Buch, Deutsch, 137 Seiten, Format (B × H): 134 mm x 211 mm, Gewicht: 206 g
Ein Stück in zwei Akten
Buch, Deutsch, 137 Seiten, Format (B × H): 134 mm x 211 mm, Gewicht: 206 g
ISBN: 978-3-527-30460-8
Verlag: Wiley VCH Verlag GmbH
Die weltberühmten Autoren Carl Djerassi und Roald Hoffmann bürgen aufgrund ihrer Erfahrungen als Wissenschaftler - Carl Djerassi ist bekannt als "Vater der Pille" und Roald Hoffmann erhielt 1982 den Nobelpreis für Chemie - und als Schriftsteller - Djerassi schrieb mehrere erfolgreiche Romane, Hoffmann viel beachtete Lyrik - für Kompetenz und Spannung.
Zielgruppe
Stadtbibliotheken, Alle Naturwissenschaftler, An Naturwissenschaften Interessierte, Interessierte Laien, Studenten
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
Was ist eine wissenschaftliche Entdeckung? Warum ist es so wichtig, erster zu sein? Das sind die Fragen, die die Personen in diesem Stück beschäftigen. "Oxygen" wechselt zwischen 1777 und 2001, dem Jahr des hundert-jähriges Bestehens des Nobelpreises. Die Nobelstiftung beschließt, einen "Retro-Nobel"-Preis ins Leben zu rufen für große Entdeckungen, die dem ersten Nobelpreis im Jahr 1901 vorausgingen - im Glauben, dies sei einfach: Das eingesetzte Komitee wird sich mit einem Zeitraum beschäftigen, in dem Wissenschaft noch um ihrer selbst willen betrieben wurde, Forschung und Entdeckung noch einfach und sauber waren - unbeeinträchtigt von dem Anspruch, erster zu sein, von Kontroversen und der Sucht nach Publicity...
Das Chemiekomitee der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften beschließt, sich mit der Entdeckung des Sauerstoffs auseinandersetzen - dem Beginn der Chemischen Revolution. Doch wem soll der Preis zuerkannt werden? Lavoisier bietet sich als erster an. Wenn es einen Markstein für den Beginn der modernen Chemie gibt, dann war es sein Verständnis für die wahre Natur der Prozesse wie Verbrennung, Rosten und Atmung sowie der Rolle des Sauerstoff. Doch wie steht es mit Scheele? Wie mit Priestley? Waren nicht sie es, die den Sauerstoff als erste entdeckten?
In der Tat erfuhr Antoine Lavoisier an einem Oktoberabend des Jahres 1774, dass der englisch-unitarische Geistliche Joseph Priestley ein neues Gas erzeugt hatte. Noch in der gleichen Woche erreichte ihn ein Brief des schwedischen Apothekers Carl Wilhelm Scheele, der dem französischen Wissenschaftler darlegte, wie man den Lebensspender Sauerstoff, das Schlüsselelement in Lavoisiers neuer Theorie, erzeugen könnte. Scheele führte die entsprechenden Forschungsarbeiten bereits einige Jahre davor durch, doch blieben sie bis 1777 unveröffentlicht.
Nun gründen Scheele und Priestley ihre Entdeckung auf eine völlig falsche Theorie - die Phlogiston-Theorie, von Lavoisier bald widerlegt. Doch wie geht Lavoisier mit der Entdeckung Priestleys und Scheeles um? Weiß er die beiden und ihre Arbeit zu würdigen? Was ist Entdeckung überhaupt? Was ist, wenn jemand nicht versteht, was er entdeckt hat? Oder wenn er es der Welt nicht mitteilt?
In einer fiktiven Begegnung führt das Stück "Oxygen" die drei Protagonisten und ihre Ehefrauen auf Einladung von König Gustav III in Stockholm zusammen. Die Preisfrage: "Wer hat den Sauerstoff entdeckt?" Durch die Äußerungen der Frauen der drei Wissenschaftler erfahren wir einiges über ihr Leben und das ihrer Männer. Dabei ist Madame Lavoisier, eine bemerkenswerte Frau, von zentraler Bedeutung. Im sogenannten Urteil von Stockholm präsentieren die drei Sauerstoff-Entdecker noch einmal ihre entscheidenden chemischen Experimente.
Auf einem zweiten Schauplatz, in Stockholm zu Beginn des 21. Jahrhunderts, untersucht und diskutiert das Nobelkomitee die widersprüchlichen Standpunkte der drei Männer. Die Auseinandersetzungen der Komiteemitglieder verraten einiges über die Frage, ob sich Wissenschaft in den letzten beiden Jahrhunderten verändert hat oder nicht.
Die ethischen Fragen im Zusammenhang mit dem Problem Wer-hat-was-zuerst-entdeckt bilden den Kern des Stückes und sind heute genauso aktuell wie 1777. Und wie es die Ironie von Revolutionen so will, entpuppt sich Lavoisier, der chemische Revolutionär, als politisch Konservativer, der während des jakobinischen Terrors ums Leben kommt, während sich Priestley, der politisch Radikale, der wegen seiner Sympathien für die französische Revolution aus seiner englischen Heimat verjagt wird, als chemischer Konservativer herausstellt. Und Scheele? Er will nur eines: seine Apotheke im schwedischen Köping führen und sich in der Freizeit seinen chemischen Experimenten widmen. Lange Zeit war er es, der dafür, dass er als erster Sauerstoff im Labor erzeugte, am wenigsten gewürdigt wurde. Lässt sich dies, 230 Jahre nach seiner Entdeckung, wiedergutmachen?
What is discovery? Why is it so important to be first? These are the questions that trouble the people in this play. "Oxygen" alternates between 1777 and 2001-the Centenary of the Nobel Prize-when the Nobel Foundation decides to inaugurate a "Retro-Nobel" Award for those great discoveries that preceded the establishment of the Nobel Prizes one hundred years before. The Foundation thinks this will be easy, that the Nobel Committee can reach back to a period when science was done for science's sake, when discovery was simple, pure, and unalloyed by controversy, priority claims, and hype?.
The Chemistry Committee of the Royal Swedish Academy of Sciences decides to focus on the discovery of Oxygen, since that event launched the modern chemical revolution. But who should be so honored? Lavoisier is a natural choice, for if there ever was a marker for the beginning of modern chemistry, it was Lavoisier's understanding of the true nature of combustion, rusting, and animal respiration, and the central role of oxygen in each of these processes, formulated in the period 1770-1780. But what about Scheele? What about Priestley? Didn't they first discover oxygen?
Indeed, on an evening in October 1774, Antoine Lavoisier, the architect of the chemical revolution, learned that the Unitarian English minister, Joseph Priestley, had made a new gas. Within a week, a letter came to Lavoisier from the Swedish apothecary, Carl Wilhelm Scheele, instructing the French scientist how one might synthesize this key element in Lavoisier's developing theory, the lifegiver oxygen. Scheele's work was carried out years before, but remained unpublished until 1777.
Scheele and Priestley fit their discovery into an entirely wrong logical framework-the phlogiston theory-that Lavoisier is about to demolish. How does Lavoisier deal with the Priestley and Scheele discoveries? Does he give the discoverers their due credit? And what is discovery after all? Does it matter if you do not fully understand what you have found? Or if you do not let the world know?
In a fictional encounter, the play brings the three protagonists and their wives to 1777 Stockholm at the invitation of King Gustav III (of Un ballo in maschera fame). The question to be resolved: "Who discovered oxygen?" In the voices of the scientists' wives, in a sauna and elsewhere, we learn of their lives and those of their husbands. The actions of Mme. Lavoisier, a remarkable woman, are central to the play. In the Judgment of Stockholm, a scene featuring chemical demonstrations, the three discoverers of oxygen recreate their critical experiments. There is also a verse play within a play, on the Victory of Oxygen over Phlogiston. Such a play, now lost, was actually staged by the Lavoisiers for their friends and patrons.
Meanwhile, in the beginning of the 21st century, the Nobel Committee investigates and argues about the conflicting claims of the three men. Their discussions tell us much about whether science has changed in the last two centuries. The chair of the Nobel Committee is Astrid Rosenqvist, an outstanding Swedish theoretical chemist, while a young historian, Ulla Zorn, serves as a recorder for the committee's proceedings. But with time, her role changes.
The ethical issues around priority and discovery at the heart of this play are as timely today as they were in 1777. As are the ironies of revolutions: Lavoisier, the chemical revolutionary, is a political conservative, who loses his life in the Jacobin terror. Priestley, the political radical who is hounded out of England for his support of the French revolution, is a chemical conservative. And Scheele just wants to run his pharmacy in Köping, and do chemical experiments in his spare time. For a long time, he-the first man on earth to make oxygen in the laboratory-got least credit for it. Will that situation be repaired 230 years after his discovery?




