Dark | John Sinclair - Folge 0694 | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 694, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 0694

Lavalles Todesspur
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-3424-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Lavalles Todesspur

E-Book, Deutsch, Band 694, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-3424-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! Lavalles Todesspur. Endlich stand Lucien Lavalle vor mir, nackt, mit glühenden Augen und blutenden Wunden, die er sich selbst beigebracht hatte. Er war größer als ich, und er lächelte böse. »Ich habe dich erwartet«, begrüßte er mich überheblich. »Die alten Götter der Urzeit wissen, warum sie auf mich setzen. Und ich werde sie nicht enttäuschen und dich zu ihnen schicken. Danach werden alle vernichtet, die mit dir in Verbindung stehen ...« Während Lavalle dies sagte, versuchte er so furchterregend wie möglich auszusehen, doch ich gab mich noch nicht geschlagen ... John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Lavalles Todesspur
Es roch nach Gewalt, nach Blut – und Tod! Das hatte Heavy schon bemerkt, als er das Haus betreten hatte. Hier war etwas geschehen. Zwischen diesen alten Wänden, die den Geruch des Flusses ausatmeten, hatte sich etwas Grauenvolles festgesetzt. Und dennoch suchte sich Heavy keine andere Bleibe. Der Mairegen dauerte einfach zu lange, der Sturm war zu stark, der Himmel zu düster, die Wolken zu dunkel, die sich zu einem schwarzgrauen Mischmasch zusammenballten und wie flüchtige Bilder über den Himmel getrieben wurden. Auf der Vorderseite stand das Haus auf Stelzen. Heavy hatte die Treppe hinter sich gebracht und die Eingangstür aufgestoßen. Er stand auf der Schwelle, die Tür erzitterte unter den Windstößen, und sie prallte des Öfteren gegen seine Hacke, weil er den Fuß in einem bestimmten Winkel gekantet hatte. Als kalte Masse knallte der Regen in seinen Nacken. Er nässte ihn durch. Aus dem grauen Bart tropfte das Wasser, und seine langen Haare lagen wie ein feuchter Lappen auf seinem Kopf … Heavy war erst fünfundzwanzig Jahre, sah aber zehn Jahre älter aus. Das Leben auf der Straße hatte seine Spuren bei ihm hinterlassen. Er trug noch immer den langen Winterlappen, den der Regen schwer gemacht hatte. Seine Hosen sahen aus wie eine feucht gewordene Ziehharmonika, und gerade dieses verfluchte Wetter zwang den Stromer dazu, über seinen eigenen Schatten zu springen und das Haus zu betreten. Er ging einen Schritt vor. Der Windstoß packte die Tür und donnerte sie ins Schloss. Es klang wie ein Schuss, und Heavy zuckte zusammen. Er überlegte, ob er wieder verschwinden sollte, tat genau das Gegenteil davon und lehnte sich gegen die Flurwand. Dort blieb er stehen und holte tief Luft. Der alte Rucksack, in dem er seine Habseligkeiten verstaut hatte, rutschte von der Schulter, prallte zu Boden und drückte sich zusammen, da er nur bis zur Hälfte gefüllt war. Heavy wischte durch sein Gesicht, wrang Bart und Haare aus und schlurfte weiter. Der Geruch blieb … Es lag nicht an der Feuchtigkeit, die der Regen auch in das Haus hatte eindringen lassen, es war etwas anderes, das er mit Worten nicht beschreiben konnte. Hier war etwas passiert. Etwas Grauenhaftes, das seinen Abschluss in einem furchtbaren Tod gefunden hatte. Heavy überlegte. Er gehörte zu denen, die im Sommer nach London kamen und sich eigentlich immer nahe der Themse aufhielten. Im Prinzip war das gut, es hatte auch stets geklappt, nicht aber in diesem Jahr. Da hatte ihm das Wetter einen Streich gespielt. Bisher war der Mai furchtbar gewesen. Regen, Kälte, in den oberen Lagen Schnee, und jetzt wieder dieser widerliche Sturm, dieses Niederprasseln der Wassermassen, die auf das alte Haus trommelten, als wollten sie es zerstören. Unwillkürlich zog Heavy den Kopf ein und ging noch einige Schritte tiefer in das Haus. Der Geruch verschwand nicht … Heavy presste seine Hand auf den Magen. Er hatte das Gefühl, sich übergeben zu müssen, für einen Moment drehte sich alles vor seinen Augen, und er dachte auch daran, was hier geschehen war. Seit Tagen schon hielt er sich in der Nähe des Hauses auf. Er hatte es beobachtet und hatte auch die Uniformierten gesehen und die beiden primitiven Särge, die aus dem alten Haus getragen worden waren. Gefüllte Särge … Tote! Heavy hatte gezögert, bevor er das Haus betrat. Er gehörte zu den abergläubischen Menschen, er hätte auch nie ein Auto gekauft, in dem zuvor jemand umgebracht worden war, und so ähnlich erging es ihm jetzt, als er sich zwischen diesen Wänden aufhielt, vor bis in die Küche ging und seine Stablampe anzündete. Draußen wütete der Regen, da pfiff der Wind, da war die Dunkelheit der Nacht zu einem gespenstischen Flattern geworden, das vor den Scheiben tanzte. Im Haus war alles anders. Heavy hätte nicht gedacht, dass er sich unwohler fühlen würde als draußen. Er kam sich vor wie in einem Gefängnis, nur lauerten vor den Scheiben keine Wächter. Düster-blaue Schatten erfüllten den Raum, der eine Küche war. Das Licht der Lampe wirkte wie ein starrer, haarloser, kahler Arm, als er seinen Weg durch den Raum fand. Die Geräte interessierten Heavy nicht. Er ließ den Strahl ausschließlich über den Boden wandern und vergaß auch nicht die roten Flecken, die sich dort wie zerspritzte Farbtupfer ausbreiteten. Das war Blut! Ihm stockte der Atem. Nach einer Weile bückte er sich, fuhr mit dem Finger in die Lache, die schon eingetrocknet war. Wer war hier gestorben? Der Wind packte wieder zu. Seine unsichtbaren Hände griffen unter die Dachrinne, die an einigen Stellen nicht mehr sehr fest war. Er spielte mit ihr, er ließ sie scheppern, sodass Heavy das Geräusch vorkam wie ein unheimlicher Glockenklang. Er wusste nicht, wer zuvor in diesem Haus gelebt hatte, aber er war mit einem gewissen Instinkt ausgestattet, und der wiederum sagte ihm, dass es eine Person gewesen war, die mit Kräften in Verbindung stand, die er nicht überblicken konnte. Er fürchtete sich sogar davor. Heavy richtete sich auf. Der Strahl machte die Bewegung mit, huschte an der Innenseite einer Fensterscheibe vorbei, bohrte sich in dieses stumpfe Grau und erhellte für einen Moment einen kleinen Ausschnitt der Welt, die hinter der Scheibe lag. Ein Gesicht! Scharfe Umrisse, wie mit einem Stück Holzkohle gezeichnet. Darin düstere Augen, aus denen das tiefe Grauen einer anderen Welt strahlte. Heavy erstarrte, schloss für einen Moment die Augen, öffnete sie wieder, schaute abermals hin. Das Gesicht war verschwunden! Eine Täuschung? Er spürte den Kloß im Hals. Eine Einbildung? Hatten ihm seine überreizten Nerven einen Streich gespielt? Er dachte daran, dass es viele Täter immer wieder an den Ort des Verbrechens zurückzog. Hier war ein. Verbrechen geschehen, das eingetrocknete Blut redete eine deutliche Sprache, und als er über das Gesicht nachdachte, lief ihm ein Schauer über den Rücken. Das war eine bösartige Fratze gewesen, ein Gesicht, in dem es kein Gefühl gab. Das von einem wüsten Leben gezeichnet worden war, und es gehörte einem Schwarzen. Er löschte die Lampe. Heavy war sich plötzlich vorgekommen wie jemand, der auf dem Präsentierteller stand. Wo ein böses Tier draußen nur darauf wartete, endlich zuschlagen zu können. Die Dunkelheit machte ihm Angst. Sie war wie ein dichtes Netz über ihn gefallen. Zwar konnte er durch dessen Lücken schauen, aber Mut gab ihm das nicht, was er sah. Da waren die beiden Fenster, hinter denen der Regen als lange Fäden vom Himmel rauschte. Der Wind spielte mit den Wassermassen und trieb sie schräg an den Öffnungen vorbei. Etwas klapperte. Heavy bekam eine Gänsehaut. Für ihn hörte es sich an, als hätte ein Skelett seine Zähne aufeinandergeschlagen und dieses Geräusch zusätzlich mit dem Klappern der Knochen untermalt. Ein Knall schreckte ihn auf. Es hatte sich angehört wie ein Schuss. Daran allerdings konnte er nicht so recht glauben, denn es gab wohl kaum jemand, der hier eine Waffe abgefeuert hätte. Wahrscheinlich war irgendwo eine Tür zugeschlagen, denn dieses Haus besaß noch eine obere Etage, wo durchaus Durchzug herrschen konnte. Oder war jemand gekommen. Dieser Gedanke gefiel Heavy überhaupt nicht. Die Angst kroch seinen Rücken hinauf, setzte sich im Nacken fest und blieb dort wie ein Alp hocken, als er sich umdrehte. Plötzlich erschien es ihm nicht mehr erstrebenswert, hier im Haus zu bleiben. Trotz des Sauwetters wollte er es verlassen und sich irgendwo draußen ein trockenes Plätzchen suchen. Im Mund spürte er den Geschmack von bitterer Galle, und vom Eingang her schien er beobachtet zu werden. Plötzlich sah er sich als Gefangener an, nicht mehr als derjenige, der in diesem Haus Schutz gesucht hatte. Auch die äußeren Geräusche empfand er jetzt als viel bedrohlicher. Da schienen gewaltige Hände über die Wände zu streichen und riesige Finger suchten Lücken in der Holzfront, um Stäbe herausreißen zu können wie Knochen aus einem Körper. Die Furcht schnürte ihm die Kehle zu. Wenn er Luft holte, hatte er das Gefühl, Staub zu trinken. Aber er ging weiter. Himmel, es kostete ihn Überwindung, aber er wollte verschwinden und nicht in diesem Totenhaus bleiben. Heavy betrat den Flur. Und da stand der Klotz, das Hindernis, diese Säule, die nass und blank schimmerte. Der Penner würgte, bis ihm der Atem im Hals steckenblieb, denn er hatte erkannt, dass es keine Säule war. Ein Mensch stand dort. Ein Riese, ein Gesicht, dessen Schädel kahl glänzte, das wie ein Ballon wirkte, der von irgendwelchen Fäusten hart getroffen worden war und die entsprechenen Einbuchtungen zeigte. Eine Tatsache aber überragte alle anderen. Die Augen! Sie waren so kalt und mörderisch wie die Hände, die gespreizt auf ihn zuschwangen, als hätte ein Vogel seine Schwingen ausgebreitet, um sich allein von den Aufwinden tragen zu lassen. Wie stählerne Splinte umklammerten sie Heavys Hals, der nichts anderes tat, als mit dem Leben abzuschließen. So also sah das Ende aus. Fertiggemacht, erwürgt in einem einsamen Holzhaus nahe der Themse. Aber er bekam noch Luft. Der andere wollte ihn quälen, er ließ ihm diesen kleinen Ausweg. »Wenn ich will, drücke ich dir deinen Adamsapfel in die Kehle hinein, du kleiner Irrer, aber nur wenn ich will …« Heavy tat nichts. Er konnte nichts tun, aber er hörte zu...



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