Cleary | Liebestraum in Paris | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 0018, 144 Seiten

Reihe: Julia

Cleary Liebestraum in Paris


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-620-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0018, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-95446-620-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Chérie ...' Luc Valentins Stimme mit dem samtenen französischen Akzent geht Shari sofort unter die Haut. Als der sexy Charmeur sie in seine Arme zieht, breitet sich wildes Verlangen in ihr aus. Zum ersten Mal gibt sie sich ganz dem Rausch der Leidenschaft hin. Glücklich wie nie, glaubt Shari endlich den Mann fürs Leben gefunden zu haben und genießt die erotischen Stunden mit ihm in der Stadt der Liebe. Bis sie Luc etwas gestehen muss. Etwas, das sie jäh aus ihrem sinnlichen Liebestraum erweckt - und die Hoffnung auf ein Happy End für immer zerstört ...



Schon als kleines Mädchen liebte es Anna Cleary zu lesen. Unter der Bettdecke (und mit einer Taschenlampe bewaffnet) ließ sie sich von ihren Romanhelden Nacht für Nacht in eine Welt voller Fantasie entführen. Und sie träumte davon, irgendwann einmal ihre eigenen Geschichten zu schreiben. Doch zunächst wurde sie Lehrerin und erfreute sich daran, auch ihren Schützlingen das Lesen nahezubringen. Erst 2007 begann sie, sich ihren bis dahin unerfüllten Traum zu erfüllen ... und schrieb ihren ersten Liebesroman. Heute lebt sie im tropischen Queensland, Australien, zusammen mit ihrer Tochter und einer sehr eigensinnigen Katze.
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1. KAPITEL

Seit der Trennung von seiner langjährigen Freundin Manon war Luc Valentin immun gegen weibliche Verführungskünste. Denn für gewöhnlich endeten diese beim Sex, und Sex schürte nur noch mehr Begehren, und dieses Begehren trat dann eine Lawine von Gefühlen los. Ehe ein Mann es sich versah, wurde er von einer Frau emotional komplett vereinnahmt.

Deshalb war das Lächeln, das die hübsche Empfangsdame ihm schenkte, als er das australische Büro seines Unternehmens D’Avion in Sydney betrat, die reinste Verschwendung.

„Luc Valentin“, stellte er sich vor. „Ich möchte Rémy Chénier sprechen.“

Das verführerische Lächeln auf den Lippen der Empfangsdame erstarb. „Sind Sie etwa der Luc Valentin?“

„Genau. Vom Hauptsitz der Firma in Paris.“ Luc lächelte. Noch nie hatte sein Erscheinen in einem seiner Büros eine solche Reaktion ausgelöst. „Melden Sie mich jetzt Rémy, Mademoiselle?“

Die Augen der Frau wandten sich hilfesuchend an ihre Kollegin. „Ähm … Mr Chénier ist nicht im Büro. Es tut mir leid, Mr Valentin, aber wir haben ihn seit Tagen nicht gesehen. Seine Mailbox hört er offenbar nicht ab. Niemand weiß, wo er sich aufhält.“ Sie zuckte verlegen die Schultern. Dann schaute sie in ihren Computer und schrieb eine Adresse auf einen Zettel. „Versuchen Sie es am besten in seiner Wohnung. Falls er sich dort aufhält, wird Mr Chénier Sie bestimmt begeistert empfangen.“

Luc bezweifelte das. Da er beabsichtigte, seinen Cousin erst einmal mit den Fehlbeträgen in den Geschäftsbüchern zu konfrontieren und ihm dann den gewissenlosen Hals umzudrehen, vermutete er, dass sich Rémys Begeisterung eher in Grenzen halten würde.

Wahrscheinlich ist eine Frau im Spiel, dachte Luc, während er unter einem strahlend blauen Himmel über die berühmte Harbour Bridge fuhr. Bei Rémy war immer eine Frau im Spiel, auch wenn der sechsunddreißigjährige Luc seinen Cousin niemals zweimal in derselben Begleitung gesehen hatte.

Hinter der Adresse, die ihm die Empfangsdame gegeben hatte, verbarg sich ein schicker Apartmentkomplex am nördlichen Ufer von Sydney. Luc musste mehrmals klingeln, bevor die Gegensprechanlage ansprang. Für ein paar Sekunden war nur Rauschen zu hören.

Eine Ader begann wütend an seinem Hals zu pochen.

Und dann, endlich eine Stimme. Sie klang gedämpft. Gerade so, als wäre die Besitzerin erkältet. Oder hätte geweint.

„Wer ist da?“

Luc beugte den Kopf, da die Gegensprechanlage nicht für große Männer wie ihn gemacht war. „Luc Valentin. Ich würde gern mit Rémy Chénier sprechen.“

„Ach, so.“ Die Stimme klang erleichtert. „Sind Sie von seiner Firma?“

„Ja, so kann man es wohl ausdrücken.“

„Nun, er ist nicht hier. Gott sei Dank!“ Das letzte Wort wurde im Flüsterton vorgebracht.

Luc schaute nachdenklich. „Aber das hier ist doch seine Wohnung?“ Das Haus entsprach genau Rémys Geschmack. Modern, chromglänzend, schnörkellos.

„Zumindest war sie das. Obwohl er selbst das manchmal zu vergessen haben schien“, fügte sie leicht sarkastisch hinzu. „Jetzt ist er auf jeden Fall fort. Ich weiß nicht, wo er steckt, und es interessiert mich auch nicht mehr.“

Lucs Blick fiel auf ein paar Besitztümer, die jemand hinter der gläsernen Eingangstür gestapelt hatte: Kochtöpfe und ein mit Blumen verzierter Regenschirm.

„Mademoiselle, verraten Sie mir, wann Sie ihn zum letzten Mal gesehen haben?“

„Gestern.“

„Gestern? Also ist er noch in Sydney?“

„Ich hoffe nicht. Vielleicht. Keine Ahnung. Hören Sie bitte, Monsieur …“, Luc meinte eine spöttische Betonung auf dem letzten Wort herauszuhören, „… ich bin sehr beschäftigt und habe keine Zeit.“

„Nur noch eine Frage: Hat er seine Sachen mitgenommen?“

„Mmm …“ Eine bedeutungsschwangere Pause entstand. „Sagen wir mal so: Seine Sachen sind ihm wie von selbst gefolgt.“

Luc stellte sich die Szene bildhaft vor: Rémy verließ das Haus und seine Sachen flogen ihm im hohen Bogen hinterher. Plötzlich war er neugierig, was für ein Gesicht sich hinter der sexy Stimme verbarg. „Sind Sie Rémys Freundin? Oder seine Putzfrau?“

Wieder schwieg sie längere Zeit. Dann sagte sie knapp: „Die Putzfrau.“

„Dürfte ich vielleicht hochkommen und kurz mit Ihnen reden, Mademoiselle? Ich habe ein paar Frag…“

Die Gegensprechanlage erstarb. Luc erwartete, dass sich die Tür öffnen würde. Doch nichts passierte, und so klingelte er noch einmal. Mehrere Sekunden vergingen, bis die Stimme sich wieder meldete. „Verschwinden Sie bitte, ja? Sie können nicht heraufkommen.“

„Aber ich will doch nur …“

„Nein.“ Die Frau klang schrill. „Verschwinden Sie, oder ich rufe die Polizei.“

Stirnrunzelnd richtete Luc sich auf. Was hatte er erwartet? Rémy ging mit Frauen nie zimperlich um und ließ auf seinem Weg viele gebrochene Herzen zurück. Aber warum weinte die Putzfrau ihm hinterher?

Bestimmt war sie nur erkältet.

Luc setzte sich hinter das Steuer seines Mietwagens und fragte sich, was aus seinen Überredungskünsten geworden war. Früher hätte ihm jede Frau nach wenigen Sekunden die Tür geöffnet und ihm aus der Hand gefressen. Aber natürlich hatte er in der Vergangenheit das wahre Wesen der Frauen auch noch nicht durchschaut.

Hinter der Gardine eines Fensters im oberen Stock beobachtete Shari Lacey, wie das Auto wegfuhr. Wer auch immer der Mann gewesen war, er hatte eine schöne Stimme gehabt. Tief, ernst und ruhig. Beinahe charmant, wäre da nicht dieser französische Akzent gewesen. Davon hatte sie nun wirklich genug.

Sie zitterte.

In den darauffolgenden zwei Tagen durchkämmte Luc jeden Winkel im Büro von D’Avion. Immer wieder nahm er Rémys Team ins Kreuzverhör, bis die Assistentin in Tränen ausbrach und die leitenden Angestellten erbleichten. Den Buchhalter setzte er sofort vor die Tür. Der Mann hätte wirklich früher Alarm schlagen müssen.

Beträchtliche Summen waren von den Firmenkonten verschwunden. Und von Rémy fehlte weiterhin jede Spur. Da die Vorstandssitzung in Paris bevorstand, lief Luc allmählich die Zeit davon. Wenn er die Sache nicht bald mit Rémy klären konnte, würde er seinen Cousin vor Gericht bringen müssen.

Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Ein weiterer Skandal stand zu befürchten. Die Presse würde sich auf Luc stürzen und ihn in aller Öffentlichkeit demütigen. Wieder sah er die schlimmen Schlagzeilen von damals vor Augen. „Der Millionär, seine Geliebte und ihr Liebhaber – war ein Hund an allem schuld?“

Grimmig starrte er aus dem Bürofenster auf den Hafen von Sydney, der in der Mittagssonne schimmernd blau leuchtete. Er musste seinen Cousin unbedingt finden und ihn zur Rechenschaft ziehen.

Einen letzten Zufluchtsort gab es allerdings noch für Rémy. Luc seufzte, denn bislang war er vor diesem Schritt zurückgeschreckt.

Die Familie.

Rémys Zwillingsschwester Emilie war mit einem Australier verheiratet, und die Geschwister hatten sich immer sehr nahegestanden. Obwohl Luc Emi seit mehreren Jahren nicht gesehen hatte, dachte er voller Zuneigung an sie. Die Schwester hatte zwar die gleichen fuchsroten Locken und blauen Augen wie ihr Bruder, doch ansonsten waren sie so grundverschieden wie ein Rotkehlchen und ein Geier.

Das Problem war nur, dass sie wie alle Frauen in seiner Familie zu viel wissen wollte.

Shari hielt den Eyeliner in der Hand und beugte sich zum Spiegel vor. Einen dunkelblauen Lidstrich auf dem rechten Unterlid, dann zum linken Auge gewechselt und die gleiche Prozedur.

Sie zuckte zusammen. Vorsicht! Die Schwellung war zwar schon zurückgegangen, aber der Bluterguss noch immer zu sehen. Ihr Schandmal. Das passende Abschiedsgeschenk. Es verlieh ihrem Gesicht die besondere Note. Vorher hatte sie ja nie mit den aufregenden Frauen, die Rémy aus Frankreich kannte, mithalten können. Außerdem hatte sie immer zu viel von ihm verlangt. War zu misstrauisch. Zu schwierig. Zu rechthaberisch. Zu emotional – nun, damit hatte er tatsächlich recht. Zu vorlaut. Zu eifersüchtig. Zu nachtragend. Frigide. Eine wahre Vogelscheuche …

Im Lauf der Zeit hatte er sich immer häufiger über sie beklagt. Kein Wunder, dass der arme Junge gezwungen gewesen war, bei anderen Frauen Trost zu suchen.

Im Geiste machte sie sich lustig über alles, was er zu ihr gesagt hatte, dabei saß der Schmerz noch immer tief in ihrem Herzen.

Schon seit geraumer Zeit war er nicht mehr so nett gewesen wie zu Beginn, aber das letzte Zusammentreffen war wirklich ein … Schock gewesen. Mit einer solchen Reaktion hätte sie nie im Leben gerechnet.

Schamesröte stieg ihr in die Wangen. Dass sie so etwas hatte erleben müssen! Dabei hatten alle ihre Freundinnen sie um den sexy Franzosen beneidet. Zumindest am Anfang. Bevor sie seinen offenen Blick bemerkt hatten. Auch wenn sie Shari gegenüber so taten, als wüssten sie nicht Bescheid, dass Rémy wieder auf der Jagd war.

Was würden ihre Freundinnen nur von ihr denken, wenn sie erfuhren, was für ein böses Ende es mit ihnen genommen hatte? Würden sie glauben, dass er von Anfang an gewalttätig gewesen war und Shari sich damit abgefunden hatte?

Immerzu musste Shari an die misshandelten Frauen denken, die sie aus den Talkshows im Fernsehen kannte. Alle diese traurigen Frauen, die sich nicht mehr verteidigen konnten, sondern überzeugt waren, dass sie die Strafe verdient hätten. Sie nahmen ihre...



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