Deaver | Blutiger Mond | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 656 Seiten

Reihe: Thriller von Bestsellerautor Jeffery Deaver

Deaver Blutiger Mond

Thriller von Bestsellerautor Jeffery Deaver 2 | Ein abgründiger Bestseller vom Meister der psychologischen Spannung
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-975-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller von Bestsellerautor Jeffery Deaver 2 | Ein abgründiger Bestseller vom Meister der psychologischen Spannung

E-Book, Deutsch, Band 2, 656 Seiten

Reihe: Thriller von Bestsellerautor Jeffery Deaver

ISBN: 978-3-98952-975-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Deine kleine Tochter - im Netz eines Mörders ... Ein grausames Verbrechen erschüttert eine Kleinstadt in Indiana: Eine ermordete Studentin, ihre kalte Leiche zwischen Wacholdersträuchern verscharrt. Als der Polizist Bill Corde auf den Fall angesetzt wird, ahnt er noch nicht, dass die Ermittlungen ihn in eine Welt aus Terror und Panik stürzen werden - denn neben der Leiche findet er ein blutverschmiertes Bild seiner eigenen Familie. Hat der Mörder es als nächstes auf seine Frau und Kinder abgesehen? Plötzlich muss er erkennen, dass der imaginäre Freund seiner kleinen Tochter Sarah, den sie nur den »Sonnenschein-Mann« nennt, vielleicht viel realer sein könnte, als von ihm angenommen ... »Deaver schreibt meisterhaft konzipierte Thriller mit intelligenter, messerscharfer Logik.« Publishers WeeklyDieser furiose Psychothriller für Fans von Chris Carter und Steve Cavanagh wird Sie das Fürchten lehren! Als Hörbuch bei Saga Egmont erhältlich sowie als eBook bei dotbooks.

Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Seit seinem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat Jeffery Deaver sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Die Website des Autors: www.jefferydeaver.com/ Der Autor bei Facebook: www.facebook.com/JefferyDeaver/ Der Autor auf Instagram: www.instagram.com/officialjefferydeaver/ Bei Saga Egmont im Hörbuch und bei dotbooks im eBook veröffentlichte der Autor seine mitreißenden Thriller »Schule des Schweigens«, »Blutiger Mond«, »Nachtgebet« und »Ein tödlicher Plan«.
Deaver Blutiger Mond jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Mit jeder Meile, die sie hinter sich brachten, wurde ihr das Herz ein bisschen schwerer.

Das neunjährige Mädchen, das in sich zusammengesunken auf dem Beifahrersitz saß, rieb mit einem Finger über die abgewetzte beigefarbene Armlehne. Der Fahrtwind, der durch das geöffnete Seitenfenster hereindrang, blies der Kleinen eine blonde Strähne ins Gesicht. Sie strich sie sich aus der Stirn und sah den ernst dreinblickenden und grauhaarigen, fast vierzigjährigen Mann hinter dem Steuer an. Er fuhr vorsichtig und schaute stur auf die lange weiße Kühlerhaube des Wagens.

»Bitte«, sagte das Mädchen.

»Nein.«

Sie legte die Hände in den Schoß.

Wenn er an der nächsten Ampel anhalten musste, würde sie vielleicht aus dem Auto springen.

Wenn er die Geschwindigkeit nur ein kleines bisschen herabsetzte ...

Ob es wohl sehr wehtun würde, fragte sie sich, wenn man sich aus einem Wagen in das hohe Gras am Straßenrand fallen ließ?

Sie stellte sich vor, wie sie über die grünen Halme rollte und die kühlen Tautropfen auf Gesicht und Händen spürte.

Aber was dann? Wohin sollte sie laufen?

Vor ihnen sprang eine Ampel auf Grün, und das Mädchen zuckte zusammen, als wäre neben ihm eine Kanonenkugel abgefeuert worden. Der Wagen bog ab und rumpelte durch die Einfahrt in Richtung eines niedrigen Ziegelsteingebäudes. Das Mädchen begriff, dass damit die letzte Chance zur Flucht vorbei war.

Das Auto kam zum Stehen, und die Bremsen quietschten leise. »Gib mir einen Kuss«, sagte der Mann, beugte sich über sie und öffnete ihren Sicherheitsgurt. Der Gurt schnellte hoch, aber sie hielt sich daran fest, als hinge ihr Leben davon ab. »Ich will nicht. Bitte!«

»Sarah!«

»Nur heute nicht, bitte!«

»Nein.«

»Lass mich nicht allein.«

»Raus mit dir!«

»Ich bin noch nicht so weit.«

»Tu dein Bestes.«

»Ich habe Angst.«

»Da ist nichts, wovor du ...«

»Bitte, lass mich nicht allein!«

»Hör zu«, sagte er hart, »ich bin ganz in der Nähe. Drüben am Blackfoot Pond. Das ist nicht mal eine Meile entfernt.«

Ihr Vorrat an Einwänden war erschöpft. Sarah öffnete die Wagentür, blieb aber sitzen.

»Gib mir einen Kuss.«

Sie beugte sich zu ihm und küsste ihn rasch auf die Wange. Dann stieg sie aus dem Auto in die kühle Frühlingsluft, die unangenehm nach Busabgasen stank. Sarah machte drei Schritte auf das Gebäude zu und verfolgte dann, wie der Wagen aus der Einfahrt fuhr. Sie musste an die Garfield-Puppe denken, die an der Heckscheibe des Kombiwagens klebte. Ihr fiel wieder ein, wie sie sie selbst dort befestigt hatte. Zuerst hatte sie über die Saugnäpfe geleckt und dann das Kuscheltier an die Scheibe gedrückt. Aus irgendeinem Grund hätte sie bei dieser Erinnerung am liebsten laut losgeheult.

Vielleicht würde er einen Blick in den Rückspiegel werfen, sie in ihrer Not sehen, seine Meinung ändern und zurückkehren.

Der Wagen verschwand hinter einer Kuppe.

Sarah drehte sich um und betrat das Gebäude. Sie hielt ihre Frühstücksbox fest an die Brust gepresst, während sie durch die Flure schlich. Obwohl sie so groß war wie die anderen Kinder, die hier herumschwärmten, fühlte sie sich doch kleiner als sie. Und ihnen unterlegen. Schwächer.

Vor der Tür zu ihrem Klassenzimmer blieb sie stehen und warf einen Blick hinein. Ihre Nasenflügel blähten sich auf, und sie hatte solche Angst, dass sie eine Gänsehaut bekam. Nach einem Moment des Zögerns machte sie auf dem Absatz kehrt und marschierte fest entschlossen aus dem Gebäude. Sie erhielt manchen Stoß und Knuff, als sie sich gegen den Strom lärmender, lachender und rufender Kinder bewegte.

Kaum zehn Meter von der Stelle entfernt, an der man letzte Nacht die Leiche gefunden hatte, entdeckte er den Zettel.

Das Stück Papier, das an einen Rosendorn geheftet und von getrocknetem Blut rotbraun gefärbt war, flatterte in der feuchten Morgenbrise und schien seine Botschaft in das noch fahle Sonnenlicht hinauszumorsen.

Bill Corde kämpfte sich durch das Gewirr von Wacholdersträuchern, Ahornschößlingen und Forsythienranken zu dem Zettel vor.

Hatten die Beamten den Fetzen gestern Nacht übersehen? Kaum vorstellbar.

Er schlug sich an einer herausragenden Wurzel das Schienbein auf und fluchte leise, doch das brachte ihn nicht davon ab, weiter zu dem Papier vorzudringen.

Corde war einsfünfundachtzig groß und fast vierzig. Doch sein kurz geschnittenes Haar, das grau wie das einer Perserkatze war, ließ ihn älter erscheinen. Seine Haut war noch ziemlich blass für die Jahreszeit, aber er hatte in dieser Saison erst zweimal Gelegenheit gefunden, angeln zu gehen. Aus der Ferne wirkte er schlank, doch ihm war nur zu bewusst, dass der Bauch sich mehr über den Gürtel wölbte, als ihm lieb sein konnte. Corde trieb nicht viel Sport, und wenn, dann Softball. Am heutigen Morgen, wie an jedem anderen auch, war sein Diensthemd sauber und steif wie frisches Balsaholz, und die Bügelfalte an seiner beigefarbenen Uniformhose war rasiermesserscharf.

Corde tat im New Lebanon Sheriff’s Department als Detective Dienst und bekleidete den Rang eines Lieutenants.

Er erinnerte sich an diesen Ort, weil er vor kaum zwölf Stunden schon einmal hier gewesen war – vergangene Nacht, als das einzige Licht von den Taschenlampen der Deputies und dem fahlen Schein des Halbmonds gekommen war. Er hatte seinen Männern befohlen, das ganze Gebiet abzusuchen. Sie setzten sich aus zwei Gruppen zusammen. Die einen waren jung und nüchtern (die vom Militär gekommen waren) und die anderen jung und arrogant (die die Polizei-Akademie besucht hatten), aber alle waren mit Ernst bei der Sache. Obwohl sie wahre Virtuosen waren, wenn es darum ging, Drogenabhängige festzunehmen, auffällige Autofahrer anzuhalten oder bei Ehestreitigkeiten zu vermitteln, war ein Mord etwas Fremdes für sie. Alles, was sie darüber wussten, stammte aus Schundromanen oder Krimiserien im Fernsehen. Genauso wie sie ihre Waffenausbildung eher auf herbstlichen Stoppelfeldern als in der Schießanlage der Akademie erhalten hatten. Und letzte Nacht hatte man sie ausgeschickt, einen Tatort zu untersuchen, und das hatten sie dann auch mit Verbissenheit und Eifer getan. Aber keiner von ihnen hatte den Zettel entdeckt, zu dem Bill Corde sich gerade durchkämpfte.

Ach, du armes Mädchen ...

... die liegt am Fuße eines drei Meter hohen Erddamms ...

... die liegt in dieser kalten Nässe von Schlamm, niedrigem Gras und blauen Blumen ...

...deren dunkles Haar gescheitelt, deren Gesicht lang und deren Hals dick ist. Ihre runden Lippen sind verzogen. Jedes Ohr trägt drei drahtdünne Goldringe. Ihre Zehen sind lang und schmal, die Zehennägel mit burgunderrotem Lack angemalt ...

...die liegt auf dem Rücken, ihre Arme über der Brust gefaltet, so als hätte der Leichenwäscher sie schon zurechtgemacht. Die pinkfarbene Bluse ist bis zum Hals zugeknöpft. Ihr Rock bedeckt züchtig die Knie ...

»Wir haben ihren Namen. Sie heißt Jennie Gebben und ist Studentin.«

Letzte Nacht hatte sich Bill Corde über die Leiche gebeugt – sein Knie hatte protestiert – bis sein Gesicht dem ihren ganz nahe war. Der perlweiße Halbmond hatte sich in ihren toten, aber noch nicht glasig gewordenen haselnussbraunen Augen widergespiegelt. Er hatte Gras, Methan, Ausscheidungen, Minze von ihren Lippen und Parfum von ihrer Haut gerochen. Düfte, die wie Dampf aus einer Pastete von ihr aufstiegen.

Er hatte sich wieder erhoben und war hinauf auf den Damm gestiegen, der das schmutzige Wasser des Blackfoot Pond festhielt, und hatte von oben auf sie hinabgeblickt. Das bleiche Licht des Mondes wirkte wie aus einer anderen Welt oder ein Special Effect in einem Film. In diesem Schein hatte man den Eindruck, als rührte sich Jennie Gebben. Keine lebendigen, normalen menschlichen Bewegungen, sondern mehr ein Zucken und ein Sich-Winden, so als verschmölze sie mit dem Schlamm. Corde hatte ihr, oder besser ihren Überresten, ein paar Worte zugeflüstert und dann den Beamten dabei geholfen, das Gelände abzusuchen.

Und jetzt, in der strahlenden Helligkeit des Morgens, schob er sich durch einen letzten Forsythienbusch und erreichte endlich den Rosenstrauch. Mit der Hand, die in einem dünnen Plastikhandschuh steckte, zog er den Zettel von den Dornen.

»Die ganze Scheißgegend?«, rief Jim Slocum.

Corde gab ihm keine Antwort. Die Jungs vom Sheriff’s Department hatten wohl gestern Nacht doch nicht so schlampig gearbeitet. Sie konnten das...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.