Cussler | Die Troja-Mission | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 17, 512 Seiten

Reihe: Dirk Pitt

Cussler Die Troja-Mission

Ein Dirk-Pitt-Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-15221-5
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Ein Dirk-Pitt-Roman

E-Book, Deutsch, Band 17, 512 Seiten

Reihe: Dirk Pitt

ISBN: 978-3-641-15221-5
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Das NUMA-Team stößt vor der Küste Nicaraguas auf einen Palast, der vor langer Zeit im Meer versunken ist. Er scheint in einem geheimnisvollen Zusammenhang mit der Legende von Troja zu stehen. Gleichzeitig entdeckt Dirk Pitt ein gigantisches Tunnelsystem zwischen dem Atlantik und der Pazifikküste. Und kommt einem unfassbaren Plan auf die Spur, der die ganze Menschheit mit dem Untergang bedroht ...

Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.
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2

Elegant und kraftvoll glitt ein großer, gut viereinhalb Meter langer Hammerhai durch das klare Wasser, wie eine graue Wolke, die über eine Wiese zieht. Die großen Augen zu beiden Seiten des flachen, wie ein Stabilisator wirkenden Auswuchses über seiner Schnauze erfassten eine Bewegung, worauf er mit dem Kopf herumfuhr und das Wesen musterte, das unter ihm durch den Korallenwald schwamm. Das Ding sah nicht wie ein Fisch aus. Es war schwarz, hatte zwei rote Längsstreifen an beiden Seiten, und hinten ragten zwei Flossen heraus. Der mächtige Hai befand es für ungenießbar und setzte seine unermüdliche Suche nach einer ansprechenderen Beute fort, ohne zu ahnen, dass dieses sonderbare Wesen ein Leckerbissen sondergleichen gewesen wäre.

Summer Pitt hatte den Hai bemerkt, beachtete ihn aber nicht weiter, sondern widmete sich ihren Forschungen an dem Korallenriff in der Navidad Bank, siebzig Meilen nordöstlich der Dominikanischen Republik gelegen. Diese rund fünfzig Quadratkilometer umfassende Untiefe bestand aus einer Reihe gefährlicher Korallenriffe, die teils nur einen, teils bis zu dreißig Meter unter dem Meeresspiegel lagen. Im Laufe von vier Jahrhunderten waren mindestens zweihundert Schiffe an den scharfzackigen Korallen zerschellt, die ein aus den Tiefen des Atlantischen Ozeans emporreichendes Unterwassergebirge krönten.

Die Korallen in diesem Gebiet waren wunderschön, kerngesund und ragten hie und da bis zu fünfzehn Meter hoch vom Meeresboden auf. Hier gab es zarte Venusfächer und stattliche Hirnkorallen, bunte Geweihkorallen und Seepeitschen, die überall im weiten Blau wucherten wie in einem prachtvollen Garten voller verlockender Kreuzgänge und Grotten. Summer kam sich vor, als schwimme sie durch ein Labyrinth aus Höhlen und Galerien, die manchmal jählings endeten, mitunter aber auch in Schluchten und Cañons führten, die so breit waren, dass man mit einem schweren Lastwagen hätte hindurchfahren können.

Obwohl die Wassertemperatur gut und gern siebenundzwanzig Grad betrug, steckte Summer Pitt von Kopf bis Fuß in einem Viking Pro Turbo 100, einem strapazierfähigen Trockentauchanzug aus vulkanisiertem Gummi. Der schwere, schwarz-rote Anzug, der keinen Zentimeter ihres Körpers unbedeckt ließ, sollte sie vor den chemischen und biologischen Schadstoffen schützen, deren Auswirkung auf die Korallen sie untersuchen wollte.

Sie warf einen Blick auf ihren Kompass und hielt sich etwas weiter nach links, legte die Hände auf den Rücken und verschränkte sie unter den Doppelflaschen, um den Wasserwiderstand zu mindern, und bewegte sich mit raschen Flossenschlägen vorwärts. Sie kam sich in dem sperrigen Anzug und mit der Vollgesichtsbrille unbeholfen vor.

Ihre Figur konnte man in dem weiten Gummianzug kaum erkennen. Nur die klaren grauen Augen hinter dem Glas und die rote Locke, die unter der Kapuze hervorlugte, deuteten auf ihre Schönheit hin.

Summer liebte die See und tauchte für ihr Leben gern. Jeder Tauchgang war für sie ein Ausflug in eine unbekannte Welt. Oftmals stellte sie sich vor, sie sei eine Meerjungfrau, in deren Adern Salzwasser floss. Auf Drängen ihrer Mutter hin hatte sie am Scripps Institute of Oceanography Meeresbiologie studiert und ihr Diplom mit Auszeichnung erworben. Gleichzeitig hatte ihr Zwillingsbruder Dirk sein Examen in Meerestechnologie an der Florida Atlantic University bestanden.

Kurz nach ihrer Rückkehr nach Hawaii hatte ihnen ihre Mutter mitgeteilt, dass ihr Vater, den sie nie kennen gelernt hatten, Direktor für Spezialprojekte bei der National Underwater & Marine Agency in Washington, D.C., war. Erst jetzt, da sie im Sterben lag, berichtete ihre Mutter von ihrer Liebesbeziehung und schilderte ihnen, weshalb sie ihn im Glauben gelassen hatte, dass sie vor dreiundzwanzig Jahren bei einem Seebeben ums Leben gekommen war. Schwer verletzt und entstellt, wie sie war, hatte sie es für besser gehalten, wenn er sein Leben ohne sie weiterführte, sorglos und unbeschwert. Ein paar Monate danach hatte sie Zwillinge zur Welt gebracht. Im Gedenken an ihre unvergängliche Liebe hatte sie Summer ihren Namen gegeben und Dirk nach seinem Vater genannt.

Nach der Beerdigung waren Dirk und Summer nach Washington geflogen, um Pitt senior kennen zu lernen. Der wiederum war zunächst wie vom Donner gerührt gewesen, als plötzlich eine Tochter und ein Sohn vor ihm standen, von denen er nichts gewusst hatte. Danach war er vor Freude schier außer sich geraten; er hatte geglaubt, die Liebe seines Lebens wäre seit über zwanzig Jahren tot. Zugleich war er aber auch zutiefst bedrückt, als er erfuhr, dass sie all die Jahre über mit einer schweren Behinderung gelebt hatte, ohne ihm Bescheid zu sagen, und erst vor einem Monat gestorben war.

Nachdem er die Sprösslinge, von denen er bislang keine Ahnung gehabt hatte, in die Arme geschlossen hatte, quartierte er sie in dem Hangar ein, in dem er wohnte und seine umfangreiche Sammlung alter Automobile verwahrte. Als er erfuhr, dass sie auf den Rat ihrer Mutter in seine Fußstapfen getreten und sich dem Studium der Meeresforschung gewidmet hatten, sorgte er dafür, dass sie bei der NUMA beschäftigt wurden.

Jetzt, nachdem sie zwei Jahre lang an allerlei Projekten auf sämtlichen Weltmeeren mitgearbeitet hatten, waren sie zum ersten Mal mit einem eigenen Forschungsauftrag unterwegs – sie sollten Proben sammeln und die sonderbaren Schadstoffe untersuchen, die die empfindliche Meeresfauna der Navidad Bank und anderer Korallenriffe in der ganzen Karibik vernichtete.

Der Großteil des Riffes wirkte kerngesund und wimmelte von Fischen. Hier tummelten sich leuchtend rote Schnapper, Papageifische und Zackenbarsche, dort schossen kleine, gelb-rot schillernde Tropenfische um die Korallenäste, an denen sich rot-braune Seepferdchen festklammerten. Muränen reckten die scheelen Köpfe aus den Korallen, klappten grimmig die Mäuler auf und zu, als wollten sie jeden Moment mit ihren nadelspitzen Zähnen zuschlagen. Summer wusste jedoch, dass sie nur deshalb so abschreckend wirkten, weil sie mit dem Maul die Luft aus dem Wasser seihten. Menschen griffen sie nur selten an, wenn man ihnen nicht zu nahe kam. Und selbst dann bissen sie so gut wie nie zu.

Ein Schatten strich über eine Sandkuhle inmitten der Korallen. Sie blickte kurz auf, meinte, der Hai wäre zurückgekehrt, um sie näher in Augenschein zu nehmen, stellte aber fest, dass es nur fünf getüpfelte Adlerrochen waren. Einer scherte aus dem Schwarm aus wie ein Kampfflugzeug, umkreiste sie einmal, musterte sie neugierig, schwang sich dann wieder empor und gesellte sich zu den anderen.

Sie schwamm knapp vierzig Meter weiter, glitt über die hornartigen Auswüchse einer Gorgonenkoralle hinweg und sah plötzlich ein Schiffswrack vor sich. Ein großer, gut anderthalb Meter langer Barrakuda stand über den Trümmern und achtete mit kalten schwarzen Knopfaugen auf alles, was in seinem Revier vor sich ging.

Das Dampfschiff Vandalia war 1876 von einem schweren Hurrikan auf die Navidad Bank getrieben worden und zerschellt. Keiner der hundertachtzig Passagiere und dreißig Besatzungsmitglieder hatte den Untergang überlebt. Bei Lloyds in London, der großen Schifffahrtsversicherungsgesellschaft, war sie längst abgeschrieben worden und galt als spurlos verschollen, bis 1982 ein paar Sporttaucher ihre von Korallen überwucherten Überreste entdeckt hatten. Das Wrack der Vandalia war kaum noch zu erkennen. Nach hundertdreißig Jahren war der Rumpf von vorn bis hinten von Schwämmen und Korallen überwuchert. Nur mehr die Kessel und Maschinen, die zwischen den geborstenen Spanten herausragten, verrieten, dass es sich einstmals um ein stolzes Schiff gehandelt hatte. Die hölzernen Aufbauten hingegen waren größtenteils verschwunden, im Salzwasser verfault oder von den vielen Kleinstlebewesen im Meer vertilgt, die sämtliche organischen Stoffe verzehren.

Die Vandalia, 1864 im Auftrag der West Indies Packery Company gebaut, war achtundneunzig Meter lang und rund zwölf Meter breit, hatte Unterkünfte für insgesamt 250 Passagiere und drei große Frachträume. Sie verkehrte zwischen Liverpool und Panama, wo die Passagiere von Bord gingen und mitsamt der Fracht per Eisenbahn über den Isthmus befördert und von der Pazifikküste aus auf anderen Dampfern nach Kalifornien gebracht wurden.

Nur wenige Taucher hatten Überreste von der Vandalia geborgen, da sie inmitten der Korallen nur schwer zu finden war. Zumal von dem Schiff nur wenig übrig geblieben war, nachdem es in jener schrecklichen Nacht von den gewaltigen Wellenbergen des Hurrikans zerschlagen worden war, der es auf offener See überrascht hatte, ehe es sich auf Hispaniola oder den benachbarten Virgin Islands in Sicherheit bringen konnte.

Summer ließ sich von der leichten Strömung über das alte Wrack tragen, blickte hinab und versuchte sich die Menschen vorzustellen, die sich einst an Deck getummelt hatten. Mit einem Mal hatte sie das Gefühl, als schwebte sie über einem verwunschenen Friedhof, dessen Bewohner ihr aus ferner Vergangenheit zuraunten.

Sie warf immer wieder einen Blick zu dem großen Barrakuda, der reglos im Wasser stand. Der gefährlich wirkende Fisch fand hier Nahrung in Hülle und Fülle, denn in und um die alte Vandalia wimmelte es von allerlei Meeresgetier.

Sie riss sich von ihren trübsinnigen Gedanken an das Unglück los und schwamm vorsichtig um den Barrakuda herum, der sie nicht aus dem Auge ließ. In sicherer Entfernung hielt sie inne, warf einen Blick auf das Finimeter und überprüfte den Luftvorrat in ihren Flaschen, bestimmte dann anhand des GPS-Minicomputers ihre Position, stellte mithilfe des...


Cussler, Clive
Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.



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