Buch, Deutsch, 873 Seiten, fadengeheftete Broschur, Format (B × H): 155 mm x 230 mm, Gewicht: 1118 g
Reihe: Dogmatik in der Moderne
Geschichte, Deutung und Kritik eines Krisenphänomens
Buch, Deutsch, 873 Seiten, fadengeheftete Broschur, Format (B × H): 155 mm x 230 mm, Gewicht: 1118 g
Reihe: Dogmatik in der Moderne
ISBN: 978-3-16-154568-9
Verlag: Mohr Siebeck
Ende des 19. Jahrhunderts kündigte Friedrich Nietzsche den "Tod Gottes" als das "grösste neuere Ereigniss" an und stellte zugleich fest: dieses "ungeheure Ereigniss ist noch unterwegs und wandert". Die Idee des Todes Gottes und die Vorstellung vom Sterben der Götter wanderten jedoch bereits seit Jahrtausenden durch die Geistes- und Kulturgeschichte und werden bis heute in unzähligen Schattierungen aufgegriffen, die von mythischen Narrativen über radikale Atheismen bis hin zu kreuzestheologischen Integrations- und ethischen Substitutionsversuchen variieren. In der Moderne spitzt sich diese Gemengelage epistemisch zu. Der Tod Gottes wird nun zum Lebensgefühl einer Zeit, die als auf Dauer gestellte Krise des Verlustes metaphysischer Letztbegründungen erlebt wird. Philipp David verfolgt die Geschichte eines polyphonen Motivs in Theologie und Philosophie, Literatur und Kultur und fragt, wie sich nach und mit dem Tode Gottes - aber keinesfalls an ihm vorbei - Theologie treiben lässt.
"Ganz unabhängig davon, wie man sich zu diesen systematischen Thesen stellt, hat der Autor auf jeden Fall das Standardwerk dieses Jahrhunderts zur Gott-isttot-Thematik geschaffen, dem man viele aufmerksame und interessierte Leser und Leserinnen wünscht."
Michael Murrmann-Kahl JHMTh/ZNThG 2025 32 (2), 7
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Religionswissenschaft Religionswissenschaft Allgemein Religionsphilosophie, Philosophische Theologie
- Geisteswissenschaften Religionswissenschaft Religionswissenschaft Allgemein Religionsethik, Weltethos
- Geisteswissenschaften Religionswissenschaft Religionswissenschaft Allgemein Theologie
- Geisteswissenschaften Christentum, Christliche Theologie Christentum/Christliche Theologie Allgemein
- Geisteswissenschaften Philosophie Geschichte der Westlichen Philosophie
Weitere Infos & Material
Einleitungsteil: Fragestellung und Zeitsituation
1 Einleitung: Der Tod Gottes als Lebensgefühl der Moderne?
Hauptteil A: Der Tod Gottes als sprachlicher Ausdruck von Sinnkrisen
Teil I: Herkunft und Variationen des Motivs Tod Gottes
2 Mythen sterbender und auferstehender Götter: Der Tod Gottes als Motiv in der Religionsgeschichte
3 Das Gefühl der Gottverlorenheit als Vorahnung des Todes Gottes (Bewusstseinsdiagnostische Deutungsvarianten)
4 Das Erlebnis des Todes Gottes als Ausdruck eines Erfahrungswandels (Literarische Deutungsvarianten)
Teil II: Den Tod Gottes denken (Philosophische Deutungsvarianten)
5 Der Tod Gottes als Deutungskategorie für die europäische Moderne und als philosophische Denkfigur
Teil III: Den Tod Gottes denken (Theologische Deutungsvarianten)
6 Der Tod Gottes als Denkfigur in der US-amerikanischen Theologie
7 Der Tod Gottes als Denkfigur in der deutschsprachigen Theologie
Hauptteil B: Systematische Perspektiven und kritische Revisionen
8 Dem Lebensgefühl der Moderne neue Reflexionsräume anbieten
9 Der Tod Gottes als metaphorisches Ereignis: Ein Deutungsversuch
10 Anfänglich leben: Kritische Revision des Schöpfungsgedankens
11 Halt in Haltungen: Ethische Perspektiven
Schlussteil
12 Zusammenfassung und typologische Systematisierung der Tod-Gottes-Idee




