Darcy | Süß duftet der Jasmin | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Darcy Süß duftet der Jasmin


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5648-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-5648-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf einem rauschenden Fest verliebt Keira sich unsterblich in den faszinierenden Brian. Noch in dieser Nacht wird sie in seinem imposanten Haus am Pazifik zu seiner Geliebten. Aber schon am nächsten Morgen droht ihr Liebesglück wieder zu zerbrechen ...

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1. KAPITEL

Keira Mary Brooks bewegte die Hüften auf dem beengten Sitz, weil der Po schmerzte und die Glieder taub waren. Sie reiste in der Touristenklasse, da man ihr im Reisebüro versichert hatte, damit könne sie bei dem vierundzwanzigstündigen Flug ein Vermögen sparen.

Keira seufzte. Wie konnte man ein Vermögen sparen, wenn man keins besaß? Wegen ihrer hoffnungslosen Finanzlage hätte sie sich einen teureren Platz gar nicht zu leisten vermocht. Der Angestellte im Reisebüro hätte sie lieber darauf hinweisen sollen, dass sie für den Billigtarif den unbequemsten Platz in der Boeing 747 in Kauf nehmen musste.

Keira war auf ihrem Mittelsitz in den mittleren Reihen im Mittelteil der Maschine buchstäblich eingekeilt. Aber damit nicht genug. Sie saß ausgerechnet zwischen einem älteren schwergewichtigen Herrn, der früher Ringer gewesen sein musste, und einer Dame, die mit ihrer Leibesfülle gut in einem Zirkus hätte auftreten können.

Vorsichtig verlagerte Keira das Gewicht nach links, um ihr Kreuz zu entlasten, dabei bemerkte sie, dass der massige Mann sie beobachtete. Sie musste den Kopf ein gutes Stück heben, um zu dem Mann aufsehen zu können, denn sie reichte ihm nur bis zur Schulter.

Er hatte ein fleischiges Gesicht, das durch seinen Walrossschnurrbart interessanter wurde, und machte einen steifen, würdevollen Eindruck. Die wenigen Worte, die der Mann im Laufe der dreiundzwanzig Flugstunden mit der Stewardess gesprochen hatte, wiesen ihn als Engländer aus. Der lange Flug schien ihn allerdings um die berühmte britische Zurückhaltung gebracht zu haben, denn er fuhr fort, Keira anzustarren.

Sie war es gewöhnt, die Aufmerksamkeit anderer zu erregen. In Ländern mit überwiegend dunkler Bevölkerung fiel Keira mit ihrem hellen, seidigen Haar, das alle Schattierungen von Weizenblond bis Goldblond aufwies, unweigerlich auf. Obwohl sie es für die Reise zu einem dicken Zopf geflochten hatte, der ihr über die Schulter fiel, zog Keira auch jetzt die Blicke auf sich.

Eigentlich hätten Keiras Augenbrauen und Wimpern auch blond sein müssen, doch sie waren hellbraun, was den grünen Augen einen geheimnisvollen Ausdruck verlieh. Der Blick des „pensionierten Ringers“ verweilte lange auf ihren Augen, ehe er zu der geraden Nase und zum Mund glitt.

Keira hatte volle Lippen, die die hohen Wangenknochen und das energische Kinn weicher wirken ließen. Es störte Keira nicht, dass ihr Mund etwas zu breit war und ihre Zähne freigab, wenn sie lächelte. Ihr war aufgefallen, dass ihr Lächeln manche Leute aus der Fassung brachte.

Da Keira das Gefühl hatte, dass der Engländer neben ihr noch mehr zu leiden schien als sie, lächelte sie liebenswürdig. Er hielt einen Kaffeebecher in der Hand, und auf Keiras Lächeln hin hielt er ihn schief. Sie bemerkte aus den Augenwinkeln, dass die heiße Flüssigkeit über den Rand zu schwappen drohte.

„Ihr Kaffee, Sir!“, versuchte Keira, den Mann zu warnen.

Zu spät. Er stieß einen Schmerzensschrei aus und griff sich an den Schoß. Dann sprang der Mann auf, ließ den Becher fallen und strich sich aufgebracht über die Hose. Ohne Rücksicht auf die anderen Mitreisenden in der Reihe bahnte der Dicke sich einen Weg zum Gang und hastete zum hinteren Teil der Maschine.

„Tut mir leid!“, rief Keira dem Mann betroffen nach, aber er hörte sie nicht.

Es schien ihr Schicksal zu sein, hässliche kleine Szenen wie diese heraufzubeschwören. Keira seufzte. Der Dicke tat ihr aufrichtig leid. Doch nun hatte sie mehr Platz und konnte sich bequemer hinsetzen. Keira reckte sich, um ihre verkrampften Muskeln zu lockern, dann machte sie sich auf beiden Sitzen breit.

Jetzt konnte sie auch besser nachdenken. Dazu war es höchste Zeit, denn in einer halben Stunde würde die Maschine landen. In der Handtasche hatte Keira noch genug Geld für einen Telefonanruf und eine Taxifahrt. Für die ganze Strecke würde die Barschaft vermutlich nicht reichen, und Keira war darauf gefasst, ein Stück zu Fuß gehen zu müssen.

Sofort nach der Ankunft musste sie Justin anrufen. Ihr Vetter war Wirtschaftsprüfer und ein überaus vorsichtiger, konservativer Mann. Aus Keiras Sicht war er auch wohlhabend und im Moment ihre einzige Hoffnung. Aber man musste geschickt mit ihm umgehen.

Justin war verheiratet, hatte aber noch keine Kinder. Keira hatte ihn seit fünf Jahren nicht mehr gesehen, sie erinnerte sich jedoch gut an seine Gewohnheiten. Er war ein Mann, der Zahlen auf Papier malte, sie addierte und daraus Schlussfolgerungen zog, über die er sich endlos ausließ.

Keira hielt nicht viel davon, sie fand: Eine Familie geht miteinander durch dick und dünn. Blutsverwandtschaft zählt mehr als lächerliche Zahlen auf einem Papier. Schon jetzt wusste Keira, dass Justin sich mit den Fingern durchs Haar fahren und murren würde, wenn sie ihm ihr Anliegen vortrug. Das Problem bei ihm lag darin, dass er Zahlen und Familie stets unter einen Hut bringen wollte. Bei ihr, Keira, klappte das nicht, und damit konnte er sich einfach nicht abfinden.

Wie damals, als er ihr Geld geschickt hatte, damit sie zu seiner Hochzeit kommen konnte. Keira wäre auch heimgeflogen, denn die Familie hatte Vorrang, doch damals war sie in Kenia auf einer Safari gewesen, wo sie einen Scheich kennen lernte, der sie nach Marokko einlud. Als der Scheck sie endlich erreichte, hatte die Hochzeit bereits stattgefunden. Da hätte es keinen Sinn gehabt, nach Australien zu reisen, während das frisch getraute Paar bereits unterwegs in die Flitterwochen auf den Fidschi-Inseln war. Justin schien das jedoch anders zu sehen.

Zwar hatte Keira ihm den Scheck mit vielen Entschuldigungen, Erklärungen und Glückwünschen zurückgeschickt, aber seit dieser Geschichte ließ die Beziehung zwischen ihnen zu wünschen übrig. Obwohl Justin es nicht direkt in Worte gefasst hatte, spürte Keira, dass er sich von ihr im Stich gelassen fühlte. Jedenfalls schickte er ihr seitdem nur noch Geburtstags- und Weihnachtsgrüße mit dem ironischen Zusatz: „Lebst du noch?“

Keira hatte ihm mit Postkarten aus den Ländern, die sie bereiste, regelmäßig ihr Überleben bestätigt. Dass sie das getan hatte, erinnerte sie an das Problem, wie sie das Gespräch beginnen sollte, wenn sie Justin anrief. Davon konnte unter Umständen alles abhängen. Ihr Vetter glaubte schließlich, sie sei immer noch in Reykjavik. Er würde ziemlich überrascht sein, und Justin liebte Überraschungen nicht. Vielleicht sollte sie …

Der „Ringer“ kehrte mit leidender Miene zurück, und Keira räumte seinen Platz wieder. Dieser Flug war wirklich das Letzte.

Es ist jedoch Zeit, heimzukehren, dachte sie.

Noch vor wenigen Jahren war sie glücklich gewesen, auf einem Frachter zu reisen und fremde Länder kennen zu lernen. Jetzt sehnte sie sich nach einem gemütlichen Zuhause. Sie konnte nur hoffen, dass Justin ihr das für ein Weilchen bot, bis sie wieder auf eigenen Füßen stehen konnte.

Das Rauchverbotszeichen leuchtete auf. Bitte anschnallen. Noch zehn Minuten bis zur Landung.

Keira wurde bewusst, dass sie immer noch nicht wusste, wie sie sich Justin gegenüber verhalten sollte. Sie zuckte die Schultern. Vielleicht ließ sie das besser offen und handelte dann aus der Situation des Augenblicks heraus.

Von ihrem ungünstigen Platz aus erhaschte Keira nur flüchtige Blicke auf Sydney, während die Maschine einschwenkte und zur Landung auf dem „Mascot Airport“ ansetzte. Dennoch riefen selbst die flüchtigen Blicke auf die Wahrzeichen Gefühle in Keira wach, die sie überraschten.

Es stimmt, dachte sie. Zu Hause ist es am schönsten.

Seit fünf Jahren war sie in der Welt herumgegondelt und hatte sich an vielen Orten wohl gefühlt. Doch im Herzen war Keira Australierin geblieben, und ihre Heimatstadt ging ihr über alles.

Die Boeing 747 rollte langsam aus. Keira atmete auf. Der lange, strapaziöse Flug war überstanden. Ihre Geduld wurde dann erneut auf eine harte Probe gestellt, denn es dauerte ziemlich lange, bis Keira von Bord und durch den Tunnelgang der Fahrgastbrücke ins Flughafengebäude gehen konnte. Sie holte ihren Rucksack und den Seesack vom Gepäckkarussell und musste sich vor der Zollabfertigung noch einmal in eine Warteschlange einreihen.

Schließlich war auch das überstanden. Jetzt brauchte Keira nur noch ein Telefon zu finden, um Justin anzurufen. Es war halb sieben. So früh am Morgen musste er daheim sein. Sie entdeckte eine freie Kabine, wählte die Nummer und verspürte ein nervöses Kribbeln, als am anderen Ende abgenommen wurde.

„Justin Brooks“, meldete sich eine verschlafene Männerstimme.

Keira legte ihren ganzen Schmelz in ihre Stimme: „Justin, Schätzchen, ich bin’s, Keira, dein rastlos umherziehendes Cousinchen.“

Ungläubiges Schweigen.

Keira schlug einen entschuldigenden Ton an. „Tut mir ehrlich leid, falls ich dich geweckt haben sollte …“

„Der Zeitunterschied“, brummelte Justin, dann schien er schlagartig wach zu werden. „Wo bist du? In welchem Teil der Welt?“

Er klang tatsächlich besorgt. Das hatte sie nicht erwartet. „Das verlorene Schaf ist heimgekehrt, Justin. Ich bin in Sydney, am Mascot-Flughafen.“

„Gott sei Dank! Bleib, wo du bist! Ich komme sofort.“

Sie war fassungslos. Sie hatte gehofft, dass ihr Vetter sie aufnehmen würde, doch mit einer so überwältigenden Bezeugung verwandtschaftlicher Zuneigung hatte sie nicht gerechnet. „Bist du dir da sicher, Justin?“, fragte Keira vorsichtig. „Ich meine, ich kann warten …“

„Nein!“, unterbrach er sie scharf. „Rühr dich nicht von...



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