Delacorte | Wenn die Lust siegt | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1367, 160 Seiten

Reihe: Baccara

Delacorte Wenn die Lust siegt


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-206-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1367, 160 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-86494-206-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als er Angie trifft, weiß Ty Farrell sofort, dass er in Schwierigkeiten geraten wird. Er soll sich um die 'kleine' Schwester seines besten Freundes Mac kümmern. Viele Jahre hat er Angie, die gerade eine Wohnung in Seattle bezogen hat, nicht gesehen. Und n



Shawna Delacorte hatte schon immer eine große Schwäche für Krimis und baut in ihre romantischen Handlungen gern eine spannende Nebenhandlung ein. Aber wussten Sie, das sie ursprünglich Drehbuchautorin werden wollte und lange Zeit im Filmgeschäft tätig war?
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1. Kapitel


Tyler Farrells Geschäftspartner kam ins Büro gestürzt und bat in einem Anflug von Panik: "Du musst mir helfen, Ty. Nimm sie mir für die nächsten paar Tage ab."

"Wen soll ich dir abnehmen?"

"Sie wird nicht viel von deiner Zeit beanspruchen. Sie ist ja noch ein junges Mädchen."

"Wer ist noch ein junges Mädchen?" Tyler wurde langsam ärgerlich. "Wovon redest du, Mac?"

McConnor Coleman atmete tief durch, um sich zu beruhigen. "Soweit ich von Mom weiß, will meine kleine Schwester von Portland nach Seattle ziehen und sich einen Job und eine Wohnung suchen. Sie kam gestern Abend an und wird bei mir wohnen, bis sie mit meiner Hilfe hier Fuß gefasst hat. Ich habe Mom versprochen, ein Auge auf sie zu haben. Vielleicht könntest du abends einmal mit ihr ins Kino gehen und Pizza essen. Mach eine Hafenrundfahrt, oder fahr mit ihr auf die Space Needle. Irgendetwas in der Art."

Mit Nachdruck fuhr Mac fort: "Du brauchst deine anderen Verabredungen deswegen ja nicht abzusagen, du musst meine Schwester auch nicht groß zum Dinner ausführen. Wie gesagt, Angelina ist noch sehr jung. Du weißt ja, ich muss jede Menge Überstunden machen, bis der Entwurf für das neue Bootsmodell endlich fertig ist. Schließlich hängt der Ausbau unserer Firma davon ab. Und ich möchte nicht, dass sie allein in meinem Haus herumsitzt, und schon gar nicht möchte ich, dass sie nachts allein ausgeht."

Ty versuchte, aus Mac schlau zu werden. "Wir sind hier auf Bainbridge Island, nicht in Seattle. Es gibt keinen Grund, warum deine Schwester nicht allein ausgehen kann."

"Ein junges Mädchen sollte nachts nicht ohne Begleitung unterwegs sein."

Ty runzelte die Stirn. Vor seinem geistigen Auge sah er Angelina Coleman, das nervige kleine Mädchen, das er einmal in Macs Elternhaus in Portland, Oregon, getroffen hatte. Seufzend schüttelte er den Kopf. "Ich habe wirklich nicht die Zeit …"

"Bin ich zu früh zum Lunch?"

Ty wirbelte herum. Die angenehme Stimme passte perfekt zu der hübschen Blondine, die in der Tür stand. Eine heftige Welle glühenden Verlangens verdrängte Tys anfänglichen Schock. Konnte diese hinreißende Frau dieselbe Person sein, von der Mac als seiner kleinen Schwester gesprochen hatte?

Mac eilte zu ihr. "Angie, ist es schon Mittag?" Er sah auf seine Armbanduhr. "Anscheinend ist der Vormittag glatt an mir vorbeigeflogen."

Sie lächelte ihren Bruder belustigt an. "Das überrascht mich gar nicht."

Nachdem er sich von seinem Schrecken erholt hatte, wurde Ty aktiv und gab Angie die Hand. "Guten Tag, Angie. Ich bin Tyler Farrell. Du erinnerst dich wahrscheinlich nicht, aber wir haben uns vor einigen Jahren einmal getroffen." Als ihre Hände sich berührten, war es, als jage ein Stromstoß durch seinen Körper. Der Blick ihrer schönen grünen Augen löste erneut einen Schauer in ihm aus – eine Mischung aus sexueller Begierde und Alarmiertheit.

"Natürlich erinnere ich mich an dich. Das war vor vierzehn Jahren, etwa einen Monat bevor du und Mac euren Abschluss an der University of Washington gemacht habt. Mac war derjenige, dem es vor den Abschlussprüfungen graute. Ich war die dürre Zehnjährige mit der Zahnspange." Ein strahlendes Lächeln huschte über ihr schönes Gesicht, und sie setzte vergnügt hinzu: "Und du warst der arroganteste Typ weit und breit."

Ty ließ ihre Hand los und trat benommen ein paar Schritte zurück. Angie brach in herzliches Gelächter aus. Es klang bezaubernd, und Ty hätte es am liebsten immer wieder gehört. In dem Moment, in dem er ihre Hand losließ, überkam ihn das seltsame Gefühl, einen Verlust zu erleiden.

Er fasste sich schnell und nahm sich eine Minute Zeit, um Angie zu betrachten. Er schätzte sie auf knapp einssiebzig, was perfekt zu seiner eigenen Größe von einszweiundachtzig passte. Er ließ den Blick von ihren betörenden Augen über jede Kurve ihres Körpers bis hinab zu ihren Schuhen wandern. Ein anerkennendes Lächeln umspielte seinen Mund. Sie war schlank, aber mit Rundungen an den richtigen Stellen.

Er verspürte eine eigenartige Enge in der Brust, obwohl seine Haut immer noch prickelte, da, wo ihre Hände sich berührt hatten. Betont lässig, obwohl ihm gar nicht danach war, bedachte er Angie mit einem frechen, sexy Grinsen. "Tja, wie ich sehe, hat sich wenigstens einer von uns beiden über die Jahre positiv verändert."

Angie schob die Hände in die Taschen ihrer schicken Stoffhose, eine unbewusste Geste, um das Kribbeln, das seine Berührung bei ihr ausgelöst hatte, zu stoppen. Das frivole Funkeln in seinen haselnussbraunen Augen verriet ihr genau, woran er dachte. Diesen Blick kannte sie, aber er hatte noch nie eine solche Auswirkung auf sie gehabt. Er verhieß Aufregung und der Frau, die das Glück hatte, das Bett des Betrachters zu teilen, Nächte voll sinnlicher Lust.

Dieser Blick verhieß auch Spaß, Freude an alltäglichen Dingen und am Leben im Allgemeinen – etwas, was in ihrem Leben seit dem vergangenen Jahr definitiv fehlte. Sie wollte diese Lebenslust unbedingt zurückgewinnen.

Tyler Farrell war ein sehr beunruhigender Mann, doch er hatte auch etwas Faszinierendes an sich. Da war mehr als nur sein fantastisches Aussehen, sein dichtes dunkles Haar und seine athletische Figur. Sie erschauerte wohlig, denn sie spürte seine unterschwellige Leidenschaft, die sie mit aller Macht erfasste und nicht wieder loslassen wollte.

Angie sah ihren Bruder an. Macs Miene spiegelte einen Anflug von Unsicherheit und Missfallen wider, während sein Blick zwischen seinem Geschäftspartner und seiner Schwester hinund herflog.

Mac räusperte sich. "Angie … wegen des Mittagessens heute …"

Sofort ergriff Ty das Wort. "Mach dir keine Gedanken, Mac. Ich weiß ja, wie beschäftigt du bist. Es wäre mir eine Ehre, Angie zum Lunch zu begleiten." Er grinste. "Um der Firma und um unserer Erweiterungspläne willen."

"Ich will deine Termine nicht durcheinander bringen, Ty. Ich kann mich gut allein amüsieren, bis Mac heute Abend nach Hause kommt." Dass er etwas von Firmenerweiterung gesagt hatte, war ihr nicht entgangen. Hoffentlich würde dieses Vorhaben zu ihren eigenen Plänen passen – Pläne, von denen ihr Bruder noch nichts wusste, obwohl von ihm deren Erfolg abhing. Sie waren der eigentliche Grund für ihren Umzug nach Seattle.

Ty zwinkerte ihr mit einem strahlenden Lächeln zu. "Unsinn. Es gibt nichts, was ich lieber täte, als eine bezaubernde Lady zum Lunch auszuführen." Als er zu Mac hinüberschaute, fing er dessen warnenden Blick auf.

Gleich darauf verließ Ty mit Angie das Büro. Das beengende Gefühl in seiner Brust verstärkte sich, als er den Duft ihres Parfüms wahrnahm. Ihn überkam ein gewisses Unbehagen. Er wusste nicht, worüber er mit dieser wundervollen Frau, die ihn offenbar seiner Fähigkeit beraubt hatte, gewandt und charmant zu sein, reden sollte. Er holte tief Luft. Mac mochte in ihr ja immer noch seine kleine Schwester sehen, aber es bestand kein Zweifel, dass diese junge Dame durch und durch Frau war – bildschön und faszinierend.

Er atmete erneut durch, bemüht, die Flut lustvoller Gedanken, die über ihn hereinbrach, zu verdrängen. Denn er hatte nicht vor, Macs kleiner Schwester zu nahe zu kommen … nicht ernsthaft. Das Stahlband schloss sich noch enger um seine Brust. Das heiße Begehren setzte sich tief in ihm fest. Egal, wie sehr er sich bemühte, Pizza und Kino waren das Letzte, wonach ihm der Sinn stand.

Seine lüsternen Gedanken waren unter den gegebenen Umständen völlig unangebracht, aber deshalb verschwanden sie trotzdem nicht. Sie war Macs Schwester, seine kleine Schwester – ein Ausdruck, der sehr nach Beschützen klang. Und das passte bestens zu dem warnenden Blick, den Mac ihm zugeworfen hatte.

Ty wandte sich Angie zu. "Wollen wir gehen? Es gibt ein nettes kleines Lokal nicht weit von hier."

Sie spazierten am Wasser entlang Richtung Hafen. So sehr er sich auch bemühte, es gelang Ty nicht, Angie nicht ständig anzusehen. Er bewunderte ihre feinen Gesichtszüge, ihre hübsche Nase und ihren unglaublich verführerischen Mund.

"Warum beobachtest du mich dauernd?"

Ihre Bemerkung überraschte ihn. Er suchte fieberhaft nach einer passenden Antwort. "Ich … ich wollte Ähnlichkeiten zwischen dir und Mac herausfinden."

"Ich glaube, wir gleichen beide unserer Mutter."

"Du bist ganz anders, als ich es erwartet habe. Im Geist habe ich immer noch dieses zehnjährige Mädchen vor mir gesehen."

Angie seufzte auf. "Das sieht Mac auch immer noch. Mom genauso. Sie wollen mir ständig helfen. Irgendwie kann ich das sogar verstehen. Ich bin nicht nur das einzige Mädchen in der Familie, ich bin auch die Jüngste – das Nesthäkchen mit fünf großen Brüdern. Mac ist der Älteste, dreizehn Jahre älter als ich. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sie eines Tages aufhören werden, in mir ihre kleine Schwester zu sehen. Aber das dürfte noch eine Weile dauern."

Ty und Angie erreichten das Restaurant. Da es ein sonniger Herbsttag war, nahmen sie auf der Außenterrasse Platz. Nachdem sie ihren Lunch bestellt hatten, lehnte Ty sich zurück, bemüht, locker zu wirken, denn er fühlte sich seltsam unbehaglich. "So, und was hast du so gemacht, seit du dieses kleine Mädchen warst?"

Sie lächelte verschmitzt. "Hauptsächlich habe ich versucht, die Leute davon abzubringen, mich für dieses kleine Mädchen zu halten."

Machte sie sich über ihn lustig? Im Moment war sein Verstand derart umnebelt, dass er nicht wusste, was er denken sollte. Er betrachtete sie erneut eingehend, ließ den Blick kurz auf der...



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