Crews | Wie angelt man sich einen Earl? | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2086, 144 Seiten

Reihe: Julia

Crews Wie angelt man sich einen Earl?


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-539-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2086, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-95446-539-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Warum heiratest du nicht einen Millionär?' Wütend denkt Angel an den Rat ihrer Mutter, die ihr einen Berg Schulden beschert hat. Doch sie hat keine Wahl. Unauffällig inspiziert sie die männlichen Gäste im Palast von Santina. Und dann sieht sie ihn: Rafe McFarland, Earl of Pembroke! Er ist faszinierend und auf eine gefährliche Weise attraktiv - und zieht sie vom ersten Moment an in seinen sinnlichen Bann. Kein Zweifel, er ist ihr Kandidat! Als Angel ihm gesteht, dass sie einen reichen Ehemann sucht, verspricht er tatsächlich: 'Ich heirate dich.' Zu schön, um wahr zu sein?



Caitlin Crews wuchs in der Nähe von New York auf. Seit sie mit 12 Jahren ihren ersten Liebesroman las, ist sie dem Genre mit Haut und Haaren verfallen und von den Helden absolut hingerissen. Ihren Lieblingsfilm 'Stolz und Vorurteil' mit Keira Knightly hat sie sich mindestens achtmal im Kino angeschaut. Genau wie die Liebesromane an den unterschiedlichsten Orten in der Welt spielen, hat auch Caitlin Crews die exotischsten Schauplätze bereist. Sie unternahm eine Rucksacktour durch Zimbabwe, war auf Safari in Botswana und besuchte weit abgelegene Dörfer in Nambibia. Gerne würde sie einmal in Prag, Dublin, Paris, Rom, Griechenland oder auf Hawaii leben. In dem Schreiben über all diese fremden Städte und Länder erfüllt sich für sie der Traum einer Auswanderung. Momentan lebt Caitlin zusammen mit ihrem Ehemann, der als Comic-Zeichner arbeitet, und einem ganzen Zoo von Tieren in Kalifornien.

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2. KAPITEL

„Sie wollen also Geld heiraten“, resümierte Rafe in frostig gelassenem Ton, als fände er etwas bestätigt, was er die ganze Zeit über vermutet hatte.

Natürlich hätte Angel brennend gern gewusst, was er tatsächlich von ihrem unkonventionellen Auftreten hielt, doch in den unbewegten dunklen Gesichtszügen war nicht das Geringste abzulesen. Ob ihr Magen sich noch mehr verkrampfen konnte, als er es ohnehin schon tat? Und wenn, müsste sie sich dann ausgerechnet hier, vor ihm, übergeben?

Angel fasste es immer noch nicht, was sie da gerade von sich gegeben hatte. Und das auch noch so … unverblümt, dreist, regelrecht nassforsch! Aber genau das war ihr Plan gewesen, der einzige, der ihr durchführbar erschien. Allerdings hatte sich die Szene in ihrer Fantasie ganz anders abgespielt: viel lockerer und charmanter, eher märchenhaft. Doch ein Zurück gab es für sie nicht, denn auf normalem Weg würde sie die Schulden, die ihre Mutter ihr aufgehalst hatte, niemals abtragen können.

Also weiter in diesem grausamen Spiel, wie kalt und verachtungsvoll der Blick dieses beunruhigenden Mannes auch auf ihr ruhte. Dabei hatte er etwas an sich, das sie unwiderstehlich anzog. Was würde sie darum geben, jemand ganz anderes zu sein – und wie gern wäre sie ihm unter anderen Umständen begegnet. Aber wie die Dinge nun einmal lagen, waren die Spielregeln festgelegt.

Sie hatte ihre Karten offen auf den Tisch gelegt, und wenn sie wollte, dass er auf ihr Spiel einging, durfte sie nicht empfindlich sein. Immerhin suchte sie tatsächlich nach einem reichen Gönner.

„So ist es“, bestätigte sie also forsch, während sie vor Scham am liebsten im Boden versunken wäre. „Ganz abgesehen davon halte ich Geld für eine ausgesprochen liebenswerte und anziehende Charaktereigenschaft“, behauptete sie dann scherzhaft, um die Abgebrühtheit ihrer Erklärung etwas zu mildern.

‚Rotzfrech und kalt wie eine Hundeschnauze …‘ Chantelle hatte das als Kompliment gemeint, allerdings als eines, das sie sich selbst zusprach, weil ihre Tochter ihr so sehr ähnelte. Und nie mehr, als in diesem Moment! dachte Angel mit wehem Herzen.

Tapfer schob sie das Kinn vor und wies mit dem Champagnerkelch in Richtung Ballsaal zu den anderen Gästen. „Und meine Chancen stehen nicht schlecht, würde ich sagen.“ Sie sah das Wetterleuchten in den dunkelgrauen Augen und lächelte weiter, obwohl sie plötzlich kaum noch Luft bekam.

Dieser Mann entsprach immer weniger der märchenhaften Vision, die ihr vorschwebte, wenn sie sich eine Zukunft ohne Probleme an der Seite ihres schwerreichen, zukünftigen Ehegatten ausmalte. Dafür war er zu steif, sein Blick zu kritisch und seine Manieren ihr gegenüber nicht verbindlich genug. Aber was noch viel schwerer wog: Nicht im Traum hatte Angel mit dem elektrisierenden Gefühl gerechnet, das allein die flüchtige Berührung seiner Lippen auf ihrem Handrücken auslöste. Wie würde es um ihre Abgebrühtheit und Selbstbeherrschung stehen, wenn er ihr noch auf eine ganz andere Weise näherkam, was im Verlauf einer engen Beziehung – selbst wenn es sich um eine Vernunftehe handelte – wahrscheinlich unvermeidbar war?

„Und warum brauchen Sie einen reichen Ehemann?“ Seine Stimme, wenn möglich noch kälter als zuvor, ließ ihr Blut heiß wie brodelnde Lava durch die Adern rauschen.

„Weil mir meine erste Idee, einfach nur um ein großzügiges Almosen zu bitten, dann doch nicht so einfach durchführbar erschien“, behauptete sie und krümmte sich innerlich vor Scham und Verlegenheit, als auf ihre Bemerkung keine Reaktion von seiner Seite erfolgte. Egal, für ein Zurück war es längst zu spät! Jetzt hieß es: Augen zu und durch. Scheinbar achtlos zuckte Angel mit den Schultern. „Das war natürlich albern, aber müsste die Frage nicht eigentlich heißen: Wer braucht keinen reichen Ehemann? Ich meine, wenn man schon die Wahl hat und einem die Chance geboten wird …“

„Offenbar treffen Sie Ihre Wahl lieber selbst, bevor überhaupt ein Angebot erfolgt ist“, stellte Rafe trocken fest. „Ganz schön unternehmungslustig. Oder sollte ich lieber sagen geschäftstüchtig?“

„Ich bin eben extrem praktisch veranlagt“, verteidigte sich Angel.

„Das müssen Sie tatsächlich sein, wenn Sie sich ihren Gatten mit derart berechnendem Kalkül aussuchen.“

„Ist das als Zurechtweisung oder als Beleidigung gemeint?“, fragte Angel, ohne auf eine Antwort zu warten. „Ich weiß ganz genau, was ich will und bin es gewohnt, immer direkt aufs Ziel loszusteuern. Und ich bin sicher, würde ein Mann diese Zielstrebigkeit an den Tag legen, wäre ihm der Applaus der ganzen Nation sicher. In vergangenen Zeiten haben Herrscher solchen Männern sogar Königreiche geschenkt, wenn ich mich recht erinnere, obwohl mein Geschichtsunterricht schon eine Weile zurückliegt.“

Wenn sie sich nicht täuschte, zuckte um seinen herben Mund ein schwaches Lächeln, doch der Eindruck war nur flüchtig und gleich wieder verflogen. In den dunkelgrauen Augen glomm ein heißer Funke. „Sie sind eine sehr schöne Frau.“ Es klang kein bisschen wie ein Kompliment, sondern wie eine nüchterne Feststellung. „Und dass Sie das selbst wissen, erkennt man daran, wie perfekt Sie Ihre Vorzüge in Szene zu setzen verstehen. Ein Mann müsste blind oder tot sein, um Ihnen nicht ins Netz zu gehen und Ihren Reizen zu erliegen.“

„Besten Dank“, sagte Angel trocken. „So fühlt sich also eine Preisstute auf der Körungsveranstaltung. Zumindest nehme ich das an, denn besonders viele Vollblüter bekomme ich in Brixton nicht zu Gesicht.“

Ihr schlichtes Apartment lag im verwahrlosten Teil von Londons Süden, der in den Reiseführern gemeinhin als lebendig beschrieben wurde, was in Angels Augen nichts anderes als zwielichtig bedeutete. Trotzdem war es ihr privates Reich, ihr Heim, das sie sich selbst erarbeitet hatte und auf das sie stolz war.

„Eigentlich dürften Sie doch keine Schwierigkeiten haben, den Mann Ihrer Wahl auch auf ganz konventionellem Weg zu erobern“, spann Rafe seinen Faden weiter. „Ohne ihn gleich mit der Nase darauf zu stoßen, dass es Ihnen in erster Linie um sein Geld geht.“ Mokant hob er eine dunkle Braue. Es war die linke, teilweise zerstört von einer gezackten Narbe, was ihn einigermaßen bedrohlich und unendlich arrogant wirken ließ. Doch anstatt sich zu fürchten, fühlte Angel sich nur noch mehr von dem düsteren Earl angezogen. „Ich denke, Sie werden schnell feststellen, dass Ihre Art von Attraktivität, insbesondere wenn sie zudem noch absichtsvoll eingesetzt wird, durchaus eine Basis für viele Ehen ist, auch wenn die Beteiligten vielleicht nicht offen darüber reden.“

Diesmal gab es keinen Zweifel. Obwohl ausgesucht höflich formuliert, waren seine Worte nicht als Kompliment gemeint.

Ihre Art von Attraktivität! Was für eine gönnerhafte Herablassung!

„Ich mag ja alles Mögliche sein, Mylord …“ Angel legte all ihren Sarkasmus in die formelle Anrede. „Unfein, meinetwegen auch gewöhnlich, aber eines ganz gewiss nicht: Ich bin weder eine Lügnerin noch eine Betrügerin.“ Angel wusste selbst nicht, warum sie den Blick einfach nicht von dem dunklen, zerstörten Gesicht abwenden konnte. Dabei sah sie gar nicht die Narben, sondern verlor sich immer mehr in dem zwingenden Blick der eindringlichen rauchgrauen Augen.

„Nun gut, was sind also die Ansprüche, die Sie an Ihren zukünftigen Gatten stellen?“, fragte Rafe nach einer Pause, die ihr wie eine Ewigkeit erschien.

„Wie gesagt, er sollte sehr, sehr wohlhabend sein und bereit, seinen Reichtum mit mir zu teilen“, kam es wie aus der Pistole geschossen. „Sieht er daneben auch noch gut aus, wäre das ein willkommener Bonus.“

„Wie bedauerlich …“ Rafe ließ sie nicht eine Sekunde aus den Augen. „Damit bin ich aus dem Spiel, oder sind Sie von meinen Narben so schockiert, dass Sie sie inzwischen einfach ausgeblendet haben?“

Seltsamerweise fühlte Angel bei diesen Worten endlich wieder festen Boden unter den Füßen.

„Ich glaube, es liegt eher an dem royalen Lösegeld, das Sie vorhin erwähnten.“ Plötzlich hatte sie das Gefühl, jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen, wenn sie ihre Chancen nicht verspielen wollte. „Und eine noch präzisere Aussage über die Höhe Ihres Vermögens könnte mich möglicherweise sogar für alle Zeiten nichts anderes mehr sehen lassen.“

„Schon mal von Midas gehört?“, fragte Rafe sarkastisch. Es klang wie eine Herausforderung und war wohl auch als solche gedacht.

Bereitwillig nahm Angel den Fehdehandschuh auf. „Soll das ein Angebot sein?“

Da war es wieder, das rasche, angedeutete Lächeln, das ihr Herz höherschlagen ließ und ihren Puls zum Rasen brachte. Doch eine Antwort bekam sie nicht.

„Wofür brauchen Sie nur so dringend Geld, dass Sie lieber einen völlig Fremden heiraten als eine steile Karriere und Ihr eigenes Vermögen machen?“ Er musterte ihr Gesicht so eindringlich, als hoffte er, hinter den zarten Zügen ihre wahren Absichten zu erkennen. Und plötzlich fürchtete Angel, es könnte ihm tatsächlich gelingen. Dass er ihre mit Ironie und Sarkasmus gespickten Avancen durchschaute und dahinter die ganze traurige Geschichte erahnte.

„Was würden Sie mit dem ganzen Geld machen, wenn Sie es hätten?“, ließ Rafe nicht locker.

„Es aufeinanderstapeln, zählen und darin baden. Ist es nicht das, was reiche Leute tun?“ Sollte er doch lieber denken, sie hätte...



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