Dark | John Sinclair - Folge 0571 | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 571, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 0571

Die Legende vom grauen Riesen
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-3351-7
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die Legende vom grauen Riesen

E-Book, Deutsch, Band 571, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-3351-7
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! Die Legende vom grauen Riesen. Die Frau quälte Todesangst, trotzdem ging sie weiter. Wie ein Schal umschlang der schwarze Schlangenkörper ihren Hals und schnürte ihr allmählich die Luft ab. - Blitzschnell war die Schlange aus einer der zahlreichen Felsspalten erschienen. Die Schlange war das Symbol, die Frau hatte es gewusst, aber nicht mehr daran gedacht. Und so kämpfte sie sich weiter voran. Hinein in ein menschenfeindliches, karstiges Gelände, der blutrot untergehenden Sonne entgegen. Bald würde sie dem grauen Riesen gegenüberstehen ... John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Die Legende vom grauen Riesen
Die Frau quälte Todesangst, trotzdem ging sie weiter! Wie ein Schal umschlang der schwarze Schlangenkörper ihren Hals und schnürte ihr allmählich die Luft ab. Blitzschnell war die Schlange aus einer der zahlreichen Felsspalten aufgetaucht. Die Schlange war das Symbol, die Frau hatte es gewusst, aber sie hatte nicht mehr daran gedacht. Und so lief sie weiter, mit steifen, völlig unnatürlichen Schritten. Hinein in ein karstiges, menschenfeindliches Gelände, der blutrot untergehenden Sonne entgegen. Sie musste bergauf gehen. Unter ihren Sohlen hörte sie das Kratzen der Steine. Jedes Geräusch strapazierte ihre Nerven, die blank lagen wie von der Isolierung befreite Kabel. Manchmal hustete sie auch, weil sie so schlecht Luft bekam. Sie schwitzte, sie fror auch, ein ständiger Wechsel. Dabei hatte Wilma nicht gedacht, dass es so schlimm werden würde. Aber wenn sie das Ziel erreicht hatte, konnte sie aufatmen, dann würde alles anders werden. Sie hatte von ihm geträumt, er hatte mit ihr gesprochen und ihr den richtigen Weg gewiesen. Er befand sich dort, wo die Sonne unterging. Immer auf dem Weg bleiben, das war ihr gesagt worden. Die Leute auf dem Schiff wussten Bescheid. Einige von ihnen waren schon dort gewesen und hatten ihn gesehen. Wilma schielte zu Boden. Er hatte seine Farbe nicht verändert. Das Graubraun des Küstenstrichs war auch jetzt geblieben. Der Staub würde im Sommer wallen. Jetzt aber – in der feuchten Luft – klebte er am Boden und an den Felsen fest. Vergeblich hielt sie nach etwas Grün Ausschau. Wo sie herschritt, wuchs kein Baum, kein Strauch. Nicht einmal Gras schaute vorwitzig aus den Ritzen. Hier war alles tot, verbrannte Erde, als hätte der Sensenmann reiche Ernte gehalten. Eine Welt für sich, die sie unbedingt hatte kennenlernen wollen. Eine Welt, zuerst nur in den Träumen, jetzt nahe daran, Wirklichkeit zu werden. Die schwarze Schlange um ihren Hals bewegte sich. Sie hob ihr Vorderteil an, natürlich auch den Kopf und drehte ihn so, dass sie der Frau ins Gesicht schauen konnte. Aus dem Maul huschte die Zunge hervor, ohne allerdings Wilmas Haut oder die Lippen zu berühren. Die Schlange war wie ein Leibwächter, der achtgab, dass sie nichts verkehrt machte. Vor Erreichen des Ziels hatten die Götter den Schweiß gesetzt. Das merkte auch Wilma, als sie den letzten Rest des Weges anging. Er wurde noch steiler, sie atmete heftig und merkte; wie die Schlange mit dem Unterteil des Kopfes über ihre Stirn hinwegstrich. Seltsam, früher hatte sie gedacht, Schlangen wären feucht. Das stimmte nicht. Sie besaßen eine trockene Haut, von Feuchtigkeit keine Spur. Die Sonne strahlte wie ein tiefrot eingefärbtes, übergroßes Auge der einsamen Wanderin entgegen. Fast hatte sie die höchste Stelle der Insel erreicht. Wenn sie jetzt stehen blieb und sich umsah, konnte sie hinab in die kleinen Schluchten, die Mulden und auch gegen die Hänge schauen, die zur Küste hin grüner wurden. Dort lag auch die Bucht, ein natürlicher Hafen, wo Schiffe anlegen konnten. Zufällig erreichte ihr Blick den Hafen, wo das Schiff ankerte, mit dem sie gekommen war. Wilma erschrak. Das Boot war nicht mehr da! Wilma schaute in eine leere Bucht, als wäre das Bot dort von den anlaufenden Wellen verschluckt worden. Dabei sah sie es noch, nur eben weiter draußen, wo es als heller Fleck zwischen den graugrünen Meereswogen schwamm. Die Furcht verwandelte sich in Panik. Weshalb war das Boot gefahren? Es hätte auf sie warten müssen. Wie sollte sie jetzt von der Insel wegkommen? Die Schlange verstärkte ihren Druck auf raffinierte Art und Weise. Sie bewegte die Muskeln so, dass Wilmas Kopf in eine ganz bestimmte Richtung gedreht wurde. Wieder schaute sie nach vorn. Der tiefer sinkende Sonnenball schien ihr trotzdem weiter gewachsen zu sein. Noch viel größer kam er ihr vor, und er lag so nahe, als könnte sie ihn greifen. Aber sie musste noch gehen. Wie viele Schritte lagen vor ihr? Hundert, etwas mehr oder weniger? Jedenfalls immer bergauf, wobei sie die unterschiedlich aus dem Erdreich wachsenden Steine wie Treppenstufen benutzte und sich immer schneller dem Ziel näherte. Die Gestalt aus dem Traum war ihr immer in der Nacht erschienen. Hervorgestiegen aus der Tiefe, hatte sie ihre Träume beeinflusst und Wilma darum gebeten, zu ihm zu kommen. Jetzt trennten sie nur mehr ein paar Schritte! Plötzlich kam er. Wilma blieb stehen, als sie das dumpfe und grollend klingende Rumoren unter ihren Füßen hörte. Die Erde schien zu beben. Sie merkte auch das Zittern, das sich fortpflanzte und zu einem Dröhnen in ihrem Kopf wurde. Die Frau war stehen geblieben. Ihr Blick wurde eins mit der untergehenden Sonne, und aus ihr stieg er hervor. Er schien in der Sonne gelauert zu haben. Ein gewaltiger, ein unheimlicher Klotz. Eine steinerne Gestalt, die eigentlich tot sein musste, aber trotzdem lebte. Die Farben Schwarz und Grau wechselten sich bei ihr ab. Zementgrau war der gewaltige haarlose Schädel, der auf sie den Eindruck einer perfekt abgeschliffenen Kugel machte. Sie sah Augen, aber keine Brauen. Sie sah eine Nase von der Größe eines Menschen und einen Mund, dessen blasses Rot der Lippen sich deutlich vom Gestein abhob. Gewaltige Ohren rahmten den Kopf ein, den Hals konnte sie nicht erkennen, weil von den Schultern etwas hochwuchs – wie ein Kragen aus schwarzem Gestein. Der Kopf schien auf den dunklen Felsen zu liegen, denn die weiteren Maße des Körpers sah sie nicht. Das also war die Gestalt … Wilma stand zitternd da. So ähnlich wie sie musste sich eine Maus vorkommen, die zu einem Elefanten hochschaute. Nur hatte es die Maus zumeist geschafft, den Elefanten zu besiegen. Bei ihr würde das nicht möglich sein. Außerdem wollte sie es nicht. Die schwarze Schlange löste sich von ihrem Hals und glitt geschmeidig über den Arm hinweg und an der Hüfte entlang in Richtung Boden, wo sie in einer Felsspalte verschwand. Wilma folgte ihr mit den Blicken. Etwas zu lange. Als sie wieder hinschaute, verdunkelte eine gewaltige Fläche ihr eigentliches Blickfeld. Es war eine Hand. Die Hand des Riesen! Wilma konnte nicht mehr weg. Sie vernahm noch ein knarrendes Geräusch, als würden in ihrer Nähe Felsen auseinanderbrechen. Dann spreizten sich die Finger zur Klaue – und packten zu. Wilma schrie nicht, sie röchelte nur, als sie plötzlich in der Klaue steckte und nur mehr mit dem Kopf hervorschaute. Ein Arm erschien. Auf seinem Rückweg wurde er angewinkelt, leicht gedreht und mit ihr die Gefangene. Sie schaute auf den Mund, der sich zu einem scheunentorgroßen Maul öffnete. Ein mörderischer Schlund, in dem es heulte und brauste. Wind schlug ihr entgegen, vermischt mit Staub und kleineren Steinen. Schreien konnte sie nicht mehr. Es trat das ein, was Wilma in ihren Träumen gesehen hatte. Wie eine Fliege im Maul eines Frosches, so verschwand die einsame Frau im Schlund des Riesen. Zwei Tage später fanden Fischer ihre Leiche. Sie hing verdreht in einem der starken Netze. Es sah aus, als wäre die Frau aus großer Höhe zu Boden gestürzt und hätte sich sämtliche Knochen gebrochen. Die Fischer wurden blass. Sie legten sie in eine entfernte Ecke an Bord, besprühten sie mit geweihtem Wasser und bekreuzigten sich, während ihre Blicke dorthin glitten, wo eine gewisse Insel lag, die sie lieber nicht anliefen. Mit voller Kraft steuerten sie der Küste entgegen … * Kleine Messer durchstachen den dünnen Jackenstoff und das Hemd und drangen in den Unterarm. Trotzdem saß Dr. Ward bewegungslos und beobachtete die Patientin. Er unterdrückte die Schmerzen. Lucy Freeman, die Frau mit dem wilden, blonden Lockenhaar, lag auf der weichen Ledercouch. Sie wälzte sich von einer Seite auf die andere. Der graue, kniekurze Rock war bis zu den Oberschenkeln hochgerutscht und ließ die Strapse erkennen. Lucy Freemans Brust hob und senkte sich unter den schweren Atemzügen. Ebenso stark spannten sich die Knöpfe an der schneeweißen Bluse. Auf der Stirn lag Schweiß. Lucys Mund stand halb offen, manchmal schlug die Zunge hervor, als würde sie jedes Mal einen Anstoß bekommen. Die Augen waren verdreht. Angst zeichnete das Gesicht, aber Lucy Freeman war zu Dr. Ward gekommen, um die Angst loszuwerden. Jetzt kämpfte sie in einem Zustand dagegen an, der einer Hypnose glich. Sie spie ihre Träume förmlich hervor. Jedes Wort begleitete sie durch einen kleinen Sprühregen aus Speichel. »Er … er ist da …«, ächzte sie. »Mein Gott, er ist da. Er nimmt mich, er umklammert mich, er tötet mich, er schiebt mich in sein Maul, er zerquetscht mich zwischen seinen Fingern. Der Riese, der graue Riese, er nimmt und tötet …« Mit dem letzten Wort sackte sie zusammen. Der Körper verlor all seine Kraft, Lucy Freeman blieb schlaff auf der Ledercouch liegen. Tränen rollten über ihre Wangen, bevor sie im weißen Kragen der Bluse versickerten. Dr. Ward spürte noch immer den Griff an seinem rechten Arm. Der Nageldruck hatte nachgelassen. Mit der freien Hand umfasste er das Gelenk und streifte die Hand ab. Lucy lag jetzt ruhiger da. Sie würde bald wieder erwachen. Dr. Ward kannte dies. Der Höhepunkt war überschritten. Die Patientin würde allmählich hochsteigen aus einem seelisch sehr labilen Zustand und sich zunächst nicht zurechtfinden. Da musste er sie in Ruhe lassen. Er schaltete das in Griffweite stehende Tonbandgerät ab. Die Aufnahme hatte er ausdrücklich mit der...



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