Creighton | Verführ mich, Riley | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Creighton Verführ mich, Riley


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5760-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-5760-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Anonyme Anrufe versetzen Summer in Angst. Als dann ihr Wohnmobil angezündet wird, gerät sie in Panik. Dankbar nimmt sie das Angebot ihres Anwalts Riley an, erst mal bei ihm einzuziehen. Schwierig für Riley, denn er begehrt Summer, will aber ihre Notlage keinesfalls ausnutzen ...

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2. KAPITEL

„Bitte, setzen Sie sich. Ich freue mich, Sie wieder zu sehen.“

Die Frau nahm schüchtern auf dem Sessel Platz, auf den Riley gedeutet hatte. Ihre Wangen waren leicht gerötet. „Ich bin überrascht, dass Sie sich an mich erinnern.“

„Natürlich erinnere ich mich an Sie.“ Riley Grogan vergaß nur selten einen Namen oder ein Gesicht. „Trotzdem bin ich natürlich ein wenig überrascht, Sie hier zu sehen.“ Er lehnte sich in seinem großen Schreibtischsessel zurück. „Was führt Sie zu mir, Mrs. Robey?“

Sie erwiderte nichts, sondern saß nur kerzengerade da, was, wie er wusste, in diesem großen, alten Sessel nicht einfach war. Krampfhaft hielt sie die Tasche auf ihrem Schoß fest, als hätte sie Angst, jemand könnte sie ihr entreißen. Ihm fiel auf, dass ihre Hände aussahen, als könnte sie damit jeden aufhalten, der es auch nur versuchte. Sie hatte Hände, die sanft und stark sein konnten, lang und feingliedrig, mit kurzen, unlackierten Nägeln.

Jetzt hob sie eine Hand und hielt sie vor den Mund, während sie sich diskret räusperte. Dann sagte sie: „Als wir uns das letzte Mal sahen, haben Sie mir einen Ratschlag gegeben.“

„Ja, Ma’am, das habe ich getan.“ Er brauchte nicht nachzufragen, nur zu gut erinnerte er sich an jenen Tag. Er war nicht gerade stolz auf seinen Sieg gewesen.

„Ja, nun …“ Sie sah aus wie jemand, der in etwas eklig Schmeckendes gebissen hatte, aber zu höflich war, es wieder auszuspucken. „Ich habe beschlossen, ihn anzunehmen.“

„Verstehe“, murmelte Riley. Er versuchte, seinen Tonfall und seinen Gesichtsausdruck neutral zu halten. „Ich nehme also an, dass Sie wieder einen Anwalt benötigen?“

Sie lächelte flüchtig. „Einen guten Anwalt. Das haben Sie doch gesagt, oder?“

Er musste lachen. „Ja, Ma’am, ich glaube, das habe ich gesagt. Sie brauchen also einen guten Anwalt.“ Er beugte sich ein wenig vor, um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. „Nun, das klingt ernst. Was für ein Problem haben Sie, Mrs. Robey? Wissen Sie, wenn es irgendwie mit der anderen Sache zusammenhängt …“

„Nein. Glaube ich zumindest. Ich kenne mich mit diesen Dingen nicht so gut aus. Nur weil Sie irgendwann mal die gegnerische Partei vertreten haben, heißt das doch nicht, dass ich Sie nicht für einen anderen Fall engagieren kann, oder?“ Sie runzelte die Stirn ein wenig, und eine kleine Falte wurde zwischen den schönen, entschlossen blickenden Augen sichtbar.

„Warum erzählen Sie mir nicht von Ihrem Problem? Dann kann ich entscheiden, ob ich Ihnen helfen kann oder nicht.“

Sie holte tief Luft und nickte. Er lehnte sich wieder zurück und schenkte ihr seine volle Aufmerksamkeit – ein weiteres Talent von Riley Grogan. Er hörte jedes Wort, das sie sagte, verpasste keine Betonung oder Nuance, kein Zögern oder Stammeln. Gleichzeitig studierte er ihre Gestik und Mimik, jedes Zwinkern, Blinzeln und Beben. Er würde nichts vergessen.

Ihr Gesicht war eher interessant als hübsch zu nennen. Jedenfalls wenn man es mit den derzeitigen Schönheiten aus Film, Fernsehen und Modemagazinen verglich. Rileys eigener Geschmack war da etwas anders. Wenn man wollte, konnte man ihr Gesicht als zu schmal bezeichnen, die Wangenknochen als zu stark hervortretend, den Blick als zu scharf. Und der Mund … ah, ihr Mund faszinierte ihn, wenn auch nicht im erotischen Sinn. Die Lippen waren weder voll noch sinnlich, sondern schmal. Aber sie schienen nicht eine Sekunde still zu stehen. Mal drückten sie Freude aus, mal Wut. Mal Ironie, mal Abneigung.

Erstaunt stellte er fest, dass ihm bei dem Anblick dieser Lippen doch erotische Gedanken kamen, dass sein Herz plötzlich schneller klopfte. Energisch schüttelte er den Kopf.

Summer verstummte und sah ihn verwirrt an. „Entschuldigen Sie, habe ich etwas…“

„Nein, ich muss mich entschuldigen. Mir ging gerade ein Gedanke durch den Kopf. Nichts Wichtiges. Fahren Sie bitte fort.“

„Nun, einiges kennen Sie bereits. Die Geschichte mit Hal, meinem Exmann, der mich ausgenommen hat wie eine Weihnachtsgans und dann verschwunden ist. Die Scheidung. Mein Umzug nach Georgia. Wegen …“ sie hüstelte und errötete leicht, „… der anderen Geschichte.“

Er dachte daran, wie sie damals vor Demütigung schamrot geworden war. Unbehaglich rutschte er auf seinem Stuhl hin und her. „So weit ich mich erinnere, sagten Sie, er sei Spieler.“

Fasziniert beobachtete er, wie sie die Lippen zu einem flüchtigen Lächeln verzog. Kurz darauf überschattete Traurigkeit ihre Züge. „Hal war … ist … ein zwanghafter Spieler, Mr. Grogan. Das ist eine Krankheit, wissen Sie, wie Alkoholismus oder Drogensucht. Mit einem Spieler zusammenzuleben ist genauso, wie mit einem Heroinabhängigen zu leben. Man darf diesen Menschen nicht vertrauen oder sich auf sie verlassen. Das einzig Zuverlässige ist ihre Unzuverlässigkeit. Man lernt mit Lügen und Ungewissheit zu leben, heftigen Gefühlsausbrüchen, unerklärter Abwesenheit, Angst und Sorge. Man lernt mit dem Gefühl zu leben, dass der Mensch, den man liebt, einen belügt und betrügt, wenn er die Möglichkeit bekommt. So ein Mensch würde selbst seine Mutter und seine Kinder verkaufen, um an Geld zu kommen.“ Ihr Blick wurde ruhelos.

„Und doch sind Sie bei ihm geblieben“, sagte Riley sanft. „Wie lange?“

„Zehn Jahre. Er war … ist … der Vater meiner Kinder.“ Noch immer sah sie ihn nicht an. „Und auch wenn er ein lausiger Ehemann war, zu den Kindern war er immer gut. Da er ständig seinen Job verlor, war er häufiger zu Hause bei den Kindern als ich. Sie haben ihn vergöttert. Und tun es immer noch. Er hat versucht, sich helfen zu lassen. Er hat sich den Anonymen Spielern angeschlossen, und eine Zeit lang hatte ich das Gefühl, es würde besser werden. Deshalb kam alles so unerwartet …“ Sie verzog den Mund. „Nein, ich hätte es wissen müssen. Das habe ich doch gerade gesagt, oder? Dass ein Spieler unzuverlässig ist. Ich hätte es kommen sehen müssen.“

Nachdenklich legte Riley einen Zeigefinger an die Lippen. „Sie sprechen von Ihrem Mann …“

„Ex“, korrigierte sie ihn mit einem verbitterten Lächeln. „Bitte.“

Er nickte. „Sie sprechen von ihrem Exmann immer in der Vergangenheit. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie immer noch nichts von ihm gehört haben?“

„Nein, nichts. Seit mehr als einem Jahr.“

„Vermutlich waren Sie schon bei der Polizei?“

„Ja, und die meint, seine Sucht habe ihn in die Hände von gefährlichen Leuten gebracht und dass er verschwunden sei, um sein Leben zu retten. Dass er wahrscheinlich auf irgendeiner tropischen Insel von dem lebt, was er den Kindern und mir gestohlen hat.“

„Nun, ich muss mich dieser Meinung leider anschließen“, sagte Riley. Verstohlen warf er einen Blick auf seine Armbanduhr. Fünfzehn Minuten bis zu seinem nächsten Termin. „Haben Sie einen Grund anzunehmen, dass es anders ist?“

Sie schüttelte den Kopf. „Oh, ich bin sicher, dass genau das passiert ist. Es ergibt Sinn. Ich denke, man braucht eine Menge Geld, um spurlos zu verschwinden. Und das hat er getan … er hat mir alles genommen.“ Sie senkte den Blick.

Selbstsüchtiger Bastard. Wütend nahm Riley einen Kugelschreiber zur Hand und spielte damit herum, während er darauf wartete, dass sie fortfuhr. Als sie schwieg, lächelte er und sagte sanft: „Mrs. Robey, es tut mir leid, was geschehen ist, aber Sie haben mir immer noch nicht gesagt, warum Sie einen guten Anwalt benötigen.“

„Darauf komme ich noch zu sprechen.“ Das erste Mal bei diesem Gespräch nahm ihre Stimme einen harten Tonfall an.

Riley wurde langsam ungeduldig.

„Also, ich wurde geschieden und bin hierher gezogen – besser gesagt nach Georgia, um in der Nähe meiner Schwester und ihrer Familie zu sein“, sagte sie schließlich. „Ich wollte alles vergessen und neu anfangen. Um der Kinder willen und auch um meinetwillen. Und wir haben es ganz gut geschafft … trotz einiger weniger Rückschläge.“ Sie schloss kurz die Augen. Einen Moment später fuhr sie fort: „Und dann, vor etwa drei Monaten, ging es mit diesen Anrufen los.“

„Anrufe?“ Riley runzelte die Stirn. „Sie meinen von Ihrem Mann?“

„Nein. Nein, ich weiß nicht, wer es war. Ein Mann. Verschiedene Männer eigentlich. Zuerst haben sie spät am Abend angerufen, wenn die Kinder schon schliefen. Sie behaupteten, Freunde von Hal zu sein und dass sie ihn unbedingt finden müssten. Aber da war etwas … ich weiß nicht, irgendetwas, das mir Angst machte. Ich habe gesagt, dass ich nicht weiß, wo Hal ist, aber die Anrufe hörten nicht auf. Im Gegenteil, sie kamen häufiger und wurden bedrohlicher.“

„Bedrohlich? Inwiefern?“

„Ach, nur so vage Andeutungen, wissen Sie. Dinge wie: Sagen Sie uns, wo Ihr Mann ist, oder Sie werden es bedauern. Zuerst habe ich es nicht so ernst genommen, aber dann … Eines Tages rief jemand an, als die Kinder noch nicht schliefen. David, mein Neunjähriger, ging ans Telefon. Ich weiß nicht genau, was der Mann gesagt hat – David wollte es mir nicht verraten – aber er hat seitdem Angst. An dem Abend wollte er nicht ins Bett gehen. Er wollte uns bewachen. Seit sein Vater nicht mehr bei uns ist, glaubt er, den Mann im Haus spielen zu müssen. Als er endlich einschlief, hatte er Albträume.“ Wütend rutschte sie auf ihrem Stuhl herum. „Da hat es mir gereicht, und ich bin zur Polizei gegangen.“

Riley...



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