Devon | Stolzes Herz und heiße Küsse | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 256 Seiten

Reihe: Historical Lords & Ladies

Devon Stolzes Herz und heiße Küsse


1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-974-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 6, 256 Seiten

Reihe: Historical Lords & Ladies

ISBN: 978-3-86349-974-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Flammendrotes Haar, tiefgrüne Augen und ein Temperament, das heißes Verlangen in Sebastian Fitzpatrick, Duke of Brabourne, weckt. Doch er muss dieser sinnlichen Versuchung widerstehen! Denn nur ein dramatischer Zwischenfall hat die süße junge Juliet in sein Stadtpalais geführt. Niemand darf erfahren, dass die unschuldige Schönheit aus gutem Haus unter seinem Dach lebt. Aber trotz aller Diskretion brodelt die Gerüchteküche. Londons gute Gesellschaft ist schockiert: Es gibt nur eine Möglichkeit Juliets Ruf zu retten - wird Sebastian sie zu seiner Herzogin machen?

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1. KAPITEL

Die Morgensonne funkelte gerade erst durch das dichte Blätterdach. Um diese frühe Stunde lag der Green Park noch verwaist, nicht einmal Dienstboten waren unterwegs.

„Miss Juliet, das können Sie einfach nicht machen“, mahnte Ferguson streng, die morgendliche Stille durchbrechend.

Juliet Smythe-Clyde spähte zwischen ihren zimtbraunen Wimpern zu ihm auf und wackelte in den viel zu großen Husarenstiefeln – sie stammten aus dem Schrank ihres jüngeren Bruders – mit den Zehen. Dann stampfte sie mit dem Fuß auf, damit der Absatz besser saß. „Lieber so, als dass Papa gegen den teuflischen Duke kämpft.“

Dem großen, dürren Kutscher sträubte sich der prächtige Backenbart. „Der Herr ist erwachsen. Sie aber sind noch ein junges Ding und sollten seinen Streit nicht für ihn ausfechten.“

„Genug jetzt“, sagte Juliet und schlüpfte aus dem Rock, der ihrem Bruder wie angegossen saß und an ihr wie ein viel zu weiter Morgenmantel herumschlackerte. „Hier, nehmen Sie das, und legen Sie es sorgfältig zusammen. Harry bekommt einen Anfall, wenn wir seinen Rock zerknittern.“

Ferguson schnaubte, legte den Rock aber vorsichtig auf den Sitz der klapprigen Kutsche. Hobson, der Butler, ebenso rundlich wie majestätisch, reichte seiner jungen Herrin einen Kasten mit zwei Duellpistolen. Juliet griff nach der unteren Waffe.

„Die ist schon fix und fertig geladen, Miss“, sagte Hob-son, „hab mich selbst drum gekümmert.“

Aus Trotz nahm Juliet die andere Pistole.

„Die ist auch geladen“, sagte Hobson und gestattete sich ein wissendes Lächeln, das allerdings bald verlosch. „Halten Sie inne, Miss Juliet, solange es noch geht.“

Ferguson stellte sich neben seinem Kollegen auf. Trotz ihrer ungleichen Stellung in der Dienstbotenhierarchie hatten die beiden sich rasch miteinander angefreundet. „Dasselbe sag ich ihr doch auch die ganze Zeit, seit diese Geschichte angefangen hat. Aber sie will einfach nicht hören.“

„Ich muss es einfach tun“, sagte Juliet. Ihr brach die Stimme, als die Furcht, die sie die ganze Zeit unterdrückt hatte, außer Kontrolle zu geraten drohte. „Jemand muss Papa doch vor seiner neuesten Torheit bewahren.“

„Herrje, Kindchen, dieser Jemand sollten doch aber nicht Sie sein!“, erwiderte Ferguson, der vor Zorn und Sorge in seinen heimischen Dialekt verfiel. „Sie haben dem Herrn nicht eingeblasen, dass er dieses Weib heiraten soll!“

„Ich habe Mama aber versprochen, mich um Papa zu kümmern“, flüsterte sie. Ihr krampfte sich der Magen zusammen, als sie an den letzten Wunsch ihrer Mutter dachte. Mama war vor knapp einem Jahr gestorben, doch Juliet erinnerte sich daran, als wäre es gestern gewesen.

Mama hatte auf dem Ruhebett im Morgenzimmer gelegen, und die bleiche Sonne hatte ihren eingefallenen Wangen eine trügerische Röte verliehen. Die Krankheit hatte sie unter ständigen Schmerzen aufgezehrt, sodass Juliet insgeheim froh war, als das Ende kam. Sie konnte es nicht ertragen, ihre geliebte Mama so leiden zu sehen.

Als Mama sie zu sich gewinkt hatte und sie bat, sich um Papa – ihren unbeständigen, verantwortungslosen Papa – zu kümmern, hatte Juliet es ihr versprochen. Sie hätte alles getan, um Mamas Leiden zu lindern. Alles. Und schließlich musste sich ja jemand um Papa kümmern, wenn Mama einmal nicht mehr war. Das war jedem klar.

Sie seufzte. Sie hatte Papa nicht davon abhalten können, Mrs. Winters zu heiraten, aber sie konnte nun verhindern, dass er sein Leben wegen dieser Frau wegwarf. Bestimmt würde nicht einmal der Duke of Brabourne einen jungen Mann erschießen, der für den ursprünglichen Duellgegner nur eingesprungen war – oder?

Außerdem war der Duke im Unrecht. Nicht sie oder Papa. Der Duke war derjenige, der die Gattin eines anderen verführt hatte. Nachdem er schon im Unrecht war, sollte er auch in die Luft feuern. Das wäre das einzig Ehrenhafte.

Juliet straffte die Schultern und sah am Lauf der Pistole entlang. Dadurch, dass sie auf dem Land aufgewachsen war, hatte sie doch einiges gelernt. Sie schoss wirklich ausgezeichnet, obwohl Brabourne mit der Pistole ebenso tödlich sein sollte wie mit dem Degen, und genauso kaltherzig.

Da hörte sie das Getrappel von Pferdehufen. In einiger Entfernung von ihrem Trüppchen hielten drei Männer unter einer großen Eiche. Sie trugen modische Reitröcke, enge Breeches und glänzende Husarenstiefel, und auf dem Kopf thronten verwegen ihre Kastorhüte. Sie kannte alle drei vom Hörensagen, einen vom Sehen.

Vor vier Tagen hatte sie in Männerkleidung Lord Ravensford, einen von Brabournes Sekundanten, spät in der Nacht aufgesucht, um ihm mitzuteilen, dass sie ihre Pläne ändern müssten. Das Duell müsse vorverlegt werden. Seine Lordschaft, höchst überrascht davon, dass ihn ein so grüner Junge unaufgefordert besuchte, hatte die Änderung ohne Einwände hingenommen, obwohl er die Brauen während der ganzen Unterhaltung in einer Miene ironischer Belustigung hochgezogen hatte.

Die beiden anderen Männer hatte sie noch nie gesehen. Lord Perth galt als Windhund, der tat, wonach ihm der Sinn stand, ohne sich um die Regeln der vornehmen Gesellschaft zu kümmern. Sie nahm an, dass er derjenige war, der neben dem rothaarigen Lord Ravensford stand. Sie waren in etwa gleich groß. Allerdings hatte sie wenig Interesse an den beiden, da sie nicht ihre Duellgegner waren.

Der Dritte im Bunde sprang mit einer drahtigen Eleganz zu Boden, die von Kraft kündete. Sie hatte gehört, dass der Duke nicht nur ein Lebemann war, sondern auch ein herausragender Sportsmann. Er war groß und schlank, und als er seinen Mantel und seinen marineblauen Rock abgelegt hatte, erkannte sie, wie breit die Schultern in dem reinweißen Hemd waren und wie schmal die Hüften in den eng sitzenden Reithosen. Sein Haar war so schwarz, wie sein Herz sein sollte, wie manche behaupteten. Seine Nase war schmal und aristokratisch. Und seine Augen waren angeblich tiefblau, das Erbe eines irischen Ahnen.

Ein Schauder lief ihr den Rücken hinab – das Gefühl erinnerte an Angst, war aber etwas viel Köstlicheres. Sie wandte sich ab.

Tief atmete sie die kalte Luft ein und wischte sich die feuchten Hände an den Reithosen ab. Einen langen Moment starrte sie ins Leere und fragte sich, ob sie das Zusammentreffen überleben würde. Eine solche Schwäche hatte sie sich bis jetzt nicht zugestanden. Auch jetzt unterdrückte sie sie rasch wieder.

Lord Ravensford kam auf sie zu.

Die Morgensonne glänzte auf seinem Haar, so dasses aussah wie ein frisch geprägter Penny. In seinen Augen lag ein Zwinkern, und in seinem kantigen Kinn entdeckte sie ein Grübchen. Er war ein prächtiger Mann.

„Na, Bürschchen, wo ist Smythe-Clyde? Sie sagten doch, dass er das Duell vorverlegen wollte.“

Juliet spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. „Er …“ Sie zwang sich, mehr Kraft in ihre Stimme zu legen. „Er ist krank. Zu krank, um aufzustehen. Aber die Ehre gebietet es, dass er auf Brabourne trifft. Daher trete ich als sein Sekundant für ihn an.“ Trotzig sah sie Ravensford an.

Der blickte von ihr zu den Dienstboten. Seine Worte klangen eine Spur missbilligend. „Wo ist der andere Sekundant? Und wo ist der Wundarzt?“

„Einen anderen Sekundanten gibt es nicht, und Ferguson …“, sie wies auf den Kutscher, „… taugt durchaus zum Wundarzt.“

„Dubiose Sache.“ Ravensford sah Juliet misstrauisch an. „Sie sind doch nur ein Junge. Es besteht nicht die geringste Chance, dass Brabourne sich mit Ihnen schlagen wird. Wenn Smythe-Clyde zu feige ist, die Angelegenheit durchzustehen, soll er die Schande eben hinnehmen.“

Juliet presste die Hände zusammen. „Ich versichere Ihnen, Mylord, dass mein … dass Smythe-Clyde keine Angst hat, dem Duke entgegenzutreten. Er ist krank. Aber anstatt die Angelegenheit nun in die Länge zu ziehen, bin ich ermächtigt, mich an Smythe-Clydes Stelle mit dem Duke zu duellieren.“

Ravensford schüttelte den Kopf. „Ich werde Ihre Worte weitergeben, aber ich bezweifle, dass sie etwas ausrichten werden.“

Ohne weitere Diskussion kehrte der Earl um. Juliet sank in sich zusammen.

„Genau wie es sein sollte“, sagte Hobson befriedigt. „Nicht mal der größte Schurke von ganz England würde einem grünen Jungen auf dem Feld der Ehre gegenübertre-ten. Vor allem, wenn der Streit einen anderen betrifft.“

Juliet hatte von Anfang an gewusst, dass die ganze Sache an den Haaren herbeigezerrt war und vermutlich scheitern würde, aber sie hatte den Versuch wagen müssen. Auch jetzt noch, als sie Ravensford mit dem Duke reden sah, der nun zu ihr herüberblickte, musste sie unbedingt etwas unternehmen. Papa plante nach wie vor, dem Duke am ursprünglichen Termin in zwei Tagen entgegenzutreten. Papa dann davon abzuhalten, sich auf den Weg hierher zu machen, war die nächste Hürde, die es zu nehmen galt – nach dem Duell. Eins nach dem anderen, sagte sie sich immer. Man konnte alles erreichen, solange man nur immer einen Schritt nach dem anderen tat.

Selbst aus dieser Entfernung konnte Juliet erkennen, wie sich die Miene des Dukes verfinsterte. Die schwache Brise trug die Worte zu ihr herüber.

„Smythe-Clyde ist ein Feigling, und ich weigere mich, mit seinem Vertreter vorlieb zu nehmen.“

Panik überkam Juliet, als der Duke sich von Ravensford abwandte und nach dem Rock griff, den er eben erst abgelegt hatte. Sie packte eine der Duellpistolen, zielte und feuerte. Laut hallte der Schuss durch den friedlichen Morgen. Von der Eiche direkt neben Brabourne hagelte es...



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