Dark | John Sinclair - Folge 0531 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 531, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 0531

Das Grauen von Zagreb
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-3302-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Das Grauen von Zagreb

E-Book, Deutsch, Band 531, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-3302-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Das Grauen von Zagreb.

Fünfzehn Selbstmorde in der jugoslawischen Stadt Zagreb alarmierten die Öffentlichkeit. Auch im Westen gingen diese seltsamen Todesfälle durch die Presse. Die Verantwortlichen standen vor einem Rätsel. - Suko und ich wurden losgeschickt, Licht hinter das Grauen zu bringen. Es wurde ein Horrortrip in die Abgründe menschlicher Seelen ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Das Grauen von Zagreb


Das Mädchen atmete heftig. Es wusste genau, was gleich passieren würde, und es wusste auch, dass es kein Zurück gab, denn es hatte sich einmal für die Darker – die Dunklen – entschieden.

Maria hieß sie, wie die Mutter Gottes, doch von ihr hatte sie sich abgewandt. Sie war übergetreten auf die andere Seite, die es schaffte, ihre Seele mit einer gewissen Sehnsucht zu füllen.

Todessehnsucht …

Ein gefährliches Trauma, aber die Darker setzten darauf. Sie liebten die Farbe Schwarz, denn der Tod war für sie schwarz und dunkel.

Auch Maria stand in der Dunkelheit. Sie wartete ab, lauschte ihrem Atem und ärgerte sich über das heftige Geräusch. Es zeugte von ihrer Furcht und Ungewissheit.

Die Luft in dem Raum war verbraucht. Sie roch muffig, nach Staub, Schmutz und Kerzenrauch. Der Raum gehörte zu ihren geheimen Treffpunkten, doch jetzt war sie allein.

Die anderen, die Freunde, sie waren so weit weg, in einer anderen Welt. Den Weg, den Maria beschritten hatte, war sie allein gegangen. Heute würde die Entscheidung fallen.

Sie ärgerte sich über ihre Unbeherrschtheit. Sie war furchtbar nervös und schwitzte am ganzen Körper.

Obwohl sie höchstens für die Dauer von zwei Minuten in der Finsternis stand, kam ihr die Zeit mindestens dreimal so lange vor. Hier dehnte sich jede Sekunde, hier lief alles langsam ab. Sie lauschte in die finstere Umgebung und hatte plötzlich das Gefühl, nicht mehr allein zu sein.

Irgendjemand war noch da!

Maria hielt den Atem an, und doch hörte sie Atemgeräusche. Sie erstarrte. Gleichzeitig verkrampfte sie sich, als sie sich auf dieses andere Geräusch konzentrierte. Sie war nicht mehr allein. Nur hätte sie sich das auch denken können.

Die Regeln schrieben es vor, da brauchte sie sich erst gar nichts vorzumachen.

Die Person stand oder saß vor ihr. Möglicherweise konnte sie in der Finsternis sogar sehen. Maria glaubte daran, dass alles möglich war. Sie sah nicht, wie sich der Unbekannte bewegte, sie hörte nur dieses leise Knacken, dann strahlte plötzlich eine Lampe auf.

Sie war unter der Decke befestigt, hing aber an einer Schnur und schaukelte selbst auf halber Höhe des Zimmers. Die Lampe besaß die Form eines Spitzkegels, der unten offen war und einen breiten Schein entließ, dessen Lichtkreis auf einen viereckigen Tisch fiel, wo er eine helle Sonne zeichnete.

Der Tisch war mit einem dunklen Tuch bespannt worden und leer. Maria stand vor dem Tisch, der andere saß dahinter und war für sie nicht sichtbar, weil die außen dunkel lackierte Lampe kein Streulicht verteilte.

Noch geschah nichts, doch die Spannung wuchs. Maria verfolgte das Atmen, es war ein gleichbleibendes Geräusch. Dann aber kroch etwas über den Tisch und geriet auch in den Lichtkreis.

Es waren Hände.

Keine hellen Finger, die beiden Hände steckten in schwarzen Stoffhandschuhen und lagen aufeinander. Maria wusste genau, weshalb dies so war, und sie wartete darauf, dass sich die Hände bewegten.

Wieder verstrich Zeit.

Das Mädchen konzentrierte seinen Blick einzig und allein auf die beiden Hände, die so unbeweglich auf die Tischplatte gestützt lagen, als wollten sie beten.

Plötzlich bewegten sie sich. Sie kippten nach rechts und links weg, öffneten sich vor den Augen des Mädchens wie ein Blumenkelch. Die Finger bewegten sich schlangengleich und fächerten das auseinander, was beide Handflächen bisher verborgen gehalten hatten.

Es waren Karten …

Ein Spiel, auf der Rückseite matt glänzend und mit einem hellgrauen Farblack bestrichen.

Sie starrte auf den Fächer, schluckte und wusste nun, dass es kein Zurück mehr gab.

Eine Karte musste sie ziehen.

Sie konnte Glück, aber auch Pech haben. Es war ihr Risiko, andere vor ihr waren es ebenfalls eingegangen, und sie dachte daran, dass man sie begraben hatte.

In ungeweihter Erde, so hoffte sie …

Todessehnsucht! Als Maria daran dachte, atmete sie tief ein. Ihre Augen bekamen einen anderen Glanz und auch einen anderen Ausdruck. Sie wirkten so, als würde Maria in eine ferne Welt schauen, die nur allein für sie sichtbar war.

Die Person, die die Karten hielt und auseinandergefächert hatte, sagte kein Wort. Das brauchte sie nicht. Jeder aus der Gruppe wusste genau, was er zu tun hatte.

Da machte auch Maria keine Ausnahme, aber noch zögerte sie. Wenn sie sich jetzt umdrehte und floh, hatte dies auch keinen Sinn, denn vor der Tür warteten die anderen, und ’von ihnen wurden Verräter grausam bestraft.

Also blieb ihr nur der Griff nach vorn.

Bisher hatte sie die Arme nach unten hängen lassen und an den Körper gepresst. Sie kamen ihr vor wie steife Stöcke, und es fiel ihr schwer, sie zu bewegen.

Sehr vorsichtig streckte sie den rechten Arm aus. Sie bewegte. dabei die Finger, hörte auch das Knacken der kleinen Knochen und spürte auch den leichten Druck, als sie mit dem Handballen der Rechten das weiche Tuch des Tisches berührte.

Noch immer bildeten die Karten einen bewegungslosen Fächer. Für Maria war es gleichzeitig eine Aufforderung.

Ihre rechte Hand glitt auf den Kartenfächer zu. Sie fühlte sich nicht gut. Obwohl sie ausgezeichnete Augen besaß, verschwammen die Karten plötzlich vor ihren Blicken. Noch weiter drückte sie die Hand, dann erfolgte die erste Berührung.

Das leichte Antippen gegen die graue Rückseite empfand sie wie einen Stromstoß. Vielleicht war es die Ungewissheit und die Angst, die sie so reagieren ließ.

Ihre Hand wanderte an den Rückseiten der Karten hoch. Sie zögerte, eine bestimmte Karte aus dem Fächer zu nehmen. Es war für sie der wichtigste Griff in ihrem achtzehnjährigen Leben. Wenn sie Glück hatte, dann lief alles normal weiter, wenn nicht …

Sie griff zu!

Mit Daumen und Zeigefinger umklammerte sie einen oberen Kartenrand. Sie hatte sich für eine Spielkarte in der Mitte des Fächers entschieden, zog sie aber noch nicht hervor, zögerte einige Sekunden, dann gab sie sich einen innerlichen Ruck.

Die Karte löste sich aus dem Fächer!

Das Mädchen blieb zitternd stehen. Noch starrte Maria auf die graue Rückseite. Sie traute sich einfach nicht, die Karte umzudrehen. Ihr Herz schlug schneller, die Hände aber zogen sich langsam zurück. Sie schaute zu, wie sie allmählich aus dem harten Lichtkreis der Lampe verschwanden.

Jetzt waren keine Karten mehr da!

Maria stand so dicht am Tisch, dass ihr Körper ihn an der Kante berührte. Auch jetzt überlegte sie noch. Sollte sie die Karte sofort umdrehen? Welches Motiv würde sie zeigen?

Sie tat es.

Maria drehte rasch die Hand, schaute noch hin. Erst als Sekunden vergangen waren, warf sie einen Blick auf die Karte.

Das Mädchen erstarrte. Aus seinem Mund löste sich ein leiser Schrei. Maria spürte den Schwindel, und der Tisch vor ihr bewegte sich wie in einem Kreisel.

Ihre Lippen zuckten, sie wischte mit der freien Hand über die Augen, dann starrte sie wieder die Karte an.

Es gab keinen Zweifel, keine Täuschung und auch keinen Ausweg mehr. Sie hatte die Karte gezogen, auf der ein schwarzes Skelett abgebildet war, das eine blinkende Sense schwang.

Maria wusste auch, dass dies für sie den Tod bedeutete …

*

Manchmal ist es wirklich gut, dass es eine Institution wie die NATO gibt, das will ich hier mal ehrlich zugeben. Ohne sie hätten wir mehr Probleme bekommen, so aber nahm uns die NATO noch eins ab. Und dieses Problem hieß Jane Collins.

Sie wurde von einem der Jäger der NATO abgeholt und auf direktem Wege nach London geflogen. Mit einer normalen Maschine konnte sie schlecht reisen. Es war den anderen Passagieren einfach nicht zuzumuten, mit einer Person zu reisen, die als Kopf einen Skelettschädel besaß.

Und was hatte sich Jane nicht für Hoffnungen gemacht, dass sie endlich von diesem verdammten Fluch befreit wurde.

Sie war dem Magus von Zypern gefolgt und hatte sich vor dessen Karren spannen lassen. Ihm war es um einen gefährlichen Feind gegangen, der als rotes Skelett existierte, das von Jane Collins persönlich schließlich vernichtet worden war, doch auf den Lohn hatte sie vorerst verzichten müssen. 1

So stand sie auch weiterhin unter dem Fluch und lief tagsüber mit einem Skelettschädel herum. Wir hatten nichts tun können, standen dem Magus von Zypern allerdings skeptisch gegenüber. Er hatte Jane auf später vertröstet und ihr gesagt, dass er irgendwann, wenn sein Astralkörper wieder einmal mit den Hütern der Erde zusammentreffen würde, sich für die Detektivin einsetzen wollte.

Der Magus selbst hatte seinen Feind nicht besiegen können, da er nur auf der Seite des Guten stand und jede Gewalt verabscheute. Jane hatte er für diese Tat eingespannt, weil sie sich, wenn sie den Skelettschädel trug, in einer Zwitterstellung befand.

Für uns ging es um andere Dinge. Jane musste nach London zurückgeschafft werden, das übernahm ein Flieger der NATO. Wir aber hatten einen neuen Auftrag bekommen, und sollten vorerst noch auf der Insel bleiben, wie ich bei einem Gespräch mit Sir James Powell in London erfahren hatte. So brachten wir Jane Collins in einem Kastenwagen zum Flugplatz der NATO und hofften darauf, dass es bald dunkel werden würde und die Verwandlung begann.

Hinter uns lag ein anstrengender Fußmarsch. Wir fühlten uns alle kaputt und sehnten uns nach einer Dusche.

Der Kastenwagen rollte direkt auf die Startbahn zu, wo der Jäger bereits wartete. Er sah im letzten Licht der Sonne aus wie eine schimmernde Rakete, die zwei Flügel bekommen hatte. Das Licht floss noch...



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