Cooper | Mountain Men 06: Camp des Todes | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 206 Seiten

Reihe: Mountain Men

Cooper Mountain Men 06: Camp des Todes


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95719-356-8
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 6, 206 Seiten

Reihe: Mountain Men

ISBN: 978-3-95719-356-8
Verlag: Blitz Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Spätherbst 1822. Die Trapper Jedediah Jones und Malcolm McGruder begleiten eine Brigade Fallensteller in die Wind-River-Berge. Doch das Unternehmen steht unter keinem guten Stern. Räuberische Indianer lauern in den Wäldern. Noch ahnen Jed und Mel nicht, dass sich auch ein übermächtiger Gegner an ihnen rächen will. Erster Teil der Blutfrost-Trilogie. Die Printausgabe des Buches umfasst 206 Seiten. Die Exklusive Sammler-Ausgabe als Taschenbuch ist nur auf der Verlagsseite des Blitz-Verlages erhältlich!!!

John F. Cooper ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der zahlreiche Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht hat: Thriller, Horror, Science-Fiction und Fantasy. Seine große Liebe gilt jedoch dem amerikanischen Westen zu einer Zeit, als es dort nur wenige weiße Männer gab. Er wohnt im Gebirge, wo die Luft dünn zu werden beginnt und in den langen Wintern das Blut gefriert. Sein Mountain-Men-Abenteuer 'Wind River Gold' sollte ursprünglich ein Heftroman werden, ist jedoch nie als solcher veröffentlicht worden, weil die Serie, für die er gedacht war, eingestellt wurde. Inzwischen ist aus dem Herzensprojekt eine eigene Buchserie geworden. Zunächst in drei dicken Büchern im Selfpublishing erschienen, wird sie im BLITZ-Verlag neu aufgelegt und mit neuen Romanen fortgesetzt.
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Prolog

Der Mississippi, Sommer 1822

Morgengrauen über dem Mississippi. Der heraufziehende Tag brachte Nebel, und mit dem Nebel kam der Tod.

Lautlos wie ein Geist schoss eine Eule aus den aufsteigenden Schwaden, ein Jäger der Nacht, der nun selbst vor etwas auf der Flucht zu sein schien. Augenblicklich war Weißer Hirsch hellwach. In den drei Tagen, die er am Ufer des Vaters der Flüsse auf der Lauer lag, hatte er die Eule schon mehrere Male bemerkt. Er hatte ihren Flügelschlag gehört, hatte gespürt, wie sie in der Dunkelheit über sein Versteck hinweggeglitten war, und er hatte sie von der Jagd heimfliegen sehen, mit einer Maus oder einem Fisch in den Krallen. Die Rückkehr des großen Vogels ohne einen Fang konnte nur eines bedeuten: Dort hinten, im Nebel, näherte sich etwas.

Weißer Hirsch war ein Krieger der Iowa. Mit fünfundzwanzig Sommern stand er in der Blüte seiner Jahre. Sein Haar war an den Seiten geschoren und am Hinterkopf zu einem Zopf gebunden. Er hatte sich den Schwanz eines Gabelbocks hineingeflochten, was Feinde davor warnte, dass seine Pfeile treffsicher genug waren, um ein so schnelles Tier zu erlegen. Seine Haut schimmerte wie poliertes Kupfer. Sein Körper war mit Antilopenfett eingerieben, um die schwarzen Schnaken fernzuhalten, die an den Ufern des Més-a-sipih alles Lebende plagten. Weißer Hirsch ertrug die Insekten klaglos. Er konnte sich sogar in sie hineinversetzen, denn wie die Schnaken war er auf Beute aus.

Jeden Tag schwammen Schiffe an seinem Versteck vorüber: Die schlanken Einbäume fremder Stämme, schwerfällige Kielboote der Weißen oder ihre stinkenden Rauchschiffe, die auf Rädern über das Wasser eilten. Letztere interessierten Weißer Hirsch nicht. Sie ließen sich kaum stoppen, und an Bord befanden sich zu viele Männer, die Widerstand leisten konnten. Mit den Kielbooten und Einbäumen sah es anders aus. Ihre Besatzungen zählten nur wenige Köpfe. Ein Kampf war meistens rasch vorüber.

Die Iowa waren ein kriegerisches Volk. Wenngleich ihr Land heute von den Weißen beherrscht wurde, hatte der Stamm sich niemals ergeben. Sie schlossen keinen Frieden, und wenn sie sich doch auf einen Vertrag einließen, dann nur, um den Gegner über ihre wahren Absichten zu täuschen. Weißer Hirsch war stolz auf die Unbeugsamkeit seines Volkes, obwohl die Iowa, die sich selbst Grauer Schnee nannten, kaum noch dreihundert Köpfe zählten.

Grau wie der Schnee vor der Frühjahrsschmelze, dachte der junge Krieger. Und wie Grauschnee schmelzen wir dahin. Doch während wir vergehen, fürchtet man uns wenigstens.

Im Frühling war der Més-a-sipih auf das Vierfache seiner üblichen Breite angeschwollen, und die Iowa hatten keine Gelegenheit für Überfälle bekommen. Es war, als ob der Vater der Flüsse atmete, als ob er tief Luft holte, um die Bootsführer mit seiner schieren Weite und seiner reißenden Strömung zu entmutigen. Aber jetzt hatte sich der Fluss wieder beruhigt, und die Iowa waren an seine Ufer zurückgekehrt, um ihre Feinde zu berauben.

Der Familienverband, dem Weißer Hirsch angehörte, lagerte in Rufweite. Zwölf Kuppelzelte mit siebzig Männern, Frauen und Kindern. Fünfzehn Krieger waren unter der Führung von Weißer Hirsch ausgezogen. Sie lauerten in Verstecken. Weißer Hirsch konnte nicht von jedem Einzelnen sagen, wo er sich verbarg. Er freute sich über die Geschicklichkeit seiner Krieger, doch bald würden sie auch ihre Gefährlichkeit im Kampf unter Beweis stellen müssen. Drei Tage des Wartens waren eine lange Zeit.

Der Umriss eines Bootes schälte sich aus dem Nebel, und Weißer Hirsch glaubte, endlich auf Beute gestoßen zu sein.

*

Das Boot war schlank wie die Kanus der Einheimischen, aber es war nicht aus einem Baumstamm herausgehauen worden. Statt aus massivem Holz schien seine Wandung aus Birkenrinde zu bestehen. Rinde! Weißer Hirsch verzog geringschätzig die Mundwinkel. Er hatte von Völkern gehört, die solche Boote bauten. Man sagte, die Krieger dieser Stämme seien gewandte Kanufahrer, die die großen Seen im Norden beherrschten, aber Weißer Hirsch bezweifelte das. Rindenkanus waren schwach, und wer ein schwaches Boot steuerte, konnte nicht sehr stark sein.

Die Männer in dem Rindenkanu sahen jedoch nicht schwach aus. Es waren sehnige Weiße in derben Baumwollhemden, mit wettergegerbten Gesichtern. Unter roten oder blauen Mützen lugten schwarze Haare hervor, und ihre Haut war verwittert vom Aufenthalt unter freiem Himmel. Mit sparsamen Bewegungen stachen sie ihre Paddel ins Wasser. Sie nutzten die Strömung und bewegten sich dreimal so schnell voran wie das Wasser selbst.

Am Bug kniete ein junger Kerl mit wildwucherndem braunem Haar. Ein Stirnband bändigte seine Mähne. Die Muskeln an seinen Armen wirkten, als sollten sie ebenfalls mit einem Reif gebändigt werden. Der Bootsführer machte einen entschiedenen Eindruck, und Weißer Hirsch beschloss, ihn ziehen zu lassen. Das Kanu war acht Yards lang und mit zehn Männern besetzt. Außer ihrer persönlichen Ausrüstung konnte nicht viel an Bord sein, was das Risiko eines Überfalls lohnte.

Das Kanu glitt unbehelligt an den versteckten Iowa vorüber. Seine Besatzung ahnte nicht, wie nahe sie dem Tode gewesen war.

Während das Bootsheck im Morgendunst verschwand, kam hinter ihm ein weiterer Bug aus dem Nebel. Ein zweites Rindenkanu, ebenfalls mit zehn Paddlern besetzt. Der Führer dieses Bootes war ein Mann mit kahlgeschorenem Kopf, der wie das Gegenstück des Langhaarigen wirkte. Er mochte fünfzig Sommer zählen, aber er wirkte noch immer so hart wie ein Krieger, den der Große Geist aus einem Stück Fels geformt hatte. Der alte Mann trug ein Gewand aus miteinander verbundenen Vierecken. Die Farben Rot, Blau und Grün bildeten ein Muster, wie Weißer Hirsch noch keines gesehen hatte. Es löste Unbehagen in ihm aus, je länger er hinstarrte. Dieses Gewand war Große Medizin. Erneut unterließ er es, seinen Kriegern das Zeichen zum Angriff zu geben.

Verglichen mit den ersten beiden Booten erschien das dritte Kanu als ein Koloss. Wie ein Riesenwels, der seinen Kopf aus den Wellen hebt, zerriss es die Nebelschwaden und schob sich ins Blickfeld der lauernden Iowa.

Am Bug kniete ein Indianer, dessen Schädel bis auf ein Haarbüschel am Hinterkopf kahlgeschoren war. Sein Gesicht war hager wie das eines Mannes, dessen Leben nur Entbehrungen kannte. Allerdings wirkte er alles andere als ausgezehrt. Falls das mit den Entbehrungen stimmte, so hatten sie ihm nichts anhaben können.

Das große Boot war mit fünfzehn Paddlern besetzt. Es war fast doppelt so lang wie die beiden anderen Kanus und auch wesentlich breiter. Weißer Hirsch erkannte zahlreiche, in Öltuch gewickelte Packen, die jeden freien Fleck an Bord in Beschlag nahmen. Augenblicklich wurde ihm klar, dass er ein Lastenkanu vor sich hatte. Die Packen mochten Felle enthalten oder andere Waren aus dem Norden, und wahrscheinlich waren die Paddler unterwegs nach St. Louis. Was immer die Rindenkanus geladen hatten, war wertvoll genug, um den weiten Weg in die Stadt der Pelzhändler auf sich zu nehmen. Die Besatzungen mussten sich einen hohen Gewinn versprechen, groß genug, dass ihr Anführer mit dem Erlös fünfunddreißig Männer zufriedenstellen konnte.

Plötzlich erscholl ein Ruf aus dem Nebel.

„Prudence, un banc de sable!“

Jemand aus dem zweiten Boot warnte die Paddler des Lastenkanus vor der Sandbank, die an dieser Stelle wie der bleiche Bauch eines gestrandeten Fisches aus dem Fluss ragte. Weißer Hirsch erkannte die Sprache. Franzosen! Der Singsang eines Volkes, dessen Angehörige zahlreich in dieser Gegend lebten, sich aber niemals im Krieg ausgezeichnet hatten. Die Iowa hatten gegen Franzosen gekämpft. Sie waren Farmer und Viehzüchter und liefen davon, wenn man schnell und hart zuschlug. Zwar gab es auch zähe Waldläufer unter den Franzosen, aber an diese dachte Weißer Hirsch in diesem Augenblick nicht. Er war des Wartens überdrüssig, Gier und Kampflust ergriffen von seinem Denken Besitz. Laut schallte sein Kriegsruf über das Wasser. Der dreifache Schrei einer Nachteule. Das Zeichen zum Angriff.

Jetzt! Tötet sie!

*

Die Sandbank befand sich dreißig Yards vom Ufer entfernt. Eine langgestreckte Insel, bedeckt von Treibholz, das an gebleichte Knochen erinnerte. An einigen Stellen war das Holz zu Haufen geschichtet worden. Die Bootsbesatzungen hatten sich über diese Seltsamkeit offenbar keine Gedanken gemacht, und so wählten die Männer im Lastenkanu die Fahrrinne zwischen der Sandbank und dem Ufer.

Viele Flussfahrer taten das. Wer nicht in einem der großen Rauchschiffe unterwegs war, hielt sich meistens instinktiv in der Nähe des Ufers, weil die Rettung aus einem gekenterten Boot von dort aus viel leichter erschien.

Aber die Flussrinne war nicht so harmlos, wie sie schien.

Die Treibholzhaufen auf der Sandbank gerieten in Bewegung. Äste wurden zur Seite gestoßen, und die Iowa, die sich im Innern der improvisierten Biberburgen verborgen hatten, sprangen heraus. Weißer Hirsch hatte sieben Krieger auf der Insel postiert. Ein paar von ihnen griffen nach ihren Bogen, um Pfeile in Richtung des Lastenkanus zu schicken, während zwei junge Männer zu einer Stelle rannten, die mit drei Steinen markiert war.

Unter den Steinen lag das Ende eines Seiles, das die Frauen der Iowa aus dünnen Wurzeln geflochten hatten. Das Seil führte unter der Wasseroberfläche zum Ufer, wo es an einem Baum befestigt war. Steine, die im Abstand einer Armlänge an dem Flechtwerk befestigt waren, sorgten dafür, dass das Tau unter Wasser...



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