Clarke | Der Preis des Glücks | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 616 Seiten

Clarke Der Preis des Glücks

Roman | Ein mitreißendes Frauenschicksal im New York der 40er Jahre - für Fans von »City of Girls«
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-616-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman | Ein mitreißendes Frauenschicksal im New York der 40er Jahre - für Fans von »City of Girls«

E-Book, Deutsch, 616 Seiten

ISBN: 978-3-98690-616-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Leidenschaft, Täuschung und Hoffnung: Die fesselnde Frauensaga »Der Preis des Glücks« von Brenda Clarke jetzt als eBook bei dotbooks. New York City in den turbulenten Vierzigern: Wer auf seine Träume vertraut, darf alles riskieren - und so reist die junge Harriet von England nach Amerika, wo sie in der pulsierenden Großstadt einen Neuanfang wagen will. Um sich über Wasser zu halten, nimmt sie einen Job als Kellnerin in einer heruntergekommenen Bar an, nichtahnend, dass sie damit eine Tür aufstößt, die sie bis in die glanzvolle und glamouröse Welt der Reichen und Schönen führen wird: in das leuchtende Spektakel der Broadway-Musicals und auf die flirrenden Partys der Wall Street. Doch jedes Glück hat seinen Preis - und Jahre später holt ihre Vergangenheit Harriet ein, als ein sorgfältig gehütetes Geheimnis droht, alles zu vernichten, was sie sich aufgebaut hat ... Eindrücklich und voll flirrendem Zeitkolorit erzählt Brenda Clarke die jahrzehnteumspannende Saga einer besonderen Frau, die wagt, den amerikanischen Traum zu leben! Jetzt als eBook kaufen und genießen: Die bewegende Frauen-Saga »Der Preis des Glücks« von Brenda Clarke - so gefühlvoll und mitreißend wie die Bestseller »City of Girls« und »Eine Frage der Chemie«! Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Brenda Clarke, auch bekannt unter dem Pseudonym Kate Sedley, wurde 1926 in Bristol geboren. Sie gehört zu den erfolgreichsten englischsprachigen Autorinnen von historischen Romanen, ihre Bücher wurden zu internationalen Bestsellern. 1969 begann sie ihre schriftstellerische Karriere und hat seitdem über 50 Romane geschrieben. Bei dotbooks erscheinen Brenda Clarkes gefühlvolle Romane »Die Blume von Cornwall«, »Wie eine Rose im Frühling«, »Zeit der Ginsterblüte«, »Jahre des Sturms, Jahre der Hoffnung«, »Eine Zeit für die Liebe«, »Der Preis des Glücks«, »Schwestern für immer«, »Der Himmel über Glastonbury« und »Der Glanz der Sehnsucht«.
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Kapitel 1


»Weißt du, daß 1926 ein erstklassiger Mädchenjahrgang war? In diesem Jahr wurden die Königin, Marilyn Monroe und ... ja, und meine Wenigkeit geboren«, sagte Harriet Chance.

Etwas herausfordernd schaute sie kurz über die Schulter zu dem Mann, der hinter ihr auf dem chintzbezogenen Sofa saß. Dann ließ sie den Blick gleich wieder durchs geöffnete Fenster schweifen, hin zu den sonnendurchglühten weißen Felsen der Insel Agios Georgios, die sich hinter dem Balkon mit den gestreiften Markisen bis ans glitzernde Meer erstreckten. Eine staubige Straße wand sich hinunter zum Dorf, das nur aus einer Ansammlung kleiner Häuser bestand, mit einem Café und einem Landesteg. Von dem Haus aus, das sich Spiros Georgiadis auf seiner Insel hatte bauen lassen und das jetzt nach seinem Tod seiner Witwe Harriet Chance auf Lebenszeit gehörte, war das Dorf jedoch nicht zu sehen.

Harriet Chance, Canossa, Contarini, Cavendish, Georgiadis, Wingfield: Alle diese Namen hatte sie irgendwann einmal im Laufe ihres Lebens getragen, doch den Millionen Lesern der Klatschspalten der Regenbogenpresse zweier Kontinente war sie am besten unter ihrem Mädchennamen Chance bekannt. Und am heutigen Samstag, dem 26. Juni 1986, ihrem sechzigsten Geburtstag, waren die Klatschspalten trotz der Konkurrenz durch die bevorstehende königliche Hochzeit — »Hält Fergie Diät?« oder »Ist Andrew noch immer in Koo verliebt?« — voller Vermutungen über die Möglichkeit einer erneuten Heirat.

»Wird Harriet Chance, Eigentümerin der weltweiten Kette von Luxusrestaurants und vermutlich eine der reichsten Frauen der Welt, ein sechstes Mal heiraten?« fragte ein bekannter Klatschkolumnist mit ungewöhnlicher Zurückhaltung, »Und wenn ja, wer ist dann jetzt wohl der Glückliche?«. Um gleich darauf wieder einmal den ganzen Schmutz aufzuwühlen, der sich nach ihrer letzten Scheidung von dem Filmproduzenten Rollo Wingfield und dem neuesten Skandal um ihren dritten Ehemann, dem früheren Ehrenwerten Hallam Cavendish, heute Viscount Carey, dem Vater ihres jüngsten Sohnes Piers, angehäuft hatte. Und schließlich war da noch die unglückliche Liebesaffäre zwischen ihrer Tochter Elena Georgiadis und einem nicht mehr ganz taufrischen mexikanischen Filmstar, der so alt war, daß er ihr Großvater hätte sein können. Andere Zeitungen beschäftigten sich ausführlich mit der heutigen Geburtstagsfeier im engsten Familienkreis und der aufwendigen Party, die morgen stattfinden sollte und zu der Gäste aus allen Ecken der Welt nach Agios Georgios eingeflogen wurden. So wie man das schilderte, war es durchaus geeignet, sowohl Neid als auch Mißbilligung hervorzurufen. Zwangsläufig kam man dabei auch auf Harriets bescheidene Herkunft zu sprechen. »Ein Pastorenkind!« oder »Tochter eines armen Cotswold-Pfarrers« waren zwei der abgedroschensten Phrasen.

»Sieh einer an«, sagte Edmund Howard in seinem weichen irischen Tonfall. »Die Sun hat dich für den Herzog von Malmesbury bestimmt, während der Daily Mirror dir einen amerikanischen Industriemagnaten zugedacht hat.« Er zeigte einladend auf den Sofaplatz neben sich. »Setz dich zu mir, und hör um Himmels willen auf zu grübeln. Du hast dich doch entschlossen, es ihnen heute abend zu erzählen, also vergiß es bis dahin. Laß uns diesen besonderen Tag zusammen genießen.« Und, seine Hand ausstreckend, fügte er hinzu: »Komm her, und bedanke dich bei mir für mein Geburtstagsgeschenk!«

Harriet wandte sich vom Fenster ab und trat in die Kühle des klimatisierten Zimmers. Ein Lächeln vertrieb das Stirnrunzeln, das sie unbewußt fast den ganzen Vormittag gezeigt hatte. Sie sah bewundernd auf den mit einem Saphir und Brillanten besetzten Verlobungsring, den sie jetzt an dem Finger trug, an dem vorher Rollo Wingfields protzerischer Ring gewesen war. Ihn und Hallams Smaragd hatte sie längst in ein Londoner Bankschließfach verbannt. An ihrer rechten Hand trug sie noch immer Spiros’ Rubin und den kleinen viktorianischen, mit Granatsteinen besetzten Ring, der Gus Contarinis Großmutter gehört hatte. Der gute Gus! Sie wünschte sich von Herzen, sie hätte ihn seinerzeit mehr geschätzt.

Harriet setzte sich neben Edmund aufs Sofa und ließ sich von ihm auf die Wange küssen. Dann schmiegte sie sich behaglich in seinen Arm, während sie mit ihrer rechten Hand liebevoll seinen linken Oberschenkel streichelte.

»Eigentlich komisch! Keine englische oder amerikanische Zeitung nennt dich als meinen zukünftigen, meinen letzten Ehemann. Die müssen blind sein!«

Edmund Howard lachte. Er war ein Jahr älter als Harriet und ein gutaussehender, schlanker Mann. Sein volles, einstmals dunkles Haar war jetzt fast weiß. Durch den jahrelangen Umgang mit Pferden war sein Körper sehnig und kräftig. Seine Bewegungen waren diszipliniert, die Gesten knapp. Doch die leuchtenden dunkelblauen Augen verrieten das keltische Feuer, das im Verborgenen brodelte. Sein ganzes Leben hindurch hatte er sich leidenschaftlich für seine irische Heimat eingesetzt, in der Hoffnung, daß das ganze Land frei von englischer Herrschaft werden möge. Die Ironie des Schicksals wollte es, daß seine zweite große Leidenschaft ausgerechnet einer Engländerin galt.

»Harriet Chance heiratet ihren Stallmeister!« bemerkte Edmund mit leichtem Spott. »Das will ihnen nicht in den Kopf, mein Liebes! Sie sind der Meinung, du solltest entweder einen unglaublich reichen Mann oder einen von hohem Adel heiraten. Die Tage, da du bereit warst, dich mit einem Mann einzulassen, der dir höchstens einen Saphir von der Größe einer Erbse schenken kann, halten sie für längst vergangen.«

»Dann irren sie sich wohl gewaltig«, sagte Harriet lächelnd. »Wie dem auch sei, schickt es sich eigentlich für zwei Menschen unseres Alters, so zu knutschen?«

»Knutschen!« wiederholte Edmund grinsend. »Das ist ein Ausdruck, der dein Alter erkennen läßt. Nimm dich da lieber in Acht, denn du siehst nicht älter als fünfundvierzig aus.«

»Du Schwindler!« Harriet tat zwar entrüstet, fühlte sich aber dennoch geschmeichelt. Sie wußte, daß das Kompliment nicht unverdient war. Man sah ihr — trotz der Fältchen am Hals und an den Armen — ihre sechzig Jahre wirklich nicht an. Sie hatte so viele Jahre in den Vereinigten Staaten verbracht, daß es ihr zur zweiten Natur geworden war, auf ihre Figur zu achten und Diät zu halten. Und zwar schon lange bevor Vollwertkost und Körpertraining in Europa zu einem Begriff wurden. Und es war auch schon eine Ewigkeit her, seit sie die Naturfarbe ihres Haars das letzte Mal gesehen hatte. Regelmäßig besuchte Harriet die Salons von Vidal Sassoon in London oder in New York. Das früher kastanienbraune Haar hatte jetzt einen sanften Blondschimmer. Das exquisite Make-up war sehr dezent, nicht wie das vieler Frauen, die die Spuren der Jahre unter einer dicken Maske von Farben und Cremes zu verbergen suchten, was aber genau das Gegenteil bewirkte und das Fortschreiten der Jahre nur noch mehr unterstrich. Ein Hauch von Lidschatten und etwas braune Wimperntusche hob das Blau ihrer Augen hervor, während das dezente Rouge die feinen Gesichtskonturen unterstrich.

Edmund erwiderte ihren halbherzigen Protest, indem er sie in die Arme nahm und küßte. Er liebte sie von dem Moment an, als er sie vor vierzig Jahren das erste Mal an einem kalifornischen Badestrand sah. Beide waren sie damals mit einem anderen Partner verheiratet gewesen und hatten auch danach noch andere Partner geheiratet. Aber trotz Zeiten der Trennung und vieler Mißverständnisse zwischen Harriet und ihm hatte es keinen Tag gegeben, an dem er nicht an sie gedacht hätte. Sie waren Liebende gewesen, Freunde, ja sogar Gegner ... und Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nun aber würden sie bald Mann und Frau sein.

Einen Augenblick überließ Harriet sich seiner Liebkosung. Ihre Lippen öffneten sich, und sie schmiegte sich fest an ihn. Doch dann entwand sie sich unerwartet seinen Armen und stand auf. Ruhelos ging sie mit bekümmerter Miene im Zimmer auf und ab.

»Harriet!« bat Edmund sie dringend. »Nun grüble nicht länger! Du hast dich doch jetzt entschlossen und weißt, was du tun willst. Wenn es dir aber trotzdem noch immer zu schaffen macht, dann laß es sein. Es ist noch Zeit genug, deine Meinung zu ändern, bevor es Abend wird.«

Harriet schüttelte den Kopf. »Nein, ich muß tun, was ich für richtig halte. Was auch immer die Folgen sein mögen, ich kann nun nicht mehr zurück. Mein Gewissen erlaubt es mir nicht.«

»Pastorenkind«, sagte Edmund leise.

Sie ist wirklich eine außergewöhnliche Frau, dachte er bei sich. Eigenwillig, dynamisch, eben eine Persönlichkeit. Das ist sie schon immer gewesen. Doch sie war zugleich eine Frau voller Widersprüche. Wie dieses Zimmer. Ja, wie überhaupt jedes Zimmer in jedem Haus, das sie eingerichtet hat.

Edmund schaute sich um. Die Wände dieses großen Wohnzimmers, das sich über die ganze erste Etage erstreckte, waren weiß gestrichen, um die Strahlen der südlichen Sonne einzufangen. Auch der geblümte englische Stoff des Sofas und der Stühle sah nicht unpassend aus. Der Utrillo, eine Straßenszene am Montmartre, gegenüber den Balkontüren war echt. Vor einigen Jahren hatte man ihn aus Spiros’ Athener Appartement nach Agios Georgios geholt. Ebenfalls echt und gut zur Einrichtung des Zimmers passend war ein Stillleben von Matthew Smith, das Edmund vor einigen Monaten für Harriet gekauft hatte. An der Wand gegenüber jedoch hingen einige dunkel und trüb wirkende Werke von Atkinson Grimshaw in billigen Reproduktionen: Mondlicht über den Glasgow Docks, Liverpool Docks, Bleiches Mondlicht. Völlig fehl am Platz in der wunderbaren Klarheit des Lichts. Was um alles in der Welt hatte Harriet veranlaßt, sie ausgerechnet in...



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