E-Book, Deutsch, Band 483, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
Critch / Wilson / Johnson Baccara Collection Band 483
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3070-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 483, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
ISBN: 978-3-7515-3070-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
FLITTERWOCHEN MIT VERSPÄTUNG von J. MARGOT CRITCH
Die spontane Hochzeit mit Daisy in Las Vegas war ein Fehler! Aber bis heute hat Tech-Tycoon Wes Hardwell sie nicht annulliert. Als er die schöne Tierärztin jetzt wiedersieht, hat er zwei Möglichkeiten: die Scheidung zu verlangen - oder den vermeintlichen Fehler auszukosten ...
UNSTERBLICH WIE UNSERE LIEBE von TERI WILSON
'Hallo, Darling.' Bei den Worten des attraktiven Mannes ist Tabitha einer Ohnmacht nah! Denn vor ihr steht West Fortune, den sie für tot hielt. Wie kann das sein? Er schneit in ihr Leben, als sei nichts gewesen. Und in das Leben ihrer Zwillinge, von denen er noch nichts weiß ...
ZWISCHEN VERLANGEN UND GEFAHR von JANICE KAY JOHNSON
Irgendwer im Police Department ist bestechlich: Reporterin Alexa wittert eine große Story. Nur einem der Cops traut sie bedingungslos: Lieutenant Matthew Reinert. Beschützt er sie während ihrer Nachforschungen, weil es sein Job ist? Oder hat er einen viel persönlicheren Grund?
J. Margot Critch lebt mit ihrem Mann Brian und ihren kleinen vierbeinigen Freunden Simon und Chibs in St. John's, Neufundland. Ihre Zeit verbringt sie damit, Romane zu schreiben, Musik von Jimmy Buffett zu hören und aufs Meer zu schauen. Und dabei überlegt sie, ob sie lieber einen Kaffee oder eine Margarita trinken möchte.
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1. KAPITEL
„Ich habe es dir doch schon gesagt, Bryant. Die nächsten sechs Monate bin ich nicht im Büro“, erklärte Wes Hardwell und bedauerte ein wenig den ungeduldigen Tonfall, den er gegenüber seinem Geschäftspartner am Telefon anschlug. Während des Gesprächs bahnte er sich einen Weg durch die Menschenmenge in der Lobby des Las Vegas Boulevard Hotels, in dem er die Woche verbracht hatte.
Bryant, der sich augenblicklich auf der anderen Seite der Erdkugel befand, schien Wes’ Temperamentsausbruch nicht sonderlich zu bekümmern. „Dann hast du es also ernst gemeint?“
„Habe ich jemals was getan, was ich nicht ernst gemeint habe?“
„Na ja, normalerweise fliegst du nur nach Texas, wenn du unbedingt musst. Wie zum Beispiel für die Verlobungsfeier deines Großvaters.“
Bryant konnte nicht wissen, dass das, was auf dieser Feier passiert war, nur einer der Gründe dafür war, das Wes für längere Zeit in seiner Heimatstadt Applewood in Texas blieb. Im kleinen Städtchen Applewood betrieb die Familie Hardwell eine der größten und profitabelsten Ranches des Landes.
Alle Hardwells hatten sich anlässlich der Verlobung von Wes’ Großvater Elias mit seiner zukünftigen zweiten Ehefrau Cathy versammelt, als der alte Herr mit einem Löffel gegen sein Champagnerglas gestoßen hatte.
„Aus diesem Grund werde ich die Hardwell Ranch in Zukunft den fähigen Händen meiner Enkel anvertrauen“, hatte sein Großvater Elias verkündet. „Allerdings müssen sie zuvor eine Bedingung erfüllen“, fuhr er fort. „Jeder von ihnen muss für einen Zeitraum von sechs Monaten nach Applewood zurückkehren, auf dem Land arbeiten und beweisen, dass er es wert ist, von dieser Ranch und ihren Erträgen zu profitieren.“ Seinem Großvater war es stets ein Dorn im Auge gewesen, dass seine eigenen Kinder sich nicht dem Familienbetrieb zugewandt, sondern ihre berufliche Erfüllung in anderen Bereichen gefunden hatten. Nachdem er sich ihren Segen geholt hatte, hatte Elias beschlossen, seine Enkel für die traditionsreiche Farm begeistern zu können, damit sie weiterhin von den Hardwells betrieben wurde. Wes wusste, dass sein Großvater auf diese Weise zwei Fliegen mit einer Klappe schlug: Auf der einen Seite konnte er seine neue Ehefrau glücklich machen, die sich nach dem gemeinsamen Ruhestand mit ihm sehnte, und auf der anderen würde er weiterhin das Sagen in Geschäftsangelegenheiten haben.
Nachdem sowohl sein Bruder, sein Vater als auch sein Großvater angezweifelt hatten, dass Wes zur Ranch zurückkehrte, war es sozusagen zu einer Art Ehrensache für ihn geworden. Er stand seiner Familie nicht besonders nah und bereute die Fehler, die er als Teenager begangen hatte. Zu gern wollte er dafür bei der Ranch, seiner Familie und seiner Vergangenheit Wiedergutmachung leisten.
Laut lachte Bryant los. „Du willst also wirklich dorthin zurück? Willst du einen Gehaltsscheck abholen, weil du beim Würfelspiel in Las Vegas so viel Geld verloren hast?“
Zwar musste Wes auch lachen, doch es war ihm nicht wohl dabei. Seine Ausflüge in das Casino des Hotels waren nicht besonders ertragreich gewesen. „Es geht nicht ums Geld, aber ich habe mir Gedanken gemacht. Schließlich bin ich ein Hardwell, und die Ranch ist mehr als nur ein Teil meines Namens.“
Wes und seine Brüder waren in High Pine, der Nachbarstadt von Applewood aufgewachsen, wo ihr Vater ein Krankenhaus leitete. Damals hatten alle große Hoffnungen in Wes’ kleinen Bruder Garrett gesetzt, der sowohl bei Elias auf der Ranch als auch in der Gemeinde geholfen hatte, wo er konnte. Wes hingegen hatte das alles angeödet, und er hatte das getan, was die meisten gelangweilten Teenager taten – er hatte rebelliert. Er hatte die Schule geschwänzt und Partys veranstaltet, auf denen der Alkohol in Strömen floss. Gemeinsam mit einem Freund hatten sie sogar das Auto ihres Mathelehrers gestohlen und damit eine Spritztour auf der Landstraße unternommen.
Als er es zu bunt getrieben hatte, hatte sein Vater ihn schließlich auf die Ranch geschickt, wo er bei Elias leben sollte. Er hoffte, dass sein Sohn inmitten von harter Arbeit und der Schönheit der Natur wieder Boden unter die Füße bekam. Leider ging der Plan nicht auf, obwohl er zumindest in der Schule weiterhin gute Noten hatte. Doch auch Applewood hatte ihn nicht bändigen können. Für die Arbeit auf der Farm interessierte er sich nicht im Geringsten und wurde stattdessen wie eine Motte von dem Licht einer Gruppe junger Unruhestifter angezogen. Zu allem Überfluss hatte ein von ihm unüberlegt fortgeworfener Zigarettenstummel einige Heuballen entzündet, die um ein Haar die Ranch ein Opfer der Flammen hätten werden lassen können.
Das war der Wendepunkt in seinem Leben gewesen. Mit dem Ärger seiner Familie konnte er umgehen, doch die Enttäuschung im Gesichtsausdruck seines Großvaters hatte ihn tief getroffen. Seit diesem Tag hatte er alles darangesetzt, etwas aus sich zu machen. Nach der Schule begann er, an einer Elite-Uni in England zu studieren, wo er schließlich Bryant kennenlernte. Gemeinsam gründeten sie ein Unternehmen für Kommunikationstechnologie, das sie beide überaus erfolgreich führten.
„Und was ist mit der Arbeit?“, meldete sich Bryant zu Wort.
„Darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht. Das sollte kein Problem sein. In den nächsten drei Monaten bereite ich alles für meinen Weggang aus London vor, bevor ich für ein halbes Jahr nach Texas fliege, um meine Zeit auf der Ranch abzuleisten. Die unterschiedlichen Zeitzonen zwischen London und Texas könnten die Sache ein bisschen kompliziert machen, aber es ist ja nicht so, dass ich in den Regenwald ziehe“, sagte er. „Auch in Applewood gibt es Internet. Wir können telefonieren, mailen, und Videokonferenzen abhalten. Wir bleiben in Kontakt.“
„Dann ziehst du das wirklich durch?“
„Ja, ich muss das einfach tun.“ Obwohl Wes nichts mit den Geschäften auf der Ranch zu tun hatte, hatte er das Gefühl, etwas wiedergutmachen zu müssen. Seine Familie hatte seine Ausbildung finanziert, die ihn dorthin gebracht hatte, wo er heute war. Auf das Geld war er durch seinen eigenen beruflichen Erfolg nicht angewiesen, aber es war eine Herzensangelegenheit, sich auf der Hardwell-Ranch zu engagieren.
„Tja, wenn es so ist, dann unterstütze ich dich natürlich und kümmere mich so lange hier um alles“, meinte Bryant.
„Danke dir. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.“
„Vielleicht nehme ich mir mal ein Wochenende frei, um dir beim Schuften zuzusehen.“
Unwillkürlich zuckte Wes zusammen. Sein Bruder Garrett und sein Vorarbeiter Dylan würden ihn bestimmt nicht mit Samthandschuhen anfassen. Doch das Haupthaus war überaus stilvoll und luxuriös eingerichtet, sodass es Bryant nicht an Annehmlichkeiten mangeln würde. „Ja, mach das. Vielleicht bringen wir dich ja sogar dazu, deinen faulen Hintern zu bewegen.“
„Wohl kaum.“ Bryant lachte. „Die Plackerei überlasse ich dir.“
„Daran zweifle ich nicht.“
„Und was ist mit dir? Lässt du es dir gerade in Vegas gutgehen?“
Wes blieb stehen und lehnte sich an eine Marmorsäule. Er nahm in Las Vegas gerade an einer Konferenz über grüne Technologien teil, und er hatte erstaunliche Einsichten gewonnen, wie viel ihr Unternehmen für Kommunikationstechnologie dazu beitragen konnte, die Umwelt zu schützen. Er freute sich schon darauf, nach London zurückzukehren und sein Wissen zu teilen.
„Die Konferenz ist sehr aufschlussreich“, sagte er. „Es ist wirklich ein Jammer, dass du nicht dabei sein kannst. Ich schicke dir meine Aufzeichnungen von heute zu.“
„Das wäre ganz großartig.“
„Und ich habe einen guten Kontakt zum CEO und Vorstand von TotalCom geknüpft.“
„Wirklich? Fantastisch.“ TotalCom war ein bedeutender internationaler Player im Bereich der Telekommunikation, und Wes hatte gehofft, mit dem CEO sprechen zu können.
„Ja, das kann man sagen. Nächstes Jahr plant der Vorstand von TotalCom eine Europareise. Ich werde ein Meeting organisieren, wenn sie da sind.“
„Das sind ja wirklich gute Neuigkeiten. Für Networking bist du schließlich auch nach Las Vegas geflogen.“
„Und genau das mache ich hier. Ich bin jetzt auf dem Weg auf mein Zimmer und werde …“ Bevor er seinen Satz beenden konnte, blickte er auf und sah nur wenige Schritte von sich entfernt eine Frau an der Bar sitzen. Sie hob gerade ein Martiniglas an die Lippen, und Wes kam es so vor, als kenne er sie aus Applewood. Das war doch nicht möglich, oder? Das wäre wirklich ein ungeheurer Zufall. Doch er sah noch einmal genauer hin. Das konnte sie vielleicht doch sein … …
In diesem Moment drehte sie sich um, und er erkannte, dass er sich nicht getäuscht hatte. Diese Frau würde er überall erkennen. Daisy Thorne, Applewoods Tierärztin und die schönste Frau, der er jemals begegnet war. Was mochte sie wohl nach Vegas verschlagen haben – ausgerechnet jetzt und ausgerechnet in dieses Hotel? Zwar saß sie allein an der Bar, doch er bezweifelte, dass sie allein in der Stadt war. Bestimmt wartete sie auf ihre Verabredung – ihren Freund oder Mann.
Sie trug ein kurzes schwarzes Kleid, dessen tiefer Ausschnitt ihr wundervolles Dekolleté fantastisch in Szene setzte. Ihre schwarzen Pumps hatten mörderisch hohe Absätze, und ihr Outfit passte so gar nicht zu Jeans und Flanellhemd, in das sie bei ihrem Besuch auf der...




