Donald | Tanzt du mit mir in den Morgen? | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2525, 144 Seiten

Reihe: Julia

Donald Tanzt du mit mir in den Morgen?


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0939-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2525, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-0939-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sehnsüchtig steht Rosie am Rand des Ballsaals und sucht Prinz Gerds Blick. Zu gern wäre sie an der Stelle der adligen Schönen, die in seinen Armen übers Parkett schwebt! Als ihr Traummann tatsächlich auf sie zukommt und sie zum Tanz auffordert, kann sie ihr Glück kaum fassen. Sofort knistert es heiß zwischen ihnen, wenig später lädt er sie zu einem romantischen Dinner ein. Und obwohl sie als Bürgerliche nie mehr als eine heimliche Affäre von ihm erwarten kann, lässt sie sich danach zu einer leidenschaftlichen Liebesnacht verführen. Mit ungeahnten Folgen ...



Die Neuseeländerin Robyn Donald ist überzeugt, dass Schreiben und Gärtnern viel gemeinsam haben: Beide Tätigkeiten sind mit Fantasie, Gefühlen, Visionen, viel Arbeit und Rückenschmerzen verbunden - und machen, wenn sie erfolgreich abgeschlossen sind, sehr glücklich. Schon als Kind erzählte Robyn ihren vier jüngeren Schwestern und ihrem Bruder sehr gern haarsträubende Abenteuer aus den Kinderromanen, die sie gerade aus der Bücherei ausgeliehen hatte. Der Drang zu schreiben war so stark, dass sie, nachdem sie Jahre später ihre ersten drei Romances veröffentlicht hatte, ihren Job als Lehrerin kündigte und hauptberuflich Autorin wurde. Mittlerweile hat sie über 55 Romane verfasst, die weltweit eine begeisterte Leserschaft gefunden haben. Eines ihrer Erfolgsrezepte ist sicher das sorgfältige Recherchieren, bevor sie sich schließlich ans Schreiben macht. Trotzdem findet sie immer noch Zeit für ihre beiden erwachsenen Kinder und deren Partner, ihre Enkeltochter, ihre Mutter und ihren Ehemann, der sie über viele Jahre außerordentlich loyal unterstützt hat. Und natürlich kümmert sie sich auch gern um den Familienhund, einen etwas aus der Art geschlagenen Labrador.

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1. KAPITEL

An Prunk und Glamour war dieser Galaball in Carathia kaum zu überbieten. Unauffällig ließ Rosie Matthews den Blick über die erlesene Gästeschar schweifen.

Überall strahlten Blumen in den schönsten Farben gegen den Hintergrund der weißgoldenen Palastwände an, Herren in förmlichen schwarzen Smokings und blütenweißen Abendhemden verströmten Macht und höfischen Rang, und schöne Frauen in kostspieligen Haute-Couture-Roben verliehen dem Saal den Glanz eines Paradelaufstegs der High-Society-Topdesigner.

Goldene Kristalllüster ließen die Diamanten kostbarer Diademe, Ohr- und Halsgeschmeide funkeln und blitzen. Und jede der Damen im Ballsaal erschien Rosie so groß, elegant und von unverkennbar hohem Adel wie Hani Crysander-Gillan, Herzogin von Vamilia und Schwägerin des Kronprinzen Großherzog Gerd, deren dunkles Haar erlesene feurige Diamanten ihres Heimatlandes Moraze krönten.

„Ich beneide dich“, gestand Rosie ihrer Vertrauten leise. „Dies dürfte die einzige Krönung bleiben, an der ich jemals teilnehme. Wenn ich Glück habe, kann ich sie von einem vergoldeten Stuhl verfolgen. So viele Diamanten habe ich noch nie auf einmal gesehen. Und die Roben … Wow!“ Überwältigt seufzte sie. „Hier wird mir so richtig bewusst, nur die arme Verwandte zu sein – und ich bin ja noch nicht einmal mit ihnen verwandt.“

Hani lachte. „Eine seltsame Geschichte. Aber glaube mir, Rosie, du siehst fantastisch aus. Der Honiggoldton deines Haares ist atemberaubend – genau passend zum Ballkleid.“

Unwillkürlich blickte Rosie an sich herab. „Ich hatte das Glück, das Designerteil in einer Secondhandboutique bei mir um die Ecke zu entdecken. Es ist kaum getragen, man sieht ihm nicht an, dass es zehn Jahre alt ist.“

„Ach was. Wen interessiert das? Es sieht toll aus … ein klassisches Modell … wirklich etwas Besonderes.“

Mit ihrer gertenschlanken, biegsamen Figur und den Killerheels, die Rosie fast die letzten Ersparnisse gekostet hatten, wirkte sie größer, als sie war.

Hani lächelte nachsichtig. „Minderwertigkeitskomplexe passen nicht zu dir, Rosie. Was ist mit dir los?“

Mit einer flippigen Handbewegung tat Rosie den Einwand ab. „Mit Selbstzweifeln hat das nichts zu tun. Mir ist nur klar geworden, dass allein der Schmuck hier im Krönungssaal mehr wert sein dürfte als das Bruttosozialprodukt vieler Länder.“

Was sicher glatt untertrieben war. Prinz Gerd Crysander-Gillan, Großherzog und Herrscher von Carathia, dessen Krönung gefeiert wurde, tanzte direkt vor ihren Augen mit der Frau vorbei, die er heiraten wollte. Prinzessin Serina, ein superschlankes atemberaubend schönes Geschöpf, trug das dunkle Haar zu einem kunstvollen Knoten gewunden, der die Diamanten ihres Familiendiadems unwiderstehlich funkeln ließ.

Mit dem Diadem dürfte sie mich und die meisten diamantgeschmückten Damen um Zentimeter überragen“, vermutete Rosie und lächelte Hani kleinlaut zu. „Und da ich weder Glitz noch Glam aufzuweisen habe, dürfte Gerd seine unscheinbare Cousine Rosie gar nicht bemerken.“

Schon gar nicht eine angeheiratete, die ihren Universitätsabschluss in der Tasche hatte und feststellen musste, dass der Arbeitsmarkt leergefegt ist …

Rosie reckte sich unauffällig und ließ den Blick über die tanzende Societywelt im Ballsaal fliegen. Und wie von einem Magnet angezogen, entdeckte sie unter den zahllosen Paaren erneut den fabelhaft aussehenden Herrscher des kleinen Königreiches, der zu seiner Krönung gebeten hatte und der Prinzessin in seinen Armen zulächelte. Nun bog er sich leicht zurück und ließ den Blick durch den Ballsaal schweifen.

Schnell senkte Rosie den Kopf. Natürlich hielt er nicht nach ihr Ausschau – warum auch? Er wollte sich nur vergewissern, dass alles glatt lief. Bei Gerd lief immer alles wie am Schnürchen – etwas anderes gab es für ihn nicht.

Sehnsüchtig beobachtete Rosie ihn aus der Ferne. Jahrelang hatte sie insgeheim gehofft, er würde sich von der glamourösen Prinzessin trennen – die so wunderbar zu ihm passte.

Und hier, in Carathia, sah Rosie ihren Traumprinzen nach all den Jahren zum ersten Mal wieder … und war so verliebt in ihn wie damals – in jenem verzauberten Sommer …

Ich darf mir nichts vormachen, ermahnte sie sich. Na gut, vor drei Jahren, auf der anderen Seite des Globus, war sie Gerd wieder über den Weg gelaufen, obwohl sie sich eigentlich schon immer kannten. In jenem langen, heißen Sommer war für sie alles anders geworden. Doch selbst mit achtzehn war sie scheu gewesen. Gerd war fast zwölf Jahre älter und ihr um Welten voraus. Außerdem hatte Rosie die traurigen Erfahrungen ihrer Mutter vor Augen. Und obwohl ihr jedes Mal die Knie weich wurden, sie buchstäblich fieberte, wenn Gerd sie auch nur anlächelte, hatte sie die Schüchternheit mit forschem Auftreten überspielt.

Und während sie gemeinsam segelten, schwammen und ritten, sich endlos über Gott und die Welt unterhielten, hatte ihre mädchenhafte Schwärmerei für Gerd sich in tiefe Gefühle verwandelt und Hoffnungen geweckt, die sie sich nicht eingestehen wollte. Bis zu der Nacht, ehe Gerd nach Carathia abreiste …

Als er sie geküsst hatte.

Da war sie hoffnungslos entflammt, hatte alle Schüchternheit abgeworfen und sich in einem magischen Strudel der Leidenschaft verloren. Gerd, ihr Märchenprinz, hatte ihren Namen geflüstert, sich von ihr lösen wollen, doch sie hatte sich wie von Zauberkräften beschwingt an ihn geklammert – und dann hatte er sie erneut geküsst, sie an sich gerissen und mit seinen glutvollen Küssen in ein unbekanntes, erregendes Gefühlsuniversum entführt.

Wie lange sie sich so geküsst hatten, hätte Rosie später nicht sagen können. Mit jeder Berührung, jedem Kuss hatte Gerd die Glut weiter entfacht, ihre jungfräulichen Hemmungen weggeküsst. Ekstatisch, schier unersättlich, hatte Rosie sich an seinen kraftvollen Körper gedrängt – bis Gerd sich unvermittelt von ihr losgerissen und rau und fast entsetzt gestöhnt hatte: „Ich muss verrückt geworden sein!“

Berauscht … und schmerzlich ernüchtert … hatte Rosie tief eingeatmet und kein Wort hervorgebracht, nur noch ein eisiges, bitteres Gefühl der Erniedrigung und Zurückweisung verspürt.

Gerd hatte sich gestrafft, war weiter zurückgewichen und hatte ihr erschreckend kühl erklärt: „Rosemary, das hätte ich nicht tun dürfen. Bitte entschuldige. Du musst erst noch erwachsen werden. Widme dich deinen Studien und brich nicht zu viele Herzen.“

Jetzt schaffte Rosie es, ironisch zu lächeln. Das einzige Herz, das gebrochen zurückblieb, war ihres. Zum ersten und einzigen Mal in ihrem Leben hatte sie erfahren, was es bedeutete, einen Mann verzweifelt zu begehren.

Warum war ihr das später nie mehr passiert? Sie hatte genug Männer kennengelernt, die so fabelhaft aussahen wie Gerd, Playboys, denen ihr Ruf als fantastischer Liebhaber vorauseilte, doch in keinen hatte sie sich so verliebt, dass sie ohne ihn nicht leben wollte.

Für sie hatte es immer nur Gerd gegeben …

Gespannt beobachtete Rosie, wie er seiner Partnerin etwas zuflüsterte. Die Prinzessin blickte ihm in die Augen und lächelte. Sie waren füreinander geschaffen, wurde Rosie schmerzlich bewusst. Und fühlte sich wieder so leer und verloren wie in jenem Sommer nach Gerds Abreise.

Er hatte sich nie mehr gemeldet. Was sie über ihn in Erfahrung gebracht hatte, wusste Rosie von seinem Bruder Kelt.

Was immer in jenen verzauberten Wochen geschehen war – das herrliche Miteinander, die unsägliche Nähe – Gerd hatten sie nichts bedeutet.

Ich darf mich nicht verrückt machen, ermahnte Rosie sich. Natürlich hatte Gerd sich nicht gemeldet. Nachdem er Neuseeland verlassen hatte, war sein Leben von diplomatischen Auftritten, königlichen Verpflichtungen und aufregenden Entwicklungen bestimmt gewesen.

Außerdem musste er aufständische Bergstämme befrieden, deren Revolten sich zu einem hässlichen Bürgerkrieg zu entwickeln drohten. Und gleich nach seiner Ankunft in Carathia hatte seine Großmutter, die Großherzogin, ihn zum Thronfolger erhoben.

Kaum hatte Gerd die Unruhen erfolgreich niedergeschlagen, als Prinzessin Ilona einer tödlichen Krankheit erlag, sodass Gerd sich gezwungen sah, früher als vorhergesehen die Regentschaft von Carathia anzutreten. Danach war ein Trauerjahr angeordnet worden.

So hatte Rosie drei Jahre lang von ihren Erinnerungen an den verklärten romantischen Sommer gezehrt.

Und obwohl sie im Laufe der Zeit interessante Männer kennenlernte, hatte sie Gerd nie vergessen können, lebte von den leidenschaftlichen Gefühlen, die er in ihr geweckt hatte.

Angespannt beobachtete Rosie die tanzenden Paare im Krönungssaal, doch immer wieder wanderte ihr Blick magisch zu Gerd und seiner glamourösen Partnerin.

Dann, unvermittelt, bog er den Kopf leicht zurück und blickte über Serinas Schulter direkt zu ihr herüber. Für einen kurzen Moment vermeinte sie in seinen goldtopazfarbenen Augen ein Aufflackern zu erkennen, dann sagte die Schöne in seinen Armen etwas, und er widmete sich wieder ihr.

Rosie schlug das Herz bis zum Hals, bebend wandte sie sich Hani zu und schaffte es, halbwegs locker zu bemerken: „Ein schönes Paar, findest du nicht?“

Hani schwieg, dann bemerkte sie nachdenklich: „Ja … das könnte man wohl sagen.“

Am liebsten hätte...



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