Dark | John Sinclair - Folge 0578 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 578, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 0578

Die Geisel
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-3358-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Geisel

E-Book, Deutsch, Band 578, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-3358-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Die Geisel.

Das Haus stand im südlichen London, zudem relativ einsam - ideal für ein Verbrechen!

Um diese mitternächtliche Stunde strahlten es lichtstarke Scheinwerfer von vier verschiedenen Seiten an, und in der Dunkelheit lauerten Scharfschützen. Sie hatten die Mündungen ihrer schweren Waffen auf den Eingang, die Fenster und gegen die Fassade gerichtet. Die Männer waren trainiert, souverän und ruhig. Sie ließen sich auch durch das Blaulicht der Streifenwagen nicht stören.

Etwas entfernt stand ein Einsatzwagen, wo Captain Cliff Hamilton hockte, der Einsatzleiter. Er starrte auf die vier Monitore, die ihm das Bild draußen wiedergaben. Der Captain war nervös.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Die Geisel


Das Haus stand im südlichen London, zudem relativ einsam, ideal für ein Verbrechen! Um diese mitternächtliche Stunde strahlten es lichtstarke Scheinwerfer von vier verschiedenen Seiten an, und in der Dunkelheit lauerten Scharfschützen. Sie hatten die Mündungen ihrer schweren Waffen auf den Eingang, die Fenster und gegen die Fassade gerichtet. Die Männer waren trainiert, souverän und ruhig. Sie ließen sich auch durch das Blaulicht der Streifenwagen nicht stören.

Etwas entfernt stand ein Einsatzwagen, wo Captain Cliff Hamilton hockte, der Einsatzleiter. Er starrte auf die vier Monitore, die ihm das Bild draußen wiedergaben. Der Captain war nervös.

Hin und wieder saugte er an seiner Zigarette und schüttete den Kaffee in sich hinein. Die Luft im Wagen stank nach Rauch, sie war zudem feucht, und die Stille wurde hin und wieder von einem trocken klingenden Schluchzen unterbrochen.

Manchmal warf der Offizier einen Blick über die Schulter. Dann sah er den Mann, der wie ein Häufchen Elend auf dem Stuhl hockte und leise weinte.

»Beruhigen Sie sich, Mr. Brookman, er wird kommen.«

»Aber wann?« Die Frage klang wie ein Schrei.

»Gleich.«

»Dann sind meine Töchter tot.«

»Das wird sich der Kerl noch überlegen«, Hamilton stand auf. »Und Sie haben sich wirklich nicht verhört? Hat er gesagt, dass er ein Zombie wäre?«

»Ja, wenn ich es Ihnen sage. Er hat es mehrere Male wiederholt. Er ist ein Zombie.«

»Okay; okay, es tut mir leid.« Hamilton räusperte sich. Er wusste selbst nicht, wie er sich der verzweifelt wirkenden Gestalt gegenüber verhalten sollte. »Möchten Sie noch einen Kaffee, Mr. Brookman?«

»Nein, mein Herz.«

»Ist gut.« Hamilton ging zur Tür.

»Wo wollen Sie hin?«

Hamilton öffnete die Tür des hohen Einsatzwagens. »Keine Sorge, ich lasse Sie nicht allein. Ich möchte nur frische Luft in den Wagen lassen.«

»Ach so – ja.«

In der Tür blieb Hamilton stehen. Einer seiner beiden Stellvertreter kam. »Es hat sich nichts getan, Sir. Der Kerl verhält sich ruhig.«

»Gut, sehr gut.«

»Wenn nur dieser verdammte Sinclair endlich kommen würde!«

Hamilton hob die Schultern. »Der Weg ist nicht eben nah. Er hat einige Meilen vor sich.«

»Trotzdem.«

»Ich hoffe nur, dass uns hier kein Theater vorgespielt wird.«

»Das kann man immer erst hinterher sagen, Sir.«

»Danke für den Ratschlag.« Hamilton schaute zum Haus hin. Es besaß eine helle Fassade. Im Licht der Scheinwerfer jedoch leuchtete es fast in einem strahlenden Weiß. Auf dem Dach blitzte eine hohe Antenne, zwei Vögel hatten sich eine der Querstreben als Schlafplätze ausgesucht. Hamilton trank den Becher leer. Er war ein Fachmann für Geisel-Verbrechen, hatte schon einiges hinter sich. Zumeist waren die Fälle glimpflich abgelaufen, auch wenn es schon mal tote Geiseln gegeben hatte. Er konnte stets im voraus sagen, wie ein Fall ablaufen würde. Hamilton verließ sich da voll und ganz auf sein Gefühl.

In diesem Fall hatte er ein schlechtes …

Was sich zunächst wie ein Witz angehört hatte, war zu einem Drama eskaliert, in dem leider noch eine Hauptperson fehlte. Ein Mann namens John Sinclair.

Hamilton kannte den Geisterjäger ziemlich gut. Er wusste, dass Sinclair mit beiden Beinen auf der Erde stand und kein parapsychologisch angehauchter Okkultist war, wie es manche der Kollegen behaupteten. Nein, der Oberinspektor gehörte zu den Menschen, mit denen es sich gut zusammenarbeiten ließ.

Hamilton schaute auf die Uhr. Vier Minuten nach Mitternacht. In genau sechs Minuten würde das erste Ultimatum des Zombies dort im Haus ablaufen. Dann sollte es Tote geben. Das wusste Sinclair auch. Hamilton hatte mit ihm am Telefon darüber gesprochen.

Die gesamte Atmosphäre hatte etwas Bedrückendes an sich. Eine gefährliche Ruhe vor dem Sturm, die binnen Sekunden vom Grauen zerstört werden konnte.

Davor fürchtete sich Hamilton. Dass einer seiner Leute die Nerven verlor, dass die Scharfschützen nicht genau zielten, verdammt, es gab so viel zu bedenken.

Aus den Streifenwagen quäkten die Stimmen der Beamten, wenn sie in ihre Geräte sprachen. Jeder stand mit jedem in Kontakt, auch weiter im Westen, wo der Waldweg von der normalen Straße herführte und das Licht eines Scheinwerferpaares durch die noch blattlosen Zweige der Bäume blitzte.

»Na also«, sagte Hamilton. »Das wird er sein.« Hamilton knüllte den Becher zusammen, in dem sich zuvor Kaffee befunden hatte, und hörte aus dem Wagen wieder das Jammern.

»Mensch, halts Maul!«, keuchte er, allerdings dermaßen leise, dass kein anderer ihn hörte.

Dann ging er auf den Wagen zu, der von einem seiner Polizisten eingewunken wurde …

*

Ich sah den Uniformierten im Licht meiner Rover-Scheinwerfer wie eine Schattengestalt erscheinen und wusste genau, dass ich mich am Zielort befand.

Endlich – nach einer Höllenfahrt durch London, einer Stadt, in der es leider auch zu mitternächtlicher Stunde noch genügend Verkehr gab, sodass ein Durchkommen kaum möglich war.

Der Beamte veränderte seine Haltung, streckte den rechten Arm aus und wies mich ein. Ich rollte in eine Lücke zwischen zwei Bäumen. Als die Zweige einer Hecke gegen die Stoßstange kratzten, trat ich voll auf die Bremse und stieg aus.

War es ein Fall? War es kein Fall? Noch wusste ich es nicht. Mir war einfach zu wenig bekannt.

Mich hatte der Anruf von Captain Hamilton aus dem Schlaf geschreckt.

Mr. Brookman, Witwer, der mit seinen beiden Töchtern allein in einem großen Haus lebte, war überfallen worden. Keine normale Geiselnahme, denn der Eindringling hatte ihm erklärt, dass er ein Zombie sei und nur mit mir verhandeln wollte. Brookman hatte er laufen lassen, dessen Töchter aber befanden sich in seiner Gewalt.

In letzter Zeit war ich verdammt allergisch gegen das Wort Geisel geworden. Das hatte seinen Grund, denn Mary Sinclair, meine Mutter, war ebenfalls gekidnappt worden. Sie befand sich in der Hand eines Vampirs namens Will Mallmann. Früher war er Kommissar und ein Freund von mir gewesen, jetzt war er mein erklärter Todfeind.

Ob er meine Mutter schon zu einem Vampir gemacht hatte, das wusste ich nicht. Ich konnte nur hoffen, dass er sich noch zurückgehalten hatte, sonst wäre alles umsonst gewesen.

Über Mallmanns Pläne war ich im einzelnen nicht informiert, aber ich würde ihn jagen und mich auch nicht mehr in einen dienstlich angeordneten Kurzurlaub schicken lassen, wie es vor ein paar Tagen geschehen war. Ich reiste an die Côte d’Azur, traf dort auf Kara und musste miterleben, wie eine kleine Stadt von einem schrecklichen Krakenfluch heimgesucht wurde. Ich hatte nicht viel tun können, denn Kara kannte sich dort besser aus.

Aber London war mein Revier.

Jemand kam mir entgegen. An der Größe allein erkannte ich, dass es Hamilton war.

»Hallo, John …«

»Hi, Cliff.«

Wir gaben uns die Hände. »Gut, dass du gekommen bist, John. Bisher ist alles normal geblieben, er hat sich nicht gerührt«, Hamilton schaute besorgt auf seine Uhr, »obwohl wir uns nicht an das Ultimatum gehalten haben.«

»Welches Ultimatum?«

»Er will mit dir reden.«

»Das kann er.« Ich hatte mir das Haus schon angeschaut. »Muss ich dort hinüber?«

»Nein, keinesfalls. Du kommst mit in den Einsatzwagen. Dort kannst du mit ihm telefonieren.«

»Gut. Ist er tatsächlich ein Zombie?«

Hamilton grinste mich an. »Das hat er gesagt, John.«

Ich hob die Schultern. »Manchmal gibt es Scherzbolde, die sich wichtig machen wollen.«

»Das wäre ein schlechter Scherz. Wenn ich Leute hasse, dann sind es Dealer und Geiselnehmer.«

»Das kann ich dir nachfühlen, Cliff.«

Er ließ mir den Vortritt beim Betreten des Einsatzwagens. Im Innern herrschte eine stickige Luft. Der Geruch von Rauch vermischte sich mit den Schweißausdünstungen des Mr. Brookman, der auf einem Hocker saß und den Kopf gesenkt hielt, sodass seine weißen Haare wie ein wirres Netz in die Stirn gefallen war. Er bot eine Gestalt des Jammers. Die Hände hatte er zusammengelegt und sie auf seine Oberschenkel gestützt. Dass Hamilton und ich den Wagen betreten hatten, war von ihm nicht wahrgenommen worden.

Der zweite Beamte vor einem der Monitore nickte mir zu. Ich blieb vor David Brookman stehen.

»Ich bin John Sinclair«, sagte ich leise.

Es dauerte eine Weile, bis ihm zu Bewusstsein kam, dass er angesprochen worden war. Als würden Steine gegen seinen Nacken drücken, so langsam hob er den Kopf.

Ich nickte ihm zu.

Er wischte mit der flachen Hand durch sein verquollenes und tränenfeuchtes Gesicht. Im fahlen Schein der Instrumentenbeleuchtung wirkte sein Gesicht wie eine grün gefärbte Landschaft aus Kratern, Erhebungen und Einschnitten. Die Qual zeichnete seinen Mund, seine Augen, sie nahm überhaupt alles ein.

»Sie … Sie sind da, nicht?«

»Natürlich. Ich kam, so schnell ich konnte.«

Brookman blickte mich mit einem Ausdruck an, als wollte er jeden Augenblick anfangen zu weinen. Statt dessen aber fasste er mit seinen feuchten Händen nach den meinen und drückte sie hart. »Bitte, Sir«, sagte er. »Ich flehe Sie an. Bitte, retten Sie meine beiden Kinder! Holen Sie meine Töchter aus dieser Hölle.«

Ich erstarrte. »Zwei Töchter?«

»Ja, Donna und Marion.«.

»Und sie befinden sich in der Gewalt dieses Mannes, der sich als Zombie bezeichnet hat?«

»Ja.«

»Haben Sie ihn gesehen?«

»Nicht das Gesicht«, flüsterte...



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