Gedichte
Buch, Deutsch, 97 Seiten, Format (B × H): 140 mm x 210 mm
ISBN: 978-3-96258-091-9
Verlag: PalmArtPress
Wär nicht das Herz, 2011 in Paris erschienen, ist ein Zyklus, der – wie der italienische Dichter Andrea Zanzotto über Deguys Lyrik schrieb – das Unsagbare streift und auf Umwegen, mit Seitenblicken, dennoch ins Werk setzt. Im Lauf der Jahre rückte eine Problematik ins Zentrum von Deguys Schaffen, eine Sorge um das Fortbestehen und die Bewohnbarkeit des Planeten Erde, die er mit großer Sensibilität für Tiere und Pflanzen und für jene Zusammenhänge, die das Menschliche übersteigen, in seinen Gedichten und Prosastücken benennt. Wär nicht das Herz kann exemplarisch für dieses umfangreiche und schillernde, vieldeutige Schaffen stehen. Es vereint äußerst komplexe, anspielungsreiche Texte mit sehr einfachen Gedichten, in denen die Sprache plötzlich aufs Wesentliche reduziert erscheint. 2008 wurde unter dem Titel Gegebend eine Auswahl aus Deguys Schaffen in der Übersetzung von Leopold Federmair veröffentlicht. Wär nicht das Herz ist der erste Band, der vollständig ins Deutsche übertragen wurde.
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Es ist nicht dasselbe
Es ist nicht dasselbe
Tür oder Tor
Trennwand oder Schutzwall
Alkoven oder Garten
Lücke oder Zinne
Zimmer oder Terrasse
Dädalus einmal baust du
um die Erde zu planieren
ein andermal ein Nest zur Bleibe
Es ist nicht dasselbe
das Innen des Außens
oder des Innens
* * *
Die Götter sind nicht mehr
Die Toten sind nicht mehr, die Manen
Die Tiere sind nicht mehr, die großen Wandfiguren
Magier der Anthropomorphose
Die Natur ist nicht mehr
Der Erbfeind, nicht einmal er
. . . Endlich allein?
Woher kommt dann der Schrecken?
Dann wäre nur noch das Unter-Uns
Das wir zu schonen hätten
– zuerst, indem wir das Wir erfinden?
Der Dritte, der Anders-als-der-Andere,
Wäre vielleicht der Raum, das astrophysische Anderswo
Für welches sich das Irdisch-Sein entspielt?
Nihil
Obstat




