E-Book, Deutsch, Band 1, 412 Seiten
Reihe: Saints of Denver
Crownover Saints of Denver – Zeb
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-2549-1
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Spin-Off der Marked Men
E-Book, Deutsch, Band 1, 412 Seiten
Reihe: Saints of Denver
ISBN: 978-3-7517-2549-1
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Bad Boy trifft erfolgreiche Anwältin!
Zeb hat sich nach seinem Gefängnisaufenthalt ein neues Leben als Bauunternehmer aufgebaut. Seine neueste Kundin Sayer, eine elegante und toughe Anwältin, lässt sein Herz höherschlagen. Aber egal, wie sehr Zeb sich bemüht, die zurückhaltende Blondine scheint sich nicht für ihn zu interessieren.
Doch auch Sayer kämpft mit ihren Gefühlen - denn der attraktive Handwerker ist der erste, von dem sie glaubt, dass er ihr Herz zum Schmelzen bringen könnte. Gerade als die beiden sich endlich näher kommen, wird Zeb jedoch von den Fehlern seiner dunklen Vergangenheit eingeholt ...
Ein heißes Spin-Off der Romance-Bestsellerreihe 'Marked Men' von Erfolgsautorin Jay Crownover.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Jay Crownover lebt in Colorado, wo auch ihre Romane spielen. Sie liebt Tattoos und Körperschmuck, und so ist es kein Wunder, dass ihre Helden allesamt tätowierte und gepiercte Bad Boys sind. Ihre Leidenschaft galt schon immer dem Lesen und Schreiben, und mit dem Erfolg ihrer Serie Marked Men ist ein Traum für sie wahr geworden. Mehr Informationen unter: www.jaycrownover.com
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Prolog
Ich traf sie in einer Bar.
Sie hatte eine Bierflasche in der Hand, obwohl sie aussah, als sollte sie Champagner aus einer teuren Flöte schlürfen, und das machte mich auf unerklärliche Weise an. Sie war hübsch und sah in dieser Bar ohne Namen völlig fehl am Platz aus, während sie einem meiner ältesten Freunde gegenübersaß, der zufällig auch ihr lange verschollener Bruder war. Er war der Grund, warum sie hergekommen war. In dem Sekundenbruchteil, in dem ich sie erblickte, wollte ich der Grund sein, aus dem sie blieb.
Ich wusste, dass es unhöflich war und dass die beiden Zeit füreinander brauchten, Zeit, um herauszufinden, was sie füreinander waren, nachdem sie unangekündigt in sein Leben getreten war. Wäre ich ein besserer Freund, hätte ich sie in Ruhe gelassen. So aber machte ich mich auf den Weg zu dem kleinen Tisch und setzte mich hin. Ich war mit Sägemehl bedeckt und hatte Staub von Gipskartonplatten im Haar und im Gesicht, aber sie zuckte nicht mit der Wimper, als ich die Zweiergruppe absichtlich auflöste und mich so nah wie möglich zu ihr setzte, ohne sie zu berühren.
Mein Kumpel Rowdy St. James zog die Augenbrauen hoch, während er uns einander vorstellte, weil ich sie anstarrte. Sayer Cole. Schon ihr Name klang elegant und kultiviert. Sie war ein Rätsel, diese reizende Frau, die überall hingehörte, nur nicht in diese Bar mit uns beiden.
Vor ein paar Monaten war sie aus heiterem Himmel aufgetaucht und hatte behauptet, Rowdys Halbschwester zu sein, hatte behauptet, sie hätten einen gemeinsamen Vater, hatte behauptet, alles, was sie wolle, sei, Teil seines Lebens zu sein und eine eigene Art von Familie zu haben.
Sie wirkte zu zart, um so mutig sein zu können. Sie sah aus, als wäre sie viel zu anständig, wirkte nicht so, als würde sie »Scheiß drauf« sagen und ihr Leben in die Hand nehmen, es an einen unbekannten Ort verlegen, ohne sicher zu sein, dass sie dort willkommen war. Sie sah aus wie Seide, aber wenn meine Vermutung richtig war, dann war es Seide, die um Stahl gewickelt war.
Zum Glück war Rowdy ein guter Kerl. Nach dem Schock, den er erlebte, als er entdeckte, dass er nicht allein auf der Welt war, und als er erkannte, dass er jemanden hatte, der für immer und ewig mit ihm blutsverwandt war, hatte er sich mit dem Gedanken angefreundet, eine Schwester zu haben, und er wusste zu schätzen, dass diese Schwester Sayer war.
Ich mochte Rowdy sehr. Er war ein aufrichtiger Kerl und ein guter Freund, aber ich hatte das Gefühl, dass ich seine neu gefundene große Schwester noch mehr mögen würde. In meiner üblichen taktlosen Art fragte ich ihn, ohne die umwerfende Blondine direkt anzusehen: »Du hast also eine Schwester? Eine heiße, elegante Schwester?« Eine Schwester, die auch Anwältin und so schön und klug war.
Ich erwartete ein Kichern von ihr oder ein Augenrollen angesichts des ungewöhnlichen Kompliments, aber was ich bekam, war ein ungläubiger Blick aus so blauen Augen, wie ich sie noch nie auf der Welt gesehen hatte, der zwischen mir und ihrem Bruder tanzte, als wüsste sie nicht, was sie mit sich selbst oder mit meinem offenkundigen Interesse an ihr anfangen sollte.
Ich dachte, ich wäre zu weit gegangen, hätte die schöne Fremde zu weit aus ihrer Komfortzone gedrängt. Ich bin ein großer Kerl und weiß, dass ich viel wilder und rauer aussehe, als ich tatsächlich bin. Ich dachte mir, dass es zu viel für eine Frau sein könnte, die nicht in ihrer gewohnten Umgebung war und sich bereits fehl am Platz fühlte.
Stattdessen überraschte mich Sayer, und an der Art, wie Rowdy sich verspannte, konnte ich sehen, dass sie auch ihn überraschte. Obwohl sie nicht gerade vor Herzlichkeit übersprudelte oder einem das Gefühl gab, willkommen zu sein, fragte sie mich nach dem aktuellen Projekt, an dem ich arbeitete, nachdem Rowdy erklärt hatte, dass ich Bauunternehmer war und den neuen Tattoo-Laden, in dem er arbeitete, umgebaut hatte.
Sie schien wirklich interessiert zu sein, und als ich ihr erzählte, dass es meine Spezialität ist, alte Häuser zu sanieren und ihnen neues Leben einzuhauchen, leuchteten ihre Augen förmlich auf.
Ich wollte sie berühren, um zu sehen, ob sie sich so glatt und poliert anfühlte, wie sie aussah. Ich wollte Schmutzspuren auf ihrem perfekten Gesicht hinterlassen, um zu zeigen, dass ich sie berührt hatte, dass sie sich von mir hatte berühren lassen. Es war eine urwüchsige und intuitive Reaktion, die ich nicht erklären konnte, und ich mochte dieses Gefühl. Mochte die Schwere in meinem Blut, auch wenn ich wusste, dass dieses Gefühl wahrscheinlich nicht erwidert werden würde.
Sie erzählte mir von einem fantastischen viktorianischen Haus, das sie gekauft hatte, welches in keinem guten Zustand war und das bereits um sie herum zerfiel. Sie bat mich um meine Visitenkarte, und ich sah, wie Rowdy sich auf der anderen Seite des Tisches verspannte. Ich seufzte und strich mir mit einer Hand über mein ohnehin schon unordentliches Haar.
Ihr Blick folgte der leichten Staubwolke, die meinen Haarsträhnen entwich. Ich war großartig in meinem Job, liebte, was ich tat, aber ich konnte nichts mit ihr oder für sie tun, ohne alles aufs Spiel zu setzen. Schon gar nicht, wenn Rowdy mir nur ein paar Meter entfernt den Blick des Todes zuwarf.
Ich kramte meine Karte aus der Brieftasche, und als ich sie ihr reichte, berührten sich unsere Finger. Ich sah, wie sich ihre Augen weiteten und ihre Lippen sich, wenn auch nur leicht, öffneten. Sie sah ein wenig verträumt aus, und ich grinste sie an.
»Nehmen Sie die Karte, aber Sie sollten wissen, dass der Mann, der sie Ihnen gibt, eine Vergangenheit hat.«
Sie blinzelte mich an und räusperte sich. »Was für eine Vergangenheit?«
Das war nichts, was ich einer schönen Frau gern bei unserer ersten Begegnung erzählen wollte. Es war etwas, auf was ich gern hinarbeitete, von dem ich beweisen wollte, dass es hinter mir lag, aber hier schien es, als würde ich diese Chance nicht bekommen.
»Ich erzähle jedem, für den ich arbeite oder der in Erwägung zieht, mich für ein Projekt einzustellen, dass ich eine kriminelle Vergangenheit habe. Ich war einige Jahre lang im Gefängnis, und obwohl ich nicht stolz darauf bin, kann ich nicht leugnen, dass es passiert ist. Ich war hitzköpfig, und das hat mich in Schwierigkeiten gebracht, aber ich bin der Beste in dem, was ich tue, und ich hoffe, dass Sie das nicht davon abhält, mich anzurufen.« Hoffentlich für mehr als nur ein paar Bauarbeiten.
Normalerweise erntete ich ein besorgtes Stirnrunzeln, gefolgt von Hunderten von Fragen darüber, was mich zur Haftstrafe geführt hatte. Von der umwerfenden Blondine bekam ich nichts davon zu hören. Sie neigte den Kopf zur Seite und betrachtete mich einen langen Moment schweigend, bevor sie meine Karte nahm und in ihre Handtasche steckte.
Ich hätte schwören können, Mitgefühl in ihrem Blick zu sehen, als sie mir leise sagte: »Ich erlebe das jeden Tag aus erster Hand. Manchmal versteht das System einfach etwas falsch.« Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Mundwinkel, und ich wollte mich vorbeugen und sie küssen. »Menschen machen Fehler. Hoffentlich lernen sie daraus.«
Ich weiß nicht, ob »falsch« in meinem Fall zutreffend war, aber dass sie mich überhaupt nicht verurteilte oder mich zurechtwies, weckte den Wunsch in mir, sie in meine Arme zu ziehen und mich an ihr festzuhalten. Ich hatte einen Fehler gemacht, einen großen Fehler, einen, den ich für immer mit mir herumtragen musste, aber ich hatte daraus gelernt und lernte immer noch daraus.
Diese Art von Verständnis von einer völlig Fremden war so selten, vor allem von jemandem aus dem juristischen Bereich. Ich war es nicht gewohnt, dass mich jemand, nachdem ich erzählt hatte, wo ich gewesen war, anblickte und mich, einfach nur mich sah und keinen Verlierer, der im Knast gesessen hatte. Das war unheimlich erfrischend und anziehend.
Ich konnte nicht ganz begreifen, was in dieser Frau vor sich ging, aber ich würde jede Gelegenheit begrüßen, die sie mir gab, um es herauszufinden. Ich fand ihr äußerlich makelloses und perfektes Auftreten verlockend, wollte es mit meinen dreckigen Händen beschmutzen, und so wie sie mich betrachtete, wie sie sich mir zuwandte, als würde sie sich zu mir hingezogen fühlen, ließ mich glauben, dass nicht nur ich diese unerklärliche Anziehungskraft spürte.
Rowdy ging, und sie blieb.
Wir tranken noch ein paar Bier und sprachen weiter über ihr Haus und darüber, was sie damit machen wollte. Sie hatte bereits einen Bauunternehmer beauftragt, hatte aber das Gefühl, dass der Typ sie übers Ohr hauen wollte. Das kam in der Branche häufig vor, und es würde mich nicht wundern, wenn das tatsächlich der Fall war.
Es fiel mir leicht, Zeit mit ihr zu verbringen. Es machte Spaß, mit ihr zu reden, und es machte Spaß, sie anzuschauen. Ich wollte unbedingt ihr Haus in die Finger kriegen und natürlich auch sie, und ich hatte das Gefühl, dass es ihr vielleicht auch ein bisschen so ging, aber dann machte ich den Fehler, sie nach ihrer Vergangenheit zu fragen.
Ich fragte sie, wo sie gelebt hatte, bevor sie von Rowdy erfuhr und beschloss, nach Denver zu ziehen, um ihn kennenzulernen. Ich war neugierig, was für ein Leben sie geführt hatte, in dem sie alles hinter sich lassen konnte und niemand sie vermisste. Eigentlich wollte ich nur wissen, ob sie irgendwo einen Freund oder Ehemann versteckt hatte, aber die einfache Frage musste einen Nerv getroffen haben.
Im nächsten Augenblick hatte sie auch schon die Rechnung für uns beide bezahlt und war in der Nacht verschwunden. Innerhalb eines Herzschlags wurde sie von strahlend und hell zu abweisend und unantastbar.
Ich dachte, ich hätte meine Chance vertan, weil ich...




