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E-Book, Deutsch, 464 Seiten

Detering Menschen im Weltgarten

Die Entdeckung der Ökologie in der Literatur von Haller bis Humboldt

E-Book, Deutsch, 464 Seiten

ISBN: 978-3-8353-4451-8
Verlag: Wallstein
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Die Literatur als Labor des Nachdenkens über die Beziehung zwischen Mensch und Natur.

Zur Entfaltung dessen, was seit 1866 'ökologisch' heißt, hat die Literatur auf ihre Weise ebenso beigetragen wie die Wissenschaft - in Lehrgedichten und Gedankenexperimenten, in der Kunst des genauen Hinsehens und mit spekulativer Energie. Seit dem Beginn der Aufklärung hat sie neue Modelle von den Beziehungen zwischen den Lebewesen entwickelt, unter Einschluss der Menschen. 'Zuerst war ich ein Kraut', dichtet Albrecht von Haller 1736, 'und lange war ich noch ein Tier'. Goethe denkt diesen Gedanken weiter, von der 'Metamorphose der Pflanzen' bis ans Ende des 'Faust'. Aus Einfällen wie der Möglichkeit einer menschengemachten globalen Klimaerwärmung erzeugt Lichtenberg um 1800 seine aufgeklärte Science Fiction, und Alexander von Humboldt demonstriert in literarisch-wissenschaftlichen Grenzgängen, dass 'alles Wechselwirkung' ist.
Heinrich Deterings Buch verfolgt die Entdeckung der Ökologie in der Literatur von den Anfängen bis zur letzten Ausgabe von Humboldts 'Ansichten der Natur.' Und es zeigt die einzigartigen Denkmöglichkeiten der literarischen Vorstellungskraft im Nachdenken über die 'Menschen im Weltgarten'.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Umschlag;1
2;Titel;4
3;Inhalt;6
4;Die Entdeckung der Ökologie in der Literatur von Haller bis Humboldt;10
4.1;Weltgarten und Gaia: Mitsein;10
4.2;Imaginierte Untergänge: Katastrophenbewusstsein;12
4.3;Wissenschaften und Literaturen;13
4.4;Ökologie;19
4.5;Rote Fäden, enge Grenzen;26
5;I. »Ihr Schu?ler der Natur«: Albrecht von Hallers Alpen und die Subsistenzwirtschaft;30
5.1;Eine Bergtour im Sommer 1728;30
5.2;Goldenes Zeitalter und Subsistenzwirtschaft;36
5.3;Kein Eden, kein Arkadien: Hallers Entwurf eines Dritten;46
5.4;Der Liebe holdes Reich: Natur und Sexualität;48
5.5;»Maaß« und »Freyheit«: Politische Ökologie;53
5.6;Intermezzo: Grenzu?berschreitungen und Widerspru?che;56
5.7;Zweifache Revision: Politische Kritik und botanische Präzisierung;58
5.8;Enumeratio methodica: Pflanzengesellschaften und Diskurswechsel;61
5.9;Heldengedichte und Liebeslieder: Poetologische und mediale Selbstreflexivität;69
5.10;Die Alpen in Bewegung: Hallers formsemantische Revision;74
5.11;»Zuerst war ich ein Kraut«: Das Ökosystem und der Embryo;82
6;II. Höllenfahrt: Carl von Linné im Industriegebiet;90
6.1;Der ökologische Abenteurer;90
6.2;Ganz unten: »in Leibesbedrohung«;103
6.3;Descensus ad inferos: Mythologisches Erzählen;106
6.4;Extrempunkte: Zwei Reisen und ein Schlussgebet;111
6.5;Eine »moralische Ökologie«: Linnés Nemesis Divina;116
6.6;Der Mensch als Vierfu?ßler: Herrschaft oder Involvierung;120
7;III. »unser irdischer Planet«: Brockes’ globale Gedankenexperimente;126
7.1;Schöpfungslob und Katastrophenträume;126
7.2;Erde, Feuer, Wasser, Luft: Kontrafaktische Gedankenexperimente;132
7.3;Scheiternde Welten;145
7.4;Theodizee- und Anthropodizeefrage;152
7.5;Utopie als Science-Fiction;156
8;IV. Das Ende der Erde: Lichtenbergs globale Imagination;162
8.1;Geologische Phantasien;162
8.2;Experimente mit dem Globus: Weltuntergänge;166
8.3;»Die chemisch zerstörte Erde«;170
8.4;Leichenverwertung;180
9;V. Metamorphosen: Goethes Verwandlungen;184
9.1;V.1 Die Metamorphose der Pflanzen und die Hefte Zur Morphologie;185
9.1.1;Ein Gedicht, vier Kontexte;185
9.1.2;Wissenschaft und Poesie begegnen sich wieder: Goethes Selbsterklärung 1817;189
9.1.3;Die Liebe der Pflanzen: Literarische Anregungen;194
9.1.4;Metamorphose und Mystagogik: Die alten Texte im neuen Kontext;197
9.1.5;Liebende im Weltgarten: Elegie und Autobiographie;207
9.1.6;Kette der Wesen, Kette der Verse: Formsemantik und Aporie;211
9.1.7;Ein neuer Aufbruch: Meeresdichtung und »Wasser-Erde«;217
9.2;V.2 Das Leben im Meer und seine Zerstörung: Leben und Sterben in Faust II;221
9.2.1;Metamorphosen aus dem Meer: Klassische Walpurgisnacht;221
9.2.2;Metamorphosen auf dem Theater;222
9.2.3;Metamorphosen des Textes;226
9.2.4;Biologische und Poetische Metamorphosen;232
9.2.5;Fausts Meeresverdrängungsprojekt;235
9.2.6;Der Patron und seine Maschinen;242
9.2.7;Auf Vernichtung läufts hinaus: Der Sumpf im falschen Paradies;249
9.2.8;Walpurgisnacht und Bergschluchten: Fausts Endspiel;254
9.3;V.3 Uralte Einsamkeit: Wilhelm Meister liest Lenardos Tagebuch;258
9.3.1;Baumwollen-Manufactur;258
9.3.2;Die sieben Tage der Welt: Eine Alpenwanderung;261
9.3.3;Abschied von Haller: Der unterbrochene Kreislauf;265
9.3.4;»Maschinenwesen«: Untergangsvisionen;269
10;VI. Der Tote im Bergwerk: Naturgottesdienst und Sprachreflexion bei Arnim und Novalis;274
10.1;Goethes Verwandlung;274
10.2;Bergwerksgeschichten;277
10.3;Vom Bergwerk an die Börse;285
10.4;Die Braut in der Tiefe;289
10.5;Metamorphosen des Textes: Natursprache;293
10.6;Politische Ökonomie;296
10.7;Kunstreligion;302
11;VII. Das Schnarchen der Delphine: Alexander von Humboldts ökologische Poetik;308
11.1;»Alles ist Wechselwirkung«;308
11.2;Dichtung und Wissenschaft: Poetologische Reflexion;312
11.3;Dichtung und Wissenschaft: Ein Blick in den Kosmos;316
11.4;Die Lebenskraft oder Der rhodische Genius: Naturphilosophische Bildarbeit;319
11.5;Klassische Totalität, romantisches Fragment;325
11.6;Das organische Leben und der verödete Planet: Steppen und Wu?sten;331
11.7;»Das entzweite Geschlecht«: Menschen im Weltgarten;335
11.8;Fu?lle des Lebens, organische Schöpfung: Ideen zu einer Physiognomik der Gewächse;337
11.9;Polyphonie der Tiere: Das nächtliche Thierleben im Urwalde;346
11.10;Empfänglichkeit und Emergenz;366
12;Anhang;372
12.1;Anmerkungen;374
12.2;Abbildungen;428
12.3;Literatur;431
12.4;Register;452
12.5;Dank;458
13;Impressum;459


Detering, Heinrich
Heinrich Detering, geb. 1959, lehrt Neuere deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen. 2003 erhielt er den Julius-Campe-, 2012 den H.-C.-Andersen-Preis. 2014 war er Aston Poet in Residence in Birmingham, 2012 Liliencron-Dozent für Lyrik in Kiel, 2008 Ehrengast der Villa Massimo, 2004 Poetikdozent in Mainz, 2003 Paul Celan Fellow in St. Louis.
Veröffentlichungen u. a.: An der Nachtwand (2023); Holzfrevel und Heilsverlust. Die ökologische Dichtung der Annette von Droste-Hülshoff (2020); Menschen im Weltgarten. Die Entdeckung der Ökologie von Haller bis Humboldt (2020); Der Antichrist und der Gekreuzigte. Friedrich Nietzsches letzte Texte (2010).


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