Cormann | Liebeszauber à la Carte | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Cormann Liebeszauber à la Carte

Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96148-881-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

ISBN: 978-3-96148-881-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine Prise Romantik, ein Schuss Humor und viel Herz: Der entzückende Glücksroman »Liebeszauber à la Carte« von Marte Cormann als eBook bei dotbooks. Die junge Köchin Bea sieht ihren Traum zum Greifen nah: Sie will nach Lyon zum internationalen Wettbewerb »Bocuse d'Or« reisen. Doch ein Schicksalsschlag sorgt dafür, dass Bea ihren Platz in der Küche eines Gourmetrestaurants verliert - und auf einmal muss sie die alte und wenig glamouröse Gaststätte ihrer Eltern übernehmen. Aber den Traum von der Goldmedaille in Lyon aufgeben? Das kommt für Bea nicht in Frage und sie bereitet sich weiter mit Herzblut auf den »Bocuse« vor ... bis ein attraktiver Restaurantkritiker erst ihre Küche und dann ihr Gefühle durcheinanderbringt! Aber kann sie ihm wirklich vertrauen - oder will er nur ihre Rezepte ausspionieren? Denn in Herzensangelegenheiten hat sich Bea schon zu oft die Finger verbrannt ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der humorvolle Liebesroman »Liebeszauber à la Carte« von Marte Cormann. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Marte Cormann, geboren 1956 in Düsseldorf, begann neben ihrer Karriere als Verwaltungswirtin schon 1993 mit dem Schreiben von Romanen und Drehbüchern. Ihr erster Roman, »Ein Buchclub zum Verlieben«, wurde erfolgreich für das ZDF verfilmt. Die Autorin im Internet: www.martecormann.de. Marte Cormann veröffentlichte bei dotbooks bereits die folgenden Romane: »Cappuccinoküsse« »Glückswolkenträume« »Sommerglück und Liebeszauber« »Sommerregenzauber« »Ein Buchclub zum Verlieben« »Liebeszauber à la Carte« »Frühlingsblütenherzen« Daneben veröffentlichte sie einen Sammelband mit schwarzhumorigen Kurz-Krimis: »Bis der Tod euch scheidet« Unter dem Pseudonym Liza Kent veröffentlichte sie auch den Roman »Die Liebe der Zeitenwanderin«.
Cormann Liebeszauber à la Carte jetzt bestellen!

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Kapitel 1


Beatrix Gessler, kurz Bea genannt, spürte, wie das Handy in ihrer Hosentasche vibrierte, doch es war der falsche Zeitpunkt, um das Gespräch entgegenzunehmen. Sollte der Anrufer doch auf die Mailbox sprechen. Später würde sie zurückrufen.

»Eine hauchdünne Scheibe Butter, mehr nicht, habe ich gesagt! Ich will hier gewinnen, Mann!« Die Worte kamen leise und scharf.

Bea richtete ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Soßenfond, der im Topf vor ihr auf dem Herd die ersten Bläschen warf.

Jean-Pierre Meyer, ihr Commis, mit seinen vierundzwanzig Jahren vier Jahre jünger als Bea, reichte ihr wortlos das vorher exakt ausgewogene Stück Fett. Es kam auf jedes Gramm an. Ein Tick zu viel und die Soße würde eine andere Konsistenz annehmen, nicht mehr so leicht schmecken, wie Bea es mit ihm in unzähligen Trainingseinheiten ausgetüftelt hatte.

Mit schnellen, routinierten Bewegungen aus dem Handgelenk heraus verrührte Bea die Butter in der Soße.

»Salbei.« Sie trat einen Schritt zurück, um Jean-Pierre am Herd Platz zu machen, damit auch wirklich jedes noch so fein gehackte Teil vom Küchenbrett in den Topf hineingelangte. Winzige Schweißperlen glitzerten in ihrem Haaransatz, und innerlich schimpfte sie über sich selbst, weil sie vergessen hatte, unter ihrer Kochmütze das Schweißband anzulegen. In ihren schlimmsten Albträumen malte sie sich häufig aus, wie ein winziger Tropfen Schweiß in den Topf fiel und den Geschmack der Soße verdarb, die sie in Wochen und Monaten gemeinsam mit ihrem Commis entwickelt hatte. Ausgerechnet bei einem Wettbewerb wie der deutschen Meisterschaft käme ein solcher Vorfall der Katastrophe gleich. Dieser Wettkampf war nicht irgendein Kochwettbewerb. Es ging auch um den Einzug ins internationale Finale des wohl berühmtesten Wettbewerbs der Welt, dem Bocuse d'Or. Benannt nach seinem Erfinder und Initiator Paul Bocuse, dem französischen Meisterkoch.

Seit ihrer Ausbildung zur Köchin träumte Bea davon, diesen Wettbewerb für Deutschland zu gewinnen. Eine verwegene Hoffnung, wie sie selbst zugab. Nach wie vor handelte es sich bei der Spitzengastronomie um eine Männerdomäne. Unter den weltweit besten Köchen befand sich mit Johanna Maier aus Österreich nur eine einzige Frau. Und erst ein Mal in der Geschichte des Bocuse d'Or war es einer Frau gelungen, den Kocholymp zu erklimmen. Lea Linster aus Luxemburg hatte geschafft, wovon Bea noch träumte. Seitdem waren fast fünfzehn Jahre vergangen. Die junge Köchin fand, dass die Zeit nun reif war, um selbst das Siegertreppchen zu besteigen.

Doch bevor es so weit war, galt es, starke Nerven zu bewahren. Bis in die deutsche Endausscheidung hatte sie es bereits geschafft.

Doch mit ihr kämpften vier weitere Jungköche aus den besten Restaurants Deutschlands um die große Ehre, ihr Heimatland beim Endkampf in Lyon vertreten zu dürfen.

Bea bezweifelte stark, dass es ihren männlichen Kollegen ausschließlich um die Ehre ging. Genau wie ihr selbst war auch den anderen klar, dass eine gute Platzierung in Lyon den internationalen Durchbruch in der Spitzengastronomie bedeutete. Wie in kaum einem anderen Beruf wurden die besten Jobs und Positionen der Branche nahezu ausschließlich durch Flüsterpropaganda vergeben. Wer von Witzigmann oder den anderen alten Könnern der Küche empfohlen wurde, besaß beinahe einen Freibrief für jede Spitzenposition.

Aber mitten im Wettkampf blieb für Überlegungen dieser Art keine Zeit. Vielmehr war nun hundertprozentige Leistung gefordert, besser noch zweihundertprozentige.

Ihr Gefühl sagte ihr, dass ihr exakt noch vier Minuten zur Verfügung standen, um die Speisen auf die Teller zu füllen. Ein pfeilartiger Blick zur Uhr bestätigte es ihr. Zehn Tellergerichte, zwei Platten, so wie es das Reglement vorsah. Appetitlich angerichtet. Fertig zur Präsentation.

Neun … acht … sieben … sechs … fünf … vier … drei … zwei … eins.

»Mesdames et Messieurs, die Zeit ist abgelaufen. Bitte machen Sie sich fertig zur Präsentation.« Alexander Witthaus, der Vorsitzende der Jury, gab das Zeichen zum Abschluss.

Bea brauchte nicht in die übrigen Kochkojen hinüberzusehen, um zu wissen, dass auch ihre Mitbewerber in exakt derselben Sekunde fertig geworden waren. Bei allen handelte es sich um Profiköche, und allen war dank des intensiven Trainings der Zeitplan des Wettkampfs längst in Fleisch und Blut übergegangen. Sie wischte sich die Finger sorgfältig an ihrer Schürze ab. Hilfreiche Geister trugen die Tellergerichte hinüber zu den Tischen, an denen die einzelnen Jurymitglieder saßen. Die Präsentation der Platten übernahm Bea gemeinsam mit Jean-Pierre selbst. Dabei versuchte sie, in der Miene von Alexander Witthaus zu forschen. Doch es gelang ihr nicht. Sein Gesichtsausdruck hätte jedem Pokerspieler zur Ehre gereicht.

»So, jetzt heißt es abwarten«, sagte Bea. Während die Jurymitglieder die Speisen verköstigten und sich ihre Eindrücke notierten, konnten sich die Jungköche entspannen. Zumindest theoretisch. In der Realität reichte das Adrenalin, das jeder von ihnen angestaut hatte, für die nächsten achtundvierzig Stunden. Nun begann das große Warten.

Warten. Warten. Warten.

Mit Nerven, die zum Zerreißen gespannt waren. Blitzschnell zog Bea ihrem Commis angewidert die Zigarette aus dem Mund, die er sich erst einen Moment zuvor angezündet hatte.

»Willst du dir deinen Geschmackssinn völlig verderben?«, fragte sie.

»He, bist du verrückt? Das war meine Letzte!« Jean-Pierre ging auf die Knie, um den kostbaren Glimmstängel vor den Fußtritten der anderen zu retten. Bea hatte sie achtlos zur Seite geworfen.

Dorthin, wo bereits andere Kippen lagen. Alle waren vor Nervosität nur angeraucht und dann wieder weggeworfen worden. Bea strich sich mit dem Handrücken den zarten Schweiß von der Stirn. Zu ihrem Schrecken zitterte ihre Hand dabei. Sofort senkte sie den Arm.

»Es tut mir leid, Jean-Pierre. Das wollte ich nicht. Ich habe wohl überreagiert. Kommt nicht wieder vor«, entschuldigte sie sich.

Jean-Pierre, der seine Zigarette wieder gefunden hatte und nun nach Streichhölzern suchte, winkte ab. »Schon okay. Glaubst du, mir geht es besser? Wenn ich nicht endlich Nikotin in meine Lunge bekomme, drehe ich noch durch.«

Bea verkniff sich jeden weiteren Kommentar. Sie hasste das Rauchen und alles, was damit zusammenhing. Aber jede weitere Diskussion darüber würde zu diesem Zeitpunkt in einem heftigen Streit enden.

»Bin gleich wieder da.«

Sie schlug den Weg zur Damentoilette ein, dem einzigen Rückzugsort, der ihr bei diesem Männerwettbewerb blieb. Hier konnte sie sich wenigstens für ein paar Minuten nur auf sich selbst konzentrieren. Während sie es sich auf dem heruntergeklappten Toilettensitz bequem machte, fragte sie sich zum wiederholten Male, warum sie sich diesem mörderischen Wettbewerbsstress aussetzte. Reichte es nicht, einfach nur eine gute Köchin zu sein? Musste es auch noch die Spitzengastronomie mit ihren extrem hohen Ansprüchen und den mitunter etwas dünkelhaften Kunden sein?

Weil Kochen mein Leben ist, gab sie sich selbst die Antwort. Ich möchte nicht gut, sondern besser sein. Ich möchte zeigen, was ich kann und das Letzte aus mir herausholen.

Für Sekunden fielen ihr die Augen zu. In den vorangegangenen Nächten war sie mit Jean-Pierre wieder und wieder die Wettkampfgerichte durchgegangen. Jeder Handgriff musste bis zur Perfektion sitzen, wenn sie hier gewinnen wollten.

Und sie brannte vor Ehrgeiz. Ein Beruf ohne Engagement und ohne Spaß ist wie ein vergeudetes Leben, hatte mal jemand zu ihr gesagt. Das Kochen war für sie Leidenschaft und Leben in einem.

Ich bin ein Kochoholic, dachte sie und war stolz darauf.

Doch überreizt und nur auf das einzige Ziel konzentriert, fühlte sich Bea nicht im Stande, über mögliche Konsequenzen, die sich für sie aus dieser Erkenntnis ergaben, nachzudenken. Leise aufstöhnend über den Wirrwarr in ihrem Kopf, drückte Bea die Wasserspülung.

Im Spiegel starrte ihr unter der weißen Kochmütze ein vor Anspannung blasses Gesicht entgegen. Nur die dunklen Haare, die straff nach hinten gebunden waren, verliehen ihr etwas Farbe.

Ebenso wie die großen haselnussbraunen Augen, die ihr Gesicht prägten. Mit dem Finger rubbelte sie über ihre Lippen, damit sie rosiger wirkten.

Ihr Chef, Hermann Brombeck, Spitzengastronom aus Baden- Baden, hatte ihr geraten, den Vorteil ihrer Weiblichkeit vor der Jury auszunutzen. Zwischen den vier Männern würde eine attraktive Frau einen netten Blickfang darstellen, wie er sich ausdrückte.

Und in diesem Wettbewerb wäre es sicherlich besonders wichtig aufzufallen. Bea hatte den Rat brummelnd zur Kenntnis genommen. Leider hatte sie bereits früher die unangenehme Erfahrung machen müssen, dass sich Gesichts-Make-up unter dem Einfluss der Küchendämpfe wie eine Ölschicht auf ihr Gesicht legte und irgendwann zerrann. Also verzichtete sie darauf. Da Wimperntusche verschmierte, selbst die wasserfeste, hatte sie sich vor der Meisterschaft lediglich die Wimpern färben lassen und einen hellroten Fettstift auf die Lippen aufgetragen. Mittlerweile allerdings hatte sich selbst dieses Mini-Make-up aufgelöst. Bea streckte ihrem Spiegelbild die Zunge heraus. Als ob es auf ein bisschen Schminke wirklich ankam. Schließlich trat sie hier nicht als Modepüppchen, sondern als Köchin an. Sie wollte mit der Qualität ihrer Arbeit überzeugen. So, wie jeder ihrer männlichen Mitbewerber auch.

Erschrocken warf sie einen Blick zur Uhr. Ganz in ihre Gedanken versunken, hätte sie beinahe die Zeit vergessen. In wenigen Minuten würde die Jury ihre Entscheidung verkünden. Hastig wusch sich Bea die Hände und strich sie an ihrer Schürze...



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