Conci / Mertens / Benecke | Psychoanalyse im 20. Jahrhundert | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Conci / Mertens / Benecke Psychoanalyse im 20. Jahrhundert

Freuds Nachfolger und ihr Beitrag zur modernen Psychoanalyse
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-17-028429-6
Verlag: Kohlhammer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Freuds Nachfolger und ihr Beitrag zur modernen Psychoanalyse

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

ISBN: 978-3-17-028429-6
Verlag: Kohlhammer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



This volume presents appreciations, written by twelve experts, of the successors of Freud and their most important theoretical contributions and lasting influence on psychoanalytic practice and theory formation. The discoveries made by Freud's successors are the basis for a pluralistic form of psychoanalysis in which the empirical findings of these outstanding personalities are still able to flow into contemporary psychotherapeutic treatments. The outline biographies not only cast fresh light on the history of psychoanalysis in each country, but also clarify how closely the psychologists' lives and work were often connected.

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1;Deckblatt;1
2;Titelseite;4
3;Impressum;5
4;Geleitwort zur Reihe;6
5;Inhaltsverzeichnis;8
6;1 Einleitung;14
6.1;Literatur;19
7;2 Anna Freud (1895–1982) – Die Pionierin der Kinderanalyse;21
7.1;2.1 Einführung;21
7.2;2.2 Anna Freuds Kindheit und Jugend; ihre ersten beruflichen Erfahrungen;23
7.3;2.3 Anna Freuds Wege zur Psychoanalyse;25
7.4;2.4 Die Anwendung der Psychoanalyse auf Pädagogik und Sozialarbeit;28
7.5;2.5 Erste Kontoversen zwischen Anna Freud und Melanie Klein, zwischen Wien und London;31
7.6;2.6 Anna Freud in den Institutionen der Psychoanalyse;34
7.7;2.7 Die »Hietzing-« oder »Rosenfeld-Burlingham-Schule«;35
7.8;2.8 Die »Jackson Day Nursery«;36
7.9;2.9 1938/39 – Auflösung der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und Flucht nach London;37
7.10;2.10 Die »Hampstead War Nurseries«;40
7.11;2.11 Die Londoner Kontroversen zwischen Anna Freud und Melanie Klein;42
7.12;2.12 Die »Hampstead Child Therapy Clinic and Course«;45
7.13;2.13 Anna Freuds letzte Lebensjahre;46
7.14;Literatur;47
8;3 Sándor Ferenczi (1873–1933) – Emotion und Beziehung in der Psychoanalyse;51
8.1;3.1 Einführung;51
8.2;3.2 Stationen seines Lebens;53
8.3;3.3 Ferenczis eigener Weg;55
8.4;3.4 Regression und Freiheit;56
8.5;3.5 Mutuelle Analyse und kindliches Trauma;58
8.6;3.6 Ferenczis Bedeutung für die Theorieentwicklung der Psychoanalyse;60
8.7;3.7 Ferenczis Bedeutung für die Entwicklung der psychoanalytischen Therapie und Technik;62
8.8;Literatur;64
9;4 Melanie Klein (1882–1960) – »Weibliches Genie« oder »Antigenie«?;66
9.1;4.1 Einführung;66
9.2;4.2 Stationen ihres Lebens;68
9.3;4.3 Psychoanalytische Herkunft;71
9.4;4.4 Theoretische Orientierung – theoretische Neuerungen;74
9.5;4.5 Veröffentlichung und Rezeption ihres Werkes im deutschsprachigen Raum;77
9.6;4.6 Bedeutung für die weitere Theorieentwicklung sowie für die gegenwärtige Psychoanalyse;79
9.7;Literatur;81
10;5 Donald W. Winnicott (1896–1971) – Der unorthodoxe »mütterliche« Psychoanalytiker;84
10.1;5.1 Einführung;84
10.2;5.2 Stationen seines Lebens;86
10.3;5.3 Psychoanalytische Herkunft, Prägungen, Abgrenzungen;88
10.4;5.4 Theoretische und klinische Orientierung;89
10.5;5.5 Beziehung zu den psychoanalytischen Strömungen im Herkunftsland;91
10.6;5.6 Veröffentlichung und Rezeption seines Werkes im deutschsprachigen Raum;93
10.7;5.7 Wichtige theoretische Beiträge und Konzepte;94
10.8;5.8 Bedeutung für die weitere Theorieentwicklung der Psychoanalyse, Ausstrahlung über die Psychoanalyse hinaus und Bedeutung für die gegenwärtige Psychoanalyse;98
10.9;Literatur;99
11;6 Wilfred R. Bion (1897–1979) – Der Mut zur Unsicherheit und zum Nichtverstehen;101
11.1;6.1 Einführung;101
11.2;6.2 Stationen seines Lebens und psychoanalytische Herkunft;102
11.3;6.3 Etappen seines psychoanalytischen Denkens;106
11.4;6.4 Zur Rezeption Bions in Deutschland;115
11.5;6.5 Zur aktuellen Bedeutung von Bions Werk;117
11.6;Literatur;118
12;7 John Bowlby (1907–1990) – »Der Bindungs-Psychoanalytiker«;121
12.1;7.1 Einleitung;121
12.2;7.2 Stationen seines Lebens;122
12.3;7.3 Theoretische Orientierung;130
12.4;7.4 Bowlbys Beziehung zu den psychoanalytischen Strömungen im Herkunftsland;132
12.5;7.5 Veröffentlichung und Rezeption seines Werkes im deutschsprachigen Raum;132
12.6;7.6 Bedeutung für die weitere Theorieentwicklung der Psychoanalyse;133
12.7;7.7 Bedeutung und Ausstrahlung über die Psychoanalyse hinaus;135
12.8;7.8 Die Bedeutung der Konzepte von Bowlby für die gegenwärtige Psychoanalyse;136
12.9;Literatur;137
13;8 Jacques Lacan (1901–1981) – Rückkehr zu Freud und weiter;142
13.1;8.1 Einleitung;142
13.2;8.2 Aus Leben und Werk;143
13.3;8.3 Aus Werk und Leben;148
13.4;Literatur;154
14;9 Jean Laplanche (1924–2012) – Von Freuds eingeschränkter zur Allgemeinen Verführungstheorie;156
14.1;9.1 Einführung;156
14.2;9.2 Ein Leben zwischen Paris und dem Château de Pommard;158
14.3;9.3 Psychoanalytische Herkunft, Prägungen, Abgrenzungen, theoretische Orientierung;160
14.4;9.4 Rezeption und Veröffentlichung seines Werkes im deutschsprachigen Raum;164
14.5;9.5 Laplanches Schriften;166
14.6;9.6 Die Allgemeine Verführungstheorie (AVT);168
14.7;9.7 Die Bedeutung der Allgemeinen Verführungstheorie für die weitere Theorieentwicklung der Psychoanalyse;170
14.8;9.8 Zur Bedeutung der Konzepte der AVT für die zeitgenössische Psychoanalyse;172
14.9;Literatur;173
15;10 Harry Stack Sullivan (1892–1949) – Der unerschrockene Pionier der interpersonalen Psychoanalyse;175
15.1;10.1 Einführung;175
15.2;10.2 Stationen seines Lebens;176
15.3;10.3 Psychoanalytische Herkunft, Prägungen, Abgrenzungen und theoretische Orientierung;179
15.4;10.4 Rezeption und Veröffentlichung seines Werkes im deutschsprachigen Raum;182
15.5;10.5 Sullivans Werke und seine Hauptkonzepte;184
15.6;10.6 Bedeutung für die weitere Theorieentwicklung der Psychoanalyse;187
15.7;10.7 Inwiefern sind seine Konzepte für die gegenwärtige Psychoanalyse noch bedeutsam?;188
15.8;Literatur;189
16;11 Heinz Kohut (1913–1981) – Der empathische Psychologe des Selbst;192
16.1;11.1 Einführung;192
16.2;11.2 Stationen seines Lebens;193
16.3;11.3 Psychoanalytische Herkunft, Prägungen, Abgrenzung;196
16.4;11.4 Theoretische Orientierung;197
16.5;11.5 Beziehung zu den psychoanalytischen Strömungen im Herkunftsland;198
16.6;11.6 Veröffentlichung und Rezeption seines Werkes im deutschsprachigen Raum;201
16.7;11.7 Wichtige theoretische Beiträge und Konzepte;203
16.8;11.8 Bedeutung für die weitere Theorieentwicklung der Psychoanalyse;203
16.9;11.9 Bedeutung und Ausstrahlung über die Psychoanalyse hinaus;204
16.10;11.10 Bedeutung für die gegenwärtige Psychoanalyse;205
16.11;Literatur;205
17;12 Heinrich Racker (1910–1961) – Der Pionier der Gegenübertragung;208
17.1;12.1 Einführung;208
17.2;12.2 Stationen seines Lebens;210
17.3;12.3 Psychoanalytische Herkunft, Prägungen, Abgrenzungen und theoretische Orientierung;213
17.4;12.4 Veröffentlichung und Rezeption seines Werkes im deutschsprachigen Raum;214
17.5;12.5 Rackers Werke und seine Hauptkonzepte;216
17.6;12.6 Bedeutung für die weitere Theorieentwicklung der Psychoanalyse;222
17.7;12.7 Bedeutung und Ausstrahlung über die Psychoanalyse hinaus;224
17.8;12.8 Inwiefern sind seine Konzepte für die gegenwärtige Psychoanalyse noch bedeutsam?;225
17.9;Literatur;225
18;13 Alexander Mitscherlich (1908–1982) – Gesellschaftspolitisch engagierte Psychoanalyse;228
18.1;13.1 Einleitung;228
18.2;13.2 Zur Biographie;229
18.3;13.3 Medizin in der Krise;232
18.4;13.4 Psychoanalytische Psychosomatik;233
18.5;13.5 Genese von Krankheiten;236
18.6;13.6 Krankheiten der Gesellschaft;238
18.7;Literatur;240
19;Autorenverzeichnis;243
20;Stichwortverzeichnis;246
21;Namensverzeichnis;252


1         Einleitung
          »Jedes Land bringt, wenn auch unbewusst, die Psychoanalyse hervor, die es braucht« (1995, S. 1), schrieb die Soziologin Edith Kurzweil in ihrer Einleitung zum Buch Freud und die Freudianer. 100 Jahre Psychoanalyse, in dem sie die Rezeption der Psychoanalyse in Wien, Berlin, London, Paris und New York und in den entsprechenden Ländern verglich und dabei zu dem Schluss kam, dass diese es mit einer ganzen Menge von Einflüssen zu tun hat, die den unterschiedlichen analytischen Gemeinschaften selbst oft entgehen bzw. nicht bewusst sind. Werner Bohleber (2004) beleuchtete in einer weiteren Forschungsarbeit die Rezeption der Klein’schen Psychoanalyse in Deutschland: Diese konnte erst Anfang der 1980er Jahre stattfinden und zwar erst nachdem sich die deutsche analytische Gemeinschaft endlich mit der NS-Zeit auseinandergesetzt hatte bzw. mit dem dadurch verursachten Verlust der Verbindung zur internationalen analytischen Gemeinschaft und der daraus resultierenden Beschädigung der deutschen Psychoanalyse. Eine solche verspätete Rezeption der Freud’schen und Klein’schen Todestriebkonzepte im deutschsprachigen Raum ist in der Tat erst kürzlich von Claudia Frank (2015) klar aufgezeigt worden. Es ist auch kein Wunder, dass erst Anfang Oktober 2014 in Nürnberg eine Rosenfeld-Gedächtnistagung durch die Initiative der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) stattfinden konnte (s. Conci & Kamm, 2015). Auf dieser konnte die Tochter Herbert Rosenfelds, Angela, von ihrem Vater (einem in Nürnberg im Jahre 1910 geborenen und in München als Arzt promovierten Juden, der im Anschluss an seine Emigration nach London zu einem der wichtigsten Mitarbeiter von Melanie Klein wurde) ein persönliches Bild vorstellen (s. Herrmans, 2015). Früher oder später wurde im deutschsprachigen Raum aber die Arbeit beinahe aller Pioniere und Pionierinnen der Psychoanalyse rezipiert, deren Leben und Werk in diesem Band dargestellt werden. Dabei geht es um die folgenden zwölf Pioniere: Sándor Ferenczi, Anna Freud, Melanie Klein, Donald Winnicott, Wilfred Bion, John Bowlby, Jacques Lacan, Jean Laplanche, Harry Stack Sullivan, Heinz Kohut, Heinrich Racker und Alexander Mitscherlich. In der Tat freuen wir uns beide als Herausgeber dieses Bandes darüber, für die von uns vorgesehenen Kapitel hervorragende Kolleginnen und Kollegen gewonnen zu haben, und zwar nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Österreich, der Schweiz und Argentinien bzw. den USA, deren gemeinsamer Nenner darin besteht, mit beiden Dimensionen, nämlich der geschichtlichen und der klinischen sehr vertraut zu sein. Sie alle kennen sich mit dem Leben, der Entwicklung, der klinischen Anwendung und der Rezeption des Werkes der einzelnen Pioniere sehr gut aus. Es geht in der Tat um eine neue Generation von historisch ausgebildeten Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern, deren Arbeit auch zur Verbreitung der Zeitschriften Luzifer-Amor (1987) und Psychoanalysis and History (1998) viel beigetragen hat und welche untereinander eine wichtige internationale wissenschaftliche Gemeinschaft aufgebaut haben. Die nationalen Hindernisse zur Rezeption der Arbeit der oben genannten einzelnen Pioniere konnten auch dadurch behoben werden, dass sich in den letzten 30 Jahren die internationale analytische Gemeinschaft selbst stark in eine pluralistische Richtung entwickelt hat. Zu diesem wichtigen Phänomen trug z. B. der Tod von Anna Freud im Jahre 1982 bei, wodurch die Verarbeitung des Erbes des im Jahre 1939 verstorbenen Vaters (der Psychoanalyse) Sigmund Freud einen wichtigen weiteren Schritt machen konnte. Erst 1985 kamen die Freud’schen Analytiker (die Mitglieder der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, IPV) dazu, auf deutschem Boden (in Hamburg) eine internationale Tagung zu halten (die letzte hatte 1932 in Wiesbaden stattgefunden!), was einen sehr wichtigen Schritt auf der Ebene des internationalen Dialoges darstellte (s. Kafka, 1988). In diesem Rahmen wurde auch eine bedeutende Ausstellung zur Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland gezeigt, die von einer neuen Generation von Kandidaten (s. Brecht et al., 1985) vorbereitet wurde – dazu gehören auch die wichtigen Forschungsarbeiten von Geoffrey Cocks (1985) und Regine Lockot (1985). Robert Wallerstein (1921–2014), einer der wichtigsten nordamerikanischen Pioniere der empirischen Forschung in der Psychoanalyse, hatte auch 1985 in Hamburg eine zentrale Rolle gespielt (Wallerstein, 1988b) und widmete somit seine erste Rede als Präsident der IPV (Juli 1987, in Montreal) dem bedeutsamen Thema »One psychoanalysis or many?« (Wallerstein, 1988a). Damit eröffnete er auf der institutionellen Ebene die neue, pluralistische Phase unserer Entwicklung als Beruf und Wissenschaft, die in den weiteren Jahren sehr reiche Früchte bringen sollte. In einem der eloquentesten Absätze des Beitrages von 2001 zum Thema »Psychoanalytischer Pluralismus. Fortschritt oder Chaos?« schrieb Arnold Cooper: »Meines Wissens gibt es heute keinen Grund, ein bestimmtes System psychoanalytischen Denkens zugunsten eines anderen aufzugeben. Unter dem Dach des gegenwärtigen Pluralismus haben wir alle die Freiheit, uns unterschiedlicher Ideen und Techniken zu bedienen. Es gibt zwar einige Erneuerer wie auch Konservative, die versuchen, sich an eine reine Fassung ihrer Art von Psychoanalyse zu halten, aber ich glaube, dass die meisten von uns schließlich bei Mischkonstruktionen landen. Wir nehmen uns nützlich erscheinende Teile aus anderen Theorien und pfropfen sie unserem bisherigen System von Überzeugungen auf. Die meisten Psychoanalytiker in Nordamerika mischen heute meines Erachtens Teile der traditionellen, auf dem Triebkonzept basierenden Ich-Psychologie mit der Objektbeziehungstheorie, dem beziehungstheoretischen und dem interpersonalen Ansatz, nehmen dazu die Kleinianischen Konzepte der Projektion und projektiven Identifizierung, Kohuts Vorstellungen einer empathischen Resonanz und der vertikalen Spaltung und kombinieren das alles mit Vorstellungen unterschiedlicher Herkunft über die frühe kindliche Entwicklung. Es gibt vor allem keine überzeugenden Belege, dass die eine Form der Psychoanalyse – ob alt oder neu – zu besseren Ergebnissen führen würde als eine andere« (Cooper, 2001, S. 68 f.). Bei diesen Worten von Cooper bleibt die wichtige Tatsache implizit, dass die von ihm erwähnten Sichtweisen den folgenden klinischen gemeinsamen Nenner haben: die Arbeit an der Übertragung (was der Patient in die Sitzung bringt bzw. wie er sich dem Analytiker gegenüber benimmt) und an der Gegenübertragung (welche Gefühle dadurch im Analytiker entstehen) bzw. das, was Wallerstein (1990) den »common ground« genannt hat. Andererseits ist es kein Wunder, dass die Auswahl der um dieses Kernthema zentrierten ausgewählten Schriften von Arnold Cooper (1923–2011) unter dem Titel The quiet revolution in American psychoanalysis (2005) veröffentlicht wurde. Dass es um eine »ruhige Revolution« ging, kann auch dadurch bewiesen werden, dass ein wichtiger Beitrag in die pluralistische Richtung ursprünglich von analytischen Zeitschriften kam, welche außerhalb der IPV standen – und noch teilweise stehen. Wir beziehen uns dabei auf das von Michael Ermann und Jürgen Körner 1985 begründete Forum der Psychoanalyse (s. auch Ermann, 2014), an die von Stephen Mitchell (1946–2000) im Jahre 1991 gegründete Zeitschrift Psychoanalytic Dialogues und auf das von Jan Stensson gegründete (und von der Internationalen Föderation der Psychoanalytischen Gesellschaften, IFPS, getragene) International Forum of Psychoanalysis – von welchem einer von uns, M. C., seit 2007 der Mitherausgeber ist. Andererseits ist es auch nicht verwunderlich, dass der aktuelle Präsident der IPV aus dem Land (Italien) stammt, welches aus der Peripherie der »analytischen Bewegung« kommend in deren Mitte genau dank der Tatsache rücken konnte, dass es dort keine Pioniere wie Anna Freud oder Melanie Klein gab, sondern nur die Möglichkeit bestand, sich in einer sehr mühevollen und langwierigen Arbeit die unterschiedlichen analytischen Sprachen anzueignen (s. auch Conci, 2008). Eine solch pluralistische Entwicklung und Ausrichtung zeigt sich sehr klar in Stefano Bologninis (IPV-Präsident 2013–2017) Buch Verborgene Wege. Die Beziehung zwischen Analytiker und Patient: Unsere Patienten sind so unterschiedlich und facettenreich, dass wir mit einer Vielfalt von analytischen Autorinnen und Autoren und Theorien sehr gut vertraut sein müssen, um ihnen gerecht zu werden (s. auch Conci, 2011). In der Tat spiegelt sich eine solche – theoretisch breite und technisch patientenzentrierte – Perspektive nicht nur in dem allgemeinen Konzept dieser ganzen Bücherreihe, Psychoanalyse im 21. Jahrhundert. Klinische Erfahrung, Theorie, Forschung, Anwendungen wider, sondern diese stellt auch einen...


Dr. Marco Conci is a psychotherapist and psychoanalyst (DPG, SPI, IPA) in private practice in Munich.
Emeritus Professor Wolfgang Mertens was formerly Professor of Psychoanalysis and Psychodynamic Research at the University of Munich and has been a practising psychoanalyst for more than 35 years.



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