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Decrinis Blutiges Gelübde


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96817-567-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

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Ein kaltblütiger Attentäter und zwei Ermittler im Wettlauf gegen die Zeit …
Der atemberaubende Thriller für Fans von Sebastian Fitzek

Graz: Ein unbekannter Täter erschießt den Rektor des Bischöflichen Gymnasiums. Die Mordkommission um Sabrina Mara und Kurt Hutnagl nimmt sofort die Ermittlungen auf, und das gefährliche Spiel beginnt. Obwohl sie die Identität des Täters aufdecken können, stehen die beiden vor einem Rätsel: Was ist sein Motiv? Und wie kann er gestoppt werden? Als weitere Menschen getötet werden, findet Mara eine unerwartete Verbindung zwischen den Opfern – eine Verbindung, die zu einem alten Ritterorden führt. Bald merkt sie, dass sie einer tödlichen Verschwörung auf der Spur ist. Und die Gefahr ist viel näher, als sie denkt …

Dies ist eine Neuauflage des bereits erschienenen Titels Verdacht.

Erste Leserstimmen
„Wow! Was für ein spannender Thriller. Ich habe so oft den Atem angehalten!“
„Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, musste unbedingt wissen, wie es ausgeht und ob die Ermittler heil aus dem Attentat rauskommen.“
„Fesselnd, beklemmend und einfach nur von Anfang bis Ende spannend.“
„Paul Decrinis hat einen wahnsinnig atmosphärischen Krimi-Thriller geschaffen. Ich spreche eine klare Empfehlung für dieses Ebook aus!“



Dipl. Ing. Paul Decrinis, geboren 1968 in Kärnten, studierte erfolgreich Telematik und Wirtschaft in Graz. Nach dem Studium arbeitete er als Datenbankentwickler. Seit 2017 gehört er dem Syndikat, der Vereinigung der Krimiautoren, an.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


07:30 Uhr


Sabrinas Puls beschleunigte sich etwas, während sie vom Gaspedal stieg. Durch die Windschutzscheibe sah sie eine Menschentraube an der Haltestelle der Linien vier und fünf. Dass die Leute vor der Pädagogischen Hochschule nicht auf die nächste Straßenbahn warteten, erriet sie auf den ersten Blick. Manche hielten ihre Handys an die Ohren. Andere versuchten mit wilden Gesten, die Polizisten davon zu überzeugen, sie wenigstens auf den Hasnerplatz zu lassen.

Sabrina ließ die Fensterscheibe runter, nahm die Kokarde in die Finger und glitt auf die Kollegen zu. Diese nickten und wiesen sie mit der Kelle an, nach links abzubiegen. Wenig später fuhr sie an mehreren Blaulichtwagen vorbei und parkte ihren meeresblauen Golf hinter einem Rettungswagen.

Sie stieg aus, eilte zum Befehlskraftwagen und klopfte an die Tür.

Die Schiebetür des VW-Busses öffnete sich quietschend. Der Geruch von Aftershave drang in ihre Nase. Das Logo von Raumschiff Enterprise auf dem roten T-Shirt fiel ihr sofort auf. Dass der Kriminaltechniker die Star-Trek-Welt seiner Jugendjahre nie verlassen hatte, überstieg ihr Verständnis. Wie konnte ein Dreißigjähriger, dem die blonden Haare ausdünnten, noch immer meinen, ständig Scotty spielen zu müssen? »Willkommen an Bord, Lieutenant Uhura«, grüßte er. Fehlte nur noch, dass Christof Istel salutierend die Hand an die hohe Stirn hob.

Im Gegensatz dazu spiegelte sich in Hutnagl die Gefahr, welche die Lehrer und Schüler des Bischöflichen Gymnasiums bedrohte. Die hellblauen Augen strahlten nicht die übliche Zuversicht aus. Im Gegenteil verstärkten das grau melierte Kopfhaar und der schwarze Schnauzer den besorgten Blick. Wie gewohnt trug Hutnagl das weiße Seidenhemd, doch die blaue Krawatte samt Nadel mit der emaillierten Muschel fehlte.

»Willst du dich zum Chief Petty Officer setzen?« Istel zeigte auf einen knapp Sechzigjährigen in Uniform. Die Rangabzeichen wiesen ihn als Chefinspektor aus.

Sabrina nickte und ließ sich auf dem freien Sitz bei der weißen Tafel nieder, während Istel neben ihrem Chef Platz nahm.

Hutnagl deutete mit seinem kantigen Kinn auf den Chefinspektor. »Teuschl, wie sieht es mit der Abriegelung aus?«

»Weiträumig abgesperrt. Für den gibt’s kein Entkommen, falls der noch drin ist.«

»Gut.« Hutnagl presste seine schmalen Lippen zusammen, sodass sie sich zu einem Strich verkleinerten.

»Haben wir schon einen Platz für die Pressefritzen?«, warf Sabrina ein.

»Die Kreuzgasse«, antwortete der Chefinspektor. »Die kriegen einen Blick auf die Schule, und wir haben sie dort immer gut im Griff.«

»Wenigstens etwas.« Hutnagl seufzte. Er zog eine Dose Kautabak aus der Sakkotasche und umklammerte sie. »Ganz ehrlich, das schaut nach einer Amoklage aus. Wir wissen, dass der Täter im Lindenhof den Direktor erschossen hat. Dann ist er in das Schulgebäude zurück. Kurz darauf dürfte er eine Granate gezündet haben. Deshalb habe ich gleich die Cobra hineingeschickt. Und die haben auf der Toilette neben dem Haupteingang eine Sporttasche voll Munition und eine Bombe gefunden. Das Bombenkommando kümmert sich gerade darum. Und was können wir jetzt tun?« Hutnagl legte die Dose Kautabak auf den Tisch und öffnete sie. »Beten und Tabak kauen.«

Sabrina warf einen Blick auf ihre s.Oliver-Armbanduhr. Ein Amoklauf in einer katholischen Schule war das Allerletzte, was sie sich wünschte. Wie viele Mütter könnten bald ihre Kinder glücklich in die Arme schließen? Wie oft würde die schreckliche Aufgabe auf sie zukommen, gegenüber den Eltern das Unaussprechliche in Worte kleiden zu müssen? Wie viele Väter würden heulend zusammenbrechen? Niemand konnte das jetzt sagen. Auf ihrer Armbanduhr zog der Sekundenzeiger still seine Bahn.

Hutnagl nahm ein Stückchen Kautabak aus der Dose und legte es sich in den Mund. »Herr Istel«, wandte er sich an den Kriminaltechniker, »haben wir den Notruf von der Leitstelle schon erhalten?«

»Aye, Captain.«

»Können Sie ihn abspielen?«, fragte Hutnagl.

»Aye.« Istel öffnete das Notebook. Seine Finger flogen über die Tastatur. Wenig später ertönte aus dem Laptop das Telefonat, das zu dem Einsatz geführt hatte.

»Wir sind uns alle einig«, führte Hutnagl nach dem Soundfile aus, »dass Kaplan Birkner ein Spitzenzeuge ist. Ich will ihn als Erstes befragen.«

»… wenn er es überlebt hat«, murmelte der Chefinspektor.

»Wollen wir’s hoffen.« Sabrina seufzte. Solange sich die Cobra nicht meldete, konnte sie nur raten, wie viele Opfer der Amoklauf gefordert hatte. Falls es ganz blöd lief, dann würde ihr geliebter Axel das Bischöfliche Gymnasium als Leiche verlassen. Nie wieder würde sie dann den beruhigenden Unterton in seiner festen Stimme hören, nie mehr würde sie ihren Kopf an seine Schulter lehnen können, und der Zauber der Liebe würde für immer im Dunkel der Trauer verschwinden. Ihre Finger klammerten sich an die Tischplatte.

Hutnagl fuhr sich mit der Hand über die Haare, als wollte er sie frisieren. »Wie auch immer. Der Hasnerplatz wird unser Sammelplatz. Für die Befragungen brauchen wir einen geeigneten Raum.«

»Da fällt mir der Sozialraum drüben in der PH ein.« Mit vibrierenden Fingern deutete Sabrina zur Pädagogischen Hochschule. Sie grübelte. »Wenn wir Herrn Birkner vernehmen, wäre das Soundfile vielleicht hilfreich für uns.«

»Captain. Lieutenant Uhura. Ich überspiele es euch.«

Sabrina legte das Handy auf den Tisch, und Hutnagl tat es ihr gleich. Der Techniker stellte die Verbindung zu den Geräten her und startete die Übertragung. Dabei sprang ihr Istels Daumennagel ins Auge, der einen halben Zentimeter über die Fingerkuppe ragte. Vergeblich hatte sie sich bemüht, es ihm auszureden, denn Istel hielt es für sein Markenzeichen. Nach zwei Minuten war der Transfer fertig.

»Dachstein eins von Cobra eins, kommen«, krähte es aus den Lautsprechern.

Hutnagl nahm das Funkgerät in die Hand. »Dachstein eins hört.«

»Durchsuchung abgeschlossen und Objekt gesichert. Ein Toter, keine Verletzten, kein Tatverdächtiger. Kommen.«

Sabrina ballte die Faust und löste sie sofort wieder. Allein Axel über Funk zu hören, kam einer Frohbotschaft gleich, die ihresgleichen suchte. Was für eine Leistung der Cobra, dass es nur beim Mordopfer im Lindenhof blieb. Wow. Sie verdiente einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, wenn man den Täter gefasst hätte.

»Evakuierung einleiten«, befahl Hutnagl. »Falls ihr auf einen Kaplan Birkner stoßt, meldet es mir.«

»Verstanden«, bestätigte Axel Kleingott.

Hutnagl legte das Funkgerät auf dem Tisch ab. »Wir haben ein Wunder erlebt. Der Allmächtige hat seine Schutzengel ausgeschickt und das Bischöfliche vor einem Blutbad bewahrt.«

»Aber den Täter hat er uns nicht geliefert«, konterte Sabrina.

»Der ist einfach rechtzeitig weg«, warf Chefinspektor Teuschl ein. »Das erklärt, wieso niemand verletzt worden ist und die Cobra auch keine Verdächtigen gefunden hat.«

»Oder er hat sich unter die Opfer gemischt, als er uns bemerkt hat«, mutmaßte Sabrina.

Hutnagl nickte. »Macht alles Sinn.« Er wandte sich an Istel. »Für die Untersuchungsstraße benutzen wir in der PH die Turnhalle. Schließen Sie …«

»Captain«, unterbrach ihn Istel, »auf den Sportdecks riecht es immer so nach Schweiß. Mir gefiele die Messe neben der Kombüse besser. Ich möchte bald mal was essen.«

Sabrina grinste. Kein Wunder, dass der Kriminaltechniker über so eine Körperfülle verfügte, wenn er dauernd nur ans Futtern dachte.

»Herr Istel, ich brauche Ihnen nicht zu erzählen, dass die Untersuchungsstraße Platz braucht. Und wo haben wir den?«

»Ja, dann werden wir doch auf dem Sportdeck die Lehrer und Schüler nach Schmauchspuren von terranischen Waffen abscannen.«

»Istel«, fuhr Hutnagl den Kriminaltechniker an. »Wie oft muss ich Ihnen noch sagen, dass wir hier nicht im Kindergarten sind? Bitte lassen Sie den blöden Captain bleiben, und machen Sie Ihren Job! Und geben Sie mir Meldung, wenn der Test bei irgendwem anschlägt. Haben wir uns jetzt verstanden?«

Istel starrte ins Leere wie ein nass gespritzter Kater. Dann nickte er.

»Und Sie, Frau Mara«, wandte sich Hutnagl an Sabrina, »kümmern sich um den Sozialraum.«

***

Das war knapp gewesen, so richtig knapp.

Er hatte es gerade noch nach draußen geschafft, als es geknallt hatte. Die mächtige Eichentür am alten Haupteingang hatte zwar gezittert, jedoch hatte sie der Druckwelle standgehalten. Kein einziger Splitter war auf die Grabenstraße geflogen. Niemand hatte die Explosion bemerkt. Die Autos waren so wie an jedem Tag gefahren.

Trotzdem hatte er weggemusst.

So schnell wie möglich.

Martinshörner. Bald hätte es von Bullen gewimmelt. Gleich wären sie in der Kreuzgasse aufgetaucht. Wenn er sich nicht aus dem Staub gemacht hätte, wäre er ihnen aufgefallen.

Die Polizeisirenen waren näher gekommen.

Er war höchste Zeit gewesen.

Losgestürmt war er über den Zebrastreifen.

Da hatte er seinem Instinkt vertraut.

Rechts hatte sich ihm ein Schlupfloch geboten. Er hatte nur den Fuß auf das Grundstück des Nachbargymnasiums in der Kirchengasse gesetzt, um aus der Gefahrenzone zu entkommen. Er war über den Parkplatz jener Schule auf die andere Seite gehuscht. Dort war er am Eingangstor stehen geblieben und hatte auf die Bergmanngasse gespäht.

Rasende Streifenwagen.

Blaulicht.

Martinshörner.

Ein schwarzes Ungetüm, eine Mischung aus Auto, Laster und Rammbock, war an ihm vorbeigeprescht. Aus dem Dach hatten zwei Köpfe mit...



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