Dean | Schon längst in dich verliebt | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Dean Schon längst in dich verliebt


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-7489-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-7489-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die süße Vicky hält es für eine schlaue Idee: Weil ihre Eltern sie verheiratet wissen wollen, engagiert sie den smarten Privatdetektiv Duke Adams, damit er für sie den richtigen Mann findet. Doch von Dukes Kandidaten kann keiner ihr Herz erobern - es gehört nur Duke ...

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1. KAPITEL

Vicky parkte vor dem weißen dreistöckigen Gebäude des Meeresforschungsinstituts und stieg aus. „Wie soll ich denn in Miami einen Ehemann finden?“, schimpfte sie.

Sie holte ihre Aktenmappe, ihre Handtasche und einen Stapel Bücher aus dem Wagen und murmelte dabei Sätze aus dem Telefongespräch mit ihrer Mutter vor sich hin. „Du bist jetzt dreißig, Victoria.“ … „Wenn du hier in Boston wärst, hättest du sicher schon den richtigen Mann gefunden.“ … „Wenn du ein bisschen ausgehen würdest, würdest du vielleicht jemanden kennenlernen.“ … Sie stützte ihre Lasten auf einer Hüfte auf, um ihren Ausweis herausholen zu können, hielt ihn dem Wachmann hin und fuhr dann mit dem Fahrstuhl nach oben. Eigentlich nahm sie ihren Eltern die Aufforderung, endlich zu heiraten, nicht übel. Aber es war viel schwieriger, einen geeigneten Mann zu finden, als sie gedacht hatte. Und es kostete auch viel mehr Zeit. Seit fast drei Wochen bemühte sie sich, und sie hatte noch immer nichts erreicht.

Ihre Stimmung besserte sich nicht gerade, als sie ihr Büro betrat und ihren neuesten Forschungsbericht aus der Aktenmappe zog. „Toller Fortschritt“, murrte sie, während sie sich setzte. Mehr als drei Jahre arbeitete sie jetzt an dem Projekt und hatte nichts vorzuweisen außer einer Ladung unterentwickeltes Gemüse.

Jetzt ging die Tür auf, und Gina Wilson steckte den Kopf herein. „Du bist an meinem Schreibtisch vorbeigegangen, ohne ein Wort zu sagen“, beschwerte sie sich. „Entweder habe ich dich irgendwie geärgert, oder etwas ist nicht in Ordnung.“

Tatsächlich hatte Vicky das Gefühl, dass sich die ganze Welt gegen sie verschworen hatte. „Es liegt nicht an dir, sondern an Miami.“

„Wieso?“ Gina kam herein. „Was ist denn verkehrt hier? Wir haben perfektes Wetter, herrliche Strände, eine tolle Vegetation und wunderbare Einkaufsmöglichkeiten … ganz zu schweigen von dem besten Meeresforschungsinstitut des Landes.“

„Miami mag ja großartig sein für Meeresforschung, aber mit den Männern gibt es wirklich ein Problem.“

„Ach ja?“ Gina blickte auf den Bericht in Vickys Hand. „Die Männer haben Einfluss auf die Meeresvegetation? Das ist eine erstaunliche Theorie.“

Vicky verzog das Gesicht. Gina war zwar blond, aber keine der dummen Blondinen, über die dauernd Witze gerissen wurden. Sie war Ende zwanzig, hatte einen tollen Körper und beachtliche Intelligenz. Offiziell war sie die Assistentin des Institutsleiters, aber in Wirklichkeit kümmerte sie sich um alle Mitarbeiter. Ihr einziger Fehler war ihr seltsamer Sinn für Humor.

„Eigentlich haben Männer auf gar nichts Einfluss“, erwiderte Vicky ärgerlich. „Aber meine Experimente würden besser laufen, wenn Männer in Miami nicht so knapp wären.“

„Das soll wohl ein Witz sein! Wenn es eins gibt, bei dem hier kein Mangel herrscht, dann sind das Männer. Man muss bloß am Strand entlanggehen und sich einen aussuchen.“ Gina grinste. „Es ist wie im Supermarkt, nur besser.“

Vicky war so verzweifelt, dass sie den Vorschlag tatsächlich für einen Moment in Erwägung zog. Dann erkannte sie, wie lächerlich das war. „Das ist für dich in Ordnung, Gina. Du bist ja aus Nebraska. Wahrscheinlich spielt es keine Rolle, wen du heiratest.“

Gina hob eine Augenbraue. „Ich finde, dass das eine große Rolle spielt … falls ich je dumm genug bin, es überhaupt zu tun. Bloß so aus Neugier – warum reden wir eigentlich vom Heiraten? Ich dachte, es ginge um dein Projekt.“

Vicky seufzte. „Das läuft auf dasselbe hinaus. Ich bin ernsthaft im Verzug.“

„Das ist nicht das Ende der Welt.“ Gina setzte sich. „Wir werden es sicher überleben, noch eine Weile keine im Meer gewachsenen Mohrrüben zu essen.“

„Die Nahrungsversorgung der Welt ist gefährdet“, widersprach Vicky. „Wenn wir die Ozeane nutzen können …“

Gina hob eine Hand. „Ich weiß. Dann können wir die Welt retten. Doch wenn wir es nicht diesen Monat tun, dann eben im nächsten.“

„Aber ich werde nie Zeit dazu haben!“ Vicky sank auf ihrem Stuhl zurück. „Ich sollte Tag und Nacht arbeiten, stattdessen verschwende ich Zeit mit der Suche nach einem Ehemann.“

Gina sah sie ungläubig an. „Du willst heiraten?“

„Eigentlich nicht.“ Vicky konnte sich einiges vorstellen, was sie lieber getan hätte. „Aber ich habe keine Wahl. Es ist eine Verpflichtung meiner Familie gegenüber.“

„Unsinn. Man muss vielleicht zu einem Familientreffen erscheinen, obwohl man lieber am Strand liegen würde. Oder man muss seinen Onkel besuchen, den man jahrelang nicht gesehen hat. Aber man ist nicht verpflichtet zu heiraten.“

„Ich schon. Ich bin schließlich eine Sommerset-Hayes.“

Nun war Gina endgültig verwirrt. „Ich weiß, dass du Dr. Victoria Sommerset-Hayes bist, aber …“

Natürlich verstand sie das nicht. Gina stammte aus Nebraska. „Sommerset-Hayes ist nicht bloß ein Name. Er bedeutet Verantwortung.“

„Oh.“ Ginas Lippen zuckten. „Und ich dachte schon, es wäre eine Art Kult. Erklär mir, warum du deshalb heiraten musst.“

„Ich bin ein Einzelkind. Dadurch gehöre ich zu den letzten Sommersets und Hayes’.“

„Aha. Du hast also das Gefühl, du müsstest heiraten und Kinder kriegen.“

„Es ist kein Gefühl!“, betonte Vicky. „Ich habe es meinen Eltern versprochen, und …“, sie seufzte: „… ich kann sie nicht schon wieder im Stich lassen.“

„Womit hast du das denn angeblich getan?“ Gina lachte ein bisschen. „Du arbeitest an einem der besten Meeresforschungsinstitute, und soweit ich weiß, hast du nie auch nur einen Strafzettel bekommen.“ Ginas Augen glänzten. „Du hast doch keine skandalöse Vergangenheit, die du mir verschwiegen hast, oder?“

„Du lieber Himmel, nein!“ Vicky war entsetzt. „Aber ich bin nach Miami gezogen.“

„Das ist doch kein Verbrechen.“

„Für mich schon. Es war schlimm genug, dass ich Meeresbiologie studiert habe statt Literatur oder Kunst. Aber dann habe ich auch noch Boston verlassen, um hier zu arbeiten.“

„Es ist nichts verkehrt an diesem Institut. Wir haben großartige Labors und fantastisches Personal. Und die Büros sind auch nicht zu verachten.“

Vicky folgte Ginas Blick. Alles hier war erstklassig. „Das stimmt, aber es ist nicht das, was Leute wie ich tun sollten.“ Sie fühlte sich immer noch schuldig, als sie an die Reaktion ihrer Familie auf ihre Ankündigung, nach Miami zu ziehen, dachte. Ihre Mutter hatte eine Woche im Bett verbracht, ihre Großmutter war tagelang in Schwarz herumgelaufen, und ihr Vater hatte drei Psychologen, einen Anwalt und einen Priester angerufen. „Wir sollten Kunstgalerien leiten oder uns in Country Klubs aufhalten … so was in der Art.“ Vicky wusste nicht viel davon. Wenn sie in Boston war und frühere Freundinnen besuchte, sprachen sie nicht über Arbeit, sondern über Ehemänner, Kinder, das Theater … und viele andere uninteressante Themen. „Wir sollten gute Partien machen …“

„Und den Stammbaum weiterführen?“, fragte Gina.

„Genau. Und deshalb muss ich mich jetzt bemühen, das zu tun.“

„Du willst heiraten, um deine Eltern dafür zu entschädigen, dass du deinen Doktor in Meeresbiologie gemacht hast?“ Gina schnitt eine Grimasse. „Ich bin froh, dass ich nicht aus Boston stamme. Ich bin mit sechzehn von zu Hause weggelaufen, war eine Weile mit einer Rockerbande unterwegs und bin sogar mal verhaftet worden. Stell dir bloß vor, welche Entschädigung sie von mir verlangen würden!“

Vicky warf ihr einen verärgerten Blick zu. „Sie zwingen mich ja nicht. Mutter ruft allerdings zwei- oder dreimal in der Woche an, um sich zu erkundigen, ob ich jemanden kennengelernt habe.“ Sie seufzte. „Und sie klingt immer so enttäuscht, wenn ich Nein sage.“

„Sicher klappt es irgendwann“, meinte Gina. „Es gibt eine Menge Männer in Miami, und du suchst ja erst kurze Zeit.“

„Aber ich kann nicht warten! Ich bin letzten Monat dreißig geworden. Ich muss heiraten, bevor ich zu alt bin, Kinder zu bekommen.“

Gina winkte ab. „Du hast noch viel Zeit. Frauen bekommen heute noch Kinder, wenn sie schon über vierzig sind.“

Vicky schüttelte den Kopf. „Das macht es auch nicht leichter. Außerdem werde ich womöglich wirklich lange brauchen, bis ich jemanden finde. Ich hätte schon viel früher anfangen sollen.“

„Ich verstehe.“ Gina verzog das Gesicht. „Also, ich würde sagen, hier im Institut hast du kaum eine Chance. Die Männer sind entweder zu alt oder schon verheiratet oder so vertieft in ihre Forschungsarbeit, dass sie uns gar nicht bemerken.“

„Ich bin in den letzten Wochen ja ständig ausgegangen. Ich war bei Dinnerpartys, Cocktailpartys und im Theater.“ Alles war von Bekannten ihrer Eltern organisiert worden, sodass Vicky geglaubt hatte, dort jemand Passenden treffen zu können. „Heute Abend muss ich schon wieder zu einer Party, und ich weiß genau, dass ich auch da niemanden finden werde.“

„Du hast keinen Mann kennengelernt?“, fragte Gina verblüfft. „Du meinst sicher, keinen, den du mochtest oder der an dir interessiert war …“

„Keinen Passenden.“ Vicky seufzte. „Ich kann nicht irgendwen heiraten, Gina. Die Sommersets und die Hayes’ haben Vorfahren, die mit der Mayflower von England herübergekommen sind.“ Mit diesem berühmten Schiff waren 1620 die Pilgerväter nach Amerika gekommen. Familien, die ihren Stammbaum auf sie zurückführen...



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