Claydon | So küsst nur Dr. Kennedy | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Claydon So küsst nur Dr. Kennedy


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7515-0499-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-0499-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Starker Kaffee, serviert mit einem süßen Lächeln: Seit Katya in Knightons Coffeeshop arbeitet, freut Dr. Kennedy sich wieder auf jeden Morgen. Doch warum hat die Schöne panische Angst vor Nähe? Behutsam versucht er ihr Geheimnis zu ergründen - und rührt an seinen eigenen Wunden ...



Annie Claydon wurde mit einer großen Leidenschaft für das Lesen gesegnet, in ihrer Kindheit verbrachte sie viel Zeit hinter Buchdeckeln. Später machte sie ihren Abschluss in Englischer Literatur und gab sich danach vorerst vollständig ihrer Liebe zu romantischen Geschichten hin. Sie las nicht länger bloß, sondern verbrachte einen langen und heißen Sommer damit, ein eigenes Buch zu schreiben. Doch es wurde nicht veröffentlicht, und Annies Leben führte plötzlich in eine andere Richtung, sodass sie sich eines Tages in einem anderen Berufsfeld wiederfand: Sie hatte tatsächlich einen IT-Job! Glücklicherweise hörte das geschriebene Wort jedoch nie auf, sie zu reizen. Heute lebt sie in London und verfasst dort ihre erfolgreichen Arztromane. Sie bereut es nicht, den Weg zu ihrer wahren Leidenschaft zurückgefunden zu haben!

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1. KAPITEL

Manchmal waren es die kleinen Dinge, die zählten. Eine anständige Tasse Kaffee am Morgen. Das Lächeln einer Frau.

Die Tage, an denen Luke Kennedy morgens mit einer Tasse Kaffee und einem Lächeln begrüßt worden war, waren lange vorbei, und inzwischen vermisste er sie kaum noch. Nein, es ist meine Exfrau, die ich nicht mehr vermisse, korrigierte er sich stumm, während er die Tür zum Coffeeshop aufstieß. Aber am Lächeln der neuen Bedienung im Coffeeshop war etwas, das ihn bedauern ließ, dass er sich für diese schlichten Freuden am Morgen erst anziehen und in die Stadt fahren musste.

„Hallo“, begrüßte sie ihn fröhlich. „Das Gleiche wie immer?“

„Ja, danke. Einen doppelten, bitte.“

„Ich weiß.“ Sie lächelte kurz. „Sie sind früh dran heute Morgen.“

Luke zuckte mit den Schultern. Er würde sich hüten, ihr zu verraten, dass ihn der Gedanke an ihre strahlenden grünen Augen hellwach gemacht hatte. „Stimmt.“

Sie setzte den Kaffee auf, goss Milch ein und öffnete die Dampfdüse des Milchaufschäumers. Es zischte laut, und die junge Frau schrie auf.

„He!“ Luke eilte um den Tresen herum, doch sie fuhr wie panisch vor ihm zurück. „Haben Sie sich verbrüht?“

Die Hand gegen die Brust gepresst, wich sie noch zwei Schritte vor dem kochend heißen Dampf zurück. Luke stellte die Düse ab, und das Zischen verstummte.

Die grünäugige Schönheit fuhr zusammen, als sie mit dem Rücken gegen das Tresenende stieß, schien sich dann jedoch zu fangen. „Alles okay. Nichts passiert. Danke.“

„Lassen Sie mich mal sehen.“ Er streckte die Hand aus.

Wie ein in die Enge getriebenes Tier starrte sie ihn an. Sie hat Angst vor mir, dachte er. Sofort blieb er stehen und hob beide Hände. „Wollen Sie die Hand nicht unter kaltes Wasser halten?“ Langsam drehte er den Hahn auf.

Sie zögerte. „Ja. Ja, Sie haben recht. Danke.“ Es war klar, dass sie nicht aus ihrer Ecke herauskommen würde. Deswegen blieben ihm nur zwei Möglichkeiten. Die erste und effektivste wäre, einfach ihre Hand zu nehmen und sie unters Wasser zu halten, aber ein Gefühl sagte ihm, er sollte das besser sein lassen. Luke entschied sich für die zweite und ging zurück an seinen Platz vor dem Tresen.

Als er wieder davor stand, hielt sie bereits mit beschämter Miene die Hand ins kalte Wasser. „Verzeihung, ich habe überreagiert.“

Luke sah ihre geröteten Wangen und wie sie verlegen den Blick senkte. In diesem Moment würde er ihr alles verzeihen. „Alles okay? Ich wollte Sie nicht erschrecken.“

„Irgendjemand muss gestern Abend vergessen haben, die Aufschäumdüse zu reinigen, und als ich sie eingeschaltet habe …“ Anscheinend merkte sie selbst, wie lahm ihre Erklärung klang, wenn man bedachte, dass sie fast die Flucht ergriffen hatte, obwohl er ihr nur hatte helfen wollen.

„Ich habe mich auch erschreckt“, sagte er. Was zwar nicht ganz stimmte, aber sie lächelte, wenn auch immer noch ein bisschen nervös. „Was macht Ihre Hand?“

Er erwartete eine ausweichende Antwort, aber sie zog die Hand aus dem Becken, betrachtete sie prüfend und ließ wieder kaltes Wasser darüberlaufen. „Sieht gut aus. Ein wenig gerötet, aber es tut nicht besonders weh.“

„Am besten kühlen Sie sie noch ein wenig länger.“ Jetzt, da der Tresen wieder zwischen ihnen war, schien sie sich sicherer zu fühlen. Aber warum hatte sie so panisch reagiert?

Sie nickte geistesabwesend. Was ging ihr wohl gerade durch den Kopf? Um sie weiter zu beruhigen, fragte er: „Haben Sie einen Erste-Hilfe-Kasten?“

„Ja, hier unten.“ Mit der freien Hand griff sie unter die Spüle, holte einen kleinen roten Plastikkoffer hervor und stellte ihn auf den Tresen.

Luke öffnete ihn. „Zur Behandlung von Menschen mag ich nicht qualifiziert sein, aber für Erste Hilfe reicht’s.“

„Und wen dürfen Sie behandeln?“

„Tiere. Ich bin Veterinär.“

„Ich habe schon oft genug Verbrühungen gesehen, diese ist wirklich nur oberflächlich. Morgen ist das überstanden.“

„Gut. Und da das nun geklärt ist, lassen Sie mich Ihre Hand verbinden. Das dauert nur eine Minute.“ Sonst konnte er seinen Patienten nicht mit vernünftigen Argumenten kommen. Diese Patientin hier war erfrischend anders. Außerdem rochen Tiere nicht so gut.

Kurz breitete sich verlegenes Schweigen aus, doch dann lachte sie unerwartet. „Also wäre ich mit vier Beinen besser dran?“

„Sehr viel besser. Oder noch besser, wenn Sie gar keine hätten. Mit Schlangen kenne ich mich gut aus.“ Er lächelte sie an und hoffte, dass es beruhigend wirkte.

„Und wie verbinden Sie eine Schlange?“ Sie trocknete sich die Hand ab und kam näher.

„Gaaaanz vorsichtig … Aber der Witz ist uralt.“

Ihre Augen funkelten vergnügt, als sie wieder lachte. Schließlich hielt sie ihm die Hand hin, und Luke berührte sanft ihre Finger. Sie zitterten. Er drehte die Hand um, untersuchte sie auf weitere Verletzungen, aber es war wirklich nur eine leichte Verbrühung. Luke nahm eine Mullbinde aus dem Koffer. „Einen Halstrichter brauchen Sie wohl nicht, oder?“

„Ich glaube, ich kann mich gerade noch beherrschen, nicht am Verband rumzukauen.“

Sie wirkte jetzt viel entspannter als zuvor, beobachtete Luke jedoch aufmerksam. Er konzentrierte sich darauf, ihr sorgsam die Hand zu verbinden, um sich nicht in gefährlichen Gedanken zu verlieren. An ihre smaragdgrünen Augen, den hellen, makellosen Teint, ihr schimmerndes rotbraunes Haar, das zarte Handgelenk …

„So, das dürfte reichen.“ Er war fertig, und sie hob die Hand, betrachtete sie von allen Seiten.

„Sehr ordentlich“, neckte sie. Was sie auch sagte oder tat, Luke fand sie mit jeder Minute anziehender. „Und wo verbinden Sie Ihre Patienten normalerweise?“, fügte sie hinzu.

Es war eine unschuldige Frage, aber Luke machte sich nichts vor. Dies war ein echter Durchbruch. Bislang hatte sie jedes persönliche Wort vermieden, genau wie er auch. Aber ihr fragender Blick bezauberte ihn, und Luke vergaß alle Zurückhaltung.

„Ich habe eine eigene Praxis und engagiere mich in dem neuen Naturschutzgebiet etwas außerhalb des Ortes an der Straße nach Kingston. Zusammen mit ein paar anderen Projekten.“

„Dann haben Sie also viel um die Ohren?“

Luke nickte. Seit Tanya ihn verlassen hatte, vergrub er sich in der Arbeit, um nicht ständig an das plötzliche Ende seiner Ehe denken zu müssen. „Ich habe gut zu tun.“

„Dann sollten Sie jetzt besser Ihren Kaffee bekommen. Ich will die Wirtschaft nicht am Laufen hindern.“ Sie wandte sich zur Kaffeemaschine, errötete leicht, während sie nach Worten suchte. „Sie … werden es doch niemandem erzählen, oder? Es ist das erste Mal, dass ich morgens allein hier bin.“

Luke nickte. Frauen und ihre Geheimnisse. Aber dieses wirkte einfach unschuldig. „Was gibt es denn zu erzählen? Setzen Sie sich, dann mache ich mir den Kaffee selbst.“ Das wäre dann ihr gemeinsames Geheimnis, und darüber musste er lächeln. „Kann ja sein, dass Sie unter Schock stehen.“

Sie lachte und schob ihm einen Pappbecher über den Tresen zu. „Das glaube ich kaum. Aber danke für die Hilfe. Dieser hier geht aufs Haus.“

Fast eine Woche lang hörte Luke kein Wort von ihr. An den Tagen, an denen sie im Coffeeshop war, schien sie immer mit anderen Gästen beschäftigt zu sein, sodass ihre Kollegin ihn bediente. Eines Morgens wurde er jedoch für seine Geduld belohnt.

„Haben Sie keine Kundenkarte?“, fragte sie ihn.

Auf einmal schien die Sonne heller zu scheinen. „Bestimmt zwanzig Stück. Sie liegen alle im Handschuhfach meines Wagens. Jede mit einem einzigen Stempel.“

Sie lächelte schwach. „Sieben Stempel reichen für einen Gratiskaffee. Nirgends steht geschrieben, dass sie alle auf einer Karte sein müssen.“

Luke stützte sich mit den Ellbogen auf dem Tresen ab und beugte sich leicht vor. Sie wich nicht zurück. „Okay, dann nehme ich …“

„Nein, nein, nein!“ Olenka, die Geschäftsführerin, die den Lagerbestand überprüft hatte, tauchte hinter dem Tresen auf und funkelte ihn an. „Kein Kätzchen, kein Gratiskaffee!“

„He, das ist Erpressung, Olenka“, beschwerte er sich.

„Richtig erkannt. Katya gibt Ihnen keinen Kaffee aus, bis mein Kind ein Kätzchen von Ihnen bekommen hat.“

Katya. Sie trug kein Namensschild wie die anderen, und Luke hatte versucht, Namen zu finden, die zu ihrem Lächeln passten. Dieser war genau richtig, und der Klang ließ sein Herz schneller schlagen. Katya.

„Haben Sie gehört?“ Olenka drohte ihm mit dem Zeigefinger.

„Natürlich. Und es bleibt bei nächster Woche, Gratiskaffee hin oder her. Die Natur nimmt sich ihre Zeit, man kann sie nicht antreiben.“

Olenka lachte resigniert, dann wandte sie sich in ihrer Muttersprache an Katya.

„Tak!“ Schulterzuckend blickte Katya ihn an. „Sieht so aus, als müssten Sie ihn diese Woche selbst bezahlen.“

„Schon in Ordnung.“ Luke warf Olenka einen amüsierten Blick zu. „Ich hole ihn mir in der nächsten Woche.“

Katya machte ihm einen Kaffee, genauso wie er ihn liebte, stellte ihn auf den Tresen und drückte einen Stempel auf eine Kundenkarte, die sie unter den Tresen legte. „Ich behalte sie hier, sonst vergessen Sie sie wieder.“

„Gut.“ Eine Frage hatte er noch, bevor er gehen musste. „Sie sprechen...



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