Dark | John Sinclair - Folge 0500 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 500, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 0500

Der Dunkle Gral (2. Teil)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-3269-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Dunkle Gral (2. Teil)

E-Book, Deutsch, Band 500, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-3269-5
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Der Dunkle Gral (Teil 2).

Der Dunkle Gral ist ein großes Geheimnis. Wer es kennt, verfügt über eine immense, für Unbeteiligte unvorstellbare Macht. Diese Macht vermag es, das Dunkel der Zeiten aufzureißen und Trennendes zu zerstören ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Dark John Sinclair - Folge 0500 jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Der Dunkle Gral (2. Teil)


Garinga, der Skelett-Dämon mit dem Flammenschädel, wollte mich töten! Und seine Chancen standen verdammt gut, denn mir war es kaum möglich, das schwere und große Schwert hochzuheben, um mich damit zu verteidigen. Es war die Waffe, mit der ich Garinga hätte vernichten können. Vor langer Zeit war sie geschmiedet worden und hatte einem sehr bekannten Kreuzritter gehört.

Gottfried von Bouillon!

Ihm war es gelungen, Garinga zu bannen, aber nicht zu töten, denn er gehörte zu den Wesen, die es geschafft hatten, den Tod zu überwinden. So jedenfalls hatte ich es gelesen, und so hatte er es mir auch hohnlachend erklärt.

Ich befand mich dabei in einem filmreifen Verlies, tief unter einer alten Templer-Kirche in der kleinen Stadt Garway. Hierher war ich gelockt worden, um endlich das Geheimnis des Dunklen Grals zu lüften, was mir bisher leider nicht gelungen war.

Man hatte mich bereits erwartet und mir gleichzeitig eine Falle gestellt, die nur indirekt zugeschnappt war. Ich konnte mich gewissermaßen als Zugpferd für die andere, die böse Seite der Templer bezeichnen, denn Baphomeths Diener, an der Spitze van Akkeren, warteten ebenfalls darauf, das Geheimnis des Dunklen Grals zu erfahren. Ich war vorgeschickt worden, um das letzte Hindernis aus dem Weg zu räumen, einen alten Kelten-Dämon, der diesen Teil der Kirche beherrschte und seine Macht auch über die Templer ausgebreitet hatte.

Es gab sie noch, die alten Toten. Sie befanden sich nicht weit von mir entfernt, hockten als halbverweste Gestalten in den hohen Lehnstühlen und schauten dem Kampf aus ihren leeren, glotzenden Augenhöhlen zu.

Offiziell befanden sich ihre Gräber neben der Templer-Kirche auf dem Friedhof. Da ragten die Grabsteine wie Fingerstummel aus dem Boden. Hier unten aber, in den Gewölben des Schreckens hockten sie wie stumme Wächter, die auf ein bestimmtes Ereignis warteten.

Es war die Tötung des Dämons! Wenn das vorbei war und ich diesen alten Keltenfluch gelöscht hatte, bekam ich die große Chance, den Dunklen Gral zu begreifen.

Nur sah es momentan nicht danach aus, die Trümpfe lagen bei Garinga, diesem scheußlichen Kelten-Dämon, dessen roter Schädel mit den auslaufenden, ihn umkreisenden Flammenspitzen so gar nicht zu dem Knochenkörper passen wollte.

Das Skelett lebte durch eine schreckliche Magie. Ich hatte es vor Kurzem leuchten sehen, als sie die Knochen zusammenfügten und mir bewiesen, welch eine Kraft sie besaßen.

Wir kämpften nicht erst seit ein paar Sekunden. Ich hatte Garinga bereits attackiert, aber keinen Erfolg erreicht. Er war einfach schneller und besser, er hatte mit mir Katz und Maus gespielt, und er hätte sogar die Chance gehabt, mich mehrmals zu töten, aber er hatte darauf verzichtet.

Jetzt allerdings wollte er meinem Leben ein Ende setzen. Das stand als Versprechen.

Das Schwert sollte mir eine Hilfe sein. Mit ihm hätte ich es schaffen können. Wie es allerdings aussah, war es mehr ein Hindernis. Ich musste mit beiden Händen den ungewöhnlich langen Griff umklammern, um es überhaupt vom Boden abheben zu können. Dabei stellte ich mich breitbeinig hin, den Halt brauchte ich eben, doch Garinga konnte sich über meine Versuche nur amüsieren.

»Du bist gekommen, um mich zu töten.« Er sprach wieder mit der röhrenden und dumpfen Stimme, die mir wie ein Donner entgegenrollte. »Aber du hast dir zu viel vorgenommen. Ihr Menschen seid nicht mehr so mutig und kräftig wie noch vor Jahrhunderten. Ihr habt euch auf andere Dinge verlassen, auf eure Hilfsmittel, das war ein Fehler. Ihr hättet mehr an euch selbst arbeiten müssen. Dass ihr es nicht getan habt, kommt mir jetzt zugute.«

Ich widersprach nicht. Er hatte schließlich recht. Es war schon sehr oft vorgekommen, dass sich die alte Magie der Technik überlegen gezeigt hatte.

Garinga ließ sich Zeit. Er wollte mir die Chance geben, das Schwert noch einmal anzuheben.

Wieder tat ich mich schwer. Die Spitze bekam ich vom Boden hoch, und ich schaffte es auch, die Klinge in der Waagerechten zu halten. Sie aber über meinen Kopf zu schwingen, war mir nicht möglich.

Deshalb ging ich vor, hielt das Schwert auch noch in der gleichen Höhe und stampfte breitbeinig wie ein klobiger Roboter. Ich atmete keuchend, die Anstrengungen der letzten Stunde hatten sich addiert. Schweiß rann über mein Gesicht, auf dem alte Spinnweben klebten und einen Juckreiz verursachten.

Garinga ließ mich kommen.

Er wartete einfach ab, gab sich ungemein sicher, und als ich die Klinge vorschob, um sie in seine Knochenmasse zu stoßen, da trat er mit einer beinahe lässig wirkenden Bewegung zur Seite, sodass ihn das Schwert verfehlte.

Ich kam mir vor wie ein Clown, war irgendwie lächerlich gemacht, stolperte und konnte nichts dagegenhalten, als das Schwert, mit der Spitze zuerst, zu Boden fiel und auf dem grüngrauen Stein eine helle Kratzspur hinterließ.

Endlich blieb ich stehen, drehte mich, ohne den Griff loszulassen, und sah Garinga dicht in meiner Nähe.

Er schlug zu.

Die rechte Knochenhand hatte er zur Faust geballt. Die rammte er kurzerhand nach unten.

Den Kopf bekam ich aus dem Weg, aber er traf meine linke Schulter. Knochen hieb auf Knochen. Im Gegensatz zu mir verspürte Garinga keinen Schmerz, mich aber durchzuckte er bis in die Finger.

Trotzdem hielt ich mich, ich wankte, aber ich fiel nicht und hob die Waffe abermals an.

»Nein«, sagte er und lachte. »Nein, das schaffst du nicht. Dieses Gewölbe mache ich zu deinem Grab!«

 … Grab … Grab …

Als Echo hallte das letzte, sehr laut gesprochene Wort noch nach. Ich sah, dass er wieder ausholte.

Ich hätte dem Treffer auch ausweichen können, doch ich schaffte es einfach nicht, das Schwert loszulassen. Für mich war es so etwas wie ein letzter Halt, ein Rettungsanker oder eben nur der rettende Strohhalm.

Die Knochenfaust erwischte mich an der Brust. Dort schienen die Knochen zu explodieren. Dieser Schlag war verdammt hart gewesen, er raubte mir die Luft. Ich riss den Mund auf, während ich zurücktaumelte, das Schwert mitzog, von einer Wand aufgehalten wurde und an ihr allmählich zu Boden rutschte. Die Knie waren mir weich geworden. Noch immer hielt ich den Griff fest. Ich stemmte mich an dem hochkant gestellten Schwert ab, sodass ich nicht zusammenbrach.

Sicher, ich würde mich erholen können, aber die Zeit würde mir Garinga kaum lassen.

Er walzte näher.

Seine Knochenarme hatte er gespreizt. Sie glichen einer weit geöffneten Schere. Von zwei Seiten wollten sie mich erwischen, vielleicht zerdrücken, zermalmen oder erwürgen.

Konnte mir das Kreuz noch helfen? Es war die letzte Rettung. Wenn ich es zum Beispiel aktivierte, dann …

»Das Kreuz, John, nimm es. Zusammen mit dem Schwert bist du mächtig. Wie damals, als du gegen den Schwarzen Tod gekämpft hast …«

Jemand sprach zu mir. Ich starrte in das rote Gesicht des Kelten-Dämons. Von dort war die Stimme nicht gekommen. Außerdem hatte ich sie nur in meinem Gehirn vernommen.

Aber ich kannte sie.

»Das Kreuz und das Schwert, John. Dann kannst du es schaffen. Bitte, du musst es tun. Ich spüre die Gefahr, in der du schwebst. Ich will dir helfen. Ich und der Abbé …«

Ich hätte schon in diesem Augenblick handeln müssen, aber ich dachte einfach nur über die Stimme nach.

Erst beim zweiten Satz hatte ich sie wieder erkannt. Sie gehörte einer längst Verstorbenen, einer Freundin von mir, einer besonderen Frau, einer Wahrsagerin und Hellseherin, die es geschafft hatte, mit dem großen Nostradamus in Kontakt zu stehen.

Es war Tanith!

*

Plötzlich spürte ich wieder Mut und Hoffnung. Beides durchfloss mich wie ein prickelnder Kraftstrom.

Schwert und Kreuz also. Wie damals, als der Bumerang und das Kreuz es geschafft hatten, den Schwarzen Tod zu vernichten. Denn er war auch ein übermächtiger Feind gewesen.

Garinga hatte nichts gehört. Für mich wurde es höchste Zeit, da er schon ziemlich nahe an mich herangekommen war.

Ich löste eine Hand vom Griff. Auch die Nachwirkungen des Treffers hatte ich einigermaßen überwunden, denn es gelang mir wieder, Luft zu holen, auch wenn es in der Brust bei jedem Atemzug noch schmerzte.

Es hing nicht mehr um meinem Hals. Aus der Tasche zog ich es hervor. Die schmale Kette rann dabei kühl über meinen Handteller. Man hatte mir nicht gesagt, was ich tun musste, ich vertraute auf mein Glück und hängte die Kette über den Griff.

Natürlich schaute mir Garinga zu. Er nahm es hin, ohne zu handeln. Er lachte mich nur aus.

In seine Gelächter hinein sprach ich die Formel, die das Kreuz aktivierte.

»Terra pestem teneto – Salus hic maneto!«

Es waren die Worte überhaupt. Ein simpler Satz nur, der jedoch eine ungeheure Kraft enthielt, wie sich in den folgenden Sekunden wieder einmal zeigte.

Das Kreuz »flammte« auf. Ein strahlender Lichtschein huschte durch die Grotte, riss die Totengestalten bleich und gespenstisch aus dem Dunkel, bevor er wieder zusammenfiel, aber dennoch blieb und sich auf einen bestimmten Gegenstand konzentrierte.

Wie ein Blitzstrahl fuhr er in das Schwert. Dicht unter dem Griff begann es. Er setzte sich fort, bis hinein in die den Boden berührende Spitze, machte es zu einer gleißenden Waffe, als wäre das Schwert zu einem Gebilde aus dem Film »Krieg der Sterne« geworden.

Auch Garinga sah, was sich ereignet hatte. Er ging nicht mehr weiter. Die Lichtfülle erreichte auch ihn. Sein roter Kopf bekam eine blassere Farbe, auch die Knochen sahen aus, als wären sie überpinselt worden. In...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.