Darks | Vore - Verschlungen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 198 Seiten

Darks Vore - Verschlungen

Die bizarre Welt des Schreckens
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7487-7413-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die bizarre Welt des Schreckens

E-Book, Deutsch, 198 Seiten

ISBN: 978-3-7487-7413-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Nach zwei Jahren wieder aufgelegt. Wenn grauenhafte Albträume wahr werden und ein Schrecken den nächsten jagt. Tauchen Sie hinab in die Abgründe menschlichen Seins und irrationaler Ängste. Werden Sie Zeugin oder Zeuge, was der traumhaft schönen Anna Lubimov widerfährt, wenn sie in ein Zimmer mit einer Krokodilattrappe gesperrt wird - unter den Augen eines sensationshungrigen Publikums; welche bösen Geister ein Mann bei seinen ausgewachsenen Töchtern mit der Sage über eine menschenfressende Mutantin heraufbeschwört; was geschieht, wenn ein als Reittier benutzter Riesenstorch sich unvermittelt gegen seine Herrin auflehnt und zeitgleich eine große Leere in seinem Magen verspürt; im Sumpf eine riesige Pflanze keine Ausschau nach Insekten hält, sondern größeren Leckerbissen; sich eine reife Dame einen ganz besonderen Happen vom Menü-Bringdienst anliefern lässt und so weiter und so fort.   Achtung! Diese Geschichten tauchen ab in die düsteren Welten der Vorarephilie. Liebevoll gemeinte Aussagen wie 'Ich habe dich zum Fressen gern' oder 'Ich möchte dich vernaschen' werden auf ihren Ursprung zurückgeführt. Das Buch enthält mehrere erotische Szenen und ist für Personen unter 18 Jahren nicht geeignet.

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Infernales Bestia

Nach der bildgewaltigen Präsentation und der eingängigen Ansage des Zeremonienmeisters spielt das Kammermusik-Oktett ein mystisches Stück. Zeitgleich wird das Licht im Speisesaal auf ein Minimum gedimmt. Daraufhin wird ein Spot aus einem warmen, gelben Licht auf die Eingangstür gerichtet. Das Portal schwingt wie von Geisterhand auf, in der Flucht ist der sehr lange Flur zu sehen. Er wird lediglich von Fackeln an den Wänden erleuchtet. Auf dem ersten Blick sind vier große, schaurig verkleidete Menschen zu sehen, von der Größe und Statur her müsste es sich um Männer handeln. Leicht versetzt sind die rechteckigen Oberkanten ihrer hutartigen Masken zu sehen, die sich bis etwa zwanzig Zentimeter über den Scheitel auftürmen. Von da an gehen diese Hauben über den ganzen Kopf. An den Seiten enden sie auf den Schultern, vorne fallen sie bis auf das Ende des Brustbeins, hinten sind sie adäquat lang. Im Gesicht sind nur auf Höhe der Augen zwei kleine Schlitze, Nase und Mund bleiben hinter dem schwarzen Stoff verborgen. Schwarz sind auch die Kutten, die bis auf die Erde fallen. Der leichte Glanz dieser Kleidung deutet auf Seide hin, sie ist demnach alles andere als ein kratziges Büßergewand aus Schafswolle. Der die Prozession Anführende trägt eine im Jugendstil verschnörkelte Schrankuhr. Das gesichtsgroße Ziffernblatt ist in purem Gold eingefasst. „Ist das die Zeitenuhr der Welt oder eine Lebensuhr? Sie steht auf halb zwölf, dabei haben wir es erst zwanzig Uhr.“ Ramona Wieser schaut ihren Freund mit einem erklärungsbedürftigen Gesichtsausdruck an. „Bin ich Hellseher? Woher soll ich das wissen?“, giftet Jivan Nayak zurück. Sein Unmut richtet sich dabei nicht gegen das fehlende Wissen, er will nur keine einzige Sekunde dieses mysteriösen Einzugs verpassen. Wie alle spürt auch er, dass sich hier gerade etwas Grandioses offenbart. „Schau mal genau hin, Ramona, ist da nicht manchmal etwas Helles zwischen den schwarzen Mänteln zu sehen. Genau in der Mitte?“ „Du hast Recht, Jivan. Und etwas höher ist ein dunkles Braun zu sehen. Meine Güte, weißt du was ich ahne? Die führen in ihrer Mitte eine Frau – ob das der Tribut ist, von dem der Zeremonienmeister gesprochen hat?“ Die vierunddreißigjährige Berufsschullehrerin für Pflegeberufe macht ihren Hals ganz lang, lehnt sich weit zur Seite, um aus einem etwas anderen Winkel in den Flur zu schauen, der in einer geraden Linie hinter der Tür des Speisesaals liegt. „Dann könnte es sich um eine Lebensuhr handeln. Aber . . . die werden hier und heute doch kein Menschenopfer machen?“ Der eben noch genervt wirkende Oberarzt der Neurologie greift die Hand seiner Frau, als würde er im Wald einen steilen Abhang runtergehen und müsse sich an den jungen Bäumen festhalten. „Zumindest nicht real, aus diesen archaischen Zeiten sind wir heraus. Anderseits passt es in die Inszenierung des Abends: Die Verkündung von der Pest und den Plagen, die nur mittels des größten Opfers, das der Mensch zu geben hat, zurückgedrängt werden kann. Und das ist der Mensch selber. Ich frage mich nur, in welcher Form die Frau Opfer bringen muss, damit Unheil von uns ferngehalten wird. Muss sie uns nackt das Essen auftischen?“ Graue Augen schauen zum Gatten, nebenbei wickelt sich Ramona eine Strähne ihres langen, blonden Haares um den Finger. „Wieso soll eine nackte Kellnerin Unheil vertreiben?“ Schwarze Augen funkeln in einem hellbraunen Gesicht, als würden sie am Verstand der Tischnachbarin zweifeln. „Als Zeichen, dass die Speisen so rein sind wie ihre Nacktheit. Oder in der Analogie, dass sie Eva ist, unser aller Mutter.“ „Die sich von der Schlange hat verführen lassen und somit Schuld für das Ungemach auf Erden hat?“, weist der aus Indien eingewanderte Krankenhausarzt bedächtig diese Vermutung zurück. „Nein, ich glaube eher, wir haben es mit einer Frau zu tun, die sich verfehlt hat und nun Buße tun muss. Was wäre da ein stärkeres Moment, als schutzlos und unbekleidet einen Abend lang den Wünschen der Gäste zu dienen.“ „Du denkst jetzt aber nicht an Sex, lieber Mann.“ Graue Augen glitzern wie Dolche. „Wenn das zur Bereinigung der Seele beiträgt . . .“ Die Österreicherin, die in Lübeck arbeitet, verdreht die Augen, als hätte sie es bei ihrem Ehemann mit einem hoffnungslosen Fall zu tun. Weiter vertieft sie diesen Disput nicht, da die im Flur sehr langsam schreitende Prozession jetzt die Eingangstür zum Speisesaal erreicht hat. Noch ist von der Person in der Mitte kaum etwas zu erkennen. Weder weiß Ramona, ob dieses Wesen wirklich eine Frau noch, ob sie tatsächlich nackt ist. Dieser Umstand hebt die Spannung ins Unermessliche. Sowie der Maskierte mit der Uhr den Türrahmen durchschritten hat, biegt er von sich aus gesehen nach rechts ab. Alle Augen liegen jetzt auf dem zweiten Mann. Er trägt vor sich ein Tablett, auf dem ein großes Buch in ledernem Einband aufgeschlagen ist. Bestimmt ein sehr altes, schießt es der Berufsschullehrerin durch den Kopf. Als auch dieser abdreht, geht ein anerkennendes Raunen durch den Kopf. Ramona traut ihren Augen nicht. Wie innerlich aus vollem Herzen gewünscht aber mitnichten erwartet, fällt nun der gelbe Spot auf eine splitternackte Frau. Auf eine splitternackte, unheimlich hübsche Frau. Auf eine splitternackte, unheimlich hübsche und feierlich entschlossene Frau. Fest ist ihr Blick in den Saal gerichtet, fast schon wirkt er meditativ. Nirgends ist Scham zu lesen oder dass es der Dame ein Unbehagen bereiten würde, hüllenlos in die Reihen der Gäste zu treten. „Himmel noch mal ist die schön.“ Verträumt schaut Ramona wie all die anderen Personen der Loge auf diese große Frau, die die Vierzig schon überschritten haben muss, von ihrer Figur und ihrem geschminkten Gesicht aber noch deutlich jünger aussieht. Ihr langes, schwarzes Haar hat sie links gescheitelt und zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Als besonderen Schick hat sie an beiden Seiten ein paar Strähnen nicht mit eingefangen, die sich nun wie schwarze Schlänglein auf ihre Schultern kringeln. Ihr Hals ist lang und zart, anmutig schlank sind ihre Arme, ihre Brust ziert ein großer Busen, der noch sehr fest wirkt. Nur ein wenig ist er schon ins Hängen gekommen, seine Spitze zieren zwei große Höfe mit dicken Knospen im Mittelpunkt. Diese ragen fest nach oben. Ein Indiz für Barbara, dass die Eskortierte erregt ist. Vielleicht ist sie eine Stripperin, sagt sie sich weiter, oder eine unbedarft Eingekaufte, die schon jetzt im Verlangen schwelgt, weil sie weiß, was ihre Aufgabe ist. „Die ist doch vom hiesigen Theater, Ramona.“ Der neununddreißigjährige Oberarzt kneift die Augen zu, starrt angestrengt in das Gesicht der Hereingebrachten. „Na, das kann ja eine brisante Aufführung werden.“ „Jetzt, wo du das sagst, Jivan . . . nicht schlecht. Unser Schaffner weiß, wie er uns den Dinner-Abend würzen kann. Schau dir nur diese exzellenten Rundungen an, da werde ich ganz neidisch. Diese enge Taille, der stramme Bauch, dieses dreifingerbreit rechteckig frisierte Schamhaar, das gut gerundete Becken und die diesen Proportionen perfekt angepassten Oberschenkel. Ein regelrechtes Modell.“ „Wenn sie im Theater mal leicht bekleidete Rollen gespielt hat, habe ich mir immer gewünscht, sie möge sich ausziehen. Und jetzt das hier. Das ist mehr als krass. Denn nun können wir sie in ihrem Evakostüm aus größter Nähe bewundern, nicht aus der zwanzigsten Reihe mit einem Opernglas. Ramona, ich platze fast vor Neugier, was ihre Aufgabe ist.“ „Mir fällt jetzt ihr Name wieder ein: Anna Lubimov, eine Russin. Hoffentlich dreht sie sich gleich einmal, damit ich ihr Hinterteil sehen kann.“ Ramona greift die Hand ihres Gatten, verknotet ihre Finger mit seinen. Sie ist sichtlich erregt, einfach nur aufgrund des Anblicks einer nackten Frau, die des Öfteren in der Öffentlichkeit steht. „Aber was ist ihre Rolle?“ Der Mann mit der hellbraunen Gesichtsfarbe streicht über seinen schwarzen Oberlippenbart. „Ihre Hände sind nicht gefesselt, sie wird nicht an einer Leine geführt. Nein, sie schreitet völlig zwanglos mit diesen Männern zu uns in den Speisesaal, als wäre dieser Auftritt für sie das Natürlichste auf der Welt.“ „In Anbetracht dieser Eskorte sind Fesseln überflüssig, Jivan. Aber in einem gebe ich dir Recht, sie scheint sich freiwillig in dieser Aufmachung unter uns zu begeben.“
Anna Lubimov ist ein wenig aufgeregt, als sie in der Mitte dieser vier schwarz gekleideten und mit einer angsteinflößenden Mütze versehenen Brüder der Loge „Dark Visions – Nostradamus Erbe“ langsam von ihrer Garderobe durch das Treppenhaus geht. Es ist mehr als das viele Geld, gesteht sie sich. Das alleine hätte sie nicht bewegt, völlig unbekleidet in den Saal dieser mystischen Schwestern und Brüder zu gehen. Eindeutig will sie gesehen werden, sonst wäre sie nicht Theaterschauspielerin geworden. Sie braucht den Applaus wie andere ihren Kaffee am Morgen. Das Engagement, das ihr für...



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