Cooper | Mountain Men 08: Die Belagerung | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 8, 238 Seiten

Reihe: Mountain Men

Cooper Mountain Men 08: Die Belagerung


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-358-2
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 8, 238 Seiten

Reihe: Mountain Men

ISBN: 978-3-95719-358-2
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Frühjahr 1823. Der junge Mountain Man Malcolm McGruder ist noch immer mit Hannah Billings, der Tochter des Pelzhändlers Auguste Chouteau, auf der Flucht vor den Hommes du Nord und deren rachsüchtigem Anführer Gael Prevost. Seit Wochen haben sie nichts von ihrem Freund Jed gehört. Da sich ein Handelsposten am Yellowstone River als Todesfalle entpuppt, kann nur noch ein Wunder die Freunde retten. Dritter Teil der Blutfrost-Trilogie. Die Printausgabe des Buches umfasst 238 Seiten. Die Exklusive Sammler-Ausgabe als Taschenbuch ist nur auf der Verlagsseite des Blitz-Verlages erhältlich!!!

John F. Cooper ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der zahlreiche Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht hat: Thriller, Horror, Science-Fiction und Fantasy. Seine große Liebe gilt jedoch dem amerikanischen Westen zu einer Zeit, als es dort nur wenige weiße Männer gab. Er wohnt im Gebirge, wo die Luft dünn zu werden beginnt und in den langen Wintern das Blut gefriert. Sein Mountain-Men-Abenteuer 'Wind River Gold' sollte ursprünglich ein Heftroman werden, ist jedoch nie als solcher veröffentlicht worden, weil die Serie, für die er gedacht war, eingestellt wurde. Inzwischen ist aus dem Herzensprojekt eine eigene Buchserie geworden. Zunächst in drei dicken Büchern im Selfpublishing erschienen, wird sie im BLITZ-Verlag neu aufgelegt und mit neuen Romanen fortgesetzt.
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Kapitel 2

Der Indianer war ganz in Hirschleder gekleidet. Über seinen Schultern hing eine wollene Decke. Obwohl er halb erfroren aussah, machte er den Eindruck, dass er mit weit mehr als nur ein paar Wetterveränderungen fertig werden konnte.

Little Eagle, der Crow.

Er war ein Mann mit breitem Brustkorb und ausgeprägten Wangenknochen. Trotz seines Namens erinnerte er Mel mehr an einen edlen Hengst als an einen Adler.

„Du kennst diesen Mann?“, fragte Kershaw den Indianer mit einem Seitenblick auf Mel.

„Ja.“ Little Eagle achtete nicht weiter auf den Händler, sondern hielt Mel die Hand zum Kriegergruß hin. Mel ergriff den Unterarm des Crows, und eine Zeitlang standen sie sich schweigend gegenüber. Dann, wie auf ein unterschwelliges Kommando, nickten sie. Und damit war alles gesagt.

Little Eagle war ein alter Bekannter von Jed. Sie hatten einander Pelze abgejagt und Pferde gestohlen, aber auch Seite an Seite gekämpft. Little Eagles Sohn Grey Otter war durch die Hand weißer Männer gestorben, doch Jed und Mel hatten seinen Tod gerächt, was ihr Band zu dem stolzen Crow-Krieger verstärkt hatte. Zuletzt war Little Eagle an der Seite der Blackfeet geritten, um Büffeljäger von jenseits der Berge zu töten: Shoshonen, Flathead und Pend d’Oreilles. Jed und Mel waren zwischen die Fronten geraten, aber Little Eagle hatte dafür gesorgt, dass sie Hilfe bekamen. Bei Little Eagle konnte man nie sicher sein, ob er einen bewirtete oder bestahl, hatte Jed einmal gesagt, doch Händedruck und Blick des Crows ließen keinen Zweifel zu: Hier und jetzt waren sie Freunde.

„Nun, wenn Little Eagle es sagt, dann reicht mir das“, erklärte Laplanté. Er schenkte Mel und Hannah ein aufrichtiges Lächeln. „Es würde uns freuen, wenn Sie heute Abend mit uns speisen.“

Kershaw zuckte mit den Schultern und ließ es auf sich beruhen.

„Dein Wort besitzt Gewicht“, stellte Mel fest.

„Wie das graue Metall, aus dem man Kugeln macht.“ Little Eagle meinte wohl Bleibarren. Sein Tonfall drückte aus, dass es vollkommen normal war, wenn diese Leute auf ihn hörten.

Sein Stamm lagerte einige Tagesritte vom Handelsposten entfernt. Manchmal kamen die Crow her, um Felle gegen Waren zu tauschen, und bei einer dieser Gelegenheiten hatte sich Little Eagle als Jäger verdingt.

„Die weißen Männer essen viel Fleisch. Aber sie essen besser, als sie jagen“, erklärte er.

Mel nickte. Einen guten Jäger konnte jedes Fort gebrauchen. „Wie geht es She-she-be-nes?“, fragte er. Sie war Little Eagles Squaw.

„Sie trauert noch immer um Grey Otter.“

Das erklärte einiges. Vielleicht wollte Little Eagle auf andere Gedanken kommen, indem er sein Tipi mied und fernab seines Stammes für die Pelzhändler arbeitete. Dabei konnte er zudem einiges verdienen.

„Ich hoffe, es geht Brave Crow und Lame Deer gut“, sagte Mel. Brave Crow war der Häuptling des Stammes, Lame Deer der Medizinmann.

„Brave Crow ist alt, aber noch immer stark. Lame Deer ist es noch nie schlecht gegangen.“

„Das glaube ich gern.“ Mel musste lachen. Er hätte den listigen alten Knaben gerne wiedergesehen.

„Noch ein paar Wochen, dann gehe ich zu meinem Stamm. Komm mit mir“, sagte Little Eagle.

„Das würde ich. Aber erst muss ich diese Lady sicher nach Hause bringen.“

„Ich schaffe das auch alleine“, sagte Hannah. „Wenn du mit deinem Freund gehen willst, kannst du gehen.“

Obwohl sie vermutlich nur entgegenkommend sein wollte, versetzten ihre Worte Mel einen Stich. War da also gar nichts mehr zwischen ihnen?

„Wo ist Jones?“, erkundigte sich Little Eagle und lenkte Mel so von seinen düsteren Überlegungen ab. Wenngleich das, was er dem Crow über Jed berichten konnte, ebenfalls ein Grund für finstere Gedanken war.

„Voyageurs von der Northwest Company? Denen kann man nicht trauen“, meinte Little Eagle, als Mel seinen Bericht beendet hatte.

„Das hat Jed auch immer gesagt. Verfluchte Voyageure.“

„Ein paar Voyageure können Jones nicht töten. Hab Mut, mein Freund.“

„Das waren nicht bloß ein paar.“

„Trotzdem. Jones hat viele Leben.“

„Er hat aber auch schon viele davon aufgebraucht.“

„Für Voyageure sind noch genug da. Du wirst sehen.“

„Dein Wort in Gottes Ohr.“ Das war Mel so herausgerutscht. Er war nicht sicher, ob es einen Gott gab oder ob es sich lohnte, an ihn zu glauben.

„Gottes Ohr?“, fragte Little Eagle stirnrunzelnd.

„Manitus Ohr.“

„Ah, du meinst Maxpe. Maxpe hat keine Ohren.“

„Nicht?“

„Nein, Maxpe ist kein Wesen. Maxpe ist überall um uns.“

„Also weiß Maxpe, was aus Jed geworden ist.“

„Mehr noch. Maxpe wird Jones zu uns führen.“

„Wann wird das sein?“

„Wenn es Zeit ist.“

„Dein Wort in ... ach, lass gut sein, Little Eagle. Kommst du nachher mit zum Essen zu den Bourgeois?“

„Nein, das ist nur für Weiße. Ich bin bloß der Mann, der ihnen besorgt, was sie essen.“

„Das tut mir leid, mein Freund.“

„Muss es nicht. Ich habe einen zähen Hirsch gebracht.“

*

Der Hirsch schmeckte besser als erwartet, also hatte Little Eagle wohl übertrieben. Mel überlegte, ob er einen der seltenen Momente erlebt hatte, in denen ein Indianer einen Witz machte, der dem Humor der Weißen glich. Ich habe euch zähes Fleisch gebracht. Vielleicht hatte Little Eagle davon ablenken wollen, dass sein Stolz verletzt worden war.

Ein weißer Mann würde es ganz genau so halten, dachte Mel. Er würde auf die Herabsetzung mit Galgenhumor reagieren.

Zum Fleisch gab es Bannockbrot und Rüben, vermutlich aus dem gleichen Rübenvorrat, an dem Steinmagen sich bedient hatte, um die Stempel für seine Fälschungen zu schnitzen. Mel musste schmunzeln.

„Was gibt es zu lachen, Mister McGruder?“, erkundigte sich Kershaw.

„Ich musste daran denken, dass wir uns hier das Fleisch schmecken lassen, das der Crow ins Fort gebracht hat, doch wie Ihr vielleicht bemerkt haben werdet, habe ich keineswegs gelacht.“

„Aber etwas hat Euch amüsiert“, sagte Laplanté kauend. Er war bemüht, dem barschen Tonfall seines Partners und Mels ironischer Antwort die Spitzen zu nehmen.

„Ich habe darüber nachgedacht, dass der Crow die Arbeit macht, aber nicht bei uns am Tisch sitzt.“

„Der Koch speist auch nicht mit uns“, entgegnete Kershaw.

An der Tafel im Esszimmer des Verwaltungsgebäudes hatten neben den beiden Bourgeois und ihren Gästen nur noch Hugh Darcy und Robert Dupont Platz genommen, die Clerks, die für den Fellankauf und die Tauschwaren verantwortlich zeichneten. An ihrer Seite saßen außerdem Roger Cullen, der Zimmermann des Postens, August Schwartz, der Schmied, sowie die beiden Kielbootführer Evans und Watts, die jetzt zustimmend murmelten.

„Dem Crow würde es hier doch gar nicht gefallen“, sagte Laplanté, um Versöhnlichkeit bemüht.

Mel zuckte mit den Schultern. Die Bemerkung war ihm herausgerutscht, weil er Kershaws Art nicht mochte, aber er wollte keinen Streit vom Zaun brechen, denn sie waren auf die Hilfe der Pelzhändler angewiesen. Außerdem hatte Laplanté Recht: Little Eagle würde sich in der beengten Stube nicht wohlfühlen.

Kershaw, der nicht vorhatte, die Sache auf sich beruhen zu lassen, wandte sich an Hannah. „Wie würde Ihr werter Herr Vater das halten? Würde er sich eine Rothaut an den Tisch holen?“

Hannah hatte die Indianer seit dem Tod ihrer Tochter nur noch mit der abfälligen Bezeichnung bedacht, die Kershaw benutzte. Rothäute. Aber sie überraschte Mel.

„Mein Vater weiß, wo der Platz eines Mannes ist“, erklärte sie. „Also ja, vermutlich würde er den Crow an seinen Tisch bitten.“

Wahrscheinlich glaubte sie das selbst keinen Augenblick lang, aber anscheinend konnte auch sie Kershaw nicht leiden und erkannte Little Eagle als einen Freund an. Mel schmunzelte erneut.

„Ihr tut es schon wieder“ knurrte Kershaw.

„Was, lachen? Seid versichert, Mister Kershaw, Sir, Ihr würdet es merken, wenn ich ernsthaft lache. Für den Augenblick genieße ich lediglich unsere angeregte Konversation.“

Und wenn Jed hier wäre, würde er dir aufs Maul hauen.

„Na also, na also“, murmelte Laplanté. „Wir sind hier doch unter Gentlemen. Möchte noch jemand Kaffee? Oder einen Whisky?“

Beifälliges Nicken allenthalben. Sie griffen zu und tranken.

„Es tut mir leid“, sagte Mel an Laplanté gewandt. „Ich weiß selbstverständlich, dass ihr den Crow gut bezahlt, sonst würde er nicht als Jäger für Euch arbeiten. Es ist nur so: Wir verdanken diesem Mann sehr viel, und ich fürchte, wir konnten unsere Schuld bei ihm einmal mehr nicht begleichen, da wir mittellos sind, jedenfalls für den Moment.“

Er sah zu Hannah, die nickte und damit andeutete, dass sie später, in St. Louis, selbstverständlich nicht mehr ohne Mittel sein würden.

Laplanté, darauf bedacht, sich mit den Chouteaus gut zu stellen, schluckte den Köder. „Nun, Miss Billings, Mister McGruder, wenn wir irgendwie behilflich sein können ...“

Kershaw ließ ein Schnauben vernehmen, protestierte aber nicht.

„Eure Gastfreundschaft ist uns viel wert, dessen seid versichert. Aber da wäre in der Tat etwas, das Ihr tun könntet.“

Und so bat Mel um etwas Kugelblei und Pulver für Little Eagle. Der Crow...



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