Dark | John Sinclair - Folge 0879 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 879, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 0879

Das Erdmonster
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-3610-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Das Erdmonster

E-Book, Deutsch, Band 879, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-3610-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Das Erdmonster.

Mitten in der Nacht erschien das rote Licht!

Es war aus dem Nichts gekommen und hätte ebenso gut vom Himmel fallen oder aus der Erde steigen können, aber das war nicht das Problem. Es ging einzig und allein um das Licht, das wie ein roter, an den Rändern irisierender Ball in der Dunkelheit schwebte. Das Licht glotzte wie ein rotes Auge, das ein Zyklop verloren hatte. Es wartete. Nichts wies darauf hin, dass es sich irgendwann bewegen oder verschwinden würde. Es stand über uns und blinkte, als schien es uns Grüße zuzusenden. Keine freundlichen, eher böse. Ein Unheilverkünder, prallgefüllt mit einer ungewöhnlichen Macht. Etwas, das die Natur ausgespien hatte, um es den Menschen zu beweisen.

Plötzlich bewegte es sich. Es fing an zu tanzen, zuckte nach rechts, dann wieder nach links, wurde in die Höhe gerissen, explodierte plötzlich, und zahlreiche andere Lichter erschienen wie Funken. Sie verteilten sich regenartig über das Gelände, dann sprühten sie noch einmal und sanken dem Erdboden entgegen.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Das Erdmonster


Mitten in der Nacht erschien das rote Licht!

Es war aus dem Nichts gekommen und hätte ebenso gut vom Himmel fallen oder aus der Erde steigen können, aber das war nicht das Problem. Es ging einzig und allein um das Licht, das wie ein roter, an den Rändern irisierender Ball in der Dunkelheit schwebte.

Das Licht glotzte wie ein rotes Auge, das ein Zyklop verloren hatte. Es wartete. Nichts wies darauf hin, dass es sich irgendwann bewegen oder verschwinden würde. Es stand über uns und blinkte, als schien es uns Grüße zuzusenden.

Keine freundlichen, eher böse. Ein Unheilverkünder, ausgestattet mit einer ungewöhnlichen Macht. Etwas, das die Natur ausgespien hatte, um es den Menschen zu beweisen.

Plötzlich bewegte es sich. Es fing an zu tanzen, zuckte nach rechts, dann wieder nach links, wurde in die Höhe gerissen, explodierte plötzlich, und zahlreiche andere Lichter erschienen wie Funken. Sie verteilten sich regenartig über dem Gelände, dann sprühten sie noch einmal und sanken dem Erdboden entgegen.

Kurz bevor sie ihn erreichten, führte eine seltsame Macht sie wieder zusammen, und es entstand abermals die rote Kugel.

In der Ferne erklangen ungewöhnliche Laute. Sie hörten sich an wie menschliche Schreie, was aber nicht der Fall war. In der Weite des Landes schrien die Vögel. Sie waren es, die sich plötzlich sammelten, denn sie hatten das Licht als Erste gesehen.

Und sie hatten Angst …

*

Delphi saß auf einem Stein und hatte die Hände gegen ihr Gesicht gepresst. Sie hatte das Elend nicht gesehen, aber sie wusste, dass es vorhanden war, und deshalb saß sie hier und trauerte. Sie hatte versucht, die Menschen zu warnen, doch man hatte sie ausgelacht.

Okay, ihr war bestätigt worden, dass es gewisse Vorfälle gegeben hatte, die man als rätselhaft einstufen konnte, aber gleich in Panik zu verfallen, das wollte niemand.

Und so war Delphi weggeschickt worden wie ein unmündiges Kind. Man hatte sie nicht mal verabschiedet, nur mitleidig angeschaut, weil man sie für nicht ganz zurechnungsfähig hielt.

Zwar war die junge Frau nicht als Hexe in der Umgebung verschrien, aber man begegnete ihr schon mit Skepsis, denn sie war so etwas wie eine Naturfrau. Sie lebte nicht in einer der kleinen Städte oder Dörfer, sondern fernab jeglicher Zivilisation, war mit ihren Schafen allein, traute sich nur unter die Menschen, wenn sie etwas brauchte oder verkaufen wollte, doch das war selten genug. Es gab Leute, die ihre Kräfte sehr wohl zu schätzen wussten. Denn Delphi gehörte zu den Personen, die »Heilende Hände« hatten. Sie stillte Schmerzen, sie sorgte dafür, dass Wunden nicht mehr brannten, sie heilte Tiere und auch Menschen, sodass es zahlreiche Personen gab, die ihr eigentlich hätten dankbar sein müssen. Sie trugen es nicht nach außen, es war mehr eine stille Dankbarkeit, und Delphi verstand die Leute.

Von den Unglücken wollten sie nicht reden. Das war schlecht für den Tourismus, auf den Schottland letztendlich angewiesen war. Wenn sich die Unglücksfälle herumsprachen, auch im Ausland, dann würden die Menschen kaum mehr kommen, um durch die Landschaft zu trecken. Das gefiel der Tourismus-Branche natürlich nicht, und auch die einheimischen Kaufleute würden weniger verdienen. Deshalb ignorierten sie die Vorgänge, und das war nicht gut.

Delphi wusste es besser. Sie sprach von einem Beginn. Von einem Anfang vom Ende. Sie wusste, dass sich die Erde auflehnen würde, die zu lange gequält worden war.

Aber hätte sie das auch anderen sagen können? Mit Menschen reden, die genügend Einfluss hatten, um gewisse Dinge zu verändern?

Nein, sicherlich nicht. Man würde ihr nicht glauben. Man würde sie eher auslachen.

Delphi unterbrach ihre Gedanken und schüttelte den Kopf. Erst dann ließ sie die Hände sinken, um in die Ferne zu schauen. Sie erlebte eine klare Nacht, die einen wunderschönen Herbsttag abgelöst hatte. Der Himmel wirkte wie blank geputzt, er war von unzähligen Sternen bedeckt, und die Luft roch einfach wunderbar. Die Wälder und Seen atmeten aus, sie schickten ihr den Atem des Wassers, der Nadel- und Laubbäume entgegen, und Delphi empfand diesen Geruch wie einen Gruß, der als Balsam ihre Seele streicheln sollte.

Die Natur war wunderbar, sie war einfach ein Ereignis, auch wenn der Mensch immer wieder daranging, sie zu zerstören. Manchmal fragte sich die Frau, ob er es bewusst tat, und das wiederum wollte ihr nicht in den Kopf. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass so etwas freiwillig getan wurde, die Menschen konnten nicht so dumm sein und das zerstören, von dem sie lebten.

Nein, das war …

Sie stöhnte auf.

Der Stein unter ihr war hart, die Frau merkte es nicht. Sie hatte ein wollenes Tuch um ihre Schultern gewickelt, das sie vor der Kühle schützte. Sie blickte hoch, wo der Mond eine scharf umrissene Gondel bildete, die hochkant gekippt war, sie schaute dann hinab ins Tal. Ihr Platz war gut gewählt. Ein weit gezogener Abhang glitt an diesem Ufer des Sees in die Höhe. Hier befand sich die Grenze zwischen den Midlands und den Highlands, wo tief unter der Erde ein breiter Graben seinen Platz hatte, der an einigen Stellen vor Millionen von Jahren so aufgeworfen worden war, dass sich gewaltige Schüsseln hatten bilden können, in denen noch das Wasser der Urzeit schwappte und diese Schüsseln den Namen Loch erhalten hatten.

Zahlreiche dieser kleinen Seen reihten sich aneinander. Das bekannteste Loch war eben das Loch Ness, in dem sich angeblich ein Seeungeheuer aufhielt, aber das war nicht bewiesen. Jedenfalls hielt man die Mär aufrecht, damit der Strom der Touristen nicht abflaute.

Auch Delphi hatte das Ungeheuer noch nie zu Gesicht bekommen, obwohl sie diesen See schon öfter besucht hatte. Auf der anderen Seite hatte sie es auch nicht gewollt. Wenn die Menschen mit dieser Legende glücklich waren, dann sollten sie es auch sein.

Sie beschäftigen andere Sorgen.

Das Land war in der Nacht dunkel geworden. Nicht schwarz, aber die dunkleren Töne überwogen. Berge und Wiesen schimmerten in unterschiedlichen Tönen, dazwischen standen die Wälder wie schweigende Mahnmale, und die Oberflächen der Seen erinnerten manchmal an gewaltige Augen, die aus der Tiefe hochgestiegen waren, um die Welt an der Oberfläche zu beobachten. Wenn der Wind über das Land strich, dann hatte Delphi manches Mal den Eindruck, als wäre er dabei, Geschichten zu erzählen, die er in der weiten Welt erlebt hatte. Sie liebte den Wind. Oft genug hatte sie ihm ihr Gesicht entgegengehalten, um wieder Neues zu erfahren, denn diese Welt war so anders als der Ort, an dem sie lebte.

Der Wind war meist traurig.

Er berichtete ihr von schlimmen Dingen. Von Zerstörungen der Umwelt, von Kriegen, von Menschen, die nichts darauf gaben, dass ihre Umgebung allmählich zusammenbrach, denn sie dachten nur an ihre Profite.

Es war schlimm …

Und in derartigen Augenblicken war Delphi froh, hier leben zu können. Auch wenn es Dinge gab, die …

Ihre Gedanken versickerten, als wären sie in den tief unter ihr liegenden See hineingeglitten. Sie fühlte sich müde, und es wäre eigentlich an der Zeit gewesen, ins Bett zu gehen, um sich für den nächsten Tag auszuruhen, aber das wollte sie auch nicht.

Sie schwankte zwischen einem Wenn und Aber. Eigentlich fühlte sie sich auch müde, doch auf der anderen Seite dachte sie daran, eventuell etwas verpassen zu können.

Was genau war oder was es hätte sein können, davon hatte sie keine Ahnung, aber es lag etwas in der Luft. Diesmal spürte sie es überdeutlich, sogar noch stärker als in den vorherigen Nächten. Sie hatte versucht, ihre Warnungen auszusprechen, und sie konnte nur hoffen, dass eine dieser Warnungen die richtige Person erreichte.

Es waren zu viele Unregelmäßigkeiten vorhanden, aber noch vertraute. sie dem Schicksal.

Sie atmete tief ein. Ein leichtes Zittern hatte sie überkommen. Plötzlich bemerkte sie den Schweißfilm auf ihrer Stirn, und darüber wunderte sie sich. Wieso schwitzte sie? Was hatte sie getan? Welchen Grund gab es dafür, so zu reagieren wie im Sommer?

Und sie fröstelte.

Die kalte Haut hatte ihren Rücken erreicht und rann dort hinab. Sogar ihre Beine wurden von der Gänsehaut erreicht, die über die Waden hinwegkroch und erst an den Füßen stoppte, die in halbhohen Schnürstiefeln steckten.

Die Luft war zudem kühler geworden.

Nebel sah sie keinen, obwohl es ihr vorkam, als wären feuchte Tücher da, die sie berührten.

Alles war gleichgeblieben und trotzdem so anders geworden. Die kalte Luft kam von allen Seiten, und für diese Abkühlung sah sie keinen Grund. Wind herrschte jedenfalls keiner.

Delphi stand auf.

Sie schaute zum Himmel, um dort eine Veränderung zu entdecken. Auch da wurde sie enttäuscht, es gab einfach nichts, was sich dort abmalte. Keine Wolke, kein Schleier, kein … kein …

Ihre Gedanken versickerten. Zugleich holte sie tief Luft, als wäre es der letzte Atemzug in ihrem Leben. Es war etwas gekommen, es hatte sich etwas verändert, und Delphi spürte es durch ihre Sensibilität. Sie war darauf geeicht, Veränderungen wahrzunehmen, stärker als andere Menschen. Das Leben mit und in der Natur hatte sie immer mehr den Tieren angeglichen, in bestimmten Verhaltensweisen natürlich.

Vögel sind auch Tiere!

Diese Tatsache zuckte durch ihren Kopf, als sie das ferne Brausen am Himmel hörte. Sofort schaute sie wieder hoch, und dabei glitt ihr Blick auch automatisch über den See hinweg, aber es war keine Wolke zu sehen, die sich über dem Gewässer gebildet hatte.

Und dennoch sah sie den Schwarm. Er...



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