Coben | Nichts ruht für immer | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 12, 416 Seiten

Reihe: Myron-Bolitar-Reihe

Coben Nichts ruht für immer

Thriller
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-641-32215-1
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, Band 12, 416 Seiten

Reihe: Myron-Bolitar-Reihe

ISBN: 978-3-641-32215-1
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wenn die Vergangenheit nicht nur ein Schatten ist, sondern zu einer realen Bedrohung wird …

Ein grausamer Doppelmord erschüttert New York. Schnell präsentiert das FBI einen Verdächtigen: den berühmten Ex-Basketball-Profi Greg Downing. Als der Privatermittler Myron Bolitar davon erfährt, ist er vollkommen fassungslos. Denn Greg – sein ehemaliger Klient und ein guter Freund – ist seit drei Jahren tot. Von Gregs Unschuld überzeugt, steht für Myron fest: Er wird nicht eher ruhen, bis er die Wahrheit herausgefunden und den Namen seines Freundes reingewaschen hat. Doch als er beginnt, in der Vergangenheit zu graben, stößt er auf ein undurchdringliches Netz aus Rache und Intrigen und gerät selbst in größte Gefahr …

Harlan Coben ist Nr.1- Spiegel- und Nr.1-New-York-Times-Bestsellerautor und einer der international erfolgreichsten Autoren. Seine Thriller wurden in 46 Sprachen übersetzt, erreichten in über einem Dutzend Länder Platz 1 der Bestsellerlisten und haben sich weltweit mehr als 90 Millionen Mal verkauft. Seine Myron-Bolitar-Reihe wurde mit den drei bedeutendsten Krimipreisen ausgezeichnet – dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award. Coben ist zudem Urheber und Produzent zahlreicher TV-Serien, darunter der Nr.1-Netflix-Hits: Ich vermisse dich und In ewiger Schuld.
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eins


Myron Bolitar telefonierte gerade mit seinem achtzigjährigen Vater, als die beiden FBI-Agenten kamen, um ihn wegen des Mordes zu vernehmen.

»Deine Mutter und ich …«, sagte sein Vater gerade in seinem Alterswohnsitz in Boca Raton, »… haben für uns entdeckt.«

Myron blinzelte. »Halt, was?«

Er saß in seinem neuen Penthouse-Büro ganz oben in Wins Wolkenkratzer an der Ecke 47th Street und Park Avenue. Jetzt drehte er seinen Stuhl, um aus den raumhohen Fenstern zu sehen. Es war eine ziemlich fantastische Aussicht auf den Big Apple.

»Cannabis-Fruchtgummis, Myron. Deine Tante Miriam und Onkel Irv haben sie uns empfohlen – Irv meinte, sie hätten bei seiner Gicht geholfen –, also haben deine Mutter und ich uns gedacht, wieso nicht, probieren wir sie mal aus. Kann doch nicht schaden, oder? Hast du schon mal probiert?«

»Nein.«

»Das ist sein Problem.« Das war Myrons Mutter, die im Hintergrund halb krächzte, halb schrie. So machten sie das immer – ein Elternteil am Telefon, das andere als Co-Kommentator. »Gib mir das Telefon, Al.« Und dann: »Myron?«

»Hi, Mom.«

»Du solltest werden.«

»Wenn du das sagst.«

»Probier es mit der Stevia-Variante.«

Dad: »Sativa.«

»Was?«

»Sie heißt Sativa. Stevia ist ein Süßstoff.«

»Oho, sieh nur, wie dein Vater auf einmal mit seinem Haschischwissen rumprahlt. Mr Hippie persönlich!« Dann wieder zu Myron: »Ich meinte Sativa. Probier das mal.«

»Okay«, sagte Myron.

»Die Indica-Variante macht einen müde.«

»Ich werd’s im Hinterkopf behalten.«

»Weißt du, wie ich mir merke, was was ist?«, fragte Mom.

»Ich wette, du wirst es mir gleich erzählen.«

»Indica wirft dich . Das ist die einschläfernde Sorte. Klar?«

»Klar.«

»Sei nicht so spießig. Dein Vater und ich mögen sie. Sie machen uns … ich weiß nicht … fröhlicher. Aufmerksamer. Vielleicht auch Zen-artiger und gelassener. Und, Myron?«

»Ja, Mom?«

»Frag nicht, was sie für unser Sexualleben getan haben.«

»Werd ich nicht«, sagte Myron. »Keine Sorge.«

»Mich machen sie ganz aufgedreht. Aber dein Vater erst, der wird zu einem wilden Tier.«

»Ich hab nicht gefragt, schon vergessen?« Myron sah zu dem FBI-Agenten und der Agentin, die ihn durch die Glaswand finster musterten. »Ich muss auflegen, Mom.«

»Ganz ehrlich, der Mann kann seine Finger nicht von mir lassen.«

»Ich hab immer noch nicht gefragt. Macht’s gut.«

Myron legte auf, als Big Cyndi, seine langjährige Rezeptionistin, die Bundesbeamten schweigend in den Konferenzraum geleitete. Die beiden starrten zu Big Cyndi hinauf, weit hinauf. Sie war das gewohnt. Myron ebenfalls. Big Cyndi zog leicht die Aufmerksamkeit auf sich. Die FBI-Agenten ließen ihre Dienstmarken aufblitzen. Special Agent Monica Hawes, die Höherrangige, war eine schwarze Mittfünfzigerin. Sie stellte sich und ihren Kollegen kurz vor. Ihr mürrischer Juniorpartner war ein bleichgesichtiger Jüngling mit einer so markanten Stirn, dass er einem Belugawal ähnelte. Vielleicht hatte Hawes auch seinen Namen genannt, die Stirn hatte Myron allerdings zu sehr abgelenkt, sodass er ihn nicht behielt.

»Bitte«, sagte Myron und deutete auf die Stühle, von denen aus man auf die raumhohen Fenster mit der fantastischen Aussicht blickte.

Die Agenten setzten sich, wirkten aber alles andere als entspannt.

Big Cyndi fragte in einem aufgesetzten, falschen britischen Akzent: »Wäre das alles, Mr Bolitar? Vielleicht noch ein Tässchen Tee?«

Myron widerstand dem Drang, die Augen zu verdrehen. »Nein, ich denke, wir haben alles. Danke.«

Big Cyndi verneigte sich und ging.

Myron setzte sich auch wieder und wartete, dass die beiden etwas sagten. Bisher wusste er nur, dass das FBI sowohl mit ihm als auch mit Win über die aufsehenerregenden Callister-Morde sprechen wollte. Er hatte keine Ahnung warum – abgesehen von dem, was sie den Nachrichten entnommen hatten, wussten weder er noch Win etwas über die Callisters oder die Morde – man hatte ihnen jedoch versichert, dass sie weder verdächtigt wurden noch von polizeilichem Interesse in Verbindung mit dem Fall waren.

»Wo ist Mr Lockwood?«, fragte Agentin Hawes.

»Anwesend«, sagte Win in diesem hochmütigen Privatschulen-Tonfall, als er – um den Anfang des Carly-Simon-Songs »You’re So Vain« zu zitieren, der Wins allgemeine Ausstrahlung perfekt skizzierte – »walked into the party like he was walking onto a yacht«. Win alias Mr Lockwood schlenderte um Myrons neuen Konferenztisch und setzte sich neben ihn. Ein wahres Muster an Eleganz.

Myron breitete die Hände aus und schenkte den FBI-Agenten sein freundlichstes Lächeln. »Wie ich hörte, haben Sie ein paar Fragen an uns?«

»Das ist richtig«, sagte Hawes. Dann ließ sie ohne Vorrede die Bombe platzen: »Wo ist Greg Downing?«

Die Frage war ein Kracher. Anders konnte man es nicht ausdrücken. Ein Kracher. Myron fiel die Kinnlade herunter. Er sah Win an. Wins Miene verriet – wie immer – nichts. Win war gut darin, sich nichts anmerken zu lassen.

Myrons Überraschung war leicht erklärt: Greg Downing war seit drei Jahren tot.

»Ich dachte, Sie wären wegen der Callister-Morde hier«, sagte Myron.

»Das sind wir auch«, erwiderte Special Agent Hawes. Dann wiederholte sie die Frage: »Wo ist Greg Downing?«

»Soll das ein Witz sein?«, fragte Myron.

»Sehe ich aus, als würde ich Witze machen?«

Das tat sie nicht. Sie sah eher aus, als würde sie Witze machen.

Wieder sah Myron zu Win hinüber, um seine Reaktion abzuschätzen. Der wirkte etwas gelangweilt.

»Greg Downing«, sagte Myron, »ist tot.«

»Ist das Ihre Version der Geschichte?«

Myron runzelte die Stirn. »Meine ?«

Der junge Agent, der wie ein Belugawal aussah, beugte sich ein wenig vor und sah Win an. Er sagte zum ersten Mal etwas, und zwar mit tieferer Stimme, als Myron erwartet hatte – aber vielleicht hatte Myron einen hohen, quiekenden Wal-Schrei erwartet: »Ist das auch Ihre Version der Geschichte?«

Win hätte fast gegähnt. »Kein Kommentar.«

»Sie sind Greg Downings Finanzberater«, fuhr der junge Beluga fort und versuchte immer noch erfolglos, Win niederzustarren. »Ist das richtig?«

»Kein Kommentar.«

»Wir können Ihre Unterlagen beschlagnahmen.«

»Himmel, jetzt krieg ich’s aber mit der Angst. Lassen Sie mich kurz überlegen.« Win legte die Fingerspitzen aneinander, senkte den Kopf und sinnierte einen Moment lang. Dann: »Wollen wir es zusammen sagen? Kein Kommentar.«

Die Blicke von Hawes und dem jungen Beluga verfinsterten sich noch etwas weiter. »Und Sie?«, knurrte Hawes Myron an. Myron nahm an, dass Hawes für ihn und der junge Beluga für Win zuständig war. »Sie sind Downings … was? Agent? Manager?«

»Ich korrigiere«, sagte Myron. »Ich sein Agent und Manager.«

»Wann haben Sie aufgehört?«

»Vor drei Jahren. Als Greg – Sie wissen schon – gestorben ist.«

»Sie waren beide auf seiner Beerdigung.«

Win schwieg, also sagte Myron: »Ja, waren wir.«

»Sie haben sogar eine Rede gehalten, Mr Bolitar. Nach all dem bösen Blut, das es zwischen Ihnen beiden gab, haben Sie, wie ich hörte, eine wunderbare Trauerrede gehalten.«

Wieder sah Myron Win an. »Äh, danke.«

»Und Sie bleiben bei Ihrer Version?«

Schon wieder. Myron hob die Hände. »Was meinen Sie mit ?«

Der junge Beluga schüttelte seinen massigen, weißen Kopf, als würde ihn Myrons Antwort schwer enttäuschen, was sie wohl auch tat.

»Was denken Sie, wo er jetzt ist?«, fragte Hawes.

»Greg?«

»Hören Sie auf, uns zu verarschen, Sie Wichser«, schnauzte der junge Beluga. »Wo ist er?«

Langsam, aber sicher hatte Myron die Nase voll. »In einem Mausoleum auf dem Cedar Lawn Friedhof in Paterson.«

»Das ist gelogen«, entgegnete Hawes. »Haben Sie ihm geholfen?«

Myron lehnte sich zurück. Der Ton der FBI-Agentin wurde immer feindseliger, aber es lag auch unverkennbar ein Hauch von Verzweiflung – und damit Wahrheit – in der Luft. Myron hatte keine Ahnung, was eigentlich los war. Er neigte dazu, in solchen Situationen zu viel zu reden. Daher beschloss er, erst einmal tief durchzuatmen, bevor er weitersprach.

»Ich versteh das nicht«, fuhr Myron dann fort. »Was hat Greg Downing mit den Callister-Morden zu tun? Hat die Polizei nicht schon den Ehemann festgenommen?«

Jetzt sahen sich die beiden Special Agents an. »Mr Himble wurde heute Morgen aus der Untersuchungshaft entlassen.«

»Warum?«

Keine Antwort.

Myron wusste Folgendes über die Morde: Cecelia Callister, zweiundfünfzig Jahre alt, Beinah-Supermodel der Neunziger, und ihr dreißigjähriger Sohn Clay waren in der Villa, in der Cecelia mit ihrem vierten Ehemann Lou Himble lebte, ermordet aufgefunden worden. Gegen Himble war kürzlich im Zusammenhang mit seinem Kryptowährungs-Start-up wegen Betrugs Anklage erhoben worden.

»Ich dachte, die Beweislage wäre eindeutig«, fuhr Myron fort. »Der Ehemann hatte...


Coben, Harlan
Harlan Coben ist Nr.1- Spiegel- und Nr.1-New-York-Times-Bestsellerautor und einer der international erfolgreichsten Schriftsteller. Seine Thriller wurden in 46 Sprachen übersetzt und haben sich weltweit mehr als 90 Millionen Mal verkauft. Seine Myron-Bolitar-Reihe wurde mit den drei bedeutendsten Krimipreisen ausgezeichnet – dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award. Coben ist zudem Urheber und Produzent zahlreicher TV-Serien, darunter die Nr.1-Netflix-Hits: Ich vermisse dich, In ewiger Schuld und Suche mich nicht.



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