Coelen / Otto | Grundbegriffe Ganztagsbildung | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 957 Seiten, eBook

Coelen / Otto Grundbegriffe Ganztagsbildung

Das Handbuch
2008
ISBN: 978-3-531-91161-8
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Das Handbuch

E-Book, Deutsch, 957 Seiten, eBook

ISBN: 978-3-531-91161-8
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Ganztagsbildung ist zu einem Schlüsselbegriff in der gegenwärtigen Bildungsdebatte geworden, der neue Perspektiven auf ein umfassendes Bildungsverständnis in der Wissensgesellschaft eröffnet. Er kennzeichnet innovative Kooperationsformen zwischen Schule, Jugendhilfe und anderen soziokulturellen Einrichtungen, mit dem Ziel, allen Kindern und Jugendlichen eine ganzheitliche Erziehung und Bildung zu ermöglichen. Die 'Grundbegriffe' bieten als Handbuch erstmalig einen umfassenden Gesamtüberblick, in dem das Handlungsfeld terminologisch geklärt und systematisch erörtert wird. In ihrer bildungstheoretischen Fundierung und empirischen Verankerung werden Entwicklungen der Ganztagsbildung mit neuen Strukturen einer Politik des gerechten Aufwachsens verbunden und in bildungs- und sozialpolitischen Forderungen konkretisiert.

PD Dr. Thomas Coelen vertritt z. Zt. eine erziehungswissenschaftliche Professur an der Universität Siegen.
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Hans-Uwe Otto ist Senior Research Professor an der Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld.

Coelen / Otto Grundbegriffe Ganztagsbildung jetzt bestellen!

Zielgruppe


Upper undergraduate

Weitere Infos & Material


1;Systematisches Verzeichnis;5
2;Inhaltsverzeichnis;6
3;Einleitung;13
3.1;Zur Grundlegung eines neuen Bildungsverständnisses;14
4;1 Adressaten, Kategorien und Prozesse;23
4.1;Kinder;25
4.2;Jugendliche;34
4.3;Eltern;43
4.4;Heterogenität;53
4.5;Soziale Ungleichheit;63
4.6;Generationsbeziehungen und Generationenverhältnisse;71
4.7;Gender und Koedukation;81
4.8;Ethnie und Migration;90
4.9;Entwicklungsaufgaben;99
4.10;Bildung, Lernen, Erziehung, Sozialisation;108
4.11;Informelles Lernen;118
4.12;Subjekt- und Identitätsbildung;127
4.13;Bewältigung;136
4.14;Spiel;145
4.15;Erwerb sozialer Kompetenzen;154
4.16;Förderung;163
5;2 Anlässe, Themen und Handlunsgfelder;172
5.1;Vereinbarkeit von Familie und Beruf;174
5.2;Demographischer Wandel;182
5.3;Kompetenzen;192
5.4;Partizipation;200
5.5;Devianz und Delinquenz;209
5.6;Schulaversion und Schulabsentismus;219
5.7;(Gewalt-)Prävention;228
5.8;Bewegung und Sport;239
5.9;Kunst und Kultur;249
5.10;Ethik und Religion;258
5.11;Beruf und Arbeit;266
5.12;Gesundheit;275
5.13;Nachhaltige Entwicklung;285
5.14;Pädagogik der Frühen Kindheit;295
5.15;Übergang Kindergarten – Primarschule;305
5.16;Spezielle Bildungseinrichtungen;315
5.17;Schulsozialarbeit;324
5.18;Politische Jugendbildung;333
5.19;Übergänge in den Beruf für benachteiligte Jugendliche;342
6;3 Lernwelten, Institutionen und Perspektiven;351
6.1;Familien;353
6.2;Peergroups;364
6.3;Medien(-Kontextualisierung);374
6.4;Internet Communities;384
6.5;Nachhilfeangebote;393
6.6;Freizeit, Freie Zeit, Muße und Geselligkeit;404
6.7;Ferieneffekte;414
6.8;Geschichte der schulbezogenen Jugendhilfe;426
6.9;Jugendvereins- und -verbandsarbeit;436
6.10;Offene Kinder- und Jugendarbeit;446
6.11;Didaktische Konzepte in der Kinder- und Jugendarbeit;455
6.12;Hilfen zur Erziehung;464
6.13;Betreuung;474
6.14;Organisationsentwicklung der schulbezogenen Jugendhilfe;483
6.15;Geschichte der modernen Ganztagsschule;494
6.16;Grundschulen in ganztägiger Form;504
6.17;Didaktische Konzepte von Ganztagsschulen;515
6.18;Rhythmisierung;525
6.19;Unterricht;534
6.20;Mittagsessen und Schulhof;543
6.21;Hausaufgaben;553
6.22;Rechtsfragen der Ganztagsschule;562
6.23;Schulautonomie;571
6.24;Schulentwicklung;579
6.25;Kooperation von Bildungsorten;589
6.26;Organisationsformen ganztägiger Bildungseinrichtungen;597
6.27;Kooperationsbeziehungen an Ganztagsschulen;609
6.28;Agenturen für Ganztagsbildung;621
6.29;Lokale und regionale Netzwerke;628
6.30;Reformpädagogische Diskurse über die Ganztagsschule;639
6.31;Zeitstrukturen (vor-)schulischer Bildung in Europa;648
6.32;Jugendbildungsarbeit in Europa;658
6.33;Demokratiepädagogik in der Schule;668
6.34;Demokratiebildung in der Jugendarbeit;678
6.35;Architektur von Bildungseinrichtungen;688
6.36;Sozialraumorientierung und Raumaneignung;698
6.37;Kommunale Jugendbildung;706
6.38;Bildungslandschaften;715
7;4 Personal, Professionen und Teams;724
7.1;Erzieherinnen;726
7.2;Lehrerbildung;736
7.3;Diplom-Pädagogen und Sozialpädagogen;747
7.4;Ehrenamtliche und Honorarkräfte;759
7.5;Kooperation unter Pädagogen;769
7.6;Personelle Kooperation und Fortbildung;779
8;5 Theorien, Evaluationen und Planungen;789
8.1;Wissensgesellschaft;791
8.2;Entgrenzung;800
8.3;Bildungspolitik als Sozialpolitik;809
8.4;Chancengleicheit im deutschen Bildungswesen;819
8.5;Kinderrechte und radikaldemokratische Bildungspolitik;827
8.6;Kommunalpädagogik;836
8.7;Diskursanalyse zu „Ganztagsbildung“;846
8.8;Evaluation;856
8.9;Anspruch und Wirklichkeit von Ganztagsschulen;866
8.10;Qualität von unterrichtsnahen Angeboten an Ganztagsschulen;877
8.11;Wirkungen von Jugendarbeit in Kooperation mit Schulen;885
8.12;Wirkungen außerunterrichtlicher Angebote an Ganztagsschulen;896
8.13;Bildungsberichterstattung;905
8.14;Kommunale Bildungsplanung;915
8.15;Städtische Bildungspolitik;924
8.16;Bezüge zwischen Politik, Verwaltung und Wissenschaft;934
9;Epilog;941
10;Bildung als Projekt der Moderne;942
11;Verzeichnis der Autorinnen und Autoren;949
12;Sachregister;956

Adressaten und Prozesse: Entwicklungsaufgaben, Erziehung, Sozialisation, Bildung, Lernen - Themen und Handlungsfelder: Bewegung und Sport, Kultur, Gesundheit, Devianz und Delinquenz, Schulformen, Jugendhilfe, Lernorte - Institutionen und Organisationen: Politische Rahmungen - Professionen und weiteres Personal: Professionsgruppen, Honorarkräfte, Ehrenamtliche - Disziplinen, Theorien und Empirie: Teildisziplinen der Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik und Sozialpädagogik, Theorien und Konzepte, Evaluation und Forschung


"Vereinbarkeit von Familie und Beruf (S. 187-188)

Karin Böllert

Die These, die durch den Begriff „Ganztagsbildung"" transportiert wird, lautet:

„Wenn sich moderne, d. h. gesellschaftliche Bildung überhaupt organisieren lässt, dann nicht durch eine Ausweitung von Schule als Unterricht und auch nicht durch eine angehängte Betreuung, sondern nur durch die Integration von formellem und nicht-formellem Lernen, also vor allem durch eine neue institutionalisierte Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe unter Einbeziehung von Eltern und Familien. (...) Gesellschaftliche Bildung ist keine allgemeine Zurüstung auf eine vielfach beschriebene – und ebenso oft favorisierte – bildungsbürgerliche Grundausstattung, sondern immer auch und insbesondere die Umsetzung zivilgesellschaftlicher Voraussetzungen im Kontext von Lernen, Erziehung und Wissen"" (Otto/Coelen 2004: 8-9).

Die durch den so genannten PISA-Schock in der Bundesrepublik ausgelöste Bildungsdebatte konzentriert sich nun aber weniger auf die Möglichkeiten der Umsetzung eines solchen Verständnisses von Ganztagsbildung, sondern ist eher dadurch charakterisiert, dass im schulischen Bereich – unter Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems – auf die Schaffung von Ganztagsschulen gezielt wird. Die in der aktuellen Bildungsdebatte stattfindende Auseinandersetzung mit der Bedeutung frühkindlicher Bildungsmöglichkeiten und -erfahrungen führt außerdem zum Ausbau ganztägiger Angebote auch im vorschulischen Bereich, insbesondere im Kontext der Angebote für die unter 3-Jährigen. Beiden Strategien ist gemeinsam, dass somit explizit ganztägige Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche institutionalisiert werden (sollen), implizit aber auch weitere Zielsetzungen folgen. Eine dieser weiteren Zielsetzungen, um die es im Folgenden gehen wird, ist die Ermöglichung der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, womit zusätzlich zum gleichberechtigten Zugang von Frauen zum Erwerbsarbeitsmarkt die Erhöhung des Haushaltseinkommens von Familien und damit wiederum der Abbau familialer Armut angestrebt wird.

1 Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf im internationalen Vergleich

Ein Blick auf die Beschäftigungsquote von Frauen in Deutschland macht deutlich, dass insbesondere Frauen mit kleineren oder mehreren Kindern erhebliche Schwierigkeiten haben, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Bei Vergleichen der Situation von Familien in unterschiedlichen westeuropäischen Ländern schneidet Deutschland am schlechtesten ab: die Geburtenrate ist hier die niedrigste, das Armutsrisiko für Alleinerziehende und Kinder am zweitgrößten, der Lohnabstand zwischen den Geschlechtern ist am höchsten und die Erwerbschancen von Müttern sind die niedrigsten (vgl. Gerzer-Sass 2006, Rüling 2007, Rüling/Kassner 2007), wohingegen z. B. in Schweden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wesentlich besser gelingt:1 In Deutschland liegt die Beschäftigungsquote von Frauen ohne betreuungsbedürftige Kinder (unter 15 Jahren) bei 77 %, mit einem Kind bei 70 % und mit zwei oder mehr Kindern bei 56 %. Hingegen lauten die vergleichbaren Zahlen für Schweden: 82 % (ohne Kinder), 81 % (mit einem Kind) und 82 % (mit zwei oder mehr Kindern).

Zwar hat in den letzten Jahren die Intensität der Forschung über die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zugenommen, dennoch herrscht zwischen der normativen Forderung und den tatsächlich gelebten Verhältnissen eine nicht unerhebliche Grauzone. Fragen danach, wie weit gegenwärtig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verwirklicht ist, wie die entsprechenden Wünsche und Vorstellungen von Frauen und Männern aussehen, was die gelebte Form für das Wohlbefinden des Einzelnen bedeutet, lassen sich annäherungsweise mit dem DJI-Familiensurvey beantworten (vgl. Bien 2006)."


PD Dr. Thomas Coelen vertritt z. Zt. eine erziehungswissenschaftliche Professur an der Universität Siegen.
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