und ihn dann zu bestrafen. Das war der angenehme Part! Und diesmal stand das Gesetz auf ihrer Seite.

„Wie schon gesagt, die Stadt hat ein Parkverbotsschild direkt vor der Tür meines Büros aufgestellt, Euer Ehren. Und der nächste Parkplatz ist beinahe einen Block weit entfernt – ein öffentlicher Parkplatz, für den man zahlen muss. Als Journalist muss ich oft schnell ins Büro, um meine Storys zu schreiben. So weit weg zu parken ist verdammt unbequem für mich. Ich verschwende viel Zeit. Besonders bei schlechtem Wetter, Regen, Schnee … Ich werde auf keinen Fall zu Fuß gehen. Und dann noch sechzig Dollar für eine Parkerlaubnis, das ist lächerlich, insbesondere da ich bis vor zwei Monaten vor meinem Haus umsonst parken konnte. Dann eröffnete die Cousine des Bürgermeisters einen Blumenladen nebenan. Sie beklagte sich offenbar bei den richtigen Menschen darüber, dass mein Parkplatz die Sicht auf ihr Geschäft versperrt. Meiner Meinung nach handelt es sich um eine Verschwörung, da ich erst vor zwei Wochen einen Kommentar gegen den Bürgermeister geschrieben habe. Ich bin mir sicher, dass das Parkverbot eine Rache dafür ist, dass meine Zeitung seine Kandidatur bei der nächsten Wahl nicht unterstützt.“ Mike atmete tief durch und grinste Lilly an. „Hiermit schließe ich meine Beweisführung, Euer Ehren.“ Er blinzelte.

Blinzelte er wirklich? Lilly war sich nicht sicher. Sie schaute zur Decke auf die gelben Flecken und betete. Lass es nicht wieder losgehen. Aber es war schon passiert. Kleine Stimmen, kleine Gesten, noch mehr kleine Stimmen – alles Dinge, die passierten, wenn Mike in ihrer Nähe war.

Er war so cool, so berechnend, so relaxt. Er bearbeitete sie. Und er machte das brillant! Wie er die Hände in die Hosentaschen steckte, als wenn das hier ein lässiges Treffen von Freunden wäre und kein Gerichtssaal. Ihr Gerichtssaal! Er lächelte, grinste, blinzelte … oder auch nicht. Es irritierte sie. Er irritierte sie, und das einzige Mittel, das ihr dagegen einfiel, war ein Bild von Mike, wie er mit einer Spitzhacke im Steinbruch arbeitete. Das Bild gefiel ihr. Plötzlich trug er kein Hemd mehr und glänzte vor Schweiß – verdammt, als wenn sie diese Ablenkung gebrauchen konnte.

Mike räusperte sich. „Ich habe meine Beweisführung abgeschlossen. Euer Ehren.“

Seine Stimme holte sie aus ihren Träumen zurück in den Gerichtssaal. „Eine Verschwörung, Mr. Collier? Eine Parkkonspiration? Sind Sie sicher, dass Sie diesen speziellen Punkt ins Protokoll übernommen haben wollen? Ich weiß, dass Sie Ihre Karriere damit verbringen, so genannte Konspirationen zu enthüllen, aber das ist selbst für Sie ein wenig melodramatisch, finden Sie nicht?“

„Wegen des Protokolls, Euer Ehren, sollte ich keine Unfairness oder ungerechte Konsequenzen zu erleiden haben. Es liegt doch alles nur daran, dass die Cousine des Bürgermeisters nicht fähig ist, Kunden...



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