Buch, Deutsch, 140 Seiten, Format (B × H): 126 mm x 185 mm, Gewicht: 180 g
Sucht als Chance
Buch, Deutsch, 140 Seiten, Format (B × H): 126 mm x 185 mm, Gewicht: 180 g
ISBN: 978-3-938396-15-5
Verlag: Mankau Verlag
Uwe Dolata, Jahrgang 56, Kriminalkommissar, jagte Süchtige, bis er erkennen musste, dass er selbst süchtig geworden war.
Der Autor gibt mit beeindruckender Offenheit Einblicke in seine bitteren Erfahrungen mit dem Alkohol. Erst das Erkennen der Sucht und die damit zusammenhängende Einsicht in die psychologischen Abgründe seiner Person waren der Beginn eines Genesungsprozesses, an dessen Ende schließlich ein anderer, ein geheilter, ein neuer Mensch stand.
Die 6. Auflage des Sucht-Klassikers enthält das Kapitel „16 Jahre danach“ sowie Aphorismen des Autors, außerdem ein Nachwort des Bestseller-Autors Andreas Winter.
Weitere Infos & Material
Der Klinikaufenthalt beginnt
Meine Trinkerkarriere
Ich lerne die Th erapie kennen
Die Suchtproblematik wird verarbeitet
Mir werden Zusammenhänge klar
Ich verlasse die Klinik
Mein Leben außerhalb der Glocke
16 Jahre später
Nachwort von Andreas Winter zur 6. Auflage
Kurzangaben zum Autor
(...) Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. Gruppentherapie, um Gottes Willen, was ist denn das? Gespräche, Brainstorming, schmutzige Wäsche zusammen waschen ... – viele Fragezeichen tanzten vor meinem geistigen Auge. Das Mittagessen nahm ich noch
auf dem Zimmer ein, und am Nachmittag wurde mir sogar ein Spaziergang, in Begleitung eines Mitpatienten, bis zur kleinen Brücke am Ende des Parkplatzes gestattet, da meine medizinischen Werte, vor allem die Leberwerte, relativ gut aussahen und Entzugserscheinungen nicht aufgetreten waren. Reale Entzugserscheinungen, die hatte ich schon hinter mir! Die hatte ich beinahe drei Tage lang zu Hause im Bett erlebt. Schweißausbrüche, Krämpfe, Schüttelfrost, Hirngespinste, Tierchen – bis dahin hatte ich auch geglaubt, dass dies alles nur in Witzblättern vorkam. Aber wenn aus der Holzdecke plötzlich Maden kriechen, ist das gar nicht mehr lustig. Dann dieses ständig Erbrechenwollen, obwohl überhaupt nichts mehr da ist, diese ekelerregend stinkende, grüne schleimige Masse, die in dem Eimer schwabbelt, die ich herauswürge, in den Eimer spucke – den meine Frau stets ausspülte, wenn ich wieder ins Bett zurückgesunken war. Drei Monate war es nun her, seit ich den totalen Zusammenbruch erlebt hatte.
Auf einem Fortbildungslehrgang hatte ich mich so zugesoffen, dass meine Umgebung doch merken musste, dass ich nicht mehr konnte. Tja – und jetzt durfte ich bis zur kleinen Brücke am Ende des Parkplatzes gehen.
Am Ende des Ganges der Aufnahmestation stand eine Frau, die – verwirrt – ständig umherschaute. Es kostete mich einige Überwindung, sie anzusprechen, zu bitten, mich doch ein Stück zu begleiten, da ich alleine nicht hinaus durfte. Sie ging mit (...).
Aus dem Kapitel "Der Klinikaufenthalt beginnt"




