E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten
Reihe: Blackened Blade
Davon Blackened Bond (Blackened Blade 2)
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-646-94025-1
Verlag: Cove
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Fortsetzung der düsteren Fantasy
E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten
Reihe: Blackened Blade
ISBN: 978-3-646-94025-1
Verlag: Cove
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Isla Davon ist gebürtige Irin und lebt in Dublin. Sie schreibt und liest am liebsten übernatürliche Liebesgeschichten mit starken Protagonistinnen, moralisch grauen Charakteren und dem Trope 'Why Choose'. Ihre Geschichten ziehen ihre Leserinnen tief in die von Islas erschaffenen Welten, wecken Emotionen und lassen das ein oder andere Fragezeichen zurück. Beim Schreiben lässt Isla gerne Teile von sich selbst in ihre Bücher einfließen, indem sie beispielsweise Lieblingsfilme und -gerichte erwähnt. Wenn sie nicht gerade den nächsten Roman plottet, verbringt Isla Zeit mit ihrer Familie, geht mit ihren drei Jack Russells spazieren und kuschelt sich mit einem guten Buch oder einer Netflix-Serie ein.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
ANNEX
Fuck. Sterben wird nie einfacher.
Mit Schmerzen kann ich umgehen. Blut und gebrochene Knochen? Kein Problem.
Aber das … Ich schaue mich in der Dunkelheit um. Ein Abgrund, der sich endlos in alle Richtungen zu erstrecken scheint, mit nichts als pechschwarzer, kalter Finsternis in Sicht.
Diese trostlose Scheiße wird nie einfacher. Mein Körper fühlt sich bereits ausgelaugt an, als würde ich nie wieder Freude empfinden.
Vor ein paar Jahren habe ich mich aus Spaß in blutige Kämpfe gestürzt, bin gestorben und hier gelandet. Ohne mir Gedanken über die Folgen zu machen – zum Beispiel, dass ich in diesem Drecksloch würde zurechtkommen müssen. Aber jetzt … jetzt gibt es Menschen, die auf mich warten, und ein Zuhause, zu dem ich zurückkehren kann.
In meiner Erinnerung blitzen zwei leuchtend blaue Iriden und volle rosige Lippen auf, begleitet von drei Paar vor Sorge verengter Augen. Diese Arschlöcher werden mir eine Standpauke halten, wenn ich zurückkomme, und Creed wird sie anführen wie eine mürrische Bärenmutter.
Mit einer Hand streiche ich über die Tätowierungen auf meinem Oberkörper. Das klaffende blutige Loch in meiner Brust ist inzwischen verschwunden. An diesem Ort kehren wir immer zu unserer ursprünglichen, unverletzten Hülle zurück. Immerhin ein Vorteil.
Als der Weg breiter wird, fällt mir ein leichtes Glitzern ins Auge, auf das ich zusteuere.
Der Pfad ist nur für diejenigen sichtbar, die der Porter-Blutlinie angehören. Ein verdammter Fluch, wenn man mich fragt. Leider einer, der durch meine Adern fließt.
Der Kuss des Todes.
Eine Art der Unsterblichkeit.
Unser Clan wurde aus der unheiligen Vereinigung zwischen dem Fährmann des Todes und einem niederen göttlichen Wesen geboren. Etwas, das nie hätte passieren dürfen.
Ihre Liebe verfluchte die Kinder, die sie zur Welt brachten, sowie die Kinder deren Kinder, wodurch unser Clan entstand. Eine abgefuckte, schwarzherzige Gruppe von seelenlosen Bastarden, die nicht existieren sollte.
In unserer Art gleichen wir den Unsterblichen, denn uns ist es möglich, wiederaufzuerstehen. Sogar der Tod hält unsere Seelen für unwürdig.
Unsere verfluchten, dunklen Seelen können den Weg zum Übergang sehen und – mit ein wenig Hilfe – zurück zu unserem Körper in der Menschenwelt finden. Sobald unsere Seele wieder in unsere beschädigte Hülle gleitet, beginnen wir, viel schneller zu heilen, als Gestaltwandler oder andere Übernatürliche es jemals könnten.
Zumindest, solange unsere Körper nicht verbrannt oder enthauptet wurden. Doch selbst dann gibt es Mittel und Wege, zurückzukehren – nur weitaus schmerzhaftere und zeitaufwendigere.
Und nichts, was ich erleben möchte. Schon wieder.
Ich gehe auf das neblige, graue Kopfsteinpflaster zu, das mir den Weg aus diesem dunklen Höllenloch weist, und folge dem einzigen Licht weg von diesem Ort. Es windet sich durch das Nichts, bis sich nach einer gefühlten Ewigkeit die Dunkelheit lichtet und ich für einen kurzen Moment innehalte, um die vertraute, düstere Atmosphäre in mich aufzunehmen.
Der riesige höhlenartige Raum ist von oben bis unten mit schimmerndem Obsidian bedeckt. Darum wabert ein grauer Nebel, der sich in alle Richtungen erstreckt, und in der Mitte der Höhle befindet sich ein dunkler See mit einem Wasserfall.
Wenn ihr mich fragt, immer noch ein trostloses Drecksloch.
Das Wasser ist dunkel, doch die Flüssigkeit wirkt klar und reflektiert den Schimmer des Gesteins, um jeden, der es erblickt, anzulocken.
Obwohl ich es Wasser nenne, kann man das Zeug weder trinken noch darin schwimmen.
Klar, ihr könntet es versuchen, aber die Horden verlorener Seelen, die darin lauern, würden euch schneller auf den Grund ziehen als jeder Anker.
Das Einzige, was euch dort erwartet, wäre ein kalter, langsamer Tod – ein Tod voller Elend und Schmerz, den nicht mal ich ausprobieren will. Die verlorenen Seelen würden sich langsam von euren sterbenden Überresten ernähren, sich stärken, während sie euch jede schmerzhafte Erinnerung aufbürden, die sie während ihres Lebens ertragen mussten … bis ihr euch ihnen anschließt und als einsame Seelen im dunklen See lauert.
Nicht mehr lebendig, aber auch nicht ganz tot. Nur verloren.
Als sich der trübe Nebel über das Wasser in meine Richtung schiebt, läuft mir ein Schauer über den Rücken, und ich habe das unheimliche Gefühl, beobachtet zu werden, während ich mich vorwärtsbewege.
Mir machen nur wenige Dinge Angst, aber dieser Ort war mir schon immer unheimlich. Jedes Mal erinnere ich mich an mein erstes Mal hier unten und daran, wie lange ich gebraucht habe, um zurückzukehren. Die Tage fühlten sich endlos an, alles verschwamm zu einem langen Albtraum, den ich so schnell nicht wieder erleben möchte.
Ich gehe am felsigen Ufer des Sees vorbei auf ein kleines schwarzes Haus zu. Wobei es eher eine heruntergekommene Holzhütte ist als ein Ort, den man als Zuhause bezeichnen würde.
Als ich näher komme, öffnet sich langsam die alte schwarze Holztür, und ein vertrautes Gesicht blickt mir entgegen.
Valen. Er verzieht die Lippen zu einem schwachen, aber glücklichen Lächeln und führt einen weißen Becher an seinen Mund.
»Ich hatte gehofft, heute jemanden zu sehen.« Ein trauriger Zug huscht über seine Miene. »Nur hätte ich mir gewünscht, es wäre jemand anderes als du, Cousin. Das wievielte Mal ist es jetzt?« Er tritt einen Schritt näher und streicht sich mit einer Hand durch sein schulterlanges schwarzes Haar, sodass die verblasste Narbe über seinem rechten Auge sichtbar wird.
Val ist zehn Jahre älter als ich und der Einzige im Clan, mit dem ich es ausgehalten habe. Leider hat der Arsch beschlossen, hierzubleiben. Er denkt ähnlich über unseren Clan wie ich. Manche halten unsere Blutlinie für überlegen und bezeichnen das, was wir sind und können, als »Geschenk«.
Sie könnten nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Es ist ein verdammter Fluch, ein Gift, das durch jeden Tropfen unseres Blutes fließt.
Jedes Mal, wenn man stirbt, verliert man einen Teil seiner selbst, seien es Erinnerungen, Emotionen oder gar der Verstand. Man wird langsam, aber sicher zu einem gefühlskalten Bastard, dem jedes Fünkchen Menschlichkeit fehlt, genau wie die meisten Ältesten des Clans.
Es gibt nur eine goldene Regel, an die wir uns alle halten müssen: Der Übergang muss zu jeder Zeit von einem Mitglied des Clans bewacht werden. Derjenige verbringt mindestens ein paar Jahrzehnte in dieser beschissenen Höhle.
Die Clanmitglieder wechseln sich ab, einige ziehen es sogar vor, sich nach Jahrhunderten des Lebens hierher zurückzuziehen.
Und Val hat sich freiwillig gemeldet.
Seit über fünf Jahren ist er nun allein hier unten. Er sagt, in einer leeren, dunklen Höhle mit verlorenen Seelen fühle er sich geistig gesünder als bei unserer Familie, und ich kann es ihm nicht verdenken.
»Ist das schon das fünfte oder sechste Mal dieses Jahr?« Er schüttelt den Kopf, wobei die kleine weiße Haarsträhne auf seiner rechten Seite nach vorne fällt. »Du weißt, wie es uns beeinflussen kann. Unser Verstand ist zerbrechlich. Mehrmaliges Sterben kann ihn beschädigen und irreparabel zerstören. Nur weil unser Körper und unsere Seele stärker sind, heißt das nicht, dass wir unvorsichtig –«
»Val«, unterbreche ich ihn und gehe einen Schritt auf ihn zu. »Diesmal war es anders. Ich bin nicht einfach kopflos hineingesprungen.«
Es stimmt, dass ich mich vorher einen Dreck um mein Leben geschert habe, indem ich den Wahnsinn, der in meinen Adern fließt, bis an seine Grenzen trieb. Aber diesmal ist es anders. Diesmal habe ich Red.
Sie während des Angriffs aus dem Weg zu schieben, war das Beste, was ich je in meinem Leben getan habe. Wenn ich jeden Tropfen meines Blutes vergießen und mir jeden einzelnen Knochen brechen müsste, damit sie in Sicherheit ist, würde ich es hundert, nein, eine Million Mal tun.
Ich begegne Valens Blick, der zunehmend neugierig wird, bevor er an mir hinabwandert und erstarrt. Mit offenem Mund glotzt er mich an.
»Ich nehme an, es war wegen dem hier.« Er deutet auf meine Brust und die Tätowierungen, die sich über meine Haut schlängeln.
Ich ziehe die Brauen zusammen. Was …
Dann sehe ich es. Inmitten des großen Schlangentattoos, das sich um meine linke Seite windet, befindet sich ein kleines Zeichen. Die Form erinnert an ein Unendlichkeitszeichen, die Linien sind jedoch nicht vollständig verbunden.
Ich erinnere mich an jedes meiner Tattoos, und dieses habe ich nie zuvor gesehen.
Mit gerunzelter Stirn reibe ich über die Stelle, da ergreift Valen erneut das Wort.
»Das ist … das Zeichen eines Gefährtenbands.«
Unwillkürlich reiße ich die Augen auf.
»So etwas Ähnliches habe ich schon einmal gesehen … bei deinem Vater.«
Ich schüttle den Kopf, während die Wut in meiner Magengrube brodelt. »Erwähne nie wieder seinen Namen –«
Valen hebt eine Hand. »Ich verstehe deine Verachtung. Onkel … hat den Verstand verloren, als Tante starb, aber es gibt keine Entschuldigung für seine –«
»Misshandlung.« Mir entkommt ein leises Schnauben. »Ich will nichts hören. Von keinem von ihnen. Es gibt keine Entschuldigung für das, was passiert ist mit …« Ich blicke zum See, und in...




