Dark | John Sinclair - Folge 0629 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 629, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 0629

Der Racheengel (2. Teil)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-3409-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Racheengel (2. Teil)

E-Book, Deutsch, Band 629, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-3409-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Der Racheengel (2. Teil).

Trenton war für Suko eine Stadt der Toten, obwohl dieser Ort nicht so aussah.

Der Inspektor hockte in einem alten Ford, den ihm Wilma Lane, eine couragierte Wirtin, freundlicherweise überlassen hatte, und rollte dorthin, wo sich das kleine Polizeirevier befinden musste, in dem Konstabler Wright residierte.

Mit ihm wollte er über die Zukunft sprechen, zumindest über die nahe, denn die sah nicht gut aus.

Trenton hatte Besuch von drei Männern bekommen, auf die die Bezeichnung Killer-Trio hervorragend zutraf. Sie hießen Creep, Arnie und Blazer.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Der Racheengel (2. Teil)


Trenton war für Suko eine Stadt der Toten, obwohl dieser Ort nicht so aussah.

Der Inspektor hockte in einem alten Ford, den ihm Wilma Lane, eine couragierte Wirtin, freundlicherweise überlassen hatte, und rollte dorthin, wo sich das kleine Polizeirevier befinden musste, in dem Konstabler Wright residierte.

Mit ihm wollte er über die Zukunft sprechen, zumindest über die nahe, denn die sah nicht gut aus.

Trenton hatte Besuch von drei Männern bekommen, auf die die Bezeichnung Killer-Trio hervorragend zutraf. Sie hießen Creep, Arnie und Blazer.

In der Stadt hatten sie bereits ihre Spuren hinterlassen, eine zerstörte Telefonzelle, über die kurz vor der Vernichtung blaue Blitze gezuckt waren. Danach war die Zelle zusammengefallen, eine Verstrebung hatte sogar einen der Männer beinahe getötet, aber er war trotz der Wunde weitergefahren.

Das hatte Suko misstrauisch gemacht!

Wo er und sein Freund John Sinclair erschienen, ging es um Fälle, die nicht in das Raster des Normalen passten. So war es auch hier gewesen, und Suko ärgerte sich darüber, nicht sofort in Trenton gewesen zu sein, denn sein erstes Zusammentreffen mit dem Killer-Trio, das erschienen war, um einen ehemaligen Kumpel namens Halifax zu treffen, lag bereits hinter ihm, und er hatte es für sich entscheiden können.

Ein Teilsieg, mehr nicht.

Suko war äußerst wachsam. Nichts entging ihm. Außerdem konnte er sich die seitlichen Blicke leisten, da er nur im Schritttempo durch den Ort rollte.

Seine Blicke streiften die Fassaden der Häuser und die frisch gestrichenen Latten der Vorgartenzäune. Er sah die Menschen, die bereits von den unerklärlichen Dingen erfahren hatten und sich wesentlich ängstlicher verhielten als sonst.

Sie schauten sich scheu an und um. Immer wieder suchten sie etwas, das nicht vorhanden war. Auch Suko ärgerte sich darüber, das Fahrzeug des Trios, einen japanischen Geländewagen, noch nicht entdeckt zu haben.

Dieses Auto war sein einziger Anhaltspunkt. Aus ihm hatten sie auch geschossen, als sie den Parkplatz vor der einsam liegenden Gaststätte »Last Post« verließen.

Sie waren gefährlich, sie waren tödlich, sie waren als normale Menschen nach Trenton gekommen und hatten Sukos Meinung nach eine fürchterliche Veränderung durchleben müssen.

Er ging davon aus, dass sie durch welche Dinge auch immer, magisch beeinflusst worden waren und sich auf gefährliche Weise einer weiteren negativen Veränderung unterzogen hatten.

Wo hielten sie sich verborgen? Suko glaubte nicht daran, dass sie innerhalb der letzten Viertelstunde zu braven Chorknaben geworden waren, sie planten etwas, denn grundlos waren sie nicht erschienen.

Er hatte das Zentrum von Trenton erreicht. Hier zeigte der Ort eine gewisse Breite. Ein Marktflecken war entstanden.

Das Pflaster bestand aus kleinen Baubasaltsteinen, die bei Nässe glatt wurden.

Suko nahm dies alles am Rande wahr. Er kam sich vor, als würde er durch eine Kulisse rollen, die extra für ihn aufgebaut worden war, ohne dass er sich dabei als Hauptperson fühlen konnte. Die Regie hatten andere übernommen, und sie hielten auch ihn an der langen Leine, ohne dass er es richtig merkte.

In jedem Ort war die Polizeistation zumeist im Zentrum zu finden, auch wenn es noch so klein war. Hier suchte Suko vergebens, deshalb ging er den einfachen und direkten Weg, lenkte den klapprigen Ford in eine Parktasche und stellte ihn dort ab.

Auch als er ausstieg, wollte das Gefühl nicht weichen. Er bekam den Eindruck, in eine andere Welt zu treten, seinen Fuß in Nebel zu setzen, der nur in seiner Einbildung existierte.

Seltsam …

Suko war es gewohnt, auf Vorahnungen zu hören. Er konnte Stimmungen herausfiltern.

Was er hier herausgefunden hatte, gefiel ihm überhaupt nicht. Da war jemand dabei, einen nicht sichtbaren Sack über Trenton zu stülpen.

Nicht weit entfernt fand er einen kleinen Lebensmittelladen. Er wollte nicht hinein und nur mit dem Jungen sprechen, der vor dem Laden sein Fahrrad reparierte.

Er war ungefähr zwölf Jahre und schaute hoch, als der Schatten des Inspektors auf ihn fiel.

Auch seinen Blick sah Suko nicht als normal an. In den Augen stand ein Flackern. Misstrauen glomm tief in den Pupillenschächten, zudem schaute sich der Junge noch um, ob ihn auch niemand sah.

Suko grüßte freundlich.

Der Knabe nickte, wischte seine Handflächen an der Hose ab. Durch das Schaufenster wurden beide von innen her von der Besitzerin beobachtete

»Du kennst dich hier aus?«

»Es kommt darauf an.«

»Ich möchte nur wissen, wo ich den Konstabler finden kann.«

Der Junge erschrak. Suko wusste nicht warum, auch die folgenden Handlungen waren ihm unbegreiflich. Der Junge schlenkerte mit dem Arm und drückte ihn mehrere Male nach vorn.

»Da gehen Sie hin, da!«

Die Frau aus dem Laden verließ ihr Geschäft. »Komm sofort her, Randy.«

Der Junge rannte zu ihr.

Suko stellte keine Fragen mehr. Er hatte zwar eine Antwort bekommen, die allerdings gefiel ihm auch nicht. Er brauchte nicht lange zu raten, um herauszufinden, dass mit dem Konstabler etwas nicht stimmte. Jeder schien es zu wissen, nur wollte keiner darüber reden, das bereitete ihm Sorgen.

Er hatte sich sowieso schon Gedanken über das Schicksal des Mannes gemacht, die nicht weniger wurden, als er quer über den Platz schritt, um das Ziel zu suchen.

Lange benötigte er nicht. Suko ging dorthin, wo einige Menschen standen. Sie hatten Haltungen eingenommen, die ihm überhaupt nicht gefielen.

Zwar standen sie auf dem Fleck, aber sie sahen aus wie auf dem Sprung. Als wollten sie jeden Moment starten, um wegzulaufen, wobei die Neugierde überwog.

Suko schlenderte langsam näher. Nur keine Hektik, nur nicht auffallen. Er konnte die Beklemmung ebenfalls nicht abschütteln. Für ihn stand fest dass diese kleine Stadt Besuch bekommen hatte, den sie bestimmt nicht wollte.

Er warf einen kurzen Blick gegen den Himmel, der zu Blei geworden war, das über ihm schwebte und sich als Haufenwolken verteilt hatte. Seine Haltung blieb auch dann gespannt, als er die schweigenden Menschen erreicht hatte.

Es war keiner da, der redete.

Sie alle schauten nach vorn, die Blicke auf einen bestimmten Punkt gerichtet.

Suko sah noch nichts. Er drängte sich durch die hinterste Reihe. Man schuf ihm Platz, kaum dass er die Menschen berührt hatte. Schon sehr bald bekam er freie Sicht.

Vor ihm wuchs ein Haus hoch. Seine Fassade schimmerte in einem dunklen Backsteinrot. Fenster waren darin eingefasst. Die Scheiben glänzten sehr sauber.

Nur eine fehlte.

Sie lag zersplittert im Vorgarten und hatte sich so verteilt, dass Teile von ihr noch in der Gestalt steckten, die auf dem Rücken lag und sich nicht rührte.

Es war Konstabler Wright, und er war tot!

*

Obwohl Suko noch nicht nahe an ihn herangegangen war, erkannte er dies mit einem Blick. Er hatte im Lauf der Jahre ein Auge für so etwas bekommen.

Nur hatten ihn die Scherbenreste bestimmt nicht umgebracht. Auch den Einschlag einer Kugel konnte der Inspektor nicht entdecken. Er sah überhaupt keine Wunde am Körper.

Wie war er dann gestorben?

Okay, man hatte ihn durch das Fenster gestoßen. Die zerbrochene Scheibe ließ darauf schließen, dennoch konnte an diesem Ableben einiges nicht stimmen.

Das Flüstern der Stimmen erinnerten Suko an das Wispern irgendwelcher Geister. Kein Zeuge wollte laut reden. Jeder schien Furcht davor zu haben, die Ruhe des Toten zu stören.

Die Beklemmung der Menschen wuchs. Zwei Frauen, die in der Nähe standen, erinnerten Suko an Wachsfiguren, so starr waren sie. Der Inspektor umging sie. Er befürchtete, bei ihnen einen Schreikrampf auszulösen, wenn er sie berührte.

Dann stand er vorn.

Ein halbhoher Zaun, nicht weiß, dafür braun gestrichen, trennte ihn vom direkten Grundstück. Der Vorgarten war baumlos. Dafür stand eine runde Schale in der Mitte, aus der schon Osterglocken wuchsen, als würden sie ein Grab schmücken.

Niemand hielt Suko auf, als er den Zaun überstieg, um sich dem Toten zu nähern.

Nur einer aus dem Hintergrund stellte eine Frage. »Wer sind Sie, dass Sie es wagen …?«

Suko drehte sich noch einmal um. »Polizei«, erwiderte er gerade laut genug und fügte noch die genaue Bezeichnung hinzu.

Vor dem Begriff Scotland Yard hatte man in dieser Gegend noch Respekt, Trenton war auch nicht London, wo Rassen, Welten, Liebe, Hass und Leid miteinander verschmolzen.

Nach drei kleinen Schritten hatte der Inspektor den Toten erreicht. Bevor er sich niederkniete, schaute, er zum Fenster hoch, in dem sich keine Scheibe mehr befand.

Er sah einen Schrank im Büro des Konstablers und ein Plakat oder Bild danebenhängen. Ansonsten kam ihm der Raum wie eine Totengruft vor, wo jemand sein Leben ausgehaucht hatte.

Die Uniformjacke des Konstablers war nicht geschlossen. Der dicke Bauch quoll über den Hosenbund. Suko hatte an der Schlagader gefühlt und den Tod jetzt auch bewiesen bekommen.

Eine Verletzung suchte er vergeblich. Es gab kein Einschussloch, nichts wies auf die Kugel oder den Messerstich hin. Trotzdem war der Mann tot, als hätte ihn ein Herzschlag dahingerafft, doch daran wiederum wollte Suko nicht glauben.

Es musste eine Ursache geben. Vielleicht im Rücken? Dazu musste er den Toten herumdrehen. Bevor er sich daranmachte, tastete er die Gestalt noch mit seinen Blicken genau ab, und dabei auch das Gesicht. Das Kinn fiel etwas ab, der breite Mund mit den dicken Lippen, darüber die schmale...



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