Dietl | Die generationengerechte Leistungsgesellschaft | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 310 Seiten

Dietl Die generationengerechte Leistungsgesellschaft


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7693-4840-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 310 Seiten

ISBN: 978-3-7693-4840-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mit dem Überfall Putins auf die Ukraine am 24. Februar 2022 haben sich die politischen Koordinaten in Europa völlig verändert; das, was vorher noch Gültigkeit hatte, wurde praktisch über Nacht zur Makulatur. Dabei hatte es genügend Anzeichen gegeben, die darauf hinwiesen, dass sich die Länder und Menschen in die falsche Richtung entwickeln würden. Der falsche Glaube vom Ende der Geschichte (Fukuyama) hatte die Europäer blind werden lassen gegenüber wenig wohlwollenden inneren und äußeren Kräften. Fleiß hatte einen immer geringer werden Preis, während gleichzeitig ein leistungsloses Dasein mit dem Hanfpfeifchen im Mund in immer schriller werdenden Tönen gefordert wurde.nything goes war das Mantra, das über Allem schwebte, wenn jeder nur an sich denkt, ist auch an alle gedacht das egozentrische Motto einer hedonistisch geprägten Gesellschaft. Praktisch über Nacht war das alles weg - die Gewissheit einer sicheren Zukunft, das politische Versprechen der ewig währenden Friedensdividende oder auch das Ausleben eines progressiv/woken Lebensstils - Gendern inklusive. Wir müssen zurückkehren zu alten Werten, Fleiß muss wieder seinen Preis bekommen und der Müßiggang als aller Laster Anfang gebrandmarkt werden.

Arnulf Dietl, geboren 1954 und aufgewachsen in Österreich hat sich im Laufe des letzten Jahrzehnts zu einem großen Verfechter eines vereinigten Europas entwickelt. Während seiner beruflichen Lebens kam er in viele verschiedene Länder und lernte die unterschiedlichen Menschen und Kulturen kennen. Durch mehrere Bücher Rodolfo Di Telos zum Thema - Mehr Europa wagen - angeregt und angesichts der ungewissen Zukunft Europas, entstand der Wunsch mehr für diesen wunderschönen Kontinent tun zu müssen, um die intrinsischen Spaltungskräfte zu überwinden.

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3.2 DER BÜROKRATIE-„DINOSAURIER“
Am Beginn meines Arbeitslebens, also nach dem Studium, begann ich meine erste Tätigkeit bei einem (sehr) großen Staatsunternehmen in Österreich. Die IT war noch nicht so verbreitet wie sie heute ist, aber das Unternehmen besaß eine eigene (Zentral)IT-Abteilung und diese Abteilung hatte praktisch „hoheitlichen“ Charakter - wer dort hin musste, betrat „heiligen (IT)Boden“ - und man wurde auch wie ein „Bittsteller“ behandelt. Dort an einer Wand hing eine selbstironische Comic-Collage über die Entwicklung der IT: Menschen finden ein Ei (i.e. IT), aus dem ein kleiner Dino schlüpft, der wächst heran und wird immer größer, bis er die Menschen selbst auffrisst. Diese Metapher umschreibt für mich sehr anschaulich die Entwicklung unseres Verwaltungssystems. Keine Gesellschaft kommt ohne eine gewisse Organisation aus, keine menschliche Gruppe überlebt ohne Ordnung; ohne Ordnung gibt es Chaos unter uns Menschen. So weit so gut und richtig! Die Frage aber, wieviel Verwaltung nötig, was an Ordnung gut und effizient ist, bleibt als nicht lösbare „Millionen-Euro“-Frage wohl ewig bestehen. Je mehr ich mich damit beschäftige, umso überzeugter bin ich geworden, dass Verwaltung notwendig ist, dass aber (notwendige) Verwaltung oftmals als bürokratische Hybris endet. Der Homo Pragmaticus steht sich diesbezüglich selbst im Weg und schafft sich seine eigenen Abhängigkeiten. Die aktuelle deutsche Gesellschaft zusammen mit der Bundesregierung „diskutiert“ gerade den Bedarf an Verwaltungsstellen für die Kindergrundsicherung. Brauchen wir „5.000 Beamte mehr“, genügen weniger, wenn ja wie viele, brauchen wir „überhaupt“ mehr, kann die Leistung nicht in schon vorhandene Strukturen eingebettet werden etc. Ich denke, da MUSS „der Hebel angesetzt“ werden! Anhand von zwei (wirklich schlimmen) Verwaltungsstrukturen möchte ich die Bürokratisierung unseres Staatssystems verdeutlichen. 3.2.1 DIE SOZIALBÜROKRATIE IN DE
Ich bin überzeugt, dass mir niemand widersprechen wird, wenn ich sage, dass wir eine Gesellschaft sein müssen, die ein funktionierendes Sozialsystem ihr Eigen nennt. Leistungsgesellschaft und Unterstützung der Schwächeren in der Gemeinschaft müssen sich wie zwei kommunizierende Röhren verhalten; die Mitglieder der Gesellschaft müssen wie die im chinesischen Daoismus beschriebene Yin-Yang-Begriffe verbunden sein. Die Starken in der Gesellschaft müssen die Schwächeren „tragen können“. Da gibt es „kein Wenn und Aber“! Jeder Homo Pragmaticus wird mir da Recht geben. Der Homo Pragmaticus ist aber auch ein janusköpfiges Wesen und verurteilt andererseits „die Faulen“ und „die Schmarotzer“; er ist im Einzelnen „sehr sensibel“, was „das leistungslose Naschen“ am gesellschaftlichen Vermögen anbelangt. Der individuelle Homo Pragmaticus steht also (sehr) oft im Zwiespalt mit sich selbst, aber auch mit der Gesellschaft, was ist noch unterstützungswürdig, aber was ist schon „Schmarotzen am System“. Es ist auch nicht wirklich leicht eine scharfe Trennlinie zu ziehen zwischen Unterstützung und Ausnützen. Dafür Gesetze zu schreiben, die eine verbindliche Grenze ziehen, ist wahrlich nicht leicht, aber diese Aufgabe darf man der Politik nicht nehmen; das ist ihre ureigene Pflicht an uns Menschen. Allerdings ist „die Politik“ auch ein Spiegelbild der Gesellschaft, also von uns Homines Pragmatici. „Alle Kälber wählen ihre Metzger selber“, stimmt in jedem Fall, weil wir wählen dürfen - ein wahrlich großes Privileg, das viele Menschen nicht haben! Allerdings ist mit „der Wahl“ auch eine gewisse „Qual“ verbunden, weil wir uns für die eine oder andere politische Richtung entscheiden müssen. Das fällt nicht jedem leicht und man hört oft den Spruch, „was ich denn wählen soll“, ein Hilferuf, weil nicht jeder „entscheidungsfreudig“ ist. So ist´s auch mit unserem sozialpolitischen System, dem Einen geht’s nicht weit genug, dem anderen geht’s schon zu weit. Was der eine als noch unterstützungswürdig empfindet, ist für den anderen schon „ein Liegen in der sozialen Hängematte“. Was also tun? Wie eine Grenze ziehen zwischen einer „guten“ Sozialpolitik und einem „bösen“ Ausnutzertum? Als bekennender FAZ-Leser ist mir ein Artikel über den deutschen Sozialstaat ins Auge gefallen; er ist übertitelt: “Wie der Sozialstaat zum Bürokratiemonster wurde“ und wurde am 25.03.2024 veröffentlicht. Das anliegende „Konstrukt“ verfolgt die aktuellen Verkettungen unserer Sozialleistungen anhand eines Beispiels. Ein alleinerziehender Vater mit einer pflegebedürftigen Mutter ist zwar kein Standardfall, beschreibt aber vortrefflich den sozialstaatlichen Wirrwarr. (Quelle: FAZ, 25.03.2024: „Wie der Sozialstaat zum Bürokratiemonster wurde“, Deloitte, „Wege aus der Komplexitätsfalle“) Grundsätzlich wird dargelegt, dass sich alle Sozialleistungen über fünf (5) Bundes-Ministerien (Soziales, Familie, Bauen, Finanzen und Gesundheit), alle 16 Länder sowie die ca. 10.800 Städte und Gemeinden verteilen. Je nach Sozialbedarf sind jeweils bis zu 12 Sozialleistungen fällig, die über acht (8) verschiedene Behörden verteilt sind. Dieser Artikel ist absolut lesenswert und pointiert die Absurdität von Bürokratie; er ist eine „Pflichtlektüre“ für jeden Homo Pragmaticus, der „den deutschen Sozialstaat“ hinterfragen und wissen möchte, wohin „sein Steuergeld“ fließt. Der gesamte Artikel ist eine einzige „Abrechnung“ über eine Jahrzehntelange ungebremste Fehlentwicklung der deutschen Sozialverwaltung und wird beschrieben als ein altes Haus, an dem über die Jahre hinweg nur Um- und Anbauten vorgenommen wurden, ohne sich jemals einen einzigen Gedanken an einen konzeptionellen Entwurf gemacht zu haben - das ganze Sozialsystem ist ein undurchsichtiges Flickwerk geworden, das Milliarden an Steuergeldern verschlingt, ohne nur einen Cent Mehrwert zu bringen. Wenn wir über die Sozialkosten im Ganzen sprechen, dann reden wir über ca. 1.200 Mrd. € JÄHRLICH; wir reden also über „keinen Pappenstiel“, sondern „über richtig viel Geld“! Würde man nur 3% davon durch eine Strukturreform einsparen, ohne den Kern der Sozialleistungen zu schmälern, dann sprechen wir über ca. 36 Mrd. € JÄHRLICH! Das ist doch eine unglaublich hohe Summe! Der ganze Artikel umschreibt die „Heilige Kuh“-Problematik im deutschen Sozialsystem. Jeder weiß es, aber kein deutscher Politiker rührt daran und „macht sich die Finger schmutzig“. Und das ist ein wirkliches PROBLEM für den gesamten deutschen Staat, weil der „Sozialstaat“ wie der eingangs erwähnte hochgepäppelte „Dinosaurier“, als „Sozialei“ in guter Absicht gegründet wurde, aber über die Jahrzehnte hinweg zum alles fressenden Sozial-„Tyrannosaurus-Rex“ mutierte. 3.2.2 DIE 16-LÄNDER-BÜROKRATIE IN DE
„Die Föderalitis, als deutscher Mutant der Staateritis Ein Mutant dieser Staateritis, die Föderalitis, ist ausgesprochen breit und tief in der deutschen Gesellschaft und Politik verwurzelt. Es ist mehr oder minder dasselbe Virus, wie das Staateritis-Virus, tritt aber nur in Deutschland auf und ist besonders heftig in den 16 Bundesländern verbreitet. Anhand des Föderalitis-Virus kann jeder sehr gut die Auswirkungen der Staateritis erkennen.“ (Rodolfo Di Telo, 2021: „Mehr Europa wagen - Die Vision: Die Überwindung der Staateritis (eine europäische „Erbkrankheit“, Kap. 5.0 DAS POLITISCHE EUROPAPENDEL) Die „deutsche Kleinstaaterei“ hat in Deutschland eine Jahrhundertelange Tradition und ist ein fester Begriff, über den manchmal gespottet, aber über den sich viele auch ärgern; der Kaiser regierte zwar das „Heilige römische Reich“, hatte aber im Kern nichts zu sagen in seinem Reich, anders als die Könige in den Reichen Frankreich, England oder Preußen. Im „Reich“ regierten teilweise, die Könige, Fürsten und Herzöge “absolutistisch“ in über 300 Staaten. Ein gutes Beispiel für diese „Tradition“ liefert das folgende Beispiel, mit dem sich die Hessische Staatsregierung rühmt: (Quelle: Hessen in Berlin - Die hessische Landesvertretung) Heute sind’s zwar „nur noch“ 16 Länder („Bundesstaaten“) und es gibt keine Zölle und keine Maut mehr dazwischen, aber die „Länder-Bürokratie“ ist im Kern dieselbe geblieben. Praktisch alles Politische wird im sogenannten „Bund-Länder-Föderalismus“ geregelt; der „Bundesstaat“ hat keine...



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