E-Book, Deutsch, Band 2261, 144 Seiten
Reihe: Julia
Collins Der süße Zauber der Rache
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-0967-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2261, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0967-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Traumhochzeiten für glückliche Paare organisieren? Für Melodie Parnell ein Traumjob - nur privat ist sie Lichtjahre vom großen Glück entfernt. Bis sie glaubt, in den Armen des unwiderstehlichen Millionärs Roman Killian die große Liebe gefunden zu haben. In seiner sonnigen Villa an der Côte d'Azur erlebt sie endlich pure Leidenschaft. Aber schon bald gibt es für Melodie ein böses Erwachen, denn Roman teilt ihr unverblümt mit: Nicht aus Liebe hat er sie verführt, sondern bloß aus Rache an ihrem Vater! Melodie ist tief verletzt. War alles wirklich nur gespielt?
Dani Collins verliebte sich in der High School nicht nur in ihren späteren Ehemann Doug, sondern auch in ihren ersten Liebesroman! Sie erinnert sich heute immer noch an den atemberaubend schönen Kuss der Helden. Damals wurde ihr klar, dass sie selbst diese Art von Büchern schreiben möchte. Mit 21 verfasste sie ihren ersten Roman und übte trotz verschiedener Bürojobs seither unerbittlich. Sie probierte sich an verschiedenen Genres, kehrte aber immer wieder zu ihrer Leidenschaft, den Liebesromanen, zurück. Oft dient ihr als Inspiration ihre eigene Überzeugung, dass man sein Happy End findet, wenn man bereit ist, sich voll und ganz reinzuhängen. Sie selbst hatte damit Glück, mit ihrem Mann lebt sie heute am idyllischen Christina Lake in Kanada. Ab und an gelingt es Doug, seine Frau von einer Schreibpause zu überzeugen. Das gemütliche Dachbodenbüro wird meist verlassen, um ihre zwei erwachsenen Kinder zu besuchen.
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1. KAPITEL
Melodie Parnell war nicht halb so naiv, wie sie aussah. Schließlich hatte sie den ersten Teil ihres Lebens in einer Umgebung verbracht, die von altem Geld und kaltblütigem Zynismus geprägt war.
Um ihrem äußeren Erscheinungsbild den nötigen Schliff zu verleihen, hatte sie ihre hellbraunen Locken zum seidenglatten Stufenschnitt gebändigt, ihren runden blauen Augen einen dezenten Lidstrich verpasst und ihren Schmollmund rot angemalt. Ihre Kleidung entsprach dem klassischen Business-Stil: schmaler Rock, Twinset, dazu die Perlenkette ihrer Mutter.
Von Natur aus war sie ein offener, vertrauensvoller Mensch, immer bereit, an das Gute in ihren Mitmenschen zu glauben und aus jeder Situation das Beste zu machen.
Diese Einstellung hatte ihr nicht nur die Verachtung ihres Halbbruders eingetragen, sondern auch so manch herbe Enttäuschung. Mehr als einmal hatten prestigesüchtige, geldgierige Frauen versucht, über sie an die Männer ihrer Familie heranzukommen.
Ihrer Mutter war ihre Empfindsamkeit zum Verhängnis geworden. Melodie war nicht so zerbrechlich, jedenfalls sagte sie sich das. Es war noch nicht lange her, seit sie ihre Mutter verloren hatte. Die Trauer holte sie immer wieder ein, doch selbst davon ließ sie sich nicht unterkriegen.
Roman Killian aber zog ihr den Boden unter den Füßen weg. Er brauchte dafür nichts weiter zu tun, als ihr die Tür zu seiner Villa zu öffnen.
„Sie müssen die unentbehrliche Melodie sein.“ Mächtige Männer in Designeranzügen flößten ihr schon lange keine Ehrfurcht mehr ein, bei ihm aber bekam sie weiche Knie. Er trug ein lässig-elegantes Leinensakko, eine schwarze Hose und ein am Kragen offenes Hemd, doch nicht seine Kleidung erregte ihre Aufmerksamkeit. Es war der Mann selbst, der sie faszinierte.
Er hatte dichtes schwarzes Haar, das sich vermutlich kringeln würde, wenn er es wachsen ließ, einen sonnengebräunten Teint und markante Gesichtszüge. Italiener? Spanier? Grieche? Fast wirkte er wie ein südeuropäischer Aristokrat, war aber, wie sie wusste, Amerikaner. Ein millionenschwerer Selfmademan.
Seine Augen unter den dunklen Augenbrauen waren auffallend grün, sein Blick verstörend direkt.
„Roman Killian“, stellte er sich vor und reichte ihr die Hand, was sie aus ihrer verklärten Bewunderung riss. Seine Stimme, dunkel und sexy, erinnerte sie an Bitterschokolade und Rotwein. Aber es lag auch eine leichte Herablassung darin, ein unausgesprochenes Wer ist schon unentbehrlich?
„Melodie“, erwiderte sie verwirrt, den Blick auf seinen Mund gerichtet, während er ihre Hand mit festem Griff umschloss. Er lächelte, wie Männer lächeln, wenn sie eine Frau nicht sonderlich attraktiv finden, aber höflich sein wollen. Kühl. Distanziert.
Melodie war nicht beleidigt. Sie war ablehnende Reaktionen von Männern gewöhnt und wunderte sich höchstens, wenn sie ausblieben. Dabei war sie keineswegs unattraktiv, nur dass sie neben den Perlen ihrer Mutter auch deren hochgewachsene, feingliedrige Gestalt und elfenhaft zarten Gesichtszüge geerbt hatte. Was für eine Modelkarriere von Vorteil war, galt im wahren Leben als dünn und exzentrisch.
Lady Spinnenbein, so hatte man sie früher genannt. Sie hatte es so oft gehört, dass sie sich schon damit identifizierte.
Roman Killians Desinteresse überraschte sie also nicht wirklich. Dennoch hatte sie das Gefühl, von innen heraus zu glühen, als er sie ansah.
Warum war sie nur so nervös? Schon mit dem Schnuller im Mund hatte sie gelernt, hochgestellten Persönlichkeiten ihre Aufwartung zu machen. Präsidenten, Mitglieder des Königshauses – sie brachte so leicht niemand aus der Ruhe.
Dieser Mann aber verschlug ihr den Atem. Sein Händedruck dauerte schon viel zu lange, noch immer ließ er sie nicht los.
„Wir sind uns schon einmal begegnet“, sagte er fest überzeugt.
„Nein.“ Ihr Puls beschleunigte sich, während ihre Fantasie blitzschnell ein romantisches Szenario ersann, in dem sie einander in einem früheren Leben schon einmal begegnet und daher so etwas wie Seelenverwandte waren.
Er musste sich irren. Sie hatte ein ausgezeichnetes Personengedächtnis, selbst für Menschen, die weit weniger eindrucksvoll waren als er. Ein Bewunderer ihrer Mutter konnte er nicht sein, dafür war er zu jung. Außerdem sah er nicht aus wie jemand, der in Modezeitschriften blätterte.
Möglicherweise brachte er sie mit ihrem Vater in Verbindung, doch mit dem wollte sie nichts mehr zu tun haben, also erwähnte sie ihn gar nicht erst.
„Ganz sicher nicht“, fügte sie bekräftigend hinzu.
Sie sah ihm an, dass er ihr nicht glaubte.
„Sind Ingrid und Huxley nicht mitgekommen?“ Suchend blickte er sich auf dem gepflasterten Hof mit Springbrunnen um, wo das Taxi sie abgesetzt hatte.
„Sie kommen gleich nach.“
Nach einem weiteren forschenden Blick hielt er ihr die Tür auf und bat sie herein.
„Danke.“ Alles an ihm machte sie nervös.
Er wirkte äußerst maskulin. Enorm selbstbewusst und doch reserviert. Und er strahlte Sicherheit aus. Das passte, denn schließlich hatte er sein Vermögen mit Sicherheitssoftware gemacht. Angefangen mit einem Basispaket, hatte er inzwischen globale Lösungen aller Art im Angebot.
Tiefergehende Recherchen hatte Melodie sich erspart, denn sie hatte keine Lust gehabt, dabei auf Informationen über ihren Halbbruder Anton zu stoßen.
Schon allein die Tatsache, dass die beiden Konkurrenten waren, machte ihr Roman sympathisch. Er schien auch eine soziale Ader zu haben, denn er unterstützte Projekte von der Obdachlosenhilfe bis zur Demenzforschung und stattete öffentliche Bibliotheken mit Computern aus. Und er stellte seine Villa in Südfrankreich für die Hochzeitsfeier seiner Assistentin zur Verfügung. Wenn das kein Beweis dafür war, dass in der Brust des mächtigen Geschäftsmanns Roman Killian ein weiches Herz schlug!
„Ich hätte nicht erwartet, dass ein Sicherheitsexperte ein so einladendes Zuhause hat.“ Sie glaubte zu spüren, wie er ihre schmalen Schultern taxierte, während sie die stilvolle Einrichtung der neu erbauten Villa bewunderte. „Ich war auf ein hypermodernes Ambiente aus Glas und Stahl gefasst, klar und schnörkellos.“
Glitzernde Kronleuchter hingen von den hohen Decken herab. Eine zweigeteilte geschwungene Treppe mit handgeschmiedetem Geländer führte in den ersten Stock hinauf. Auf dem schimmernden Marmorfußboden lag eine üppige rote Brücke. Die Eingangshalle ging direkt in eine gemütliche Lounge über, ausgestattet mit einer halbrunden Sitzlandschaft in warmem Rottönen, auf der spielend zwanzig Leute Platz fanden.
„Wertgegenstände, die man sichern will, sind oft sehr dekorativ. Schmuck und Kunstwerke zum Beispiel“, meinte Roman schulterzuckend. „Stahltüren erfüllen ihren Zweck, aber moderne Überwachungssysteme erlauben ein ästhetischeres Design.“
„Werden wir beobachtet?“, fragte Melodie überrascht.
„Die Kameras im Haus schalten sich nur ein, wenn Alarm ausgelöst wird.“
Also beobachtete nur er sie. Nun, das war nervenaufreibend genug.
Gleich neben der Lounge befand sich ein elegantes Esszimmer, was praktisch war. Es konnte vom Servicepersonal genutzt werden, während die vierhundert Hochzeitsgäste draußen in Zelten speisten. Das Außengelände, das hatte Melodie bereits geklärt, bot ausreichend Platz für Zelte, eine Bühne für die Band und eine Tanzfläche.
An der dem Meer zugekehrten Seite des Hauses verlief ein säulengeschmückter Bogengang, davor lag die Veranda. In die Fliesen war ein ebenerdiger Pool mit einer halbkreisförmigen Aussparung eingelassen, was einen schönen Sitzplatz ergab. Mehrere Treppen führten vom Pool direkt hinunter zum Strand. Auf dem kurz geschorenen Rasen neben dem Haus konnten die Trauung und der Empfang stattfinden, sobald der Helikopter entfernt worden war, der dort bereitstand.
Melodie war in wohlhabenden Verhältnissen aufgewachsen, aber der Luxus, den sie hier vorfand, verschlug selbst ihr die Sprache. Roman Killian war ein schwerreicher Mann.
Ihr Blick glitt über die blütenumrankten Säulen, die Kübel mit blühenden Rosen, Geranien und anderen Blumen, deren süßer Duft nach Anis und Honig der malerischen Kulisse etwas Märchenhaftes verlieh.
„Wie wunderschön.“ Sie konnte der Versuchung kaum widerstehen, sich vorzustellen, selbst die glückliche Braut zu sein. Schon sah sie sich mit einem wallenden Schleier aus weißer Spitze anmutig die Außentreppe hinunterschreiten, hinein ins Blitzlichtgewitter und in die starken Arme ihres überaus attraktiven Bräutigams. Rosarot würde ihre gemeinsame Zukunft im Licht der untergehenden Sonne vor ihnen liegen, auf den Tischen würden Kerzen brennen, heiß lodernd wie die Flamme ihrer ewigen Liebe.
Sie spürte Romans Blick auf sich, drehte sich zu ihm um und errötete, als sie in seine Augen sah. Er schien genau zu wissen, was in ihr vorging.
„Es ist sehr freundlich von Ihnen, Ingrid Ihr Haus anzubieten“, sagte sie schnell.
„Ingrid ist eine ausgezeichnete Mitarbeiterin“, erwiderte er nach kurzem Zögern, was die Frage aufwarf, ob das der einzige Grund für sein großzügiges Angebot war. „Warum sind Sie nicht mit ihr zusammen gekommen?“
„Ingrid und Huxley sind frisch verlobt. Seit wir uns am Flughafen getroffen haben, komme ich mir vor wie das fünfte Rad am Wagen.“
„Berufsrisiko, oder?“, meinte er ironisch.
Melodie hätte wetten können, dass seine Toleranzschwelle für Knutschereien...




