Dark | John Sinclair - Folge 0416 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 416, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 0416

Im Namen der Hölle
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-3176-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Im Namen der Hölle

E-Book, Deutsch, Band 416, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-3176-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Im Namen der Hölle.

Jane Collins sollte einmal Wikkas Nachfolgerin werden sollte. Die Hölle hatte bereits sämtliche Vorbereitungen für den Machtwechsel getroffen, als sich Jane davonschlich. Noch immer wird sie gesucht und soll als Verräterin im Namen der Hölle hingerichtet werden. Doch bevor der mit der Exekution beauftragte Höllenhenker das Urteil vollstrecken kann, muss er die Verurteilte erst einmal aufspüren. Dabei hilft ihm die Hexe Lizzy ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Dark John Sinclair - Folge 0416 jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Im Namen der Hölle


Zuerst hatten sie Lizzy den rechten, danach den linken Arm gebrochen und sie dann in den noch warmen Sand geschleudert wie ein altes Stück Holz.

Da lag sie nun halbnackt im Sand. Eigentlich hätte sie nach dieser furchtbaren Tortur vor Schmerzen schreien müssen.

Aber sie schrie nicht, denn sie spürte keine Schmerzen. Der Grund dafür war simpel. Lizzy sah zwar aus wie ein Mensch, tatsächlich aber war sie eine Hexe, und der konnte man, wenn sie unter einer magischen Droge stand, mit einem einfachen Brechen der Arme nicht imponieren. Da mussten schon stärkere Geschütze aufgefahren werden.

Sie hatte trotzdem Angst, denn es waren drei, die sie überrascht hatten, und sie sahen verdammt nicht so aus, als könnten sie irgendeinen Spaß vertragen …

Noch lag sie im Sand und spielte die Bewusstlose, aber sie hatte den Kopf zur Seite gedreht, ein Auge geöffnet, um die anderen beobachten zu können.

Zunächst sah sie nur die dunklen Wellen, die an Land rollten und im Sand versickerten.

Der Himmel war dunkel, der Wind kühl, aber Lizzy kümmerte sich darum nicht. Sie hatte sich diesen Strand in Kalifornien ausgesucht, um ungestört ihren Beschwörungen nachgehen zu können, denn ihr wahrer Freund und Herr war einzig und allein der Teufel.

Ihn rief sie in den einsamen Vollmondnächten an. Manches Mal hatte er sich schon bei ihr gemeldet, nun aber waren drei andere gekommen, und diese Wesen, von denen sie noch nie etwas gehört hatte, meinten es gar nicht gut mit ihr.

Jemand kam auf sie zu, sie hörte die Schritte.

Sehr langsam, aber unbeirrbar. Er musste genau über den Uferstreifen gehen, der zwischen ihr und dem Meer lag. Noch ein paar Sekunden, dann würde er in ihrem Blickfeld erscheinen.

Er trug Stiefel, das wusste sie, wie auch der andere, denn die beiden glichen sich, als wären sie Zwillinge.

Ein Schatten erschien.

Kein Stiefelleder, sondern ein schimmernder, fast spiegelnder Schatten, der wie ein gewaltiges Pendel von einer Seite zur anderen schwang und dabei eine Kontur bekam.

Es war die übergroße Klinge eines Henkerbeils!

Der Schock saß tief in Lizzy. Sie schluckte. Sie wusste von dem Beil, aber zum ersten Mal sah sie es aus der Nähe. Okay, man hatte ihr die Arme brechen können, aber wenn sie ihr den Schädel abschlugen, nutzte auch die magische Trance nichts mehr.

Wieder schwang das Beil vor, und dann sauste die Schneide eine Fingerbreite vor ihrer Nasenspitze in den Sand und verschwand darin. Lizzy erschrak und zuckte zusammen, und das musste wohl bemerkt worden sein, denn die Person, der das Beil gehörte, baute sich vor Lizzy auf. Das in den Sand gestellte Beil zwischen den Beinen.

Was wollte er von ihr?

Noch sprach er nicht, aber er bückte sich plötzlich, und eine Hand griff in das lange Blondhaar, drehte es zusammen, sodass Lizzy mit einem Ruck in die Höhe gezogen wurde. Das Gesicht der Hexe verzerrte sich, doch nicht ein Laut drang über ihre Lippen.

Sie blieb ruhig.

Wie eine Puppe hing sie im harten Griff des anderen, ihre Arme schlenkerten, als sie herumgedreht und gegen einen Felsen gedrückt wurde, an den sie sich lehnen musste.

»Bleib so!«

Die dumpfe Stimme war hinter ihr aufgeklungen. Lizzy wusste auch, wer gesprochen hatte. Es war der Waffenlose gewesen. Für sie war er trotzdem der Schlimmste.

Sie hörte seine Schritte, wie sie durch den feinen Sand schleiften. Seine Gestalt erschien von der Seite, ging noch ein wenig vor und blieb dann stehen, sodass sie ihn direkt anschauen konnte.

Er trug einen Talar. Richter und Attorneys sahen so aus. Einen langen, leicht glänzenden, bis zum Boden reichenden Mantel, mit einem weißen, runden Ziehharmonikakragen, der sich eng um seinen Hals gelegt hatte. Ob der Mann überhaupt einen Hals besaß, war fraglich, denn aus dem Kragen schaute ein gelblicher Knochenschädel mit weißen Augen und einem breit grinsenden Maul, in dem die Zähne wie Stifte wirkten. Aus den Ärmeln lugten keine normalen Hände, sondern lange Knochenfinger, von denen die Haut abgefallen war.

Er war der Richter und die anderen beiden, die sich aus dem Hintergrund lösten, seine Henker.

Ihre dunklen Kapuzen reichten bis auf die Brust und tief in den Rücken hinein. Zu den Stiefeln trugen sie enge dunkelrote Hosen und darüber jeweils ein Lederwams.

So hatten früher die mittelalterlichen Henker ausgesehen, und auch der Richter stand ihnen in seiner Kleidung in nichts nach.

Lizzy starrte sie an. Die Hexe ahnte, was ihr bevorstand. Bestimmt sollte eine Gerichtsverhandlung stattfinden, bei der sie allein die Angeklagte war.

Der Strand war einsam. Hierher verirrte sich so gut wie niemand. Zudem lag praktisch gegenüber die alte Festung Alcatraz, eine Insel der Schwerverbrecher, die seit einigen Jahren schon leer stand, aber noch immer wegen ihrer Vergangenheit für Gesprächsstoff sorgte.

»Fangen wir an!«, sprach der Richter mit dem Knochenschädel. »Du bist Lizzy, wie wir wissen.«

»Ja, ja …«

»Und eine Hexe!«

»Auch das!«

»Wir haben dir die Arme gebrochen, aber du hast nicht geschrien. Bist du wirklich so stark?«

Da begann Lizzy, kreischend zu lachen. Ihre langen blonden Haare stellten sich hoch, wobei plötzlich Funken zwischen den einzelnen Strähnen tanzten und die Hexentheorie untermauerten. »Ja, ich bin stark!«, schrie sie nach dem Lachanfall. »Ich bin sogar sehr stark, denn ich habe einen mächtigen Verbündeten. Den Teufel! Mit ihm stand ich in Kontakt, als ihr gekommen seid, um mich zu überfallen, ihr verfluchten Hunde, ihr …«

Der Richter winkte lässig ab. »Der Teufel wird uns nichts anhaben. Wir stehen ebenso auf seiner Seite wie du. Er würde das, was wir tun, gutheißen. Wir sind gekommen, um dich einiges zu fragen, denn wir brauchen Auskünfte, um unsere Pläne in die Tat umzusetzen. Es geht um eine sehr starke Sache. Du wirst uns helfen!«

»Ich? Nie!

»Wir könnten dir jetzt die Arme abhacken. Meine beiden Freunde warten nur darauf.«

Lizzy senkte den Kopf. Ob Hexe oder nicht, das war nicht gut. Sie wusste auch, dass sie mit ihrem Zauber gegen die drei nicht bestehen konnte. Deshalb ergab sie sich in ihr Schicksal. »Was wollt ihr denn wissen?«

»Es geht um Wikka!«

Lizzy zuckte zusammen. Plötzlich war sie hellwach. In ihrem Kopf begann ein regelrechter Motor zu arbeiten. In ihrem Gesicht mit dem lauernden Ausdruck verengten sich die Augen noch mehr. »Wikka?«, fragte sie. »Wirklich Wikka? Aber sie ist tot. Sie hatte vor, alle Hexen zu vereinigen …«

»Das wissen wir.«

»Mehr kann ich euch auch nicht sagen. Es gab noch den Hexenstein, aber den könnt ihr auch vergessen. Wir Hexen haben eine gewaltige Niederlage erlitten. Ich bin ehrlich genug, das zuzugeben. Zwar leben noch welche von uns, aber nur sehr wenige. Hier, in Frisco, sind einige, die werden auch bleiben.«

»Wegen dieser Verräterin!«

Lizzy schüttelte ihren Kopf. »Ja!«, schrie sie. »Ja! Wegen dieser verfluchten Verräterin Jane Collins. Sie war auserkoren worden, einmal Wikkas Nachfolgerin zu werden, aber sie hat sie verraten. Und damit hat sie auch uns verraten. Versteht ihr? Mich, euch, die Hölle, den Teufel …«

»Du kennst sie?«

»Ja, ich kenne sie. Ich habe sie gesehen. Nicht erst einmal, mehrere Male. In der großen Stadt, in die sie nur äußerst selten kommt. Die meiste Zeit steckt sie doch in ihrem verdammten Loch. In dem Kloster …«

»Wo genau ist es?«

»In den Bergen.«

»Die sind groß …«

Lizzy gab keine Antwort. Sie überlegte. Plötzlich sah sie auch wieder Land. Diese drei wollten sie nicht töten. Das konnten sie sich nicht leisten, denn sie brauchten von ihr Informationen. Dinge, über die nur sie Bescheid wusste. »Geht es euch um Jane Collins?«

»So ist es.«

»Und was wollt ihr von ihr?«

»Sie soll vor ein dämonisches Gericht gestellt und im Namen der Hölle verurteilt werden.«

Lizzy lachte. »Das sind ja völlig neue Perspektiven.« Aus dem Lachen wurde ein hintergründiges Lächeln. »Und gar keine so schlechten, wie ich meine.«

»Nein, das nicht.«

»Und was habe ich damit zu tun?«

»Du wirst für uns den Köder spielen.«

Lizzy begann wieder zu kreischen. »Mit gebrochenen Armen, ihr verdammten Hunde? Ihr habt mir die Arme gebrochen, ihr …«

»Das war Absicht.«

»Weshalb denn?«

»Du musst hilflos aussehen und völlig kaputt wirken, damit sie auf dich reinfällt. Widerstand von deiner Seite wäre zwecklos. Es ist alles mit dem Teufel abgesprochen.«

Lizzy glaubte, sich verhört zu haben. Sollte der Teufel nicht auf ihrer, sondern auf der anderen Seite stehen? So hatte sie ihn überhaupt nicht eingeschätzt. So oft sie mit ihm in Kontakt getreten war, er hatte sich immer als Freund gezeigt und ihr so manchen Rat gegeben. Jetzt kamen diese drei hergelaufenen Dämonen und sprachen in seinem Namen.

Die Arme hatte man ihr gebrochen. Und jetzt verlangten die anderen noch, dass sie ihnen half.

Natürlich hasste sie Jane Collins. Da war sie nicht anders als die anderen Hexen. Jane Collins war das berühmte rote Tuch für die Hexen. Die Detektivin trug die Schuld am Tod der Oberhexe Wikka. Dafür sollte sie sterben. Andere Hexen wollten die Verräterin vernichten, obwohl Jane in Wirklichkeit nicht an der Vernichtung der Chefhexe die Schuld trug. Das einzusehen, fiel der anderen Seite aber zu schwer.

Lizzy sah die Dämonen als große Schatten vor sich. Sie schaute auf den Skelettschädel des Richters, sah das Weiße in seinen Augen und...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.