Dose / Hahlweg | Ratgeber Schizophrenie | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band Band 10, 89 Seiten

Reihe: Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie

Dose / Hahlweg Ratgeber Schizophrenie

Informationen für Betroffene und Angehörige
1. Auflage 2005
ISBN: 978-3-8409-1805-6
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Informationen für Betroffene und Angehörige

E-Book, Deutsch, Band Band 10, 89 Seiten

Reihe: Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie

ISBN: 978-3-8409-1805-6
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Der Ratgeber wendet sich an Menschen, die an einer schizophrenen Psychose leiden und an deren Angehörige, die sehr oft ebenfalls in hohem Maße von der Störung betroffen sind. Die Erkrankung ist noch immer mit vielen Vorurteilen und Ängsten verbunden, da Symptome, Ursachen und die modernen Behandlungsmöglichkeiten oft nicht bekannt sind. Der Ratgeber leistet Hilfestellung zum besseren Verständnis der Schizophrenie und will den unter Schizophrenie Leidenden und deren Familien Rat, Hilfe und Perspektiven aufzeigen, so dass die Erkrankung so gut wie möglich bewältigt werden kann. Der Ratgeber befasst sich u.a. mit den folgenden Fragen:

Was ist eine schizophrene Psychose? Wie erlebt ein Mensch, der an einer schizophrenen Psychose leidet, seine Erkrankung? Wie erleben die Angehörigen sie? Wie entstehen schizophrene Psychosen? Wie sieht die medikamentöse Behandlung mit Neuroleptika aus? Wie können Nebenwirkungen auf ein Minimum reduziert werden? Welche psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wie kann Rückfällen vorgebeugt werden? Was kann ich als Patient tun, um die Behandlung zu unterstützen? Was kann ich als Angehöriger tun, um die Situation des Patienten zu verbessern?

Die Autoren

Prof. Dr.phil. Kurt Hahlweg ist Professor für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychodiagnostik an der TU Braunschweig.

Prof. Dr. med. Matthias Dose ist Ärztlicher Direktor des BKH Taufkirchen/Vils.
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Weitere Infos & Material


1;Inhaltsverzeichnis;6
2;1 „Schizophrene Psychose“ – was ist das?;8
2.1;1.1 Schizophrenie – woher kommt der Begriff?;9
2.2;1.2 Woher wissen wir, dass ein Mensch an einer Psychose leidet?;12
2.3;1.3 Was sind die charakteristischen Symptome einer schizophrenen Psychose?;13
2.3.1;1.3.1 Positive Symptome: Kennzeichen der akuten Phase;13
2.3.2;1.3.2 Wie erlebt ein Mensch, der an einer schizophrenen Psychose leidet, den Beginn und das akute Stadium?;19
2.3.3;1.3.3 Negative Symptome: Nach Abklingen der Akut-Symptomatik;21
2.4;1.4 Wie ist der zeitliche Verlauf einer schizophrenen Episode?;23
2.5;1.5 Häufigkeit – wer bekommt eine schizophrene Psychose?;25
2.6;1.6 Wie entwickelt sich die Erkrankung weiter?;27
2.7;1.7 Wie wirkt eine schizophrene Psychose auf andere?;28
3;2 Wie entstehen schizophrene Psychosen?;32
3.1;2.1 Sind schizophrene Psychosen eine Erbkrankheit?;32
3.2;2.2 Das „Vulnerabilitäts-Stress-Modell“;33
3.3;2.3 Die Rolle von Neurotransmittern (Botenstoffe im Gehirn);34
3.4;2.4 Was kann die Familie tun?;36
4;3 Behandlung;38
4.1;3.1 Medikamentöse Behandlung mit Neuroleptika;39
4.1.1;3.1.1 Wie wirken Neuroleptika?;39
4.1.2;3.1.2 Welche Neuroleptika gibt es, wie hoch soll ein Neuroleptikum dosiert werden und wie lange soll die Behandlung dauern?;44
4.1.3;3.1.3 Nebenwirkungen und wie sie auf ein Minimum reduziert werden können;51
4.1.4;3.1.4 Häufig gestellte Fragen;63
4.2;3.2 Frühwarnzeichen eines Rückfalls;67
4.3;3.3 Psychotherapeutische Behandlung schizophrener Psychosen;70
4.3.1;3.3.1 Was ist Psychotherapie?;70
4.3.2;3.3.2 Fragen zur Auswahl eines geeigneten Behandlers;71
4.3.3;3.3.3 Verhaltenstherapeutische Behandlung;72
4.4;3.4 Was kann ich als Patient tun, um die Behandlung zu unterstützen?;75
4.5;3.5 Was kann ich als Angehöriger tun, um die Situation des Patienten zu verbessern?;76
4.5.1;3.5.1 Wie komme ich als Angehöriger mit schwierigem Verhalten des Patienten zurecht?;77
4.5.2;3.5.2 Umgang mit Gewalt;78
4.6;3.6 Wann kann eine Zwangseinweisung erfolgen?;79
5;Anhang;82
5.1;Literaturempfehlungen;82
5.2;Web-Adressen;84
5.3;Wichtige Adressen;85
6;Arbeitsblatt;86
7;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0


(S. 37-38)

In den vorangegangenen Kapiteln haben wir über das Wesen schizophrener Psychosen gesprochen. Dabei wurden die Beeinträchtigungen, die diese mit sich bringen und die Ursachen, die für psychotische Erkrankungen angenommen werden, angesprochen. Es scheint so, dass schizophrene Psychosen wahrscheinlich durch eine Störung der biochemischen Funktionen im Gehirn verursacht werden und bei Stress zum Ausbruch kommen.

Schizophrene Psychosen werden wahrscheinlich durch Störungen des Gleichgewichts von Botenstoffen im Gehirn verursacht. Sie können bei Stress zum Ausbruch kommen.

Ziele der Behandlung:
a) Biochemisches Ungleichgewicht der Botenstoffe korrigieren
b) Stress reduzieren

Ein folgerichtiges Konzept für die Behandlung besteht also darin, sowohl das Ungleichgewicht der Botenstoffe zu korrigieren als auch Stress im täglichen Leben zu reduzieren. In den folgenden Kapiteln wird beschrieben, wie Spannungen im alltäglichen Leben verringert und Stress erzeugende Lebensumstände besser bewältigt werden können, z. B. durch psychotherapeutische Behandlungen und soziotherapeutische Maßnahmen. Doch zunächst soll die Behandlung des biochemischen Ungleichgewichts der Botenstoffe im Gehirn besprochen werden, da psychotherapeutische Maßnahmen zwar die medikamentöse Behandlung schizophrener Psychosen wirkungsvoll unterstützen, aber in der Regel nicht ersetzen können.

Medikamente, die zur Behandlung von Patienten mit psychischen Störungen eingesetzt werden, bezeichnet man als „Psychopharmaka".

Psychopharmaka werden sowohl nach ihrer chemischen Beschaffenheit als auch nach ihrem Anwendungsbereich in Gruppen eingeteilt:

1. Neuroleptika zur Behandlung von Psychosen.
2. Antidepressiva zur Behandlung von Depressionen.
3. Phasenprophylaktika zurVorbeugung manisch-depressiver Erkrankungen.
4. Sedativa (Tranquilizer) zur Entspannung und bei Schlafstörungen.
5. Antidementiva zur Behandlung von Demenzen.

3.1 Medikamentöse Behandlung mit Neuroleptika

Medikamente zur Behandlung von Psychosen fanden vor über 50 Jahren Eingang in die psychiatrische Behandlung. Diese Medikamente, die auf Grund ihrer „durchgreifenden" Wirkung auf das Nervensystem Neuroleptika (griech. „die das Nervensystem ergreifen") heißen, haben die Behandlung von schizophrenen Psychosen deutlich verbessert. Betrug z. B. die durchschnittliche stationäre Behandlungsdauer vor 1950 2 bis 3 Jahre, so liegt sie heute bei 2 bis 3 Monaten. Die Neuroleptika sind sehr wirksam, was die Behandlung der positiven Symptome betrifft. Allerdings haben sie unerwünschte Nebenwirkungen, als unangenehmste die sog. extrapyramidalen Nebenwirkungen (abgeleitet von Nervenbahnen, die außerhalb der Pyramidenbahn, also extrapyramidal verlaufen). Hierbei handelt es sich um Muskelverspannungen und unwillkürliche Muskelzuckungen, außerdem kommt es zu einem roboterhaften Gang, Zittern und verringerten Schluckbewegungen.

Man hatte ursprünglich die Bezeichnung „Neuroleptika" gewählt, weil man der Auffassung war, die extrapyramidalen Nebenwirkungen seien unvermeidbar und „typisch", wenn man die Symptome der Psychose wirkungsvoll behandeln wollte. Heute gibt es Medikamente, die in therapeutisch wirksamer Dosis nicht zwangsläufig oder zumindest in geringerem Ausmaß zu extrapyramidalen Nebenwirkungen führen. Man nennt diese Medikamente deshalb auch „atypische" Neuroleptika.


Prof. Dr.phil. Kurt Hahlweg ist Professor für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychodiagnostik an der TU Braunschweig.

Prof. Dr. med. Matthias Dose ist Ärztlicher Direktor des BKH Taufkirchen/Vils.



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