E-Book, Deutsch, Band 1740, 144 Seiten
Reihe: Baccara
DeNosky Diese Lippen muss man küssen
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95446-164-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1740, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-95446-164-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie soll er sich auf den Wahlkampf konzentrieren, wenn ihn die roten Lippen seiner Gegenspielerin dazu verführen, sie heiß zu küssen und alles um sich herum zu vergessen? Brad kennt Abigail seit der Schulzeit, doch erst jetzt fällt ihm auf, wie sexy sie ist. Genau zum falschen Zeitpunkt: Sie will wie er die Präsidentschaft im renommierten Texas Cattleman's Club. Der reiche Finanzier ist entschlossen, die Wahl zu gewinnen, aber Abigail verdreht ihm den Kopf! Brad muss sich entscheiden: Bekämpft er seine Konkurrentin - oder gibt er ihrer süßen Verlockung nach?
Kathie DeNosky stellt ihren Wecker oft auf 2 Uhr morgens, um wenigstens einige Stunden in Ruhe arbeiten zu können, bevor der Rest der Familie erwacht. Während dann in ihrem Büro leise Countrymusik erklingt, schreibt sie an ihren Romances, denen eine ganz besondere Mischung aus Sinnlichkeit und Humor zeigen ist. Sie zählt zu den Top-Autorinnen und hat bereits viele Auszeichnungen erhalten.
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1. KAPITEL
Verblüfft starrte Brad Price auf das winzige Mädchen, das ihn anstrahlte, während es energisch versuchte, sich seinen kleinen runden Fuß in den Mund zu stopfen. Wann hatte Sunnie ihr rosa Söckchen verloren? Vor kaum zwei Minuten waren sie im Texas Cattleman’s Club angekommen, und schon hatte sie einen nackten Fuß. Wie konnte man mit knapp sechs Monaten so schnell sein?
Ebenso ratlos starrte er auf die Papierwindel in seiner Hand. Was, um Himmels willen, hatte er sich nur dabei gedacht, als er sich bereit erklärt hatte, die Tochter seines verstorbenen Bruders bei sich aufzunehmen? Er hatte doch keine Ahnung, wie man mit einem Säugling umging. Eher noch könnte er ein Raumschiff zum Mond steuern …
Als er sich entschloss, Sunnie zu adoptieren, hatte er sogar daran gedacht, sich nicht mehr für die Präsidentschaft des TCC zur Wahl zu stellen. Aber er hatte vielen seiner Clubfreunde versprochen, sich aufstellen zu lassen. Und Versprechen hielt er grundsätzlich. Außerdem war er fest von den Werten überzeugt, für die der Club mit seinem starken sozialen Engagement stand, und hatte sich vorgenommen, Sunnie in ebendiesem Sinn zu erziehen. Zudem hatte er das, was der Club brauchte, nämlich immer einen kühlen Kopf. Und was die Zukunft der Organisation betraf, hatte er bereits einen soliden Plan ausgearbeitet.
Seit einigen Jahren ließ der Zusammenhalt der alten Garde und der jüngeren Mitglieder nach, und genau das wollte Brad verhindern. Ihm kam es auf die Solidarität und die gemeinsamen Ziele der Mitglieder an, etwas, was für den TCC immer wichtig gewesen war. Und er wollte, dass sie sich wie früher für ihre Heimatstadt Royal in Texas einsetzten und Verantwortung übernahmen.
Wenn er es allerdings nicht endlich schaffte, Sunnie die Windel zu wechseln, waren alle seine ehrenwerten Überlegungen vergebens. Denn dann würde er es nicht pünktlich zur Generalversammlung des Clubs schaffen, um seine Vorstellungen darzulegen. Und das hätte mit großer Wahrscheinlichkeit zur Folge, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Clubs eine Frau, die dazu noch das einzige weibliche Mitglied war, zur Präsidentin gewählt würde. Das konnte er auf keinen Fall zulassen!
Brad schloss die Augen und zählte bis zehn. Ich kann das. Schließlich hatte er einen Abschluss als Finanzplaner und hatte seinen Doktor an der Universität von Texas gemacht, sogar mit summa cum laude. Da wäre es doch gelacht, wenn er an so etwas Simplem wie Windelwechseln scheitern würde. Aber wie fing man die Sache an? Und wenn er das Kind von der alten Windel befreit und die neue zurechtgelegt hatte, wie sollte er die um Sunnies Bäuchlein befestigen?
Während er sich die alte Windel genau ansah, versuchte er sich zu erinnern, was ihm seine Haushälterin Juanita in Bezug auf dieses Problem geraten hatte. Doch da er in Gedanken noch an seiner Wahlrede gefeilt hatte, war er nicht besonders aufmerksam gewesen. Und nun war Juanita nicht mehr erreichbar, weil sie nach Dallas zur Geburt ihres dritten Enkelkindes geflogen war. Warum hatte er sich nur nichts aufgeschrieben? Oder zumindest besser zugehört?
Gerade als er sich entschlossen hatte, eine der weiblichen Angestellten des Clubs zu bitten, ihm zu helfen, hörte er, wie die Tür zum Garderobenraum aufgestoßen wurde. „Gott sei Dank …“, murmelte er vor sich hin, in der Hoffnung, dass jemand hereingekommen war, der mehr Ahnung vom Windelnwechseln hatte als er. „Würden Sie so nett sein und mir helfen?“
„Mit dem größten Vergnügen, Mr Price.“
Bei dem nur allzu vertrauten Ton dieser weiblichen Stimme wandte Brad sich hastig um. Ausgerechnet! Mit einem leicht ironischen Lächeln auf den vollen roten Lippen und vor der Brust verschränkten Armen lehnte Abigail am Türrahmen. Solange er denken konnte, waren Abigail und er in allen Lebensbereichen Rivalen gewesen. Und dass auch sie sich um die Präsidentschaft des Clubs bewarb, hatte ihn in den letzten Monaten besonders erbost. Dennoch erschien sie ihm in diesem Moment wie ein rettender Engel.
„Wie macht man denn dieses Ding bloß an dem Baby fest?“ Verstört hob er die Papierwindel hoch.
Lachend zog Abby ihren Mantel aus und hängte ihn an die Garderobe. „Willst du etwa behaupten, dass der große Bradford Price vor einem Problem steht, das er nicht mit seiner beeindruckenden Logik lösen kann?“
Natürlich nutzte sie die Situation aus, um sich über ihn lustig zu machen … Doch er beherrschte sich und grinste nur leicht. „Sehr witzig, Abby. Willst du mir nun helfen oder nicht?“
Lächelnd trat sie an das Sofa heran, auf dem die Kleine lag, mit den Beinchen strampelte und fröhlich vor sich hin brabbelte. „Hast du wirklich keine Ahnung, wie man das macht?“
Das ist ja wohl offensichtlich! Aber er hütete sich, sie anzufahren, denn er war auf sie angewiesen. Diese verdammte Windel. „Hilfst du mir jetzt, oder muss ich mir jemand anderen suchen, der dazu bereit ist?“
„Selbstverständlich wechsele ich die Windel.“ Abby legte ihre Handtasche ab und setzte sich neben Sunnie aufs Sofa. „Aber nicht, um dir zu helfen.“ Sie kitzelte die Kleine, die vor Vergnügen quiekte. „Sondern um diesen kleinen Engel von seiner schmutzigen Windel zu befreien.“
„Warum auch immer. Hauptsache, es wird getan.“ Und zwar schnell, denn er musste noch jemanden finden, der auf die Kleine aufpasste, während er seine Rede hielt. Wenn alle Kandidaten gesprochen hatten, würden sie den Raum verlassen, damit die Mitglieder sich beraten konnten. Und er würde mit Sunnie nach Hause fahren. Sie beide hatten sich ihren Mittagsschlaf verdient.
Dabei hatte der Tag kaum begonnen. Aber auf ein Baby aufzupassen, war sehr viel anstrengender, als er gedacht hatte. Zu allen möglichen und unmöglichen Uhrzeiten musste so ein Säugling gefüttert werden. Und das ganze Zeug, das man mitnehmen musste, wenn man mit so einem Wesen das Haus verließ.
„Warum hast du die Kleine denn nicht zu Hause bei deiner Haushälterin gelassen?“ Abby sah ihn fragend an, während sie sich das lange kastanienrote Haar zurückstrich und nach der Wickeltasche griff, die Juanita vor ihrer Abreise noch gepackt hatte.
„Sie musste ganz schnell weg, weil bei ihrer jüngsten Tochter morgen ein Kaiserschnitt gemacht wird. Das kam vollkommen überraschend. Wahrscheinlich wird sie ein paar Wochen in Dallas bleiben.“
Beeindruckt sah er zu, wie Abby die Babytücher und den Puder aus der Tasche holte, dann die Kleine hochhob und ihr eine weiße Unterlage mit rosa Häschen darauf unterschob. Woher wussten Frauen, was in einem solchen Fall zu tun war? Hatten sie ein bestimmtes Gen, das den Männern fehlte?
Das musste wohl so sein. Abby und er waren gleich alt, und bevor Sunnie in seinem Leben aufgetaucht war, waren sie beide kinderlos gewesen. Und dennoch wusste Abby, ohne zu zögern, wie mit dem Baby umzugehen war, während er keine Ahnung hatte.
In Windeseile hatte sie die Kleine von der alten Windel befreit, gesäubert und ihr dann die saubere Windel umgelegt. „Hiermit befestigst du die Windel.“ Sie zeigte Brad die beiden kurzen Klebestreifen, die ihm vorher nicht aufgefallen waren. „Du musst nur darauf achten, dass sie fest sitzen, ohne dass sie dem Baby unbequem sind, und …“
Fasziniert von Abbys sanfter melodischer Stimme bemerkte Brad erst nach ein paar Sekunden, dass sie aufgehört hatte zu sprechen. „Ja, und?“
„Hast du mir überhaupt zugehört, Brad? Du kannst dich nicht darauf verlassen, dass immer jemand einspringt, wenn Sunnie eine neue Windel braucht.“
„Ja, ich habe zugehört.“ Allerdings hatte er weniger auf das geachtet, was sie sagte, sondern eher darauf, wie sie es sagte. Aber das würde er lieber für sich behalten.
„Was war mein letzter Satz?“ Sie sah ihn zweifelnd an.
Abby hat die blauesten Augen in ganz Texas, ging ihm durch den Kopf, blau wie die wilden Glockenblumen im Frühsommer. Warum war ihm das nur früher nie aufgefallen?
„Nun, Mr Price?“ Abby nahm Sunnie hoch, stand auf und blickte Brad lächelnd an. „Deine Nichte und ich warten.“
Verdammt, was hatte sie nur gesagt? Doch er konnte sich nicht erinnern, vor allem nicht, als Abby das Kind an sich drückte und ihm einen Kuss auf die weiche Wange gab. Den Anblick würde er nie vergessen, auch wenn er sich nicht erklären konnte, warum nicht … „Also, du hast …“
Was zum Teufel war denn bloß mit ihm los? Warum konnte er sich plötzlich nicht mehr konzentrieren? Und das ausgerechnet vor ihr? So etwas war ihm doch noch nie passiert. Warum musste er dauernd daran denken, wie sich Abbys Lippen wohl auf seiner Haut anfühlen würden? „Also, du hast gesagt, ich muss darauf achten, dass die Windel fest sitzt, mit diesen Klebedingern. Und dass sie dem Baby nicht unbequem sein darf.“ Erleichtert atmete er auf.
„Das hat aber lange gedauert. So viel Zeit hast du nicht immer, wenn es um die Bedürfnisse der Kleinen geht. Du bist jetzt ihr Daddy. Sunnie ist abhängig von dir und muss sich darauf verlassen können, dass du weißt, was zu tun ist.“
Er nickte betreten. Abby hatte recht. Manchmal fragte er sich, ob er sich nicht zu viel aufgeladen hatte, und die Verantwortung bedrückte ihn. „Sunnie wird es an nichts fehlen, darauf kannst du dich verlassen. Ich werde alles dafür tun, dass sie bestens versorgt wird.“ Irgendwie ärgerte es ihn, dass sie ihm das nicht zutraute. „Du solltest mich doch eigentlich gut genug kennen, Abby. Mit halben Sachen gebe ich...




