E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
DeNosky Ein verheißungsvoller Kuss
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-4659-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-4659-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie ein rettender Engel betritt Morgan Wakefield Samanthas abgelegene Hütte. Dort liegt sie in den Wehen und bringt nur mit seiner Hilfe den kleinen Timmy zur Welt. Zum Dank gibt Samantha dem stolzen Farmer einen Kuss - und entfesselt damit einen Sturm der Gefühle ...
Kathie DeNosky stellt ihren Wecker oft auf 2 Uhr morgens, um wenigstens einige Stunden in Ruhe arbeiten zu können, bevor der Rest der Familie erwacht. Während dann in ihrem Büro leise Countrymusik erklingt, schreibt sie an ihren Romances, denen eine ganz besondere Mischung aus Sinnlichkeit und Humor zeigen ist. Sie zählt zu den Top-Autorinnen und hat bereits viele Auszeichnungen erhalten.
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2. KAPITEL
Vier Stunden später saß Morgan auf der Kaminsohle vor Samantha, die am Rand des Sofas hockte. In der letzten Stunde hatte sie sich abwechselnd vorgebeugt und in die Kissen zurückgelehnt, im Versuch, es sich bequemer zu machen. Sie packte Morgans Hand mit der Kraft eines Schraubstocks, wenn eine neue Schmerzwelle sie überrollte, und es überraschte ihn, wie kräftig sie war. Es fühlte sich eher an, als hätte ein Holzfäller seine Hand ergriffen, als eine zierliche Frau, und ihre Nägel gruben sich schmerzhaft in seine Handfläche. Aber es half ihr, das Ganze durchzustehen, also würde er ihr gern erlauben, ihm die Haut zu zerkratzen.
Während er ihr dabei zusah, wie sie keuchend die nächste Wehe durchstand, wuchs seine Bewunderung für sie. Sie hatte große Schmerzen, aber ihre Entschlossenheit, sich nicht unterkriegen zu lassen, war erstaunlich.
Nach den Abständen zwischen den Wehen zu schließen, lagen wahrscheinlich noch ein, zwei Stunden vor ihnen, bevor das Baby kam. Er hoffte nur, dass er so lange durchhalten würde. Nach jeder Wehe fühlte er sich hilfloser.
„Kann ich nicht etwas mehr tun? Das Buch sagt, dass Sie Rückenschmerzen haben könnten. Soll ich Ihnen den Rücken massieren?“
„Hätten Sie nichts dagegen?“, sagte sie und gab seine Hand frei. „Mein Rücken bringt mich um.“
Morgan nahm seinen Cowboyhut ab und ließ ihn wie eine Frisbeescheibe durch die Luft fliegen, sodass er auf dem Stuhl landete, auf dem sein Mantel lag. Dann setzte Morgan sich neben Samantha auf das hässliche grüne Sofa. Er glitt mit der Hand unter ihr rosafarbenes T-Shirt und massierte sanft ihre verspannten Muskeln, während er versuchte, nicht darauf zu achten, dass ihre Haut sich wie Satin unter seiner schwieligen Hand anfühlte. Jetzt war nicht die richtige Zeit, daran zu denken, wie sehr ihm die Nähe einer Frau fehlte.
„Hilft das?“, fragte er.
„Ein bisschen.“ Sie schnappte plötzlich nach Luft und kämpfte gegen eine neue Schmerzwelle an.
Morgan machte mit seiner Massage weiter und sah gleichzeitig auf die Uhr. Diese Wehe war viel schneller gekommen als die vorige, und als die Sekunden vorübertickten, bevor Samantha sich entspannte, musste er feststellen, dass sie außerdem auch viel länger gedauert hatte als alle anderen.
„Lassen Sie mich los“, sagte sie scharf. „Sie machen nur alles schlimmer.“
„Okay“, sagte er und holte seine Hand unter ihrem T-Shirt hervor. Er war sicher, dass er sie nicht zu stark massiert hatte. Er setzte sich wieder neben den Kamin und nahm das Buch in die Hand. Wenn er sich nicht sehr irrte, dann waren sie gerade zum nächsten Stadium übergegangen.
Samantha hatte alle Anzeichen einer Frau im Übergangsstadium zur letzten Stufe vor der Geburt. Sie war plötzlich gereizt wie ein Bär mit verletzter Pfote und wollte nicht angefasst werden, aber besonders aufschlussreich war, dass die letzte Wehe so lange angehalten hatte.
Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Schon war die nächste Wehe da. Samanthas Gesicht war gerötet, ihr hellbraunes Haar hing in feuchten Strähnen herunter, und die Linien um ihren Mund vertieften sich vor Anstrengung.
Morgan kam sich nutzloser denn je vor.
Als Samantha erleichtert aufseufzte, legte er das Buch beiseite und wischte ihr das Gesicht mit einem kühlen, feuchten Waschlappen ab. Sie sah ihn an, und es war fast zu viel für ihn, als ihre hübschen bernsteinfarbenen Augen sich mit Tränen füllten.
„Ich glaube nicht … ich kann nicht, Morgan.“
Er nahm ihre Hände in seine. „Sie machen alles prima, Samantha.“ In den Anweisungen hieß es, dass er sie ermutigen sollte, damit sie ruhig blieb. Er wusste nicht, wie zum Teufel er das schaffen sollte, aber er würde es tun, selbst wenn es ihn umbrachte. „Sie sind in der Zielgeraden, Süße. Es dauert nicht mehr lange.“
Neuer Schmerz ließ sie zusammenzucken, sie packte seine Hand fester. Sie wollte etwas sagen, aber nur ein Stöhnen kam heraus. Es zerriss ihn innerlich, sie so leiden zu sehen und nicht helfen zu können. „Sehen Sie mich an, Samantha.“
Ihr Atem kam keuchend. Sie schüttelte den Kopf. „Es ist … zu schwer“, sagte sie, und ihre Stimme brach.
„Kommen Sie, Samantha, sehen Sie mich an“, wies er sie an.
Als sie ihm endlich den Gefallen tat, nickte Morgan. „So ist’s gut. Konzentrieren Sie sich, und drücken Sie meine Hand ruhig so stark Sie können. Konzentrieren Sie sich darauf, den Schmerz auf mich zu übertragen.“
Er war nicht sicher, ob das Buch seinen Versuch, sie abzulenken, gutheißen würde, aber das war ihm gleichgültig. Jetzt war nur wichtig, dass es zu funktionieren schien. Samantha ließ ihn nicht aus den Augen und umklammerte seine Hand so heftig, dass sie ihm fast das Blut abschnürte.
Ein oder zwei Minuten später, die ihm wie eine Ewigkeit vorkamen, gab sie seine Hand wieder frei und lehnte sich auf dem Sofa zurück. „Ich muss pressen.“
Morgan erschauerte, sein Magen krampfte sich zusammen. „Sind Sie sicher?“, fragte er und bewegte seine tauben Finger.
Sie nickte, kniff die Augen zusammen, packte beide Knie mit den Händen und presste mit aller Kraft.
Morgan hätte am liebsten die Flucht ergriffen. Stattdessen nahm er hastig das Buch, um schnell noch einmal durchzulesen, was er tun musste, und betete dann wie noch nie in seinem Leben.
Er würde es schaffen. So wie sein Vater und seine Brüder hatte er unzählige Male Kälbern auf die Welt geholfen. Da würde er es doch wohl noch schaffen, bei einem einzigen kleinen menschlichen Baby dasselbe zu tun.
Das Buch in Reichweite auf dem Boden, wusch er sich die Hände in einem der beiden mit heißem Wasser gefüllten Töpfe und fischte sein sterilisiertes Taschenmesser und Samanthas Schnürsenkel aus dem anderen Topf. Zum Glück war das Wasser genügend abgekühlt, dass es ihn nicht verbrühte, aber es war trotzdem noch ziemlich heiß. Aber Morgan war so sehr darauf fixiert, was er tun musste, dass es ihm kaum auffiel.
Die nächsten dreißig Minuten kamen ihm so unwirklich vor, als sähe er sich einen Film an, den jemand zu schnell vorspulte. Samantha mühte sich ab, ihr Baby herauszupressen, und er stieß ermutigende Worte hervor. Und dann, kurz nach Mitternacht, fiel ein kleiner Junge mit dunkelbraunem Haar in seine wartenden Hände, öffnete den Mund und brüllte aus voller Kehle los.
Morgan wurde es ganz warm ums Herz, als er das winzige Geschöpf sah. Er war so voller Ehrfurcht für das Wunder, das er miterlebt hatte, dass er selbst dann keine zwei zusammenhängenden Worte herausgebracht hätte, wenn sein Leben davon abgehangen hätte.
„Geht es meinem Baby gut?“, fragte Samantha, und sie klang viel kräftiger, als er für möglich gehalten hätte nach allem, was sie durchgemacht hatte.
Erleichtert, dass alles gut gegangen war, band Morgan die Nabelschnur an zwei Stellen ab, schnitt sie dazwischen durch, und wickelte dann das Baby in flauschige Handtücher. Seine Hände zitterten leicht, als er es in Samanthas Arme legte.
Schließlich räusperte er sich und brachte hervor: „Ich bin kein Arzt, aber in meinen Augen sieht er perfekt aus.“ Er grinste. „Wenn sein Geschrei ein Hinweis ist, würde ich sagen, dass er fuchsteufelswild ist, weil wir ihn, ohne ihn zu fragen, aus seinem warmen Kämmerchen gerissen haben.“
„Er ist wunderschön.“ Samanthas Augen füllten sich mit Tränen, als sie zu Morgan aufsah. „Ich kann Ihnen nicht genug danken für Ihre Hilfe, Morgan.“
„Sie haben doch die ganze Arbeit gemacht.“ Er wusch sich die Hände, rollte die Hemdsärmel herunter und knöpfte sie an den Handgelenken zu. „Haben Sie schon einen Namen für ihn?“
Das Lächeln, das sie ihm schenkte, gab Morgan das Gefühl, die Sonne wäre an einem grauen Tag durch die Wolken gekommen. „Ja, ich habe mich tatsächlich schon für einen entschieden“, erwiderte sie leise. „Wie finden Sie Timothy Morgan Peterson?“
Zwei Tage später saß Samantha auf ihrem Krankenhausbett und starrte auf die Entlassungspapiere, die die Schwester ihr gerade eben gegeben hatte. Und was kam jetzt? Wo sollten sie und das Baby hingehen? Und wie sollten sie dorthin kommen?
Sie hatte ihr Auto nicht. Und selbst wenn sie es hätte, würde es sowieso nicht funktionieren. Am Morgen nach Timmys Geburt war Morgan zu seiner Ranch geritten und war dann mit seinem großen Pick-up gekommen und hatte sie und das Baby ins Krankenhaus gefahren.
Samantha seufzte, während sie ihren Sohn betrachtete, der friedlich in einem Korbkinderwagen schlief. Sie könnte ein Taxi rufen, aber wo sollte es sie und Timmy hinbringen? Die gut sechzig Meilen lange Fahrt zurück zu ihrer neu geerbten Ranch würde sie sich bestimmt nicht leisten können. Außerdem war das Haus wahrer Albtraum mit all seinen Schäden …
„Brauchen Sie Hilfe beim Anziehen?“, fragte die Schwester, die mit einer Tasche voller Babyprodukteproben hereinkam. Sie nahm Timmy aus seinem winzigen Bettchen und wickelte ihn in eine weiche blaue Decke. „Übrigens, ich habe Ihren Mann im Flur getroffen und ihm gesagt, dass Sie beide fertig sind.“
Samantha blinzelte verblüfft. „Mein Mann?“ Die Frau musste sie mit einer anderen Patientin verwechseln. „Ich bin nicht …“
„Ich habe ihm gesagt, er soll seinen Pick-up zum Vordereingang fahren“, fuhr die Schwester fort, als hätte Samantha nicht gesprochen. „Sobald Sie sich angezogen haben, hole ich einen Rollstuhl, und Sie und dieser kleine Engel hier können sich auf den Weg machen.“
„Aber ich...




