E-Book, Deutsch, Band 0429, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Crews / Lane / Hayward Julia Extra Band 429
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7337-0899-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0429, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7337-0899-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
ZWISCHEN RACHE UND VERLANGEN von CREWS, CAITLIN
Eine skrupellose Erbschleicherin ist seine blutjunge Stiefmutter Kathryn, glaubt Luca Castelli. Er müsste sie hassen, weil sie das Castelli-Imperium an sich reißen will! Trotzdem raubt er ihr schon am Grab seines Vaters einen ersten heißen Kuss ...
WIE ZÄHMT MAN EINEN MILLIARDÄR? von KENDRICK, SHARON
'Du wirst mir Tag und Nacht zur Verfügung stehen.' Wie bitte? Amber hat sich wohl verhört! Doch Conall Devlins Blick erlaubt keine Zweifel: Der Milliardär will ihr eine Lektion erteilen. Tagsüber soll sie für ihn arbeiten. Aber was kann er nachts von ihr wollen?
DIE LETZTE NACHT MIT DEM PRINZEN von HAYWARD, JENNIFER
Goodbye, Sofia: Die königliche Pflicht ruft, Prinz Nikandros muss unerwartet den Thron von Akathinia besteigen. Da ist für seine Geliebte kein Platz mehr. Doch dann erfährt er, dass er die schöne Bürgerliche nicht allein in Manhattan zurückgelassen hat ...
TANZ MIT MIR, BIS DER MORGEN KOMMT von LANE, SORAYA
Goodbye, Sofia: Die königliche Pflicht ruft, Prinz Nikandros muss unerwartet den Thron von Akathinia besteigen. Da ist für seine Geliebte kein Platz mehr. Doch dann erfährt er, dass er die schöne Bürgerliche nicht allein in Manhattan zurückgelassen hat ...
Caitlin Crews wuchs in der Nähe von New York auf. Seit sie mit 12 Jahren ihren ersten Liebesroman las, ist sie dem Genre mit Haut und Haaren verfallen und von den Helden absolut hingerissen. Ihren Lieblingsfilm 'Stolz und Vorurteil' mit Keira Knightly hat sie sich mindestens achtmal im Kino angeschaut. Genau wie die Liebesromane an den unterschiedlichsten Orten in der Welt spielen, hat auch Caitlin Crews die exotischsten Schauplätze bereist. Sie unternahm eine Rucksacktour durch Zimbabwe, war auf Safari in Botswana und besuchte weit abgelegene Dörfer in Nambibia. Gerne würde sie einmal in Prag, Dublin, Paris, Rom, Griechenland oder auf Hawaii leben. In dem Schreiben über all diese fremden Städte und Länder erfüllt sich für sie der Traum einer Auswanderung. Momentan lebt Caitlin zusammen mit ihrem Ehemann, der als Comic-Zeichner arbeitet, und einem ganzen Zoo von Tieren in Kalifornien.
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1. KAPITEL
„Bitte, sag mir, dass das ein schlechter Witz ist, Rafael.“
Luca Castelli verheimlichte seine Verärgerung nicht, als er seinem älteren Bruder in einer der privaten Bibliotheken der Familienvilla gegenübersaß. Rafael war der Chef des Familienunternehmens, womit Luca normalerweise kein Problem hatte.
Aber an diesem Tag war überhaupt nichts normal.
„Ich wünschte, es wäre so“, antwortete Rafael, der in einem gemütlichen Sessel vor dem prasselnden Kaminfeuer saß. „Leider. Was Kathryn betrifft, haben wir keine Wahl.“ Er wirkte asketisch, fast wie ein Mönch, die markanten Gesichtszüge wie in Stein gemeißelt. Das war wieder der alte Rafael, freudlos, verbittert – nicht der glückliche Rafael der letzten Jahre, der die tot geglaubte Liebe seines Lebens geheiratet hatte und inzwischen sein drittes Kind mit ihr erwartete.
Luca hasste es, dass die Trauer sie alle mit ihrer unliebsamen Vergangenheit konfrontierte. Luca hasste Trauer, Punkt.
Ihr Vater, der berühmt-berüchtigte Gianni Castelli, der aus einer Kombination von Weinanbau, Geld und Unerbittlichkeit ein mindestens zwei Kontinente umspannendes Imperium aufgebaut hatte, den die Öffentlichkeit aber eher durch sein schillerndes Eheleben kannte, war tot.
Draußen schlug der Januarregen gegen die Fenster des alten Landsitzes der Castellis. Die Villa thronte so selbstverständlich am oberen Ufer eines Bergsees in den Dolomiten Oberitaliens, wie sie es seit Generationen getan hatte. Die Wolken hingen tief und schwer über dem Wasser und verhüllten den Rest der Welt, als wollten sie auf diese Weise dem alten Mann Tribut zollen, der am selben Vormittag im Mausoleum der Castellis beigesetzt worden war.
Asche zu Asche, Staub zu Staub. Nichts würde mehr sein wie zuvor.
Rafael, der bereits seit Jahren de facto das Familienunternehmen geführt hatte, obwohl sich Gianni stets vehement geweigert hatte, seinen Platz zu räumen, war nun offiziell der Boss. Und Luca war ebenso offiziell als Geschäftsführer eingesetzt, ein Titel, der die Vielzahl seiner Aufgaben als Mitinhaber der Firma kaum erahnen ließ. Beides war längst überfällig gewesen, seit ihr Vater gesundheitlich immer mehr abgebaut hatte.
„Ich verstehe nicht, warum wir das Miststück nicht einfach ausbezahlen können wie die ganze restliche Horde seiner Exfrauen.“ Luca hörte selbst, wie unangemessen aggressiv er klang. Es fiel ihm schwer, ruhig auf dem Sofa sitzen zu bleiben, aber er wusste, wenn er erst aufstand, würde er sich nicht beherrschen können. Das konnte mit einem umgeworfenen Bücherregal oder einer zerbrochenen Glastischplatte enden – Zeichen von Kontrollverlust, den er sich nicht erlaubte, schon gar nicht vor seinem Bruder. „Überschreib ihr eine großzügige Abfindung, und schick sie in die Wüste.“
„Unser Vater hat sich in seinem Testament bezüglich Kathryn eindeutig geäußert“, erwiderte Rafael, der auch nicht glücklich darüber zu sein schien. „Und sie ist seine Witwe, nicht eine seiner geschiedenen Frauen – ein entscheidender Unterschied. Sie hat die Wahl: entweder eine Abfindung oder eine Position in der Firma. Und sie hat sich für Letzteres entschieden.“
„Das ist doch lächerlich.“
Tatsächlich war es viel mehr als bloß lächerlich, aber Luca hatte kein Wort für das, was er jedes Mal empfand, wenn die sechste und letzte Ehefrau seines Vaters auch nur erwähnt wurde. Kathryn. Die sich in diesem Moment ein Stockwerk tiefer in der großen, repräsentativen Bibliothek befand und echte Tränen über den Tod eines Ehemannes weinte, der dreimal so alt wie sie gewesen war und den sie nur aus höchst zweifelhaften Gründen geheiratet haben konnte. Als sie zusammen draußen in der Kälte gestanden hatten, hatte Luca gesehen, wie ihr die Tränen still über die Wangen rannen, als könnte sie sich vor Trauer kaum halten. Er nahm es ihr nicht ab. In seiner Familie hatte er eine Liebe, die eine solche Trauer hervorbrachte, nicht erlebt. Jedenfalls nicht bis vor Kurzem. Rafaels Glück war die erste Ausnahme seit Generationen.
„Woher sollen wir wissen, dass Vater sie nicht in London auf der Straße aufgegabelt hat?“ Er sah seinen Bruder scharf an. „Was zum Teufel soll ich im Büro mit ihr anfangen? Kann sie überhaupt lesen?“
Rafael wandte den Blick seiner dunklen Augen, die Lucas so ähnlich waren, nicht von seinem Bruder. „Du wirst etwas finden, um sie zu beschäftigen, denn das Testament sichert ihr eine Anstellung für drei Jahre zu. Und dabei ist es völlig unerheblich, ob du sie magst oder nicht.“
Mögen war nicht annähernd das, was Luca in den Sinn kam, wenn er an diese Frau dachte. „Ich hege keinerlei Gefühle für sie, welcher Art auch immer.“ Er lachte abfällig. „Was schert mich ein weiteres dieser jungen Dinger, die der alte Mann sich nur zugelegt hat, um seinem Ego zu schmeicheln?“
Sein Bruder antwortete nicht, sah ihn nur schweigend an. Die alten Fenster klapperten, das Feuer knisterte und knackte. Und Luca wollte plötzlich nicht abwarten, was Rafael ihm als Nächstes sagen würde. „Wenn du so entschlossen bist“, kam er ihm zuvor, „warum bringst du sie nicht in Sonoma unter? In unseren Weingärten in Kalifornien könnte sie Erfahrungen sammeln, wie wir es als Jugendliche getan haben. Es wäre für sie ein netter Urlaub, weit, weit weg.“ Von mir, fügte er insgeheim hinzu. Weit, weit weg von mir.
Rafael zuckte die breiten Schultern. „Sie hat sich nun mal für Rom entschieden.“
Rom. Lucas Stadt. Lucas Territorium im hart umkämpften Weingeschäft. Die Marktmacht und globale Verbreitung der Weine von Castelli schrieb er sich als Erfolg auf die Fahne, nicht zuletzt, weil er in den letzten Jahren in diesem Bereich weitgehend allein schalten und walten durfte. Ganz sicher musste er nicht für einen der zahlreichen Fehler seines Vaters büßen und den Babysitter spielen.
Den schlimmsten Fehler seines Vaters in einer langen Reihe von Fehlern – darunter Luca selbst. Sein Vater hätte ihm in diesem Punkt sicher zugestimmt. „Ich habe keinen Platz für einen zusätzlichen Mitarbeiter“, wandte er ein. „Mein Team ist klein und handverlesen. Es gibt keinen Platz für eine Frau, die sich nur eine Auszeit nehmen will von ihrer wahren Berufung: die Trophäe für irgendeinen reichen, alten Mann zu sein.“
Doch Rafael kehrte den Boss heraus. Gnadenlos. „Dann musst du eben Platz schaffen.“
„Wie soll ich eine solche Vetternwirtschaft vor meinen Leuten vertreten? Es bringt mir das ganze Team durcheinander und gefährdet den Erfolg unserer Arbeit …“
„Luca“, fiel Rafael ihm leise, aber entschieden ins Wort. „Ich nehme deine Einwände zur Kenntnis. Aber du solltest das große Ganze im Auge behalten.“
Obwohl Luca innerlich kochte, bemühte er sich, äußerlich unberührt zu wirken. Er streckte die langen Beine aus und fuhr sich lässig durch das schwarze Haar, ein Bild der Unbekümmertheit. Diese Rolle war ihm in Fleisch und Blut übergegangen, denn er hatte sie sein ganzes Leben lang gespielt. Umso mehr war es ihm ein Rätsel, warum es ihm in letzter Zeit zunehmend schwerfiel, diese Fassade aufrechtzuerhalten. Warum sie sich plötzlich nicht mehr wie eine Zuflucht, sondern wie ein Käfig anfühlte. „Klär mich auf“, meinte er nun, in der für ihn typischen, spöttisch gelangweilten Art.
Rafael war anzusehen, dass er sich nicht täuschen ließ. „Kathryn steht im Zentrum des öffentlichen Interesses“, sagte er nach kurzem Überlegen. „Das weißt du so gut wie ich. Saint Kate war seit der Nachricht vom Tod unseres Vaters auf sämtlichen Titelseiten der Boulevardpresse. Ihre große Trauer. Ihre Uneigennützigkeit. Ihre wahre Liebe zu dem alten Mann, allen Widrigkeiten zum Trotz. Und so weiter.“
„Du verzeihst, wenn ich meine Zweifel anmelde, was ihre selbstlose Hingabe betrifft? Es kommt vermutlich der Wahrheit viel näher, dass sie vor allem an seinem Bankkonto interessiert war, auch wenn das nicht annähernd so rührend und unterhaltsam ist.“
„Die Wahrheit ist ein dehnbarer Begriff und hat wenig mit dem zu tun, was du in sämtlichen Klatschspalten abgedruckt findest.“ Rafael erlaubte sich den Anflug eines Lächelns. „Keiner weiß das besser als ich.“
Luca hielt es für klüger, zu schweigen, doch er fand nicht, dass die Art und Weise, wie seine jüngste Stiefmutter geschickt die Presse manipulierte, auf eine Stufe zu stellen war mit den Klatschgeschichten über Rafael und seine Frau Lily. Letztere war früher einmal Rafaels und Lucas Stiefschwester gewesen – der Stammbaum der Castellis war mehr als verworren – und hatte außerdem fünf Jahre lang als tot gegolten, was die Geschichte der beiden natürlich zu einem gefundenen Fressen für die Presse gemacht hatte.
„Fakt ist“, fuhr Rafael fort, „obwohl wir beide die Geschäfte schon seit ein paar Jahren führen, wird es in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen. Und Vaters Tod könnte allzu leicht Anlass zu der Behauptung geben, dass seine undankbaren Söhne vor die Wand fahren, was er aufgebaut hat. Wenn wir Kathryn ausschließen und sie schlecht behandeln, wird das auf uns zurückfallen. Damit würden wir nur Öl ins Feuer gießen.“ Er stellte sein Whiskyglas auf den Tisch, ohne davon getrunken zu haben. „Und das will ich nicht. Wir werden uns vor der Klatschpresse keine Blöße geben. Das verstehst du natürlich. Es ist wichtig.“
Was Luca vor allem verstand, war, dass dies ein Befehl war. Von dem Vorstandsvorsitzenden von Castelli Wine und jetzt offiziellen Familienoberhaupt der Castellis...




