Buch, Deutsch, Band 226, 180 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 144 mm x 222 mm, Gewicht: 298 g
Reihe: Histoire
Geschichte, Politik und Beziehungen
Buch, Deutsch, Band 226, 180 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 144 mm x 222 mm, Gewicht: 298 g
Reihe: Histoire
ISBN: 978-3-8376-7484-2
Verlag: Transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Das nationaldeutsche Judentum der Weimarer Republik und des ›Dritten Reiches‹ ist bislang erstaunlich wenig erforscht, wenn man die Sonderstellung dieser Gruppierung bedenkt. Zwar betrachteten sich die meisten deutschen Juden als Teil einer deutschen Nation. Mit ihrer schroffen Ablehnung internationaler Einflüsse und ihren ideologischen Schnittmengen zum völkischen Nationalismus stachen die nationaldeutschen Juden jedoch besonders hervor.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Juden des Deutschen Reiches werden oft als homogene Gruppe und als Opfer eines aus den Fugen geratenen deutschen Nationalismus betrachtet. Der Sammelband schärft hingegen den Blick für die erbitterten Kontroversen zwischen den nationaldeutschen Juden und anderen innerjüdischen Gruppierungen. Er zeigt zudem, dass nationaldeutsche Juden einigen Positionen der Nationalsozialisten Vorschub leisteten, auch wenn ihr Verhältnis zur NSDAP und zur NS-Herrschaft nie ungebrochen blieb.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Da bislang nur eine einzige Monographie und wenige Aufsätze zum Thema vorliegen, soll der Sammelband eine ausführlichere Debatte anstoßen. Darüber hinaus könnte die Auseinandersetzung mit den nationaldeutschen Juden auch für vergleichbare Themen hilfreiche Einblicke liefern. Diskussionen über die gesellschaftliche Integration ethnischer, kultureller oder religiöser Minderheiten sind unvermindert aktuell und werden in Wissenschaft wie Öffentlichkeit kontrovers geführt.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Sehr gerne würden wir unser Buch mit Shulamit Volkov diskutieren. Als eine der renommiertesten Expertinnen zur Geschichte des deutschen Judentums hat sie zahlreiche Erkenntnisse gewonnen, die auch für die weitere Beschäftigung mit den nationaldeutschen Juden sehr aufschlussreich sein dürften. Dazu zählen vor allem ihre Überlegungen zur ›Verbürgerlichung der Juden‹ im Deutschen Reich oder ihre vergleichende Betrachtung von Antisemitismus und Antizionismus.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Erstmals seit über 20 Jahren befasst sich der Sammelband ausführlich mit der Geschichte des nationaldeutschen Judentums.




