E-Book, Deutsch, Band 263, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Darcy / Monroe / Ross Julia Extra Band 263
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86349-064-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sommerliebe in der Toskana / Hör auf die Stimme des Herzens! / Stürmische Nächte auf Barbados /
E-Book, Deutsch, Band 263, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-86349-064-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
SOMMERLIEBE IN DER TOSKANA von DARCY, LILIAN
Seit Roxanna auf dem herrlichen Landsitz in der Toskana arbeitet, steht ihr Leben Kopf. Der faszinierende Italiener Gino di Bartoli wirbt so heiß um sie, dass sie kaum widerstehen kann. Doch Gino sucht nur eine Affäre - Roxanna sagt Nein ...
IM PALAST DES GLÜCKS von MONROE, LUCY
Märchenhafte Tage erlebt Maggie auf der paradiesischen Insel Scorsolini. Endlich scheint sich ihr größter Traum zu erfüllen: Sie und Prinz Tomasso werden ein Paar! Aber als er ihr einen Heiratsantrag macht, spricht er mit keinem Wort von Liebe ...
HÖR AUF DIE STIMME DES HERZENS! von GORDON, LUCY
Hör auf die Stimme des Herzens!Als Jane den unbeschwerten Abenteurer Gil auf seiner Reise durch England begleitet, denkt sie nur an ein sinnliche Affäre. Eine gemeinsame Zukunft zwischen ihr, der kühlen Bankerin, und dem lässigen Weltenbummler scheint ausgeschlossen ...
STÜRMISCHE NÄCHTE AUF BARBADOS von ROSS, KATHRYN
Am weißen Strand von Barbados will Nicole das letzte Mal Lukes stürmische Leidenschaft genießen. Bevor ihr das Herz bricht, muss sie ihn verlassen. Sie hat sich in den charmanten Millionär verliebt, aber er lehnt eine feste Bindung ab ...
Die Australierin Lilian Darcy hat einen abwechslungsreichen Weg hinter sich. Sie studierte Russisch, Französisch und Sprachwissenschaften und ging nach ihrem Abschluss als Kindermädchen in die französischen Alpen. Es folgten diverse Engagements am Theater, sowohl auf der Bühne als auch als Drehbuchautorin. Später hat Lilian Darcy als Lehrerin für Französisch und Englisch gearbeitet, um dann einen ganz anderen Weg einzuschlagen und in die Computerbranche einzusteigen. Sie schrieb Computerprogramme, bis Sie Ihren Mann, einen New Yorker Schriftsteller, heiratete. Heute leben die Autorin und ihr Mann mit ihrer Tochter und ihren drei Söhnen in New South Wales, Australien. Lilian Darcys erster Roman wurde 1981 veröffentlicht. Seitdem hat sie mehr als 70 Liebesromane geschrieben. Sie wurde für ihre Romane 'Der Prinz von Aragovia' und 'Schicksalhaftes Wiedersehen' für den RITA-Award nominiert, den wichtigsten Preis für Liebesromane in den USA.
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1. KAPITEL
Ihre Blicke trafen sich über den Tisch des Sitzungszimmers hinweg, und ganz plötzlich schien die Luft zwischen ihnen zu knistern. Hastig schaute Nicole zur Seite.
„Wie Sie sehen können, meine Herren“, fuhr sie fort und versuchte, sich wieder auf ihre Notizen zu konzentrieren, „sind die Zahlen sehr vielversprechend. Wenn es keine weiteren Komplikationen gibt, sollten wir die Übernahme bald unter Dach und Fach haben, und RJ Records wird uns gehören.“
Um den langen Tisch herum wurde applaudiert, und sie konnte auf zahlreichen Gesichtern ein zufriedenes Lächeln entdecken. Aber Luke lächelte nicht. Er beobachtete sie noch immer mit diesem Leuchten in seinen dunklen Augen, als könne er ihre Gedanken lesen und ihr direkt in die Seele schauen.
Sie wünschte, er würde sie nicht auf diese Art ansehen. Das ließ ihren Puls rasen … Hitze durch ihren Körper strömen … und es brachte sie dazu zu vergessen, was sie gerade dachte, was sie gerade sagen wollte.
„Deshalb …“ Sie schob ihre Unterlagen zurecht und zwang sich dazu, wieder geschäftsmäßig zu denken. „Was wir jetzt tun müssen …“
„Was wir jetzt tun müssen, ist, diese Sitzung zu beenden“, fiel Luke ihr ins Wort.
Nicole runzelte die Stirn und wollte ihm gerade mitteilen, dass noch einige wichtige Punkte zu besprechen seien, aber er schob schon seinen Stuhl zurück. „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, meine Damen und Herren, aber ich denke, mit dem Ziel in greifbarer Nähe haben wir uns heute alle einen etwas zeitigeren Feierabend verdient. Morgen früh werden wir wieder hier zusammenkommen.“
Nicole sah verstohlen auf die Uhr. Es war halb sechs. Nach herkömmlichen Maßstäben alles andere als früh, aber verglichen mit den Überstunden der letzten Woche war es ein sehr kurzer Arbeitstag.
Alle packten hastig ihre Unterlagen zusammen und folgten dem Beispiel des Chefs. Sie standen auf und begannen, sich zu unterhalten, während die Anspannung der letzten Tage von ihnen abfiel. Die ganze Belegschaft hatte den Druck gespürt, den die Vorbereitungen für die geplante Übernahme mit sich brachten.
Nicole sammelte ihre Papiere ein und steckte sie in die Aktentasche. Auf der anderen Seite des Raumes konnte sie Luke mit seiner Assistentin Sandy plaudern sehen. Er lehnte am Fensterbrett, und hinter ihm war die Skyline von Miami in all ihrer Pracht zu erkennen. Doch es war nicht das Panaroma, das Nicoles Blick fesselte. Es waren Lukes breite Schultern in dem dunkelgrauen Anzug und dem weißen Hemd … die lässige Art, in der er das Jackett zurückgeschoben hatte, um seine Hand in der Taille abzustützen – das brachte die Linie seiner schmalen Hüften vorteilhaft zur Geltung.
Kein Mann hat das Recht, so gut auszusehen wie mein Chef, dachte sie zerstreut. Luke Santana war sechsunddreißig Jahre alt und bestand aus einem Meter achtundachtzig perfekter Männlichkeit. Er hatte üppiges, blau-schwarzes Haar, das ihm eine Spur zu lang über den Kragen fiel, und seine Augen waren von dunkler Intensität. Er war portugiesischer Abstammung, und das sah man ihm an. Seine Sprache war beinahe akzentfrei, nur hin und wieder machte sich ein leichter portugiesischer Einschlag bemerkbar, und das gefiel ihr. Ihr gefiel auch, wie er aussah. Wenn sie ihn nur anschaute, verspürte sie Schmetterlinge in ihrem Bauch. Sie versuchte dagegen anzukämpfen … Sie war der Meinung, dass sie schon Fortschritte gemacht hatte. Zumindest war sie in der Lage, in seiner Gegenwart eine muntere, geschäftsmäßige Fassade aufrechtzuerhalten, auch wenn sich ihr Herzschlag in erschreckender Weise beschleunigte.
Ein Kollege hielt Nicole auf, um kurz ein paar Worte mit ihr zu wechseln, danach drehte sie sich um und wollte gehen. Luke stand jetzt zwischen ihr und der Tür.
Sie strich sich eine Strähne ihres langen, kastanienbraunen Haars aus dem Gesicht und versuchte, nicht darauf zu achten, wie er seinen Blick über ihre schlanke Gestalt in der weißen Bluse und dem engen schwarzen Rock wandern ließ.
„Der Abschluss scheint hervorragend zu laufen, Nicole“, sagte er in seiner gedehnten Sprechweise.
„Ja, ich finde, wir machen gute Fortschritte.“
Er nickte, bevor er beiläufig hinzufügte: „Es gibt jedoch noch ein paar Punkte, die wir klären sollten, und besonders einige Details will ich mir noch einmal ganz genau anschauen.“
Nicole sah ihn mit ihren grünen Augen an. Sie hatte alle Berechnungen akribisch durchgeführt; wieso war er noch nicht zufrieden? „An welche Details dachten Sie denn dabei?“
„Machen Sie sich deshalb jetzt keine Sorgen. Hauptsache, Sie sind morgen in aller Frühe wieder hier.“
Seine Stimme klang ein wenig ruppig, aber daran war sie schon gewöhnt. Wenn Luke etwas wollte, dann wollte er es hier und jetzt. Geduld war nicht seine starke Seite.
Sie nickte. „Na klar, Chef.“
Luke musterte sie mit boshaft blitzenden Augen. „Bis morgen dann, Nicole“, sagte er.
Sie lächelte und ging zur Tür. Draußen im Gang, der inzwischen verlassen dalag, stieg sie in den Fahrstuhl, um zu ihrem Büro hinaufzufahren, wo sie noch ihre Handtasche holen wollte.
Bevor sie oben ankam, klingelte ihr Handy. „Zu dir oder zu mir?“, fragte eine arrogante männliche Stimme.
Der kühle, selbstbewusste Ton ihres Chefs ließ sie vor Erregung erschauern. „Ich weiß nicht, ob ich heute die Zeit habe, dich zu sehen. Ich habe noch einige Punkte zu überarbeiten“, neckte sie ihn mit heiserer Stimme.
„Genau wie ich … ganz besonders einige Details.“ Nicole hörte die Belustigung in seiner Stimme, aber auch die Hitze seines Begehrens. „Ich bin in einer halben Stunde bei dir.“
„Sagen wir in einer Dreiviertelstunde.“ Sie wollte etwas Zeit haben, um sich für ihn zurechtzumachen. „Was hältst du davon, wenn ich uns etwas zu essen koche?“
Am anderen Ende blieb es eine Weile still. Kein Wunder, dass Luke überrascht war. Sie hatte noch nie angeboten, ihm etwas zu kochen. Nicole runzelte die Stirn und war selbst von ihrem Angebot überrascht. Sie beide verband eine rein körperliche Beziehung. Natürlich führte Luke sie hin und wieder zum Essen in irgendein teures Restaurant aus, bevorzugt eins, in dem nicht die Gefahr bestand, Bekannte zu treffen. Aber ein selbst gekochtes Essen war etwas anderes – irgendwie ein wenig zu … intim.
„Okay, aber ich warne dich. Ich bin ausgehungert.“ Er sprach mit tiefer Stimme, und vor ihrem inneren Auge sah sie ihn in ihrer Wohnung ankommen und ihr die Kleider vom Leib reißen. Denn so verliefen ihre Treffen fast immer – fieberhaft. Schon bei der Vorstellung erwachten all ihre Sinne.
„Ich vermute, du sprichst jetzt nicht vom Essen?“ Sie lachte.
„Du hast es erfasst. Bis dann.“
Nicole verstand sich selbst nicht mehr. Warum hatte sie ihm angeboten zu kochen? Sie war nicht der hausfrauliche Typ.
Der Fahrstuhl war angekommen, und sie betrat ihr geräumiges, luxuriös ausgestattetes Büro inklusive Panoramablick über Miami, das in der Septembersonne funkelte wie ein Juwel. Als Santana Records ihr vor achtzehn Monaten die Versetzung hierher angeboten hatte, war ihr die Entscheidung mehr als leicht gefallen. Sie war froh gewesen, London mit seinen schmerzlichen Erinnerungen den Rücken zu kehren und von vorne anzufangen.
Seit sie in Amerika war, hatte Nicole sich ganz ihrer Arbeit gewidmet, und das hatte sich ausgezahlt. Vor sechs Monaten war sie zur Leiterin der Vertragsabteilung befördert worden. Nicht übel für eine Einunddreißigjährige! Um in einer Plattenfirma wie Santana Records so weit aufzusteigen, hatte sie die kühle, unbesiegbare, perfektionistische Miss Connell spielen müssen. Manchmal konnte sie es selbst nicht fassen, dass es ihr so erfolgreich gelungen war, diese Fassade als ihr wahres Ich zu verkaufen. Sie fand es immer wieder amüsant, dass sie als zartes Persönchen von gerade einmal einem Meter fünfundsechzig tatsächlich andere Menschen herumkommandieren konnte.
Alles war bestens gelaufen. Nach einer schmerzhaften Scheidung war es ihr ganz recht gewesen, die Priorität auf die Arbeit zu legen und Beziehungen hintanzustellen. Es hatte ihr gefallen, nur hin und wieder einmal eine Verabredung zu haben. Sie wollte sich auf niemanden einlassen, wollte die Dinge lieber unkompliziert halten. Und dann war vor fünf Monaten Luke Santana in die Stadt gekommen. Die letzten achtzehn Monate hatte er in Europa verbracht, und sie hatten sich in der Londoner Niederlassung nur knapp verpasst. Jetzt war er nach Miami zurückgekehrt, um die Übernahme eines Konkurrenzunternehmens, RJ Records, auszuhandeln. Er hatte Nicole dabei zu seiner rechten Hand gemacht, und plötzlich war ihr Leben aus dem Gleis geraten.
Eine Affäre mit dem Chef zu haben war nicht besonders klug, und sie hatte verzweifelt gegen die Anziehungskraft angekämpft, die er auf sie ausübte. Doch von dem Moment an, als sie das erste Mal sein Büro betreten hatte und ihre Blicke sich trafen, war es um sie geschehen gewesen.
„Hi, Nicole“, hatte er sie damals begrüßt, während er aufgestanden war, um ihr die Hand zu schütteln. „Ich habe schon viel Gutes über Sie gehört.“
Nicole hatte auch schon viel über ihn gehört. Er hatte den Ruf, ein rücksichtsloser Unternehmer zu sein, dem es nur darum ging, Geld zu machen. Laut der „New York Times“ kaufte und verkaufte er Firmen, als wenn das Leben ein Monopoly-Spiel wäre. Manchmal behielt er die Unternehmen und baute sie aus, manchmal zerschlug er sie skrupellos und verkaufte die einzelnen Teilbereiche. Um ihren Job brauchte Nicole sich allerdings keine Sorgen...




