Davis | Eine Jungfrau zu viel | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 11, 429 Seiten

Reihe: Ein Fall für Marcus Didius Falco

Davis Eine Jungfrau zu viel

Ein Fall für Marcus Didius Falco - Der elfte Fall | Humorvolle Spannung im alten Rom
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96655-979-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Fall für Marcus Didius Falco - Der elfte Fall | Humorvolle Spannung im alten Rom

E-Book, Deutsch, Band 11, 429 Seiten

Reihe: Ein Fall für Marcus Didius Falco

ISBN: 978-3-96655-979-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein gefährliches Los: Der fesselnde historische Kriminalroman »Eine Jungfrau zu viel« von Lindsey Davis jetzt als eBook bei dotbooks. Rom, 74 nach Christus. Als erfahrenster Privatermittler in der »Stadt der sieben Hügel« weiß Marcus Didius Falco, dass es besser ist, sich aus den Ränkespielen der Oberschicht herauszuhalten. Deswegen ist er wenig begeistert, als Gaia Laelia, die jüngste Tochter einer Familie angesehener Priester, ihn um seine Hilfe bittet: Sie fürchtet um ihr Leben, denn sie ist dazu auserkoren, die nächste Vestalin zu werden - eine Position, für die einige töten würden. Als das junge Mädchen kurze Zeit später spurlos verschwindet, ist Falco alarmiert und macht sich sofort auf die Suche nach Gaia. Für ihn beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Denn das ewige Licht im Tempel der Vesta darf niemals erlöschen ... »Der liebenswerteste Vorläufer all der zartbesaiteten harten Kerle in der Kriminalliteratur: Falcos lebhafte Erzählung seines Abenteuers verbindet Humor mit scharfer Beobachtung.« Sunday Telegraph Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der packende historische Roman »Eine Jungfrau zu viel« von Bestsellerautorin Lindsey Davis - der elfte Fall ihrer Reihe historischer Kriminalromane rund um den römischen Ermittler Marcus Didius Falco. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Lindsey Davis wurde 1949 in Birmingham, UK, geboren. Nach einem Studium der Englischen Literatur in Oxford arbeitete sie 13 Jahre im Staatsdienst, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Ihr erster Roman »Silberschweine« wurde ein internationaler Erfolg und der Auftakt der Marcus-Didius-Falco-Serie. Ihr Werk wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Diamond Dagger der Crime Writers' Association für ihr Lebenswerk. Die Website der Autorin: www.lindseydavis.co.uk Bei dotbooks erscheinen die folgenden Bände der Serie historischer Kriminalromane des römischen Privatermittlers Marcus Didius Falco: »Silberschweine« »Bronzeschatten« »Kupfervenus« »Eisenhand« »Poseidons Gold« »Letzter Akt in Palmyra« »Die Gnadenfrist« »Zwielicht in Cordoba« »Drei Hände im Brunnen« »Den Löwen zum Fraß« »Eine Jungfrau zu viel« »Tod eines Mäzens« »Eine Leiche im Badehaus« »Mord in Londinium« »Tod eines Senators« »Das Geheimnis des Scriptors« »Delphi sehen und sterben« »Mord im Atrium« Ebenfalls bei dotbooks erscheint der historische Roman »Die Gefährtin des Kaisers«, der auch im Sammelband »Die Frauen der Ewigen Stadt« erhältlich ist.
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Kapitel I


Ich war auf dem Heimweg. Gerade hatte ich meiner Lieblingsschwester erzählen müssen, dass ein Löwe ihren Mann verspeist habe. Für einen neuen Klienten war ich nicht in der richtigen Stimmung.

Manche Privatschnüffler sind ganz wild darauf, mit ihren Fällen zu protzen. Ich wollte nur Ruhe, Dunkelheit, Vergessen. Kaum eine Chance, da wir uns auf dem Aventin befanden, um die geschäftigste Stunde eines warmen Maiabends, wo ganz Rom sich dem Handel und den Mauscheleien hingibt. Tja, wenn mir schon kein Friede vergönnt war, hatte ich mir zumindest etwas zu trinken verdient. Aber das Kind wartete in der Brunnenpromenade vor meiner Wohnung auf mich, und sobald ich es auf der Veranda entdeckte, war mir klar, dass ich mich noch gedulden musste.

Meine Freundin Helena fand jedes hübsche Täubchen verdächtig, das in einer zu kurzen Tunika bei uns aufkreuzte. Hatte sie die potenzielle Klientin draußen warten lassen? Oder hatte das gescheite kleine Mädchen einen Blick in unsere Wohnung geworfen und sich geweigert, hereinzukommen? Sie gehörte zweifellos zu dem luxuriösen Tragestuhl mit der Medusaverzierung auf der glänzenden Halbtür, der unterhalb unserer Veranda stand. Unsere kärgliche Wohnung war ihr möglicherweise zu schäbig erschienen. Ich konnte die Wohnung selbst nicht leiden.

Unter dem, was in dieser Gegend als Portikus durchging, hatte sie den Hocker gefunden, auf dem ich gern saß und die Welt an mir vorbeiziehen ließ. Als ich die ausgetretenen Stufen heraufkam, machte ich als Erstes Bekanntschaft mit zwei kleinen, sauber pedikürten weißen Füßen in goldenen Riemensandalen, die unwillig gegen das Verandageländer traten. Mit den Gedanken noch bei Maias vier verängstigten und tränenüberströmten Kindern, wollte ich über diese Füße hinaus mit nichts Bekanntschaft machen. Ich hatte selbst zu viele Probleme.

Trotzdem bemerkte ich, dass die kleine Person auf meinem Hocker Qualitäten besaß, die ich früher an Klienten sehr geschätzt hatte. Sie war weiblich. Sie sah gut aus, selbstbewusst, sauber und ordentlich gekleidet. Sie schien auch ein dickes Honorar zahlen zu können. An ihren rundlichen Armen klapperten jede Menge Armreifen. Grüne Glasperlen mit glitzernden Zwischenstücken waren in die vierfarbige Borte am Halsausschnitt ihrer fein gewebten Tunika eingearbeitet. Geschickte Dienerinnen mussten ihr geholfen haben, die dunklen Locken um ihr Gesicht zu drapieren und das Goldnetz drüber zu stülpen, das die Locken festhielt. Wenn sie viel Bein unter der Tunika zeigte, so lag das daran, dass es eine sehr kurze Tunika war. Als ihr die smaragdgrüne Stola von der Schulter glitt, schob sie sie völlig ungezwungen zurecht. Sie schien anzunehmen, mich genauso leicht rumschieben zu können.

Da gab es nur ein Problem. Meine ideale Klientin, vorausgesetzt, Helena würde mir dieser Tage noch erlauben, so jemandem zu helfen, wäre eine kecke Witwe im Alter zwischen siebzehn und zwanzig gewesen. Dieses kleine Juwel hier gehörte einer viel ungefährlicheren Gruppe an. Sie war nur fünf oder sechs Jahre alt.

Ich lehnte mich an den Verandapfosten, ein verrottetes Holzteil, das der Vermieter schon vor Jahren hätte erneuern müssen. Als ich den Mund aufmachte, klang meine Stimme müde, selbst in meinen Ohren. »Hallo, Prinzessin. Kannst du den Pförtner nicht finden, der dich einlässt?« Sie starrte mich verächtlich an, war sich durchaus bewusst, dass es in diesen schäbigen plebejischen Wohnungen keine Sklaven gab, die Besucher willkommen hießen. »Wenn dein Familientutor anfängt dich in Rhetorik zu unterrichten, wirst du feststellen, dass das ein matter Versuch war, ironisch zu sein. Kann ich dir helfen?«

»Mir wurde gesagt, dass hier ein Privatermittler wohnt.« Ihr Akzent verriet ihre Oberschichtsherkunft. Das hatte ich mir schon vorher gedacht. Ich versuchte trotzdem nicht voreingenommen zu sein. Na ja, zumindest nur ein wenig. »Wenn Sie Falco sind, möchte ich Sie konsultieren.« Das kam klar und erstaunlich selbstsicher heraus. Kinn vorgestreckt und von sich überzeugt, hatte die potenzielle Klientin die hochfahrenden Manieren einer von allen bewunderten Trapezkünstlerin. Sie wusste, was sie wollte, und erwartete, dass man ihr zuhörte.

»Tut mir Leid, ich nehme momentan keine Klienten an.« Immer noch durch meinen Besuch bei Maia aus der Fassung gebracht, sprach ich strenger, als ich es hätte tun sollen.

Die Klientin versuchte mich rumzukriegen. Sie ließ den Kopf hängen und betrachtete schmollend ihre Zehen. Sie war es gewöhnt, jemandem Süßigkeiten abzuschmeicheln. Große braune Augen bettelten um einen Gunstbeweis, überzeugt davon, ihn auch zu bekommen. Ich sah sie nur mit dem harten Blick eines Mannes an, der gerade tragische Nachrichten an Menschen überbracht hat, die daraufhin beschlossen, ihm die Schuld an der Tragödie zu geben.

Helena kam zur Tür. Sie schaute stirnrunzelnd zu der Kleinen mit den Armreifen, dann lächelte sie mich reumütig an, blieb aber hinter der Halbtür stehen, die Petronius und ich eingebaut hatten, um meine einjährige Tochter am Hinauskrabbeln zu hindern. Julia, mein athletischer Nachwuchs, drückte ihr Gesicht gegen die Bretter in Kniehöhe. Sie wollte unbedingt wissen, was hier draußen vorging, auch wenn sie sich dabei die Wangen aufschürfte und Mund und Nase breit quetschte. Sie begrüßte mich mit wortlosem Gurgeln. Nux, meine Hündin, sprang über die Halbtür und zeigte Julia damit, wie man entwischen konnte. Die Klientin wurde von dem verrückten, stinkenden Fellbündel vom Hocker geworfen und schrak zurück, als Nux ihren üblichen Freudentanz über meine Heimkehr und die Möglichkeit, nun endlich gefüttert zu werden, aufführte.

»Das ist Gaia Laelia.« Helena deutete auf meine Möchtegernklientin wie ein abgehalfterter Zauberkünstler, der ein bekanntermaßen bissiges Kaninchen aus einem fleckigen Kasten zieht. Mir war nicht ganz klar, ob die Missbilligung in ihrem Ton mir oder dem Kind galt. »Sie hat Schwierigkeiten mit ihrer Familie.«

Ich stieß ein bitteres Lachen aus. »Dann hast du dich an den Falschen gewandt. Solche Schwierigkeiten habe ich auch. Hör zu, Gaia, meine Familie betrachtet mich als Mörder, Taugenichts und einen rundherum unzuverlässigen Halunken – wozu noch kommt, dass ich, wenn ich denn endlich meine Wohnung betreten kann, meine Tochter baden, das Essen kochen und zwei frisch geschlüpfte Vögel einfangen muss, die überall hinscheißen, uns zwischen die Füße laufen und nach dem Hund picken.«

Wie auf ein Stichwort kam ein winziger knallgelber Jungvogel mit Schwimmfüßen durch eine der Lücken in der Halbtür geflitzt. Es gelang mir, ihn einzufangen, während ich mich fragte, wo der andere war. Dann packte ich Nux am Halsband, bevor sie sich auf den Vogel stürzen konnte, und schubste sie die Treppe hinunter. Sie kroch sofort wieder rauf, drängte sich an meine Beine und hoffte das Vögelchen doch noch fressen zu können.

Armreifen klirrten wütend wie Ziegenglocken, als Gaia Laelia mit ihrem kleinen goldbeschuhten Fuß aufstampfte. Sie verlor etwas von ihrer aufgesetzten Reife. »Sie sind garstig! Ich hoffe, Ihr Entchen stirbt!«

»Das Entchen ist ein Gänschen«, teilte ich ihr kühl mit. »Wenn es groß ist« – falls es mir je gelingen sollte, das Tier so weit so bringen, ohne dass Nux oder Julia es vorher zu Tode erschreckten –, »wird es Rom auf dem Kapitol bewachen. Beleidige ein Geschöpf nicht, das ein lebenslanges heiliges Schicksal hat.«

»Ach, das ist doch gar nichts«, spottete die wütende kleine Person. »Viele Menschen haben Schicksale ...« Sie hielt inne.

»Und?«, fragte ich geduldig.

»Das darf ich nicht sagen.«

Manchmal bringen einen Geheimnisse dazu, den Auftrag anzunehmen. Heute konnten Rätsel mich nicht verführen. Nach dem schrecklichen Nachmittag, den ich hinter mir hatte, war all meine Neugierde tot.

»Warum haben Sie die überhaupt hier?«, wollte Gaia wissen und deutete mit dem Kopf auf das Gänschen.

Trotz meiner Niedergeschlagenheit bemühte ich mich stolz zu klingen. »Ich bin der Prokurator des Geflügels für den Senat und die Bürger von Rom.«

Mein neuer Posten. Ich hatte ihn erst einen Tag. Er war mir immer noch fremd, aber ich wusste bereits, dass er nicht das war, was ich selbst gewählt hätte.

»Lakai fürs Federvieh«, sagte Helena kichernd hinter der Tür. Sie fand es zum Totlachen.

Auch Gaia reagierte abschätzig. »Klingt wie ein Titel, den Sie sich ausgedacht haben.«

»Nein, den hat der Kaiser erfunden, der gewitzte alte Bursche.« Vespasian hatte mich in einer Stellung haben wollen, die wie eine Belohnung aussah, ihn aber kein großes Gehalt kosten würde. Er hatte sich das ausgedacht, während ich in Nordafrika war. Auf seinen Befehl hin war ich die ganze Strecke von Tripolitanien zurückgesegelt, in der begierigen Hoffnung, einen einflussreichen Posten zu bekommen. Stattdessen halste mir der kaiserliche Spaßvogel die Gänse auf. Und ja, ich war auch noch mit den heiligen Hühnern belohnt worden. Das Leben stinkt.

Gaia, die wusste, wie man sich hartnäckig gebärdet, wollte immer noch eine Erklärung dafür, warum der gelbe Vogel in meinem Haus lebte. »Warum haben Sie den hier?«

»Nachdem ich meinen ehrenhaften Posten erhalten hatte, Gaia Laelia, eilte ich sofort, um meine Schützlinge zu begutachten. Junos Gänse dürfen ihre Eier auf dem Kapitol nicht selbst ausbrüten – ihre Nachkommen kriegen normalerweise wurmzerfressene Hühner auf irgendeinem Bauernhof als Pflegeeltern. Zwei Gänslein, die das System nicht kannten, waren einfach geschlüpft – und als ich beim Tempel der Juno Moneta eintraf, wollte der Dienst habende Priester ihnen gerade die kleinen heiligen Hälse umdrehen.«

»Warum?«

»Jemand hatte...



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