Deaver | Ich wünsch’ dir nur das Beste | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 390 Seiten, Format (B × H): 140 mm x 210 mm

Reihe: Katalyst Verlag

Deaver Ich wünsch’ dir nur das Beste


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-949315-50-3
Verlag: Zuckersüß Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 390 Seiten, Format (B × H): 140 mm x 210 mm

Reihe: Katalyst Verlag

ISBN: 978-3-949315-50-3
Verlag: Zuckersüß Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als Ben De Backer sich gegenüber den Eltern als nicht-binär outet, wird Ben aus dem Haus geworfen und hat keine andere Wahl, als bei der entfremdeten älteren Schwester einzuziehen. Ben kämpft mit einer Angststörung, die durch die Ablehnung der Eltern noch verstärkt wird, und offenbart sich nur einer Handvoll von Menschen. Aber Bens Versuche, unbemerkt die letzte Hälfte des Abschlussjahres zu überstehen, werden vereitelt, als Nathan Allan, ein lustiger und charismatischer Student, beschließt, Ben unter seine Fittiche zu nehmen. Während die Freundschaft von Ben und Nathan wächst, entwickeln sie Gefühle füreinander, und was als Katastrophe begann, sieht so aus, als könnte es nun eine Chance sein, ein glücklicheres neues Leben zu beginnen. 'Ich wünsch' dir nur das Beste' ist ein Roman, der abwechselnd herzzerreißend und fröhlich ist. Es ist ein kraftvolles Buch über Freundschaft und Liebe und ein leuchtendes Zeichen der Hoffnung für alle, die manchmal am Leben verzweifeln könnten.

Mason Deaver ist ein*e preisgekrönte*r Young Adult Bestseller- Autor*in. Masons erstes Buch, 'Ich wünsch' dir nur das Beste', war in den USA ein sofortiger Bestseller und hat zahlreiche Preise gewonnen. Masons zweites Buch, 'The Ghosts We Keep', erhielt eine ausgezeichnete Rezension von Booklist und wurde von der American Library Association für die 'Reading Rainbow List' ausgewählt. Masons drittes Buch, 'The Feeling of Falling in Love', erschien im Sommer 2022.
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EINS


„Ben, Schatz, geht es dir gut?“

Mom räumt meinen Teller ab, auf dem der größte Teil meines Abendessens immer noch unberührt liegt. Ich habe gerade mal ein oder zwei Bissen davon gegessen, die mir aber wie Steine in den Magen geplumpst sind, sodass das bisschen Appetit, das ich hatte, sofort verschwunden war.

„Ja, mir geht’s gut“, erzähle ich ihr. Es ist einfacher, ihr nur das zu sagen. Immer noch besser, als dass sie das Fieberthermometer oder irgendwelche Medikamente aus dem Schrank holt. „Hab bloß viel im Kopf.“

Das ist nicht komplett gelogen, nicht wirklich.

„Die Schule?“, fragt Dad.

Ich nicke.

„Du fällst aber nicht hinter den anderen zurück, oder?“

„Nein, es ist nur viel los.“ Und wieder nicht komplett gelogen. Wenn ich nur ein paar Details für mich behalte, ist es dann überhaupt eine Lüge?

„Also“, sagt Mom, „Hauptsache deine Noten bleiben gut. Wann bekommt ihr eure Zeugnisse?“

„Nächste Woche.“ Ich werde nur Einsen haben, außer in Englisch, womit ich mir vermutlich ein Wir sind nicht sauer, nur enttäuscht einfangen werde.

„Bist du sicher, dass es dir gut geht? Diese Wetterumschwünge machen dir doch immer zu schaffen.“ Mom kommt zu mir und streicht mir die Haare aus der Stirn. „Du fühlst dich tatsächlich etwas warm an.“

„Mir geht es gut.“ Ich schüttele ihre Hand ab. „Ich bin nur müde, wirklich.“

Und ich glaube, das reicht ihr als Erklärung, denn sie schenkt mir dieses kleine Lächeln.

„Na gut.“ Sie behält mich weiter im Blick, während sie weggeht. „Wir sollten dir einen Termin beim Friseur machen, im Nacken sind deine Haare schon wieder viel zu lang.“

„Okay.“ Ich trinke einen Schluck Wasser, um etwas zu tun zu haben. „Habe ich euch erzählt, dass Gabby Daniels als Vorsitzende des Kunstclubs zurücktreten musste?“

„Nein. Ist etwas passiert?“, fragt Mom.

„Ich denke, es wurde ihr einfach zu viel, sie ist in so ziemlich jeder Gruppe, die es an der Schule gibt. Aber das bedeutet, dass ich jetzt diese Aufgabe übernehme!“

„Ach, mein Schatz, das ist ja toll!“, sagt Mom, während sie die Teller abspült, bevor sie sie in die Spülmaschine gleiten lässt. „Kommen denn dann noch zusätzliche Aufgaben auf dich zu?“

„Hauptsächlich Veranstaltungen und Ausflüge planen. Ich bin eh schon bei den meisten Sitzungen für sie eingesprungen, also wird sich nicht viel ändern.“

„Bist du sicher, dass dir das nicht Zeit raubt, die du zum Lernen brauchst?“, wirft Dad ein und verzieht dabei sein Gesicht. „Erinnere dich an unsere Vereinbarung: Wenn deine Noten schlechter werden, musst du aufhören.“ Er richtet sich in seinem Stuhl auf.

„Ja, Sir.“ Ich kann den leichten Druck in meinem Gehirn spüren, als ob sich von innen etwas gegen meinen Schädel drängt. Ich schaue zu Mom, in der Hoffnung, dass sie etwas sagt, doch das tut sie nicht. Sie starrt nur auf den Boden, wie sie es normalerweise tut, wenn Dad so wird. „Ich weiß.“

Dad seufzt und geht ins Wohnzimmer, und ich nehme das restliche Geschirr vom Tisch und stelle es auf den Küchentresen, hole die Tupperware hervor und verpacke das übrig gebliebene Essen.

„Danke, mein Schatz.“ Mom schaut beim Geschirrspülen nicht auf.

„Kein Problem“, sage ich ihr. „Wie war die Arbeit?“

„Ach, du weißt ja.“ Sie zuckt mit den Schultern.

„Dr. Jameson gibt seinen Papierkram immer an mich ab, anstatt ihn selbst zu erledigen.“

„Seinen eigenen Papierkram erledigen?“, necke ich sie. „Auf was für Ideen du kommst!“

„Oder?“ Mom kichert und schaut mich mit großen Augen an. „Ich schwöre dir, eines Tages werde ich ihn zur Rede stellen.“

„Sagst du mir nicht immer, niemals mit Menschen komplett zu brechen?“

„Ja, das ist wohl wahr. Aber ich bin hier die Erwachsene, und ich kann machen, was ich will.“ Mom lacht in sich hinein und stellt das Geschirr beiseite. „Was hast du heute eigentlich gemacht?“

„Ach, nichts. Ein bisschen gezeichnet, an ein paar Projekten gearbeitet, die nach den Ferien fällig sind, nichts allzu Aufregendes.“ Und wieder halte ich nur Informationen zurück.

Die meiste Zeit meines Tages bestand darin, mir vorzustellen, was ich heute vorhabe, und dabei total die Nerven zu verlieren, mir noch einmal YouTube-Videos anzuschauen, wie andere Leute so was gemacht haben, noch einmal alte Nachrichten von Mariam zu lesen. Und bei all dem wäre mir beinahe das Erdnussbutter-Sandwich hochgekommen, das ich mir zum Mittagessen gemacht hatte.

Naja, so ganz typischer, alltäglicher Kram halt.

Mom stellt den letzten Topf auf die Abtropfhalterung, während ich die Tupperware im Kühlschrank übereinanderstapele. „Bist du dir sicher, dass es dir gut geht? Du hast nichts Komisches gegessen, oder?“ Moms Hand regt sich, als wolle sie wieder meine Stirn fühlen, aber ich schaffe es, ihr zu entkommen.

„Es geht mir wirklich gut, versprochen.“

Lüge.

„Wenn du es sagst.“ Sorgfältig legt Mom neben der Spüle die Geschirrtücher zusammen. „Hast du immer noch Lust, einen Film zu schauen?“

„Ja, klar. Ich bin in einer Minute bei euch.“

„Vielleicht zwingt er uns nicht, zum zwanzigsten Mal Kevin allein zu Haus zu schauen“, murmelt Mom, eher zu sich selbst, denke ich.

„Das ist ein Klassiker“, ärgere ich sie und sie lächelt mich an, nimmt die Pfefferminzstangen, die sie vor ein paar Tagen gemacht hat, und verschwindet im Wohnzimmer.

Als sie draußen ist, beuge ich mich über die Spüle und wappne mich für den Fall, dass mir mein Abendessen gleich wieder hochkommen sollte. Ich schaffe das. Das wird schon. Alles wird gut und es ist definitiv das Richtige, das zu tun.

Ich kenne meine Eltern, sie kennen mich und sie verdienen es, auch diese Sache über mich zu wissen.

Und ich möchte es ihnen auch sagen, das möchte ich wirklich, von ganzem Herzen.

Also werde ich genau das jetzt tun.

„Ben, bring mir das Popcorn mit“, ruft Dad aus dem Wohnzimmer und in mir verkrampft sich alles. Ich nehme den großen Eimer vom Küchentresen, den mit den vier verschiedenen Geschmacksrichtungen, den Dad immer zu Weihnachten kauft, und ziehe ins Wohnzimmer um, nur dass meine Füße in Zement festzustecken scheinen.

Im Haus herrscht immer noch Weihnachtsstimmung. Mom und ich sind uns darüber einig, dass die Menschen Feiertage nicht mal annähernd genug wertschätzen, also lässt sie den Baum üblicherweise bis zum ersten Tag des neuen Jahres stehen, und auch die Dekoration bleibt hängen. Ich bin mir nicht sicher, ob andere Familien es genauso machen, aber das ist einer meiner liebsten Mutter-ismen von ihr.

Sie hat schon entschieden, heute Abend Buddy – Der Weihnachtself anzuschauen, nur dass wir ihn nicht auf DVD haben und sie deswegen durch die Kanäle schaltet, um ihn zu finden. Was schwerer ist als gedacht, denn sobald die Feiertage vorbei sind, hören die meisten Sender auf, Weihnachtsfilme zu zeigen. Ich schlage vor, dass wir ihn auch online leihen können, aber sie wirken beide nicht interessiert.

„Als Nächstes kommt sowieso Lampoon.“ Dad kaut auf seinem Popcorn herum.

Es läuft die Szene, in der Will Ferrells Figur und Zooey Deschanel gemeinsam singen, während sie unter der Dusche steht. Und ich verstehe natürlich, dass die Figur naiv sein soll oder so was in der Art, aber ich finde es trotzdem ein bisschen komisch.

„Na, also das ist doch mal eine Frau.“ Dad lacht auf und stopft sich weiter schokoladenüberzogenes Popcorn in den Mund. „Oder, Ben?“

„Klar.“ Ich gebe mein Bestes, so zu tun, als würde ich seinen Witz lustig finden, obwohl das nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte. Ich frage mich, ob sie jemals meine Tarnung durchschaut haben, ob sie jemals auch nur darüber nachgedacht haben, dass ich jemand anderes sein könnte als ihr perfekter Sohn.

Ich mag es nicht, Dad anzulügen.

Oder Mom.

Im Grunde lebe ich die ganze Zeit eine Lüge. Sie wissen längst nicht alles über mich.

Und genau darauf habe ich diesen Abend hingearbeitet, oder vielmehr die ganzen letzten Wochen. Es ist der Grund dafür, warum ich keinen Appetit hatte, der Grund, warum ich mich die letzten Tage kaum auf etwas konzentrieren konnte. Die Weihnachtsferien vergingen im Schneckentempo, weil ich mir hoch und heilig versprochen hatte, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt während der Feiertage passieren würde. Heute Abend fühlt sich wie der richtige Moment an, auch wenn ich nicht wirklich erklären kann, wieso. Vielleicht befinde ich mich in einem magischen Weihnachtsrausch.

Es ist die richtige Zeit dafür, oder?

Der Werbespot einer Automarke zeigt Sonderangebote zu den „Ho-Ho-Holidays“ und aus dem Augenwinkel sehe ich, wie mein Vater den Kopf schüttelt.

„Nicht in Ordnung so was“, höre ich ihn in sich hinein murmeln.

Mariam hat das Ganze mit mir über ein halbes Dutzend Mal durchgespielt; ich muss bloß auf den richtigen Moment warten, einen Augenblick der nächtlichen Ruhe und Entspannung, in dem wir uns alle ziemlich gut fühlen.

Es wird gut werden....


Milsch, Luca Mael
Luca Mael (vorher Charlotte) Milsch, Studium der Literaturwissenschaften in Berlin und
Hannover, schreibt, übersetzt und lektoriert Lyrik und Prosa und
moderiert Lesungen und Podien. Literarische Arbeiten erschienen in
verschiedenen Anthologien, Magazinen und Literaturzeitschriften.

Deaver, Mason
Mason Deaver ist ein*e preisgekrönte*r Young Adult Bestseller- Autor*in. Masons erstes Buch, „Ich wünsch’ dir nur das Beste“, war in den USA ein sofortiger Bestseller und hat zahlreiche Preise gewonnen. Masons zweites Buch, „The Ghosts We Keep“, erhielt eine ausgezeichnete Rezension von Booklist und wurde von der American Library Association für die „Reading Rainbow List“ ausgewählt. Masons drittes Buch, „The Feeling of Falling in Love“, erschien im Sommer 2022.



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